Endorphine: Wirkung und Bedeutung für das Nervensystem

Endorphine, oft als „Glückshormone“ bezeichnet, spielen eine wesentliche Rolle in unserem Körper und im Alltag. Dieser Artikel befasst sich intensiv mit dem Thema Endorphine, den sogenannten Glückshormonen. Wir tauchen ein in die faszinierende Welt der Neurobiologie, um zu verstehen, was Endorphine sind, wie sie strukturell aufgebaut sind und warum sie als Neurotransmitter ein zentrales Element unseres Nervensystems sind. Weiterhin erfahren wir, wie diese Hormone freigesetzt werden und warum sie oft mit dem Gefühl von Glück in Verbindung gebracht werden. Abschließend werden konkrete Beispiele aufgezeigt, wo im Körper Endorphine gebildet werden und wie man die Endorphinproduktion beeinflussen kann.

Was sind Endorphine?

Endorphine sind körpereigene Substanzen, die als Neurotransmitter fungieren und schmerzstillende sowie stimmungsaufhellende Wirkung besitzen. Sie sind Teil der menschlichen Antwort auf Schmerz, Stress und Freude. Endorphine dienen als natürliche „Wohlfühl“-Chemikalien deines Körpers und sind verantwortlich für Gefühle wie Freude, Euphorie und Schmerzlinderung. Sie beeinflussen eine Vielzahl von physiologischen Funktionen, einschließlich den Appetit und das Immunsystem.

In der Chemie und Biologie sind Strukturformeln visuelle Darstellungen, die zeigen, wie die Atome eines Moleküls miteinander verbunden sind. Ein spezifisches Beispiel für ein Endorphin ist Beta-Endorphin, das eine Kette von 31 Aminosäuren ist.

Endorphine als Neurotransmitter

Endorphine sind Neurotransmitter, das heißt, sie übertragen Signale im Gehirn. Diese Signale können viele verschiedene Arten von Nachrichten sein, einschließlich Schmerzsignale und Signale, die Emotionen wie Freude oder Euphorie auslösen. Endorphine binden an spezielle Rezeptoren im Gehirn, die als Opioidrezeptoren bekannt sind. Opioidrezeptoren sind Proteine, die in der Zellmembran vorkommen und auf die Bindung von Opioiden wie Endorphinen reagieren.

Die Ausschüttung von Endorphinen findet in deinem Körper auf natürliche Weise statt und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören körperliche Aktivität, Ernährung, Schlaf und Stresspegel. Bei Schmerz- oder Stresserfahrungen löst dein Körper eine Kaskade von Reaktionen aus. Als Neurotransmitter haben Endorphine eine breite Palette von Funktionen in deinem Körper, von der Schmerzlinderung bis zur Modulation des Immunsystems. Tatsächlich haben Endorphine sogar die Fähigkeit, das Wachstum von Krebszellen zu hemmen und helfen bei der Regulierung des Körpergewichts.

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Schmerzlinderung

Durch die Anbindung an Opioidrezeptoren in dein Gehirn, blockieren Endorphine Schmerzsignale.

Stimmungsverbesserung

Endorphine sind bekannt dafür, bei der Verbesserung der Stimmung zu helfen. Es ist allgemein bekannt, dass Endorphine zu Gefühlen von Glück und Wohlbefinden beitragen. Wenn Endorphine an Opioidrezeptoren in deinem Gehirn andocken, blockieren sie Schmerzsignale und lösen stattdessen positive Gefühle aus. Ein ähnlicher Mechanismus ist bei der Einnahme von stark wirkenden Schmerzmitteln wie Morphium erkennbar, wobei Endorphine eine sichere und gesunde Möglichkeit sind, um diese "Glücksgefühle" zu erzeugen.

Endorphine im Alltag

Endorphine sind wichtige Neurotransmitter und spielen eine entscheidende Rolle in alltäglichen Körpervorgängen. Betrachten wir einige alltägliche Vorgänge, in denen Endorphine eine Rolle spielen. Wenn du an intensive körperliche Aktivitäten denkst, wie zum Beispiel Laufen, Crossfit oder Yoga, werden während und nach dem Training Endorphine freigesetzt. Es ist das „Runner's High“ - das Gefühl der Euphorie und die Weigerung, Schmerzen zu empfinden, trotz der anstrengenden Aktivität. Ein anderes Beispiel wäre das gute Gefühl nach dem Lachen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Lachen tatsächlich die Freisetzung von Endorphinen im Gehirn auslösen kann. Schließlich, kennst du das angenehme, beruhigende Gefühl nach dem Verzehr einer Schokolade? Es ist wahrscheinlich die Wirkung von Endorphinen.

Produktionsstätten im Körper

Endorphine werden hauptsächlich im zentralen Nervensystem, genauer im Hypothalamus und in der Hypophyse, produziert. Der Hypothalamus ist eine kleine Region im Gehirn, die eine Vielzahl von Funktionen regelt, einschließlich der Freisetzung von Hormonen und der Regulierung der Körpertemperatur. Die Freisetzung der Endorphine erfolgt als Reaktion auf bestimmte Stimuli, wie körperliche Anstrengung, Stress, Schmerz und bestimmte Nahrungsmittel, wie Schokolade.

Möglichkeiten zur Steigerung der Endorphinproduktion

Es gibt verschiedene Methoden, wie man auf natürliche Weise die Produktion von Endorphinen im Körper erhöhen kann.

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Regelmäßige Bewegung

Sport und andere Formen intensiver körperlicher Aktivität können die Endorphinproduktion erheblich erhöhen.

Positives Denken

Positive Emotionen, wie Glück, Freude und Liebe, können ebenfalls die Endorphinproduktion erhöhen.

Alle diese Methoden können dazu beitragen, die Endorphinausschüttung und somit dein allgemeines Wohlbefinden zu erhöhen. Es ist jedoch wichtig zu bemerken, dass jeder Mensch einzigartig ist und was bei einem Individuum funktionieren könnte, die gewünschten Ergebnisse nicht auf eine andere Person übertragen könnte.

Endorphine und andere Glückshormone

Zu den sogenannten Glückshormonen zählen Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphine. Endorphine sind körpereigene Opiate, die als natürliche Schmerzmittel fungieren. Sie fördern das Wohlbefinden, lindern Schmerzen und wirken angstlösend.

Weitere Glückshormone im Überblick

Für Glücksgefühle sind verschiedene Neurotransmitter verantwortlich, die in der Kombination noch besser ihre Wirkung entfalten können.

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  • Beta-Endorphin: Wie bereits beschrieben ist Beta-Endorphin eine Untergruppe der Endorphine und ein vom Körper produziertes Schmerzmittel, das bei Verletzungen sofort einsetzt.
  • Serotonin: Das Hormon Serotonin macht uns glücklich, aber auch gelassen, ausgeglichen und zufrieden. Es vermittelt uns ein Sättigungsgefühl, eine Zufriedenheit nach den Mahlzeiten und reduziert Stress, Angst und Aggressivität.
  • Dopamin: Der Botenstoff Dopamin löst nicht nur Glücksgefühle aus, sondern in erster Linie Freude, Lust, Verlangen, Interesse und Motivation. Er sorgt für den Antrieb, sich weiter zu entwickeln und immer neue Ziele erreichen zu wollen.
  • Noradrenalin: Aus Dopamin entsteht der Neurotransmitter Noradrenalin.
  • Oxytocin: Bei Hautberührungen, Streicheln und Massage wird das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
  • Phenetylamin: Das Hormon Phenetylamin steigert das Lustempfinden.

Wege zur Steigerung der Endorphine

Nachdem du jetzt mehr über Endorphine erfahren hast, liegt es ganz an dir, dein Glück selbst in die Hand zu nehmen. Wir zeigen dir, wie du deinen Glückshormon-Haushalt ganz einfach steigern kannst:

  • Durch Sport: Beim Sport schüttet dein Gehirn eine ganze Menge Endorphine aus. Schon eine Runde Laufen bringt einen enormen Endorphin-Kick. Doch eigentlich ist es völlig egal, ob du nur eine halbe Stunde spazieren gehst oder dich beim Radfahren völlig auspowerst - den Glückshormon-Benefit bekommst du sicher. Beim sogenannten Runner’s High sind die Endorphine dafür verantwortlich, dass Läufer trotz Erschöpfung und Schmerzen lange Distanzen durchhalten können - und sich dabei noch gut fühlen. Auch Tanzen in der Gruppe setzt Endorphine frei und fördert soziale Kontakte.
  • Durch Ernährung: Wenn du an Schokolade denkst, wie fühlst du dich? Glücklich? Völlig zurecht, denn der Genuss von Schokolade setzt tatsächlich Glückshormone frei - wenn auch nur in geringen Mengen. Einen ähnlichen Effekt hat das Capsaicin in Chilis. Ebenfalls empfehlenswert sind Lebensmittel mit L-Tryptophan wie Fisch, Bananen, Avocados, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Käse oder Samen wie Amaranth, Quinoa und Sesam. Sie tragen zu einem normalen Serotonin-Spiegel bei.
  • Durch Sonne: Warum steigt bei Sonnenschein sofort deine Laune? Natürlich weil die Sonne die Ausschüttung von Endorphinen anregt. Unter anderem ist daran Vitamin D Schuld, das durch die Sonneneinstrahlung vermehrt im Körper gebildet wird. Vitamin D wiederum kurbelt die Produktion von Glückshormonen an.
  • Durch Küssen: Verliebtsein verursacht Schmetterlinge im Bauch, die als Glücksgefühl empfunden werden. Denn beim Küssen oder bei liebevollen Berührungen schüttet das Gehirn Glücksbotenstoffe aus. Die Endorphine sind wiederum an der Bildung von Sexual-Hormonen beteiligt, was die Lust auf Intimität steigert.
  • Durch Lachen: Lachen ist gesund, denn es macht glücklich und stärkt gleichzeitig das Immunsystem. Dem Gehirn ist es nämlich ziemlich egal, ob das Lachen echt oder nur aufgesetzt ist. Durch die Entspannung bzw. Anspannung der Gesichtsmuskulatur kannst du dein Gehirn austricksen und die Produktion von Endorphinen aktivieren.

Endorphinmangel

Besteht ein dauerhafter Mangel an Endorphinen, kann das im schlimmsten Fall zu Depressionen oder Suchtverhalten führen.

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