Epileptischer Anfall vs. Cluster-Kopfschmerzen: Unterschiede, Diagnose und Behandlung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, das viele Menschen betrifft. Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihren Ursachen, Symptomen und Behandlungen unterscheiden. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Unterschiede zwischen epileptischen Anfällen und Cluster-Kopfschmerzen, zwei Zuständen, die unterschiedliche Ursachen haben und unterschiedliche Ansätze zur Diagnose und Behandlung erfordern.

Kopfschmerzen: Eine Übersicht

Kopfschmerzen werden grob in primäre und sekundäre Kopfschmerzen eingeteilt. Primäre Kopfschmerzen treten ohne erkennbare Grunderkrankung auf, während sekundäre Kopfschmerzen durch eine andere Erkrankung verursacht werden. Zu den primären Kopfschmerzarten gehören Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen können durch eine Vielzahl von Erkrankungen verursacht werden, darunter Atemwegsinfektionen, Infektionen des zentralen Nervensystems, Schlaganfall, Subarachnoidalblutung und arterielle Hypertonie.

Primäre Kopfschmerzerkrankungen

Spannungskopfschmerz

Die genauen Ursachen von Spannungskopfschmerzen sind nicht bekannt, aber es wird angenommen, dass Stress und verspannte Nackenmuskeln eine Rolle spielen. Die Schmerzen können auch durch Veränderungen des Blutflusses oder der schmerzverarbeitenden Strukturen im Kopf bedingt sein. Spannungskopfschmerzen können chronisch oder vorübergehend auftreten und werden typischerweise als drückendes oder beengendes Gefühl auf beiden Seiten des Kopfes beschrieben.

Migräne

Migräne ist eine häufige Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle von mäßigen bis starken Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Schmerzen sind oft einseitig und pulsierend und können von Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Bei etwa 10-15 % der Migränepatienten treten vor den Kopfschmerzen Aura-Symptome auf, wie z. B. Sehstörungen. Migräneanfälle können mehrere Stunden bis Tage dauern und werden oft durch bestimmte Faktoren wie Stress, Hormonschwankungen oder bestimmte Lebensmittel ausgelöst. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und es gibt oft eine familiäre Vorbelastung.

Trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen (TAK)

TAK sind eine Gruppe von Kopfschmerzerkrankungen, die durch plötzliche, sehr starke einseitige Kopfschmerzen mit autonomen Symptomen wie Augentränen, Schwitzen und Unruhe gekennzeichnet sind. Die häufigste Form ist der Cluster-Kopfschmerz. Männer sind etwa dreimal häufiger betroffen als Frauen. Cluster-Kopfschmerzen sind periodische Kopfschmerzen mit täglichen Anfällen, die 15-180 Minuten anhalten, oft in der Nacht. Die Schmerzen sind stark und treten meist einseitig hinter einem Auge auf, begleitet von Symptomen wie einem roten/tränenden Auge, einer verstopften/laufenden Nase, Schwitzen und einem hängenden Augenlid.

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Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen

Sekundäre Kopfschmerzen werden durch eine andere Erkrankung verursacht. Einige häufige Ursachen sind:

  • Atemwegsinfektionen: Die meisten bakteriellen oder viralen Atemwegsinfektionen verursachen Kopfschmerzen, insbesondere bei Beteiligung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).
  • Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS): Virale/bakterielle Infektionen der Hirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) können Kopfschmerzen in Begleitung von Fieber, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
  • Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke (TIA): Kopfschmerzen können bei allen Arten von Schlaganfällen auftreten, am häufigsten bei einer Hirnblutung.
  • Subarachnoidalblutung: Eine Blutung zwischen den Hirnhäuten, die lebensgefährlich sein kann und sich durch plötzliche, heftige Kopfschmerzen äußert.
  • Riesenzellarteriitis (RZA): Eine Gefäßentzündung der großen Gefäße in Kopf, Nacken und Oberkörper, die dumpf-brennende Schmerzen im Schläfenbereich verursacht.
  • Akutes Glaukom: Eine seltene Erkrankung, die auf eine Abflussstörung der Flüssigkeit im Augapfel zurückgeht und den Augeninnendruck erhöht, was zu einseitigen Kopfschmerzen mit rotem und akut schmerzendem Auge, Sehminderung und Übelkeit führt.
  • Medikamentenbedingte Kopfschmerzen: Medikamente und Substanzen können Kopfschmerzen auslösen.
  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Ein Blutdruckanstieg kann Kopfschmerzen verursachen.
  • Weitere Ursachen: Gehirnerschütterung, Schädelverletzungen, Blutgerinnsel im Gehirn, Hirntumor, Flüssigkeitsmangel.

Epileptischer Anfall vs. Cluster-Kopfschmerzen: Die Unterschiede

Obwohl sowohl epileptische Anfälle als auch Cluster-Kopfschmerzen mit Kopfschmerzen einhergehen können, handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen.

Epileptische Anfälle

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Störung im Gehirn. Anfälle können eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Bewusstseinsverlust, Krämpfe, Muskelzuckungen und Gefühlsstörungen.

Ursachen: Epileptische Anfälle können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter genetische Veranlagung, Hirnverletzungen, Infektionen und Tumore. In vielen Fällen ist die Ursache jedoch unbekannt.

Symptome: Die Symptome eines epileptischen Anfalls variieren je nach Art des Anfalls und dem betroffenen Bereich des Gehirns. Einige häufige Symptome sind:

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  • Bewusstseinsverlust
  • Krämpfe
  • Muskelzuckungen
  • Gefühlsstörungen
  • Verhaltensänderungen
  • Verwirrtheit

Diagnose: Die Diagnose von Epilepsie basiert in der Regel auf der Anamnese des Patienten, einer neurologischen Untersuchung und einem Elektroenzephalogramm (EEG). Ein EEG ist ein Test, der die elektrische Aktivität des Gehirns misst. In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns erforderlich sein.

Behandlung: Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die häufigste Behandlung ist die Einnahme von Antiepileptika. In einigen Fällen kann auch eine Operation oder eine andere Behandlungsmethode erforderlich sein.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind eine seltene Art von Kopfschmerzen, die durch intensive, einseitige Schmerzen um das Auge oder die Schläfe gekennzeichnet sind. Die Schmerzen treten in Clustern auf, d. h. sie treten über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten täglich auf, gefolgt von schmerzfreien Perioden.

Ursachen: Die Ursachen von Cluster-Kopfschmerzen sind nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Störung im Hypothalamus, einem Bereich des Gehirns, der den Schlaf-Wach-Zyklus und andere Körperfunktionen reguliert, eine Rolle spielt.

Symptome: Die Symptome von Cluster-Kopfschmerzen sind:

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  • Intensive, einseitige Schmerzen um das Auge oder die Schläfe
  • Augentränen
  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Hängendes Augenlid
  • Pupillenverengung
  • Unruhe und Agitation

Diagnose: Die Diagnose von Cluster-Kopfschmerzen basiert in der Regel auf der Anamnese des Patienten und einer neurologischen Untersuchung. In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren erforderlich sein, um andere Ursachen der Kopfschmerzen auszuschließen.

Behandlung: Die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Akutbehandlungen umfassen die Inhalation von Sauerstoff und die Injektion von Triptanen. Vorbeugende Behandlungen umfassen die Einnahme von Medikamenten wie Verapamil, Lithium oder Kortikosteroiden. In einigen Fällen kann auch eine Operation erforderlich sein.

Tabelle: Vergleich von Epileptischen Anfällen und Cluster-Kopfschmerzen

MerkmalEpileptischer AnfallCluster-Kopfschmerz
DefinitionPlötzliche, unkontrollierte elektrische Störung im Gehirn.Intensive, einseitige Kopfschmerzen, die in Clustern auftreten.
UrsachenGenetische Veranlagung, Hirnverletzungen, Infektionen, Tumore, unbekannte Ursachen.Störung im Hypothalamus (vermutet).
SymptomeBewusstseinsverlust, Krämpfe, Muskelzuckungen, Gefühlsstörungen, Verhaltensänderungen, Verwirrtheit.Intensive, einseitige Schmerzen um das Auge oder die Schläfe, Augentränen, verstopfte oder laufende Nase, hängendes Augenlid, Pupillenverengung, Unruhe.
DiagnoseAnamnese, neurologische Untersuchung, EEG, CT, MRT.Anamnese, neurologische Untersuchung.
AkutbehandlungJe nach Anfallsart und Ursache, Anfallsunterbrechende MedikamenteSauerstoffinhalation, Triptane.
VorbeugungAntiepileptika.Verapamil, Lithium, Kortikosteroide.
HäufigkeitEpilepsie ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten.Cluster-Kopfschmerzen sind selten.
GeschlechterverteilungUngefähr gleich verteilt.Männer sind häufiger betroffen als Frauen (3:1).
SchmerzcharakteristikKopfschmerzen können prä-, post- oder iktal auftreten, oft migräneartig oder als Spannungskopfschmerz.Streng einseitiger, extrem heftiger Kopfschmerz, oft hinter dem Auge, mit autonomen Symptomen.
Verhaltensmuster während der AttackeKann zu motorischen Entäußerungen, lateralem Zungenbiss oder Bewusstseinsstörungen führen.Ausgeprägte Bewegungsunruhe und Agitation während der Schmerzattacken.

Warnzeichen und Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Es gibt bestimmte Warnzeichen, die darauf hindeuten, dass eine rasche ärztliche Untersuchung erforderlich ist. Dazu gehören:

  • Plötzlich auftretende, innerhalb von Minuten maximal ausgeprägte starke Kopfschmerzen (Donnerschlagkopfschmerz)
  • Kopfschmerzen, die von Funktionsstörungen (Taubheitsgefühl, Lähmungen), einem Krampfanfall, neuen Sehstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen begleitet werden
  • Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung
  • Kopfschmerzen, die durch Lagewechsel, bestimmte Bewegungen oder erhöhten Druck ausgelöst werden
  • Kopfschmerzen mit Fieber > 38,5 °C
  • Kopfschmerzen mit Hautausschlägen, Bläschen oder Schmerzen im Gesicht
  • Allmählich zunehmende (neu aufgetretene) Kopfschmerzen
  • Neue oder stärkere Kopfschmerzen bei bekannter Krebserkrankung, geschwächter Immunabwehr oder mit Erbrechen
  • Akut entstandene Kopfschmerzen einer Art oder Stärke, die Sie zuvor noch nicht hatten, oder Kopfschmerzen, die sich in ihrer Art ändern
  • Kopfweh bei kleinen Kindern

Diagnose von Kopfschmerzen

Um die Ursache von Kopfschmerzen zu ermitteln, wird der Arzt Fragen zu den Kopfschmerzen stellen, z. B. seit wann, wie oft und wo sie auftreten, wie stark sie sind und welchen Charakter sie haben. Er wird auch nach Begleitsymptomen, auslösenden Faktoren, Vor- und Grunderkrankungen, bisherigen Kopfschmerzbehandlungen, der Einnahme von Medikamenten oder Drogen, vorhandenen Verwandten mit Kopfschmerzen und neurologischen Erkrankungen sowie möglichen funktionellen und psychosozialen Auswirkungen der Kopfschmerzen fragen.

Es kann auch erforderlich sein, einen Kopfschmerzkalender oder Kopfschmerzfragebogen auszufüllen. Darüber hinaus wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen, um allgemeine Krankheitszeichen, Fieber und Symptome und Beschwerden an Kopf, Augen, Hals-Nase-Ohren und Nebenhöhlen zu untersuchen. Es werden auch die Kiefergelenke, Zähne und die Kaumuskulatur untersucht. Wichtige Untersuchungen betreffen die Nackenmuskulatur und die Beweglichkeit des Nackens. Die Symmetrie der Beweglichkeit und Mimik beim Sprechen sowie der Muskelkraft in den oberen und unteren Extremitäten wird überprüft. Neurologische Ausfälle sind die wichtigsten Leitsymptome einer Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Dazu werden auch die Reflexe und das normale Stehen und Gehen getestet.

In einigen Fällen können auch Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren erforderlich sein.

Behandlung von Kopfschmerzen

Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit der jeweiligen Kopfschmerzerkrankung. Da Kopfschmerzen Angst auslösen können, wird die Diagnose der Kopfschmerzerkrankung und ggf. der Ausschluss anderer Ursachen besprochen.

Kopfschmerzen sind in den meisten Fällen eine ungefährliche Erkrankung, die effektiv mit leichten Schmerzmitteln gelindert werden kann.

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