Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die von intensiven Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und extremer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, gekennzeichnet ist. Die genauen Ursachen der Migräne sind komplex und vielfältig, aber die Forschung deutet auf eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren und Lebensstilfaktoren hin. Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Migräne.
Ernährung und Migräne: Ein komplexes Zusammenspiel
Die Bedeutung der Ernährung bei der Entstehung und Behandlung von Migräne und Kopfschmerzerkrankungen ist Gegenstand vieler Diskussionen. Obwohl es keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen für Migränepatienten gibt, hat die Forschung eine Reihe von Mechanismen identifiziert, die die kopfschmerzauslösende Wirkung der Ernährung erklären könnten.
Mögliche Mechanismen
Diese Mechanismen beziehen sich insbesondere auf die Auswirkung bestimmter Nahrungsbestandteile und Substanzen, auf Neuropeptide, Ionenkanäle und Rezeptoren sowie der Freisetzung von Stickstoffmonoxid, der Aktivierung des sympathischen Nervensystems, Gefäßerweiterungen und Veränderungen im zerebralen Glukosestoffwechsel. Der direkte Einfluss von Nahrungskomponenten lässt sich jedoch nur schwer abgrenzen.
Ernährungsempfehlungen
Es ist wichtig, die ganz persönlichen ernährungsbedingten Einflüsse mit Hilfe des Kopfschmerz-Tagebuchs herauszufinden, um sie gezielt vom Speiseplan zu streichen. Bei dieser „Detektivarbeit“ muss man bedenken, dass zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und einer Attacke zumeist mehrere Stunden liegen, mitunter sogar ein ganzer Tag. Selbst wenn Migräniker herausgefunden haben, dass bestimmte Nahrungsmittel bei ihnen eine Attacke auslösen können, kommt es immer wieder vor, dass sie diese Nahrungsmittel trotzdem vertragen, wenn keine weiteren Störfaktoren hinzukommen. Erst wenn weitere Trigger „das Fass zum Überlaufen bringen“, kann es sein, dass die Nahrungsmittel einen Anfall provozieren.
Diätansätze zur Migränebehandlung
Verschiedene Diätansätze wurden bei der Behandlung von Migräne untersucht. Hier sind einige bemerkenswerte Beispiele:
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Ketogene Diät (KD)
Die ketogene Diät (KD) wird bereits seit den 1930er Jahren intensiv erforscht und stellt eine etablierte Maßnahme in der Therapie der Epilepsie bei Kindern dar. Die klassische KD sieht ein Verhältnis der Hauptnährstoffe von 4 Teilen Fett zu 1 Teil Kohlenhydrat und Eiweiß vor. In der Regel beschränkt sich die tägliche Aufnahme von Kohlenhydraten je nach Form auf 20-50 Gramm. Um einen therapeutischen Erfolg erzielen zu können, muss die Diät streng und über einen längeren Zeitraum eingehalten werden. Dies setzt eine hohe Akzeptanz und ein intensives Mitwirken aller Beteiligten voraus. Klinische Daten weisen darauf hin, dass die fettreiche und extrem kohlenhydratreduzierte Ernährungsform sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Krankheitsgeschehen der Migräne auswirkt. Nach dem ersten Monat konnte neben einer Gewichtsreduktion eine deutliche Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit und der Medikamenteneinnahme festgestellt werden.
Oligoantigene Diät
Die oligoantigene Diät hat sich in einigen Studien als hilfreicher Behandlungsansatz in der Therapie von Migräne, ADHS und Epilepsie erwiesen. In einer doppelblinden Untersuchung konnte durch die Ernährungsumstellung bei 93 % der untersuchten Kinder eine Kopfschmerzreduktion erzielt werden. Darüber hinaus besserten sich während dieser Zeit auch andere Symptome wie Bauchschmerzen, Verhaltensstörungen, Asthma und Ekzeme. Dabei war der Effekt nach 16 Wochen am stärksten ausgeprägt, wenn die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren (z. B. Leinöl, Lachs) zu- und diejenige an Omega-6-Fettsäuren (z. B. Schweinefleisch, tierische Fette, Innereien, Soja-/Maiskeimöl) abnahm. Ein messbarer, aber geringerer Effekt trat auf, wenn nur der Verzehr an Omega-3-Fettsäuren stieg, derjenige an Omega-6-Fettsäuren aber konstant blieb. Die Anzahl der Kopfschmerztage reduzierte sich um 2 bis 4 Tage; auch die Anzahl der Kopfschmerzstunden nahm ab. Einige konnten die Anzahl der eingenommenen Kopfschmerztabletten reduzieren. In einer weiteren Studie verminderte die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren mit bzw. ohne reduzierte Zufuhr an Linolsäure die täglichen Kopfschmerzstunden (-1,7 h bzw. -1,3 h) sowie die Anzahl der monatlichen Schmerztage (-4 bzw. -2 Tage). Verantwortlich könnte die veränderte Bildung bioaktiver Mediatoren im Serum sein, die möglicherweise an der Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne beteiligt sind. Die Beobachtungen bestätigen vergangene Studien. Zwischen der Zufuhr gesättigter Fettsäuren und der Migränefrequenz wurden hingegen keine signifikanten Zusammenhänge festgestellt.
Fettarme Diät
Die Wirksamkeit einer fettarmen Diät in der Behandlung einer Migräne wurde bisher jedoch nicht durch doppelblinde kontrollierte Studien überprüft. In einer Studie mit 54 Migränepatienten wurde gezeigt, dass sich die Häufigkeit, die Intensität sowie die Dauer der Attacken im Rahmen einer 12-wöchigen fettarmen Diät signifikant verbesserten. Im Rahmen der Studie wurde die tägliche Gesamtfettaufnahme um 58 Prozent auf durchschnittlich 27,8 g reduziert. Die Aufnahme mehrfach ungesättigter und gesättigter Fette sowie Ölsäure wurde jeweils um durchschnittlich 63 Prozent reduziert. Eine weitere Studie zeigte ähnliche Ergebnisse. Auch hier wurde unter der fettarmen Diät eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensität beobachtet. Die Gesamtfettaufnahme wurde im Interventionszeitraum von 35 % auf 23 % reduziert.
Mikronährstoffe und Migräne
Studien zeigen, dass Migränepatienten verminderte Konzentrationen der Mikronährstoffe Riboflavin (Vitamin B2), Magnesium und Coenzym Q10 aufweisen. Die Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung in den Mitochondrien und sind an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, die das Krankheitsgeschehen der Migräne beeinflussen.
Folat und B-Vitamine
Menschen, die an Migräne leiden nehmen im Vergleich zu Nicht-Migränikern weniger Folat über die Nahrung auf. Neben Vitamin B12 ist Folat ein wichtiger Kofaktor für Enzyme wie die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR), die eine wesentliche Rolle im Homocystein-stoffwechsel spielen. Spezifische Mutationen im MTHFR-Gen wurden mit einer erhöhten Prävalenz von Migräne assoziiert. Zudem zeigen Studien, dass Migränepatienten (v.a. Erhöhte Homocysteinspiegel infolge folatarmer Ernährung können zu Gefäßverengungen sowie zur Aktivierung der Blutgerinnung und damit einem erhöhten Thromboserisiko führen und bei Personen mit bestimmten Genotypen des MTHFR-Gens Kopfschmerzen hervorrufen. Studien zeigen, dass eine Supplementierung von 25 mg Vitamin B6 und 400 μg Vitamin B12 sowie 2 mg Folsäure die Schwere der Kopfschmerzen bei Personen mit Migräne mit Aura deutlich verringern kann. Die beobachteten Effekte waren am stärksten ausgeprägt bei Personen mit bestimmten Mutationen im MTHFR-Gen.
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Vitamin D, Riboflavin und Coenzym Q10
Forscher stellten bei jungen Migränepatienten insbesondere einen Mangel an Vitamin D, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10 fest. Mädchen und junge Frauen litten häufiger an einem Coenzym-Q10-Mangel, während Jungen und junge Männer eher einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen. Vitamin B2 arbeitet an der Energiegewinnung mit, ist für den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel unentbehrlich, wichtig für die Augen und die Haut. Vitamin D wird hauptsächlich in der Haut mit Hilfe der UV-Strahlung der Sonne gebildet und kann nur in geringen Mengen über die Nahrung aufgenommen werden. Coenzym Q10 wird vom Körper normalerweise aus den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin hergestellt und ist massgeblich an wichtigen Energieherstellungsprozessen im Organismus beteiligt.
Magnesium
Magnesium ist für das ordnungsgemässe Funktionieren der Mitochondrien unverzichtbar, wird für viele Aktionen im Körper benötigt, die allesamt - wenn es in deren Ablauf zu Fehlern kommt - eine Migräneattacke auslösen oder verschlimmern können. Zu diesen Aktionen gehören beispielsweise die Entspannung der Gefässwande, die Hemmung der Blutgerinnung, die Serotoninausschüttung und die Beruhigung der Nervenerregbarkeit.
Nahrungsmittel als potenzielle Auslöser
Etwa 12-60 % der Migränepatienten berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel, Inhaltsstoffe und Getränke einen Migräneanfall auslösen können. Die spezifischen Mechanismen, mit denen diese Lebensmittel einen Angriff hervorrufen können, sind bisher jedoch unzureichend verstanden. Es ist zudem bekannt, dass durch den Konsum oder den plötzlichen Entzug bestimmter Substanzen wie beispielsweise Koffein oder Alkohol ebenfalls Kopfschmerzen ausgelöst werden können.
Glutamat
Der in zahlreichen Fertigprodukten, Fertigsaucen und -dressings sowie Gewürzsalzen und Konserven zum Einsatz kommende Geschmacksverstärker gilt als möglicher Auslöser für Kopfschmerzen und einer Reihe anderer Beschwerden. Die Daten zur Rolle von Glutamat als Kopfschmerztrigger zeigen unterschiedliche Ergebnisse. In älteren Studien gaben 5-13 % der Migränepatienten den Stoff als möglichen Trigger an. In Fallstudien aus den 1990er Jahren wurde eine Reduzierung der Kopfschmerzhäufigkeit durch eine restriktive Natriumglutamat-freie Diät gezeigt. In einer aktuelleren systematischen Überprüfung randomisierter placebokontrollierter Studien fanden sich nur wenige Hinweise, dass Mononatriumglutamat als zugefügter Nahrungsbestandteil Kopfschmerzen provoziert.
Alkohol
Zahlreiche Publikationen belegen, dass Alkohol den bedeutendsten alimentären Kopfschmerztrigger darstellt. Die pathophysiologischen Zusammenhänge der Kopfschmerztriggerung durch Alkohol sind bisher unzureichend geklärt. Der Gehalt an Flavonoiden (z.B. Anthocyanine, Catechine) in Rot- und Weißweinen variiert stark. Rotweine enthalten bis zu 1200 mg/l, während Weißweine meist nicht mehr als 50 mg/l enthalten. Es wird angenommen, dass die Flavonoide im Rotwein möglicherweise die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase P und in geringerem Maß die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase M hemmen und direkten Einfluss auf die Blutgefäße haben. Zwar wird Ethanol (Äthylalkohol) im Zusammenhang mit der kopfschmerzauslösenden Wirkung bei Migräne in Verbindung gebracht, jedoch wurde dessen Bedeutung im Rahmen einer Studie mit 19 Migränepatienten relativiert. Alkoholbedingter Kopfschmerz ist typischerweise beidseitig lokalisiert, pulsierend, löst sich innerhalb von 72 Stunden spontan und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Häufigkeit, mit der Migränepatienten Alkohol als möglichen Triggerfaktorangeben, schwankt erheblich und scheint sowohl von der individuellen Verträglichkeit, der Art des alkoholischen Getränkes sowie der Kopfschmerzform abhängig zu sein. In einer epidemiologischen Studie gaben etwa 28 % der Patienten mit Migräne ohne Aura vor allem Wein, Bier und Spirituosen als Kopfschmerztrigger an, während es bei den Patienten mit Migräne mit Aura nur 8 % waren. Eine Studie zeigte, dass bei mehr als 10 % der Migränepatienten durch den Konsum von Rotwein Kopfschmerzen ausgelöst wurden, nicht jedoch durch den Konsum von Weißwein.
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Hunger und Hypoglykämie
In einer klinischen Studie wurden 56 Schülerinnen und Schüler, die seit mindestens 6 Monaten an häufigen Kopfschmerzen litten, einem 19-stündigen Nahrungsentzug ausgesetzt. Die Beobachtungen bestätigten, dass Hunger bei Patienten mit Spannungskopfschmerz und bei Migränepatienten Kopfschmerzen auslösen kann. Eine in den 1970er Jahren publizierte Studie zeigte, dass Migränepatienten, die insbesondere infolge von Hunger Kopfschmerzen entwickelten, im Rahmen eines 5-stündigen Glukosetoleranztests eine Hypoglykämie aufwiesen.
Künstliche Süßstoffe
Die Studienlage zu Aspartam und Migräne ist nicht eindeutig. Zudem stützen sich die bisherigen Ergebnisse auf Studien, die zum Teil mehr als 30 Jahre zurückliegen. Neue Studien fehlen. Anzumerken ist zudem, dass die in den meisten Studien verwendeten Dosierungen zum Teil realtiv hoch sind (z.B. In einer Studie mit einer geringeren Dosis (10 mg/ kg) zeigten sich im Vergleich zur Placebogruppe keine Unterschiede hinsichtlich dem Auftreten von Kopfschmerzen. Eine Studie aus dem Jahr 1989 untersuchte die Auswirkungen von Aspartam, in dem Tagesdosen von 75 mg/ kg Körpergewicht verabreicht wurden. Anders als Aspartam gilt Sucralose nicht als Migräne-Trigger.
Nitrate und Nitrite
Nitrate und Nitrite kommen als Konservierungsmittel vor allem in verarbeiteten Fleischwaren wie Speck, Salami, Wurst oder Schinken sowie Fertigprodukten und geräuchertem Fisch zum Einsatz. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein ubiquitäres Molekül. Es wird aus L-Arginin gebildet und zu Nitraten sowie Nitriten abgebaut. Die sogenannten NO-Donatoren (z.B. Es handelt sich dabei um einen vaskulär vermittelten Schmerz. Eine Reihe von Studien belegen die Bedeutung von NO in der Pathogenese primärer Kopfschmerzerkrankungen wie der Migräne. Zwar sind die NO-Donator-Kopfschmerzen durch Medikamente wie Nitroglycerin experimentell gut untersucht, die Bedeutung der über die Nahrung aufgenommenen Nitrate bzw. Nitrite wurden erstmals aufgrund eines Fallberichtes aus den 1970er Jahren als möglicher Migräneauslöser identifiziert. Es existieren jedoch wenige Berichte aus jüngerer Zeit, die zeigen, dass Nitrite Kopfschmerzen bzw. Migräne auslösen. Inzwischen ist bekannt, dass alimentäre Nitrite und Nitrate an der Regulation der Stickoxid-Hämostase beteiligt sind. Es wurde gezeigt, dass der Plasma-Nitrit-Spiegel von Patienten mit Migräne mit und ohne Aura in Remission im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich erhöht ist.
Koffein
Koffein wird vor allem über Kaffee, Tee und koffeinhaltige Limonaden sowie Erfrischungsgetränke aufgenommen. Doch auch in der Behandlung von Migräneattacken kommen Koffein-haltige Medikamente zum Einsatz, da diese nachweislich die Wirkung verbessern. Höhere Dosierungen (>300-400 mg/ Tag) können vor allem bei Männern Angst und Panikstörungen hervorrufen. Genetische Polymorphismen der Adenosin-A2A-Rezeptoren können die Anfälligkeit für die Nebenwirkungen von Koffein wie Schlaflosigkeit oder Angst beeinflussen. Bekannt ist zudem, dass eine unregelmäßige Koffeinzufuhr - nicht nur bei Migränepatienten - Kopfschmerzen verursachen kann. Der sogenannte Koffein-Entzugs-Kopfschmerz entwickelt sich innerhalb von 24 Stunden, wenn die über mindestens 2 Wochen andauernde regelmäßige Aufnahme von 200 mg Koffein am Tag unterbrochen wird. In der Regel löst sich der Kopfschmerz innerhalb von einer Stunde, wenn mindestens 100 mg Koffein aufgenommen werden oder klingt bei ausbleibender Koffeinzufuhr spontan innerhalb von sieben Tagen ab. Zu der Beziehung zwischen Migräne und Koffeinkonsum existieren unterschiedliche Ergebnisse. Zwar haben die meisten Studien eine höhere Prävalenz von Kopfschmerzen, Migräne und chronischen Kopfschmerzen durch erhöhten Koffeinkonsum berichtet, andere Studien hingegen bestätigten diesen Zusammenhang nicht. Gemäß den Ergebnissen einer epidemiologischen Studie können koffeinhaltige Arzneimittel und Getränke das Risiko, einen chronischen Kopfschmerz zu entwickeln, mäßig erhöhen. Zwei Studien untersuchten zudem die Auswirkungen eines Koffeinentzugs auf Patienten mit Kopfschmerz-erkrankungen.
Amine
Amine beeinflussen die Gefäßdurchlässigkeit im menschlichen Körper und die Schmerzempfindung. Die biogenen Amine, die sowohl in pflanzlichen wie tierischen Lebensmitteln vorkommen, wirken als Hormone oder Neurotransmitter. Man unterteilt sie in psychoaktive Amine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) und vasoaktive Amine (Histamin, Tyramin). Frische Lebensmittel enthalten keine oder nur äußerst geringe Mengen an biogenen Aminen, fermentierte pflanzliche und tierische Nahrungsmittel je nach dem Grad der Be- und Verarbeitung sowie Transport- und Lagerzeiten unterschiedlich hohe Amingehalte. Aminreich sind beispielsweise lang gelagerte, gereifte oder fermentierte Lebensmittel wie lange angehangenes geräuchertes oder gegrilltes Fleisch, wie Schinken, Salami, Rohwürste, marinierter, eingelegter Fisch, salzlakengereifter Käse wie Cheddar, Blauschimmelkäse, Emmentaler, Schokolade, Nougat. Likörpralinen, Bananen und Rotwein.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Migräne
Durch Nahrungsmittel ausgelöste Unverträglichkeiten können auf einer allergischen Überempfindlichkeit (Immunoglobin E-vermittelte Nahrungsmittelallergie) oder einer nicht allergischen Überempfindlichkeit (z.B. Nahrungsmittelintoleranz) beruhen. Bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie ist eine spezifische IgE-Bestimmung und/ oder ein Haut-Pricktest sinnvoll, um die Sensibilisierung gegen ein Nahrungsmittel zu prüfen. Serologische Tests zur Bestimmung von IgG- bzw. In Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien und Migräne finden sich nur wenige Hinweise, dass Nahrungsmittel, die eine IgE-Produktion verursachen, eine Migräne auslösen. Vielmehr wird angenommen, dass triggernde Nahrungsbestandteile, die mitunter auch gefäßerweiternd wirken (z.B. Trotz der umstrittenen Aussagekraft der IgG-Antikörper-Bestimmung wurde in drei randomisierten kontrollierten Studien getestet, inwiefern sich die Eliminierung zuvor IgG-positiv getesteter Nahrungsmittel auf die Migränehäufigkeit auswirkt. Die Prävalenz von Zöliakie beträgt bei Migränepatienten oder Patienten mit anderen Kopfschmerzerkrankungen zwischen 2 und 4 %. Bei den alimentären Triggerfaktoren sind eine Reihe von Inhaltsstoffen zu nennen, die zwar nicht bei allen Migränepatienten Probleme verursachen, aber bei empfindlichen Patienten eine Migräneattacke begünstigen können - insbesondere dann, wenn weitere Störfaktoren vorliegen. künstliche Süßstoffe (z.B. biogene Amine (z.B. Schokolade, Milch und Milchprodukte (z.B. fetthaltige Lebensmittel bzw.
Weitere Faktoren und Migräne
Neben der Ernährung gibt es auch andere Faktoren, die Migräne auslösen oder verschlimmern können. Dazu gehören:
- Stress: Migräne durch Stress kommt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen infrage.
- Wetterumschwünge: Wetterfühlige Migränepatienten bemerken Veränderungen der Temperatur oder des Luftdrucks manchmal daran, dass sich eine Kopfschmerzattacke ankündigt.
- Hormonschwankungen: Viele Patientinnen leiden während ihrer Periode an Kopfschmerzen. Auch eine Migräne in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren aufgrund von einschneidenden Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau ist denkbar.
- Veränderung des gewohnten Tagesrhythmus: Am Wochenende spät ins Bett? Und am nächsten Morgen Kopfschmerzen? Dann handelt es sich womöglich um Migräne wegen Schlafmangel.
- Lichtempfindlichkeit: Bestimmte Arten von Licht, insbesondere helles, flackerndes oder grelles Licht, können Kopfschmerzen auslösen.
- Zahn- und Kieferprobleme: Eine schlechte Zahn- oder Kieferausrichtung kann zu Spannungskopfschmerzen führen.
- Emotionale Faktoren: Stress, Angst und Depressionen können Kopfschmerzen auslösen.
- Schlafstörungen: Unzureichender oder gestörter Schlaf kann zu Kopfschmerzen führen.
- Sinusinfektionen: Verstopfte Nebenhöhlen und Sinusinfektionen können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.
- Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung und ergonomische Probleme können zu Nacken- und Rückenverspannungen führen, die Kopfschmerzen verursachen können.
- Umweltgifte: Die Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften kann Kopfschmerzen auslösen oder verschlimmern.
Die Rolle von CGRP bei Migräne
Der Botenstoff Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) steht seit einiger Zeit im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne zu spielen. CGRP befindet sich im gesamten Nervensystem, also auch in Gehirn und Rückenmark. Es gibt bestimmte anatomische Strukturen im Gehirn, die mit der Migräne-Entstehung in Verbindung stehen und in denen sich auch CGRP und CGRP-Rezeptoren befinden. In mehreren Studien kristallisierte sich heraus, dass CGRP für die Weiterleitung von Schmerzsignalen während einer Migräne-Attacke verantwortlich zu sein scheint. Wissenschaftler konnten bei Migräne-Patienten einen erhöhten CGRP-Spiegel beobachten, sobald sich eine Schmerzattacke anbahnte.
Praktische Tipps zur Migräneprophylaxe
Um Migräneanfällen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:
- Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Notieren Sie sich Ihre Ernährungsgewohnheiten, mögliche Auslöser und die Häufigkeit und Intensität Ihrer Kopfschmerzen.
- Identifizieren und vermeiden Sie Trigger: Sobald Sie Ihre persönlichen Triggerfaktoren kennen, versuchen Sie, diese so gut wie möglich zu meiden.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Essen Sie regelmäßig und lassen Sie keine Mahlzeiten aus. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, künstliche Süßstoffe und andere potenzielle Auslöser.
- Nehmen Sie ausreichend Mikronährstoffe zu sich: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium, Vitamin B2, Vitamin D und Coenzym Q10.
- Reduzieren Sie Stress: Finden Sie Entspannungstechniken, die Ihnen helfen, Stress abzubauen, wie z.B. Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung.
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus: Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
- Treiben Sie regelmäßig Sport: Leichte Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen können helfen, Migräneanfällen vorzubeugen.
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