Fußball ist mehr als nur ein Spiel. Es ist Leidenschaft, Emotion und für viele Menschen ein wichtiger Teil ihres Lebens. Doch die Aufregung während eines spannenden Spiels, insbesondere wenn es "um die Wurst" geht, kann auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Neben dem emotionalen Stress, der Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann, gibt es auch andere Faktoren, die im Zusammenhang mit Fußball und Sport allgemein ein Schlaganfallrisiko darstellen können.
Stress und Herz-Kreislauf-Risiken beim Fußballfieber
Dr. Bernhard Walter, ein passionierter Fußballfan und Dauerkarteninhaber des SC Freiburg, betont, dass nicht nur sportliche Betätigung, sondern auch psychische Belastung den Blutdruck beträchtlich ansteigen lassen kann. Stress zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im schlimmsten Fall kann er auf längere Sicht zu Herzschwäche, akut aber auch zu Herzrhythmusstörungen, einem Herzinfarkt oder Herzversagen führen. „Es gibt Studien, die eine erhöhte Herzinfarktrate während Fußballweltmeisterschaften belegen“, so Walter.
Der Körper reagiert auf Stress mit der Ausschüttung von Endorphinen, die Glücksgefühle auslösen können. Bleibt jedoch eine Entspannungsphase im Anschluss aus, entsteht ungesunder Dauerstress. Walter rät daher, die Situation von außen zu betrachten und emotionale Distanz zu schaffen, um Stress beim Fußballfieber zu reduzieren. Alternativ empfiehlt er, den Fernseher abzuschalten und sich einer entspannenden Alternative zuzuwenden.
Schlaganfall: Ursachen, Risikofaktoren und Prävention
Ein Schlaganfall entsteht, wenn die Blutzufuhr in einem Gefäß des Gehirns unterbrochen wird und nicht versorgtes Gehirngewebe abstirbt. Weltweit leben 101 Millionen Menschen mit den Folgen eines Schlaganfalls, und er ist die zweithäufigste Todesursache. Die Zahlen der Schlaganfall-Betroffenen sind in den letzten Jahren alarmierend gestiegen.
Forscher haben Ernährungsgewohnheiten als mögliche Ursachen für die Zunahme von Schlaganfällen untersucht. Dabei wurden Daten aus 204 Ländern und Regionen von 1990 bis 2021 gesammelt. Zu viel Zucker schädigt Organe und begünstigt Übergewicht und Diabetes. Auch ein Mangel an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren könnte ein Faktor sein. Weitere entscheidende Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, fettreiche Ernährung, Bluthochdruck, Übergewicht und Rauchen.
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Regionale Unterschiede in der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit
Eine Untersuchung im European Heart Journal (2015) ergab, dass die kardiovaskuläre Mortalität in einigen Ländern Osteuropas bei Frauen vier- und bei Männern sogar fünfmal höher ist als in Westeuropa. Obwohl die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit in vielen Ländern Europas gesunken ist, sterben noch immer ein großer Teil der Bevölkerung an diesen Erkrankungen. Es gibt jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den Ländern.
Die meisten Herz-Kreislauf-Todesfälle treten im hohen Alter auf, jedoch sterben jährlich viele Menschen vor dem 75. oder sogar 65. Lebensjahr einen Herz-Kreislauf-Tod. Auch bei den frühen Todesfällen gibt es einen Unterschied zwischen West- und Osteuropa.
Atherosklerose und CHIP als Risikofaktoren
Arteriosklerose ist die weltweit häufigste Erkrankung der Arterien, von der allein in Deutschland schätzungsweise rund vier Millionen Menschen betroffen sind. Eine Form der Arteriosklerose ist die Atherosklerose, bei der sich Ablagerungen in den Arterien bilden. Ursachen für diese Ablagerungen sind Bluthochdruck, Übergewicht, zu hohe Blutfettwerte, Diabetes, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress, Rauchen, Alkohol und genetische Faktoren.
Forscher aus Spanien haben einen weiteren Risikofaktor für Atherosklerose untersucht: Mutationen in den Blutzellen, die als kolonale Hämatopoese (CHIP) bezeichnet werden. Die Wahrscheinlichkeit für solche Mutationen steigt mit zunehmendem Alter. Studien bringen CHIP in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Studie aus Spanien bestätigte, dass CHIP Atherosklerose begünstigt. Demnach haben Menschen mit CHIP-Mutationen ein höheres Risiko, Atherosklerose zu entwickeln.
Stefanie Dimmeler vom Institut für kardiovaskuläre Regeneration in Frankfurt am Main betont, dass CHIP ein bisher unbekannter zusätzlicher Risikofaktor sein könnte und in der Prävention eine bedeutende Rolle spielen könnte. Kardiologe Moritz von Scheidt betont, wie wichtig es ist, CHIP rechtzeitig zu erkennen, um Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen. Denkbar wäre ein Screening in Risikogruppen, insbesondere bei älteren Patienten oder solchen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen.
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Bewegung und Sport: Segen und Fluch?
Bisher galt Ausdauersport als besonders gesund - gerade auch für das Gehirn. Doch neue Ergebnisse zeigen, dass bei sehr hoher Belastung möglicherweise auch Risiken bestehen. Forscher der Universität des Baskenlandes (Spanien) haben entdeckt, dass bei extremer körperlicher Belastung eine wichtige Schutzsubstanz im Gehirn abnimmt: das sogenannte Myelin. Diese Substanz umhüllt die Nervenfasern und ist entscheidend für die schnelle Weiterleitung von Informationen im Gehirn.
MRT-Aufnahmen von Läufern vor und nach einem Marathon zeigten, dass das Myelin in bestimmten Bereichen des Gehirns reduziert war. Der Grund liegt in der Energieversorgung des Körpers: Bei langanhaltender Belastung werden auch Lipide aus dem Gehirn "verbrannt", da Myelin zu einem großen Teil aus Lipiden besteht. Nach etwa zwei Monaten regenerierte sich das Myelin wieder. Es bleibt jedoch die Frage, welche Auswirkungen wiederholte Schwankungen auf lange Sicht haben könnten.
Trotz dieser Erkenntnisse ist Bewegungsmangel ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Spanische Forscher haben herausgefunden, dass COPD-Patienten, die dreimal wöchentlich einen Spaziergang von drei bis sechs Kilometern machen, seltener ins Krankenhaus müssen als Bewegungsmuffel.
Schlaganfall bei Fußballern: Einzelfälle und Ursachen
Der frühere Flügelspieler von Real Madrid, Royston Drenthe, wurde nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert. Der FC De Rebellen, zu dem Drenthe gehört, teilte mit, dass der Ex-Spieler einen Schlaganfall erlitten hat. Auch der Fußballprofi Felipe Lopes vom VfL Wolfsburg erlitt mit 26 Jahren einen Schlaganfall aufgrund einer Durchblutungsstörung im Gehirn.
Dr. Holger Poppert, Oberarzt der Klinik für Neurologie des Klinikums Rechts der Isar, erklärt, dass eine Durchblutungsstörung im Gehirn, ob winzig oder größer, ein Schlaganfall ist. Generell wird ein Patient, der einen leichten Schlaganfall erlitten hat, einem Risiko-Check unterzogen, um die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls zu testen.
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