Epilepsie: Ursachen und Behandlungsansätze

In unserer Gesellschaft gewinnt das Thema seelische Gesundheit zunehmend an Bedeutung, da die Psyche den gesamten Körper beeinflusst. Psychiatrische Krankheitsbilder können sich unterschiedlich äußern und verschiedene Behandlungen erfordern. Eine Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist die psychiatrische Institutsambulanz (PIA).

Was ist eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA)?

Eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist eine multiprofessionelle Ambulanz, die zum Behandlungsangebot psychiatrischer Fachkrankenhäuser sowie psychiatrischer Abteilungen in allgemeinen Krankenhäusern gehört. Die PIA vereint das fachärztliche Vorgehen der Psychiatrie mit der ambulanten Behandlung. In einer PIA sind unterschiedliche psychiatrische Ambulanzen gebündelt.

Patienten erhalten in der PIA eine ambulante psychiatrische Behandlung, wenn sie aufgrund der Schwere, Art oder Dauer ihrer Erkrankung in der vertragsärztlichen Versorgung nicht zufriedenstellend behandelt werden können. Ziel der psychiatrischen Behandlungsprogramme in der Ambulanz ist es, einen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie zu vermeiden oder zu verkürzen. Die Institutsambulanz weist zu diesem Zweck ein umfassendes Beratungs-, Diagnostik- und Therapiespektrum auf.

Das Team der psychiatrischen Institutsambulanz umfasst psychologisches, psychotherapeutisches, psychiatrisches, psychosomatisches sowie psychoanalytisches Fachpersonal - darunter Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter sowie medizinische Fachangestellte. Das gesamte Team kümmert sich einfühlsam und kompetent um alle psychisch Kranken, welche die Ambulanz aufsuchen.

Ursachen von Epilepsie

Für Hippokrates, den ‚Ahnvater aller Ärzte’, standen Ursachen und Heilung von Krankheit nicht unter dem unmittelbaren Einfluss der Götter, sondern waren in erster Linie naturgegeben. Dieses ‚aufklärerische’ Denken bestimmte die griechische, römische und byzantinische Antike und wurde auch für die persisch-arabischen Ärzte rationale Basis. Diese wiederum waren es dann in erster Linie, die das europäische Mittelalter mit diesem hippokratischen Denken beeinflussten.

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Behandlungsmethoden in der Psychiatrischen Institutsambulanz

Auch eine ambulante Behandlung in der Psychiatrie ermöglicht eine umfassende Beratung, Diagnostik und Therapie für psychisch kranke Menschen. Zu den Leistungs- und Therapieangeboten gehören:

  • Ärztliche und psychologische Diagnostik
  • Individuelle Therapieplanung
  • Gezielte medikamentöse Behandlung und Verlaufskontrolle der Therapie
  • Individuell abgestimmte einzel- und/oder gruppentherapeutische Behandlungsprogramme
  • Begleitende psychologische Gespräche und Gesprächsgruppen
  • Therapeutische Dienste wie Ergotherapie, Musiktherapie oder Sport- und Bewegungstherapie

Besonders die Gespräche, die mit den Patienten geführt werden, sind sehr wichtig. Patienten von Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe können bei Bedarf die psychiatrischen Institutsambulanzen der Klinik Königshof sowie des Alexius/Josef Krankenhauses besuchen.

Spezialisierte Ambulanzen innerhalb der PIA

  • Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie: Zuständig für die Behandlung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Sie umfasst multiprofessionelle Teams mit Ärzten der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie, Psychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie Heilpädagogen und medizinischen Fachangestellten. Das Hauptaugenmerk liegt darin, Auffälligkeiten und Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und einzuordnen.
  • Allgemeinpsychiatrische Ambulanz: Hier werden Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen behandelt, oft mit chronischen oder chronisch-wiederkehrenden Verläufen. Ein Team aus Ärzten, Psychologen sowie Pflegekräften, Sozialarbeitern sowie medizinischen Fachangestellten kümmert sich um die Patienten. Zudem sind in den psychiatrischen Ambulanzen auch Sprechstunden für ausländische Mitbürger in der jeweiligen Muttersprache verfügbar.
  • Gerontopsychiatrische Ambulanz: In dieser Ambulanz werden psychisch kranke Patienten ab 55 Jahren behandelt. Besonders chronisch-wiederkehrende Krankheiten gehören zum Schwerpunkt. Das Leistungsangebot umfasst die Beratung, Diagnostik und Therapie der psychiatrischen Erkrankungen.
  • Privatambulanz: Privat krankenversicherte Patienten erleben eine umfassende Betreuung und Behandlung nach höchsten Standards.
  • Suchtambulanz: Hier kümmert man sich um die Behandlung von Störungen oder Erkrankungen im Rahmen des Konsums von Suchtmitteln. Das Ziel der Behandlung ist die Stabilisierung der Psyche der Betroffenen. Patienten sollen ihre Erkrankung zunächst verstehen, um die Abstinenz zu stärken, zu einer normalen Tagesstruktur zurückzukehren oder soziale Kontakte zu erneuern.
  • Traumaambulanz: Das Ziel der Traumaambulanz ist die frühzeitige Behandlung von Patienten, die eine massive Gewalt- oder Unfallerfahrung gemacht haben und dadurch an psychischen Störungen leiden. Ein erfahrenes fachärztliches sowie weiteres medizinisches Personal ermöglicht dabei die psychiatrische und psychologische Aufarbeitung in der Ambulanz.

Notfälle und Überweisung

Ein psychologischer oder psychiatrischer Notfall ist ein Zustand bei Patienten, der eine sofortige Handlung zur Abwendung von Lebensgefahr oder anderen schwerwiegenden Folgen erfordert. Akute psychiatrische Notfälle sind beispielsweise konkrete Suizidpläne bzw. -versuche. Die Untersuchung und Behandlung in der psychiatrischen Institutsambulanz sind in der Regel nur mit Überweisung möglich.

Für die Behandlung in der psychiatrischen Institutsambulanz müssen mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Es liegt mindestens eine psychiatrische Diagnose vor.
  • Es liegt ein Notfall oder eine akute Erkrankung vor, die unbehandelt einen stationären Aufenthalt zur Folge hätte.
  • Die psychische Erkrankung oder Störung besteht bereits seit sechs Monaten oder ist wiederkehrend (rezidiv).

Beispiele für psychische Erkrankungen

Schwere psychische Erkrankungen verlaufen oftmals chronisch oder chronisch-wiederkehrend. Einige Beispiele für psychische Erkrankungen sind:

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  • Schizophrenie: Eine psychische Störung, bei der Betroffene unter der Veränderung der Gedanken und der Wahrnehmung leiden. Die Erkrankung äußert sich in „unpassenden“ Verhaltensmustern oder affektiven Handlungen.
  • Bipolare Störung: Eine schwere und meist chronisch verlaufende psychische Erkrankung. Ihre Symptome zeigen sich in manischen und depressiven Stimmungsschwankungen.
  • Burnout: Betroffene leiden an einem andauernden körperlich wie emotionalen Erschöpfungszustand.
  • Angststörung: Patienten haben ein übersteigertes Ausmaß an Angst. Diese Form von psychischen Störungen kommt neben Depressionen am häufigsten vor.
  • Depression: Eine psychische Erkrankung, die sich vor allem durch eine anhaltende gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit äußert. Auch körperliche Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit sind möglich. In den meisten Fällen handelt es sich um eine chronische Erkrankung, deren Ursachen sich nicht vollständig beseitigen lassen. Die Behandlung erfolgt meist mit Einsatz antidepressiver Medikamente sowie der Durchführung einer Psychotherapie bzw.
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS): Zeichnet sich durch Impulsivität von Emotionen und Stimmungsschwankungen bzgl. der eigenen Identität und dem Umgang mit anderen Menschen aus. Die Erkrankung zeigt sich durch Stimmungs- und Gefühlsschwankungen sowie selbstschädigende Verhaltensweisen.
  • PTBS: Tritt auf als eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Erlebnis (Traumata wie Unfälle, Gewalterfahrungen, Krieg oder Naturgewalten). Betroffene erleben Angst und Schutzlosigkeit sowie Kontrollverlust. Zu den häufigsten Symptomen gehören das Wiedererleben des Traumas durch Flashbacks oder Träume, aber auch emotionale Gleichgültigkeit oder die Vermeidung bestimmter Situationen.
  • Psychosen: Bei dieser Art der psychischen Störung nehmen Patienten die Realität verändert wahr, meist ist der Zustand vorübergehend. Psychosen äußern sich z. B.

Der Heilige Valentin als Schutzpatron der Epilepsiekranken

Im christlichen Mittelalter erschöpfte sich die Behandlung von Krankheit und Behinderung keineswegs in der Verabreichung von (meist pflanzlichen) Heilmitteln und anderen medizinischen Maßnahmen. Die Kunst der Ärzte stand bei den Patienten und ihren Angehörigen keineswegs in hohem Ansehen. Andere Behandlungsstrategien rangierten in der allgemeinen Anerkennung oft vor den ärztlichen Bemühungen, insbesondere die Anrufung überirdischer Mächte.

Im Verlauf der Jahrhunderte waren von den notleidenden Gläubigen unterschiedliche christliche Heilige für unterschiedliche Krankheiten und Behinderungen als zuständig erachtet worden - es hatte sich gewissermaßen eine Spezialisierung unter den heiligen Helfern entwickelt (Patronat). Je schwerwiegender und gefährlicher eine Krankheit war, desto mehr Heilige waren als Patrone für sie zuständig.

Der wichtigste "Epilepsiespezialist" in der 40-köpfigen Patronatsschar war (zumindest im deutschsprachigen Raum) der Heilige Valentin - wahrscheinlich wegen seines Namens: ‚Valentin - fall net hin!’ Die Person dieses Heiligen historisch zu fassen, ist nicht ganz einfach - es gibt mehrere Heilige dieses Namens. Die beiden wichtigsten waren der Heilige Valentin von Terni und der Heilige Valentin von Rätien oder Passau.

Lukas Cranach d. Ä. hat sich in seinen Werken immer wieder der Person des Heiligen Bischofs Valentin von Terni und dessen Patronat über die Epilepsie zugewandt.

Ikonographische Darstellungen des Heiligen Valentin mit seinem Attribut, dem Anfallkranken, sind vor allem in Süddeutschland, der Ostschweiz, in Österreich und in Italien häufig anzutreffen. Aus medizinischem Blickwinkel betrachtet, ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Anfallsymptomatik gestaltet ist. Die jeweiligen Künstler mussten also zu ihrer Zeit Kenntnisse über verschiedene Anfallformen gehabt haben.

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Immer wieder finden sich in den Darstellungen auch Hinweise auf die soziale Situation des Anfallkranken, auf die beispielsweise seine Lokalisation und die künstlerische Ausfertigung im gesamten Bildkontext hinweisen können. Ein besonderes Augenmerk verdient auch die Bekleidung des dargestellten Anfallkranken. Nicht selten wird die "fallsüchtige Person" mit zerrissener Kleidung und/oder halbnackt gezeigt - ein auffallender Kontrast zu dem meist in prächtigem Ornat wiedergegebenen Bischof. Zerrissene oder (weitgehend) fehlende Kleidung ist in der Kunst des Mittelalters oft Hinweis auf den sozialen Status des so dargestellten Menschen.

Auch der Farbe der Bekleidung kommt nicht selten ein interessanter Aspekt zu: Häufig ist sie nämlich rot oder gelb. Solche "Signalfarben" sind gegen Dämonen gerichtet, sollen also die dargestellte Person vor Krankheitsdämonen schützen bzw. Schwarze Kleidung, der man ebenfalls nicht selten in solchen Darstellungen begegnet, ist Hinweis auf Schuld, Strafe, Buße. Der Kranke hat also Schuld auf sich geladen und wird zur Buße - so der mittelalterliche Glaube - mit der "fallenden Krankheit" bestraft.

Neben dem Heiligen Valentin wurden auch zahlreiche andere Heilige um Hilfe gegen diese gefürchtete Krankheit angerufen; so z. B. die Heilige Anastasia.

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