Die Planung einer Work & Travel-Reise umfasst viele Aspekte, und das Thema Impfungen sollte dabei nicht vernachlässigt werden. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit notwendigen und empfohlenen Impfungen ist essentiell, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und das Reiseabenteuer unbeschwert genießen zu können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Impfempfehlungen für Work & Travel-Aufenthalte, insbesondere in Neuseeland, und beleuchtet allgemeine Aspekte rund um das Thema Impfungen.
Warum Impfungen vor einer Work & Travel-Reise wichtig sind
Impfungen dienen als präventive Maßnahme, um unangenehme Krankheiten und längere Krankenhausaufenthalte während einer Reise zu verhindern. In einigen Reiseländern, besonders in tropischen Gebieten, sind bestimmte Impfungen sogar unerlässlich. Obwohl in typischen Work & Travel-Ländern wie Neuseeland keine akuten gefährlichen Krankheiten vorherrschen, bietet eine solche Reise eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Standardimpfungen auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Impfungen werden auch in Deutschland und Europa empfohlen. Da Work & Traveller oft unter einfachen Bedingungen leben und reisen, steigt das Risiko, sich durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel zu infizieren. Impfungen minimieren dieses Risiko und ermöglichen einen entspannteren Start in das Work & Travel-Abenteuer.
Frühzeitige Planung der Impfungen
Der erste Schritt in Sachen Work & Travel-Impfungen sollte ein Besuch beim Hausarzt sein, um einen individuellen Impfplan zu erstellen. Dies sollte idealerweise sechs Monate vor Reiseantritt erfolgen, aber auch früher ist ratsam. Der Grund dafür ist, dass nicht alle Impfungen sofort wirken und zwischen den einzelnen Impfungen ein bestimmter Zeitraum liegen muss, damit sich der Körper erholen kann. Einige Impfungen erfordern auch mehrere Spritzen in zeitlichen Abständen von Wochen oder Monaten.
Beratung durch Impfexperten
Informationen darüber, welche Impfungen für das jeweilige Reiseland oder die Reiseländer erforderlich sind, erhält man beim Hausarzt, in Apotheken, Tropeninstituten, Gesundheitsämtern oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Viele beliebte Work & Travel-Destinationen haben keine spezifischen Impfbestimmungen, jedoch sollten die Standardimpfungen, die auch für Deutschland empfohlen werden, regelmäßig aufgefrischt werden. Dazu gehören Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis und Co., die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollten.
Impfdosen, Impfabstände und Kosten
Die Dosierungen, die Dauer der Schutzwirkung und die Kosten der Impfungen variieren stark. Hier ein Überblick über die wichtigsten Impfungen:
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Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Kombinationsimpfstoff)
- Impfdosen: Drei bei bisher nicht immunisierten Personen
- Auffrischung: Eine Impfung
- Impfabstände: Die ersten zwei Impfungen erfolgen im Abstand von vier bis sechs Wochen, die dritte Spritze sechs bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung (nur bei Personen, die noch nie zuvor immunisiert wurden).
- Schutzwirkung: Mindestens zehn Jahre, danach Auffrischung erforderlich.
- Kosten: Etwa 20 bis 30 Euro für den Kombinationsimpfstoff (je Injektion).
Masern, Mumps, Röteln
- Impfdosen: Zwei Impfungen im Kindesalter; Auffrischung: eine Spritze
- Impfabstände: Sofort, da nur eine Spritze bei Erwachsenen erforderlich ist.
- Kosten für den Kombinationsimpfstoff: Zwischen 32 und 75 Euro pro Impfung (je nach Hersteller).
- Schutzwirkung: Volle Schutzwirkung innerhalb von zehn Tagen, hält mindestens 20 Jahre.
Hepatitis A und B (Kombinationsimpfung)
- Anzahl: Drei Impfdosen
- Impfabstände: Die zweite Spritze einen Monat nach der ersten Impfung. Die dritte und letzte Impfung frühestens sechs Monate und spätestens ein Jahr nach der ersten Spritze.
- Kosten: Der Kombinationsimpfstoff kostet pro Spritze ca. 50 bis 65 Euro.
- Schutzwirkung: Mindestens 10 Jahre
Japanische Enzephalitis
- Impfdosen: Zwei Impfdosen
- Impfabstände: Abstand von 28 Tagen zwischen den Impfungen
- Schutzwirkung: Die Länge der Schutzwirkung nach der zweiten Impfung ist unbekannt. Daher wird bei erneuter Reise in ein Risikogebiet die Wiederimpfung nach etwa 12 bis 24 Monaten nach der zweiten Impfdosis empfohlen.
- Kosten: Etwa 80 bis 90 Euro pro Impfung
Gelbfieber
- Impfanzahl: Eine Spritze
- Impfabstände: Keine, da nur eine Spritze. Allerdings muss man die Impfung spätestens zehn Tage vor der Abreise erhalten, da die Schutzwirkung sowie die amtliche Gültigkeit einer Gelbfieberimpfung erst zehn Tage nach der Impfung beginnt.
- Schutzwirkung: Die Impfung wirkt zehn Tage nach der Injektion und hält zehn Jahre.
- Kosten: Ca. 40 Euro pro Injektion
Impfempfehlungen für spezifische Work & Travel-Länder
Australien
Vor einer Work & Travel-Reise in Australien sollten alle Standardimpfungen aufgefrischt werden. Dazu zählen Impfungen gegen:
- Tetanus
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Poliomyelitis (Kinderlähmung)
- Mumps, Masern, Röteln
- Pneumokokken
- Influenza (für über 60-Jährige und Schwangere)
- Hepatitis A und B (empfohlen für Langzeitreisen und bei besonderer Exposition wie einfache Reisebedingungen, besondere soziale Kontakte etc.)
Für die Einreise aus Deutschland gibt es keine besonderen Impfvorschriften. Wer jedoch aus einem Gelbfiebergebiet einreist, benötigt eine gültige Gelbfieberimpfung.
In Australien treten folgende Infektionskrankheiten auf:
- Dengue-Fieber: Tritt im Norden Queenslands sowie in der Torres-Straße auf. Da es keinen Impfschutz gibt, ist Schutz vor Mückenstichen wichtig.
- Japanische Enzephalitis: Kommt auf den Inseln in der Torres-Straße vor. Eine Impfung wird empfohlen, wenn eine Reise in diese Gebiete geplant ist.
- Kontakt mit giftigen oder gefährlichen Tieren: Warnhinweise und Schilder sollten beachtet werden. Bei Verletzungen oder Erkrankungen nach Tierkontakt sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Neuseeland
Für Work & Travel-Abenteuer in Neuseeland gilt dasselbe wie für Australien. Es sind bei der Einreise aus Deutschland keine Impfungen vorgeschrieben, jedoch empfiehlt sich vor langen Auslandsaufenthalten eine Auffrischung sämtlicher Standardimpfungen. Da in Neuseeland wie auch Australien mitunter Hepatitis-A-Infektionen aufgrund kontaminierten Trinkwassers oder Lebensmittel auftreten, ist eine Impfung gegen das Virus ratsam. Wer unter einfachen Bedingungen durch Neuseeland reist, benötigt ebenfalls eine Immunisierung gegen das Hepatitis-B-Virus. Bei der Einreise aus Drittländern müssen die speziellen Impfvorschriften für das Einreiseland beachtet werden.
Kanada
Auch für Aufenthalte in Kanada gilt: Jeder Langzeitreisende sollte über die allgemein empfohlenen Standardimpfungen verfügen bzw. diese vor der Reise erneuern. Insbesondere bei Aufenthalten im Norden Kanadas empfiehlt das Auswärtige Amt eine Immunisierung gegen Hepatitis B. Die Schutzimpfung gegen Meningitis (Hirnhautentzündung) gehört in Kanada zu den Standardimpfungen für Kinder und Jugendliche. Work & Traveller unter 20 Jahren sollten diesbezüglich ihren Arzt konsultieren. Auch Schutzimpfungen gegen Tollwut und Masern können für eine lange Kanadareise sinnvoll sein. Für die Einreise aus Deutschland gibt es keine speziellen Impfvorschriften, aber bei Einreise aus einem Drittland müssen evtl. bestimmte Impfungen mit einem internationalen Impfpass nachgewiesen werden.
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USA
Auch bei Reisen in die USA sollte man alle Standardimpfungen gemäß dem Impfkalender des Robert-Koch-Instituts überprüfen und auf den neuesten Stand bringen. Bei besonderer Exposition empfiehlt das Auswärtige Amt außerdem die Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B. „Besondere Exposition“ bezieht sich auf einfache Reisebedingungen, Hygienemängel, unzureichende medizinische Versorgung sowie besondere berufliche und / oder soziale Kontakte. Es ist ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um zu klären, ob eine Hepatitis A und B Impfung in der spezifischen Situation erforderlich ist. In den USA sollte man auch die Impfauflagen von Schulen, Kindergärten und Universitäten beachten.
In den USA treten verschiedene Viruserkrankungen auf, gegen die es bislang keine Schutzimpfungen gibt, wie zum Beispiel:
- West-Nil-Fieber (West Nile Virus): Diese Viruserkrankung tritt seit 1999 verstärkt in den USA auf.
- Hantaviren: Werden über die Atemwege oder den Magen-Darm-Kanal aufgenommen und stammen meist von den kontaminierten Sekreten infizierter Nagetiere.
Japan
Work & Traveller in Japan sollten ebenfalls alle Standardimpfungen überprüfen und ggf. auffrischen lassen. Dazu zählen alle im aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Instituts aufgezählten Impfungen, einschließlich:
- Tetanus
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Mumps
- Masern
- Röteln
Bei Langzeitaufenthalten sowie besonderer Exposition empfiehlt das Auswärtige Amt außerdem eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B sowie gegen Japanische Enzephalitis. Wenn Reisen in die Nachbarländer geplant sind, wird möglicherweise eine Impfung gegen Hepatitis A benötigt.
Folgende Viruserkrankungen treten außerdem in Japan (vermehrt) auf:
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- Röteln: In den vergangenen Jahren gab es in Japan eine Rötelepidemie.
- Hand-, Fuß- und Mundkrankheit: Diese Infektionskrankheit ist in Japan endemisch und tritt immer wieder auf.
- Japanische Enzephalitis: Diese Virusinfektion des Gehirns tritt in Japan aufgrund des nationalen Impfprogramms kaum noch auf.
Kostenrückerstattung durch die Krankenkasse
Ob und in welcher Höhe die Krankenkasse die Kosten für Impfungen übernimmt, ist von der jeweiligen Krankenversicherung abhängig. Es empfiehlt sich, vorab mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen, um die Kostenübernahme zu klären. Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten Reiseschutzimpfungen nicht oder nur teilweise. Eine private Auslandskrankenversicherung kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein.
Internationaler Impfpass
Es ist ratsam, einen internationalen Impfpass mitzuführen, um die erfolgten Impfungen nachweisen zu können. Dies ist besonders wichtig, wenn man aus einem Drittland in ein anderes Land einreist oder wenn man vorhat, in bestimmten Bereichen wie dem Gesundheitswesen zu arbeiten. Der internationale Impfpass sollte auf Englisch oder in der Sprache des Ziellandes ausgestellt sein.
Zusätzliche Gesundheitsvorkehrungen
Neben Impfungen gibt es weitere wichtige Gesundheitsvorkehrungen, die man vor einer Work & Travel-Reise treffen sollte:
- Reiseapotheke: Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sollte auf der Reise nicht fehlen. Sie sollte Medikamente gegen häufige Reiseerkrankungen wie Durchfall, Übelkeit, Schmerzen und Fieber enthalten.
- Mückenschutz: In vielen Reiseländern besteht ein Risiko für durch Mücken übertragene Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika-Virus oder Malaria. Daher ist ein effektiver Mückenschutz unerlässlich.
- Sonnenschutz: Aufgrund der erhöhten UV-Strahlung in vielen Reiseländern ist ein guter Sonnenschutz wichtig, um Sonnenbrand und andere UV-Schäden zu vermeiden.
- Hygiene: Auf Reisen sollte man auf eine gute Hygiene achten, um Infektionen vorzubeugen. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen, die Verwendung von sauberem Trinkwasser und der Verzehr von hygienisch zubereiteten Lebensmitteln.
- Vorsicht vor Tieren: Tierbisse und -kratzer können zu schweren Krankheiten wie Tollwut führen. Daher sollte man den Kontakt zu Tieren vermeiden und bei Verletzungen sofort einen Arzt aufsuchen.
- Auslandskrankenversicherung: Eine Auslandskrankenversicherung ist unerlässlich, um im Krankheitsfall medizinische Versorgung zu erhalten und gegebenenfalls einen Rücktransport nach Deutschland zu gewährleisten.
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