Fachärzte für Parkinson-Krankheit in Halle (Saale): Ein umfassender Überblick

Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Sie äußert sich durch Symptome wie Zittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Haltungsinstabilität. Eine frühzeitige Diagnose und eine umfassende Behandlung durch spezialisierte Fachärzte sind entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Versorgungssituation für Parkinson-Patienten in Halle (Saale) und Umgebung.

Die Parkinson-Krankheit: Eine Einführung

Die Neurologie ist die Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems. Dazu gehören das Zentralnervensystem, also Gehirn und Rückenmark, seine Umgebungsstrukturen und Blutgefäße sowie das periphere Nervensystem einschließlich der Verbindungsstrukturen und der Muskulatur. Morbus Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft vor allem ältere Menschen. Die Erkrankung ist durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungen.

Symptome und Diagnose

Die Hauptsymptome von Morbus Parkinson sind:

  • Tremor: Zittern, meist in Ruhe, das vor allem Hände und Arme betrifft.
  • Rigor: Muskelsteifigkeit, die zu Bewegungseinschränkungen führt.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen, die alltägliche Aufgaben erschwert.
  • Posturale Instabilität: Haltungsinstabilität, die das Risiko von Stürzen erhöht.

Zusätzlich zu diesen motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome auftreten, wie z.B. Depressionen, Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und Verdauungsprobleme.

Die Diagnose von Morbus Parkinson wird in der Regel anhand der klinischen Symptome gestellt. Eine neurologische Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Verfahren (z.B. MRT) können helfen, andere Erkrankungen auszuschließen.

Lesen Sie auch: Überblick: Facharztausbildung Neurochirurgie

Fachärztliche Versorgung in Halle (Saale)

In Halle (Saale) gibt es verschiedene Kliniken und Fachärzte, die sich auf die Behandlung von Morbus Parkinson spezialisiert haben.

Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau

Das Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau verfügt über eine Klinik für Neurologie, die Bestandteil des Zentrums für Innere Medizin ist. Die Klinik bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von neurologischen Erkrankungen, einschließlich Morbus Parkinson.

Neurologische Klinik: Die Klinik für Neurologie ist Bestandteil des Zentrums für Innere Medizin und verfügt über Betten auf der neurologischen Normalstation (Station 0.1.) sowie über Betten auf der Stroke Unit (Station 1.1) mit Überwachungsmöglichkeiten auf hohem medizintechnischem Niveau für überwachungspflichtige Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Schlaganfallbehandlung: Die Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten erfolgt auf der Stroke Unit, eingebettet in ein multiprofessionelles Behandlungsteam. So werden neben der Akutbehandlung, zu der auch die systemische Thrombolyse zählt, operative und Katheterverfahren zur Behandlung von Verengungen (Stenosen) der hirnversorgenden Halsschlagadern angeboten. Im Rahmen von gemeinsamen Gefäßkonferenzen wird somit individuell abgestimmt und die für den jeweiligen Patienten optimale Therapieentscheidung getroffen. Schlaganfallpatienten, die im Rahmen des angebotenen Spektrums vor Ort nicht weiterbehandelt werden können (akute neurochirurgische oder neuroradiologische Interventionen), werden in die nächstgelegenen kooperierenden Zentren, z. B.

Diagnostik: Zur Diagnostik steht eine moderne neurologische Funktionsdiagnostik mit umfangreichen Möglichkeiten der elektrophysiologischen und sonographischen Diagnostik zur Verfügung. Darüber hinaus können sämtliche im Klinikum bereits vorhandenen radiologischen Untersuchungstechniken genutzt werden.

Lesen Sie auch: Umfassende MS-Versorgung

Team: Zum Team der Klinik für Neurologie gehörenneben Ärzten und Pflegenden zwei Medizinisch-Technische Funktionsassistentinnen, spezialisierte Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden.

Chefarzt: Chefarzt Dr. Carsten Hobohm ist ein ausgewiesener Spezialist in seinem Fachgebiet.

Das Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau bietet zudem verschiedene Services und Ausstattungen, die für Parkinson-Patienten relevant sein können:

  • Zimmerausstattung: Einzelzimmer und Zweibettzimmer mit eigenem Bad (je nach Verfügbarkeit für Privatpatienten oder als Wahlleistung).
  • Barrierefreiheit: Zimmerausstattung mit rollstuhlgerechten Sanitäranlagen, rollstuhlgerechter Zugang zu Serviceeinrichtungen.
  • Service für Patienten aus dem Ausland: Dolmetscherdienst (bei Bedarf durch die Stationsleitung angefordert), fremdsprachiges Personal (Übersicht im Haus vorhanden).

Weitere Anlaufstellen

Neben dem Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau gibt es in Halle (Saale) und Umgebung weitere Fachärzte und Kliniken, die sich auf die Behandlung von Morbus Parkinson spezialisiert haben. Es empfiehlt sich, eine umfassende Recherche durchzuführen und sich gegebenenfalls von einem Hausarzt oder Neurologen beraten zu lassen, um die passende Versorgung zu finden.

Therapieansätze bei Morbus Parkinson

Die Behandlung von Morbus Parkinson zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden können:

Lesen Sie auch: Vogtland: Spezialisten für Neurologie & Psychiatrie

  • Medikamentöse Therapie: Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen oder die Wirkung von Dopamin verstärken, sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit zu verbessern, Muskelsteifigkeit zu reduzieren und das Gleichgewicht zu trainieren.
  • Ergotherapie: Ergotherapie unterstützt die Patienten dabei, alltägliche Aufgaben selbstständiger zu bewältigen und ihre Lebensqualität zu erhalten. Ergotherapie in der Geriatriefür ältere Menschen mit:neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose,dementielle Erkrankungen (M.Alzheimer, vaskuläre Demenz …)‚ degenerative und rheumatische Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, Zustand noch Frakturen, Amputationen und Tumorentfernung … Ergotherapie in der NeurologieWer wird ergotherapeutisch behandelt?Menschen mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems, des Rückenmarkes und der peripheren Nerven wie z.B.:Apoplektischer InsultSchädelhirntraumaRückenmarksläsionen…
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, Sprach- und Schluckstörungen zu behandeln, die bei Parkinson-Patienten auftreten können.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): Bei Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirkt, kann eine tiefe Hirnstimulation in Erwägung gezogen werden. Dabei werden Elektroden in bestimmte Hirnbereiche implantiert, die elektrische Impulse abgeben und so die Symptome lindern können.
  • Weitere Therapien: Zusätzlich zu den genannten Therapien können auch andere Ansätze wie z.B. Musiktherapie, Kunsttherapie oder Entspannungstechniken hilfreich sein.

Delir: Eine wichtige Begleiterkrankung

Besonders bei älteren Menschen mit Morbus Parkinson kann es zu einem Delir kommen, einem plötzlich auftretenden Verwirrtheitszustand. Ein Delir ist ein Zustand der Verwirrung, der plötzlich auftritt und Stunden oder Wochen andauert. Wenn Ihr Angehöriger ins Delir verfällt, bedeutet das, dass er/sie nicht mehr klar denken kann, nicht mehr aufmerksam ist und seine Umgebung nicht mehr richtig wahrnimmt. Manchmal werden Ausdrücke wie "veränderter Geisteszustand" oder "Durchgangssyndrom" verwendet, aber der genaue medizinische Begriff ist Delir.

Ursachen: Ein Delir kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wie z.B. Infektionen, Medikamente, Operationen oder Stoffwechselstörungen.

Symptome: Die Symptome eines Delirs können vielfältig sein und umfassen Verwirrtheit, Desorientierung, Halluzinationen, Unruhe, Angst und Schlafstörungen.

Behandlung: Die Behandlung eines Delirs zielt darauf ab, die Ursache zu beseitigen und die Symptome zu lindern. Es ist wichtig, dass ein Delir frühzeitig erkannt und behandelt wird, da es zu langfristigen Einschränkungen des Gedächtnisses und der Selbstständigkeit im Alltag führen kann.

Fallbeispiele:

  • Fall 1: Inge F. hatte ihren Ehemann (74) zur geplanten Knieoperation in die Klinik gebracht. Beim ersten Krankenbesuch bemerkte sie sofort: „Irgendetwas stimmt nicht; ihr Mann ist anders als sonst.“ Ihr Mann war unruhig, nestelte nervös an dem Verband und war gereizt.
  • Fall 2: Herr W. (73) hat seit 6 Jahren einen Morbus Parkinson und ist wegen Schmerzen im Rücken im Alltag weniger mobil. Nach einem fieberhaften Infekt wird er nachts unruhig, schläft schlecht und sieht ungewöhnliche Muster in den Bäumen. Tagsüber geht es ihm besser, doch in der nächsten Nacht ist er aggressiv, schreit und will die Wohnung verlassen. Dabei kommt es zum Sturz und der Notarzt nimmt ihn mit ins Krankenhaus.

Unterstützung und Selbsthilfe

Neben der medizinischen Behandlung ist auch die Unterstützung durch Angehörige, Freunde und Selbsthilfegruppen wichtig für Parkinson-Patienten. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und Informationen zu erhalten.

tags: #facharzte #fur #patienten #mit #parkinson #morbus