Hirntumoren sind Geschwülste im Gehirngewebe oder den Hirnhäuten, die gut- oder bösartig sein können. Glücklicherweise sind sie selten, aber dennoch sehr gefährlich. Sie machen etwa 2 Prozent aller Krebserkrankungen aus und sind damit im Vergleich zu Krebsarten wie Brust-, Prostata- oder Darmkrebs relativ selten. In Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise knapp 7000 Menschen neu an einem Hirntumor, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Hirntumoren können in jedem Alter auftreten, werden aber häufiger bei Menschen zwischen 50 und 70 Jahren beobachtet.
Vielfalt der Hirntumoren
Eine Besonderheit von Hirntumoren ist ihre außerordentlich große Vielfalt. Bislang sind etwa 130 verschiedene Tumorarten des zentralen Nervensystems (ZNS) bekannt, und diese Einteilung scheint noch nicht auszureichen. Hirntumoren können gutartig (abgegrenzt, langsam) oder bösartig (infiltrierend, schnell) wachsen. Die klinischen Symptome variieren je nach Lage des Tumors.
Eine weitere, wissenschaftlich noch nicht verstandene Eigenheit von Hirntumoren ist, dass sie selten Metastasen in anderen Organen verursachen. Selbst sehr bösartige Tumoren wie das Glioblastom oder das Medulloblastom bleiben meist auf das Gehirn beschränkt. Nur selten kommt es durch die Ausbreitung einzelner Tumorzellen über das Hirnwasser zu neuen Tumoren an entfernteren Orten innerhalb des ZNS.
Etwa 30 bis 40 Prozent aller Hirntumoren entstehen als Metastasen anderer Tumoren. Dabei gelangen einzelne Tumorzellen mit der Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) ins Gehirn und siedeln sich dort an. Bei Männern stammen die Metastasen vor allem von Lungenkrebs, bei Frauen häufig von Brustkrebs. Ebenso wie die primären Hirntumoren machen sich die Metastasen durch plötzlich auftretende neurologische Symptome oder einen epileptischen Anfall bemerkbar. Dann ist häufig nicht mehr der Primärtumor, sondern der Gehirnbefall ausschlaggebend für die Überlebenszeit des Patienten. Die Prognose verschlechtert sich durch eine Gehirnmetastase dramatisch.
Ursachen und Risikofaktoren
Bei der Ursachenforschung tappen die Wissenschaftler noch weitgehend im Dunkeln. Es sind kaum Faktoren bekannt, die die Entstehung von Hirntumoren begünstigen. Weder die Ernährung noch Rauchen, Alkoholkonsum oder Stress spielen eine Rolle. Ein leicht erhöhtes Risiko ist lediglich für Patienten bekannt, die aufgrund anderer Erkrankungen, zum Beispiel einer akuten Leukämie, einer direkten radioaktiven Bestrahlung des Nervensystems ausgesetzt werden. Etwas häufiger zeigen auch Patienten mit bestimmten Erbkrankheiten einen primären ZNS-Tumor.
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Allerdings gibt es eine Reihe von Faktoren, die das Risiko erhöhen, an einem Glioblastom zu erkranken:
- Ionisierende Strahlen: Als gesichert gilt der schädigende Einfluss ionisierender Strahlen - etwa im Rahmen einer Strahlentherapie. Die therapeutische Bestrahlung eines anderen Tumors verursacht dann ein Glioblastom im Nachgang. In diesen Fällen geschieht das ungefähr sieben bis neun Jahre nach einer erfolgten Strahlentherapie eines Hirntumors.
- Erbliche Krankheitsbilder: Glioblastome treten meist sporadisch auf, das heißt, sie sind in den meisten Fällen nicht vererbbar. Allerdings gibt es eine Reihe genetischer Erkrankungen, bei denen generell Hirntumore häufiger entstehen:
- Neurofibromatose (NF): seltene, erbliche Erkrankung, die mit gutartigen Tumoren im Nervensystem einhergeht
- Tuberöse Sklerose (auch Morbus Bournville-Pringle): Erbkrankheit, die mit Fehlbildungen und Tumoren des Gehirns einhergeht, häufig zusammen mit Hautveränderungen und gutartigen Tumoren anderer Organsysteme
- Turcot-Syndrom: Erbkrankheit, die mit einer Vielzahl von Polypen im Darm einhergeht
- Lynch-Syndrom: führt zu einer erblich bedingten Häufung von Krebserkrankungen der Verdauungsorgane
- Li-Fraumeni-Syndrom: sehr seltene Erkrankung, die durch eine Keimbahnmutation eines Tumorsuppressor-Gens entsteht; tritt bereits im frühen Lebensalter auf und geht mit einer Reihe verschiedenster Tumore einher
- Radiofrequenzfelder: Bislang besteht noch kein eindeutig belegter Zusammenhang zwischen der Entstehung allgemein von Gliazell-Tumoren (Gliome) und einwirkender Radiofrequenzstrahlung, wie sie etwa in der mobilen Kommunikation (mobile Telefone, Antennen des Mobilfunknetzes etc.) Verwendung findet.
Zelltypen und Tumorarten
Prinzipiell können sich aus allen Zellpopulationen im Gehirn Tumoren entwickeln. Die Nervenzellen selbst, die Neuronen, bilden allerdings nur sehr selten Tumoren. Vermutlich, weil sie sich im ausgereiften Hirngewebe in der Regel nicht mehr teilen.
- Meningeome: Geht die Tumorbildung von Zellen der Hirnhäute aus, spricht man von Meningeomen. Diese Tumoren stellen die zweithäufigste Gruppe der primären Gehirntumoren nach den Gliomen dar.
- Plexuspapillome und Plexuskarzinome: Werden Plexusepithelzellen als Ursprungszellen ausgemacht, handelt es sich um Plexuspapillome (eher gutartig) oder Plexuskarzinome (bösartig).
- Neurinome oder Schwannome: Als Neurinome oder Schwannome bezeichnet man Tumoren der Hirnnerven und Rückenmarkswurzeln.
- Gliome: Die Mehrzahl der Hirntumoren (60 Prozent) entsteht jedoch aus den Stützzellen, den Gliazellen. Diese Tumoren werden als Gliome zusammengefasst. Es gibt auch Mischgliome aus astrozytären und oligodendroglialen Tumorzellen.
Über 20 Prozent aller im Kindesalter auftretenden Krebserkrankungen sind Gehirntumoren. Im Gegensatz zu Erwachsenen entwickeln sich hier insbesondere gutartige Gliome oder bösartige Medulloblastome des Kleinhirns. Bei den gutartigen Tumoren handelt es sich vor allem um das pilozytische Astrozytom. Dieser Tumor wächst langsam und relativ gut abgegrenzt, oft im Bereich der vorderen Sehbahn, des Hypothalamus oder im Kleinhirn. Sofern möglich wird er operativ entfernt und gilt damit häufig als geheilt. Unter den bösartigen Gehirntumoren im Kindesalter dominiert das Medulloblastom des Kleinhirns (WHO-Grad IV). Unter diesem Begriff fassen die Ärzte mehrere, molekularbiologisch sehr unterschiedliche Tumoren zusammen. Die Behandlung umfasst die Operation mit nachfolgender Chemo- und Strahlentherapie.
Das Glioblastom gilt als der häufigste und aggressivste Tumor bei Erwachsenen. Er entwickelt sich vor allem im Großhirn und gilt aus verschiedenen Gründen als besonders bösartig. Er wächst sehr rasch und invasiv in angrenzendes gesundes Gewebe und ist daher schwer zu operieren. Ein weiteres Problem: Einzelne Glioblastom-Zellen wandern früh in der Entstehung weit in gesunde Gehirnareale hinein, teilen sich zunächst nicht und bleiben so von Chemotherapie oder Bestrahlung unbehelligt. Nach der Operation kommt es daher häufig innerhalb weniger Monate zu einer neuerlichen Tumorbildung. Die Prognose der Patienten ist dementsprechend schlecht. Selbst unter einer intensiven Therapie führen Glioblastome meist innerhalb eines Jahres zum Tod.
Diagnostik
Die verschiedenen Tumorarten wachsen sehr unterschiedlich: schnell, langsam, abgegrenzt oder infiltrierend. Und sie sprechen verschieden gut auf die Behandlung an. Um das festzustellen, muss der Arzt etwas Tumormaterial entnehmen, entweder während einer offenen Operation oder mittels Biopsie. Anschließend begutachtet ein möglichst erfahrener Neuropathologe die Herkunft der Zellen und stellt die genaue Diagnose anhand der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen »Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems«.
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Zur bildlichen Abklärung von Hirntumoren wird vor allem die Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels eingesetzt. Ist eine MRT nicht möglich, führt der Arzt eine Computertomografie (CT) durch.
Weitere Untersuchungen, die bei der Diagnose von Hirntumoren durchgeführt werden können, sind:
- Anamnese: Der Arzt erkundigt sich nach den Symptomen, dem zeitlichen Verlauf sowie nach eventuellen Grund- oder Vorerkrankungen.
- Neurologische Untersuchung: Der Arzt achtet auf neurologische Ausfallerscheinungen. Im weiteren Verlauf führt er zudem eine Kombination unterschiedlicher neuropsychologischer Einzeltests durch.
- Mini-Mental-Status-Test (MMST): Der MMST ist ein kombinierter Test, der aus Handlungsaufgaben und einem Fragenkatalog besteht.
- Montreal Cognitive Assessment (MoCa): Der MoCa ist ebenfalls ein geeigneter Test, um Defizite durch die Hirntumorerkrankung abzuschätzen.
- Positronen-Emissions-Tomografie (PET): Das PET-Verfahren macht Bereiche des Gehirns mit einer erhöhten Stoffwechselrate - wie sie für Hirntumoren charakteristisch ist - sichtbar.
- Biopsie: Wenn ein Hirntumor gut zugänglich ist, entfernen ihn Ärzte operativ (Resektion). Unter Umständen ist dies nicht möglich, etwa wenn der Betroffene ohnehin stark geschwächt ist. Dann entnehmen die Ärzte gezielt eine Gewebeprobe (stereotaktische Biopsie).
WHO-Graduierung
Der WHO-Grad gibt Auskunft über die Gut- oder Bösartigkeit eines Hirntumors:
- WHO-Grad I: Gutartiges, langsames Tumorwachstum und eine sehr gute Prognose.
- WHO-Grad II: Noch gutartig, aber erhöhte Neigung zu wiederholtem Auftreten; der Übergang in bösartige Tumoren ist möglich.
- WHO-Grad III: Bereits bösartig; nach der Operation sind Strahlen- und/oder Chemotherapie notwendig.
- WHO-Grad IV: Sehr bösartiges, rasches Tumorwachstum. Nach der Operation sind Strahlen- und/oder Chemotherapie notwendig; die Patienten haben eine schlechte Prognose.
Behandlung
Therapeutisch steht - bei Erwachsenen wie bei Kindern - die operative Entfernung des Tumors an erster Stelle. Anschließend folgen in der Regel eine Strahlentherapie sowie zusätzlich eine Chemotherapie. Für Letztere wird mittlerweile häufig Temozolomid eingesetzt, da es sich als besser verträglich erwiesen hat als beispielsweise die Nitrosoharnstoffe wie Carmustin (BCNU), Lomustin (CCNU) und Nimustin (ACNU).
Parallel zu den gängigen Therapieschemata werden neuere Ansätze in Studien getestet. Dazu zählt etwa der monoklonale VEGF-Antikörper Bevacizumab. Der Angiogenesehemmer soll den Tumor quasi »aushungern«, indem er die Neubildung von Blutgefäßen unterdrückt.
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Im Einzelfall hängt die Behandlung von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Alter des Patienten sowie der Tumorart und dessen molekularbiologischen Eigenschaften. So ist eine Chemotherapie etwa beim diffusen Astrozytom nicht indiziert. Fachleute diskutieren derzeit über die Bedeutung eines Biomarkers (Methylierung des Promotors des O6-Methylguanyltransferase (MGMT)-Gens) als prädiktiver Marker bei älteren Glioblastom-Patienten. Generell leben die Patienten mit MGMT-Promotor-Methylierung deutlich länger, wenn sie zusätzlich zur Strahlentherapie mit Temozolomid behandelt werden.
Insgesamt sprechen Hirntumorzellen sehr unterschiedlich auf die Therapien an. Während sich etwa anaplastische Oligodendrogliome häufig auch langfristig gut in Schach halten lassen, erweisen sich Glioblastome meist als therapieresistent.
Supportive Therapie
Der Gehirntumor selbst oder Nebenwirkungen einer Therapie können Beschwerden auslösen. Ziel einer supportiven Therapie ist es, solche Beschwerden zu lindern. Sie kann Beschwerden, die durch die Krebserkrankung selbst und/oder die Behandlung entstehen, lindern oder vorbeugen.
Bei erhöhtem Hirndruck werden hoch dosierte Corticosteroide und gegebenenfalls Osmotherapeutika (Mannit, Glycerin) eingesetzt. Bei starken Schmerzen sind mittelstarke und starke Opioide angeraten.
Weil man den aggressiv wachsenden Glioblastomen bislang kaum etwas entgegensetzen kann, werden sie mit modernen molekularbiologischen Methoden näher analysiert. Auch an anderen Zentren wird intensiv an neuen Therapiemöglichkeiten geforscht. So testet man am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) in Tübingen die Wirkung von Mistelextrakten auf Gliomzellen. Ebenfalls am HIH versucht man, speziell konstruierte Adenoviren im Kampf gegen Tumorzellen einzusetzen. Etwas hoffnungsvoller stimmen Versuche, gegen das Glioblastom zu impfen.
Symptome
Welche Beschwerden ein Patient mit Gehirntumor hat, hängt von der Größe und Lage des Tumors ab. Betroffene können unterschiedliche Therapien erhalten: eine Operation, eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie, je nach Erkrankungssituation auch zielgerichtete Medikamente.
Die häufigsten Symptome sind:
- Kopfschmerzen: Vor allem nachts und am frühen Morgen, da sie sich im Liegen verstärken. Innerhalb weniger Tage oder Wochen werden die Schmerzen heftiger.
- Übelkeit und Erbrechen: Eine weitere Folge des erhöhten Hirndrucks sind Übelkeit und schwallartiges Erbrechen, die häufig zeitgleich mit den Kopfschmerzen auftreten und ebenfalls innerhalb kurzer Zeit stärker werden. Typisch ist vor allem Übelkeit auf nüchternem Magen.
- Lähmungserscheinungen: Je nachdem, in welchem Gehirnareal sich der Tumor befindet, kann es zu Muskelschwäche oder sogar Lähmungserscheinungen in den Armen, Beinen oder anderen Regionen kommen.
- Sehstörungen: Insbesondere bei dem sogenannten Hypophysenadenom kann es zu Sehstörungen kommen: Die gutartige Geschwulst wächst in der Hirnanhangdrüse. Überschreitet sie eine gewisse Größe, kann sie auf den Sehnerv drücken und Beschwerden wie einen Gesichtsfeldausfall oder Doppelbilder auslösen.
- Hormonelle Störungen: Ein Hypophysenadenom kann zusätzlich mit hormonellen Störungen einhergehen. Denn diese Form des Hirntumors zeichnet sich durch eine Überproduktion von Hormonen aus. Das führt bei Männern zum Beispiel zu Funktionsstörungen der Hoden, bei Frauen kommt es zu Zyklusstörungen und einem krankhaften Milchfluss aus den Brüsten (Galaktorrhoe).
- Schwerhörigkeit: Schwerhörigkeit, oft begleitet von Ohrgeräuschen (Tinnitus), kann auf einen Hirntumor hindeuten - insbesondere, wenn sich die Hörleistung einseitig verschlechtert.
- Sprach- und Schluckstörungen: Ein weiteres neurologisches Symptom, das Folge eines Hirntumors sein kann, sind Sprachstörungen (Aphasie). Je nach Lage und Art des Tumors kann es außerdem zu Schluckbeschwerden (Dysphagie) kommen.
- Epileptische Anfälle: Rund die Hälfte aller Menschen, die an einem Hirntumor erkranken, erleiden im Verlauf epileptische Anfälle. Oft sind diese das erste Symptom, das Betroffene bewusst wahrnehmen.
- Wesensveränderungen: Plötzlich leicht reizbar, schnell abgelenkt oder in sich gekehrt: Ein Hirntumor kann zu Persönlichkeitsveränderungen der betroffenen Person führen.
- Depressionen: Ein Hirntumor kann nicht nur zu einer Wesensveränderung führen, sondern auch die psychische Gesundheit der Betroffenen beeinträchtigen. So entwickeln einige Erkrankte etwa Depressionen.
Hirntumor und Blähungen: Ein möglicher Zusammenhang
Blähungen, auch Völlegefühl genannt, entstehen durch Gasansammlungen im Bauchbereich, die als unangenehmer Blähbauch empfunden werden. Viele Faktoren beeinflussen die Entstehung von Blähungen, darunter die Lebensmittelauswahl, die Darmflora und bestehende Krankheiten. Blähende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln oder kohlensäurehaltige Getränke können Luftansammlungen im Darm verursachen.
Es gibt mehrere mögliche indirekte Zusammenhänge zwischen einem Hirntumor und dem Auftreten von Blähungen:
- Tumorbedingte Verdauungsbeschwerden: Erkrankungen wie Leber-, Gallen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs können unter bestimmten Umständen Verdauungsbeschwerden auslösen, beispielsweise wenn der Tumor einen Mangel an Verdauungsenzymen oder Nervenschäden in Bauchraum, Rückenmark oder Gehirn bedingt. Obwohl Hirntumoren selbst selten direkt zu diesen Krebsarten führen, können sie indirekt die Verdauung beeinflussen, wenn sie beispielsweise den allgemeinen Gesundheitszustand beeinträchtigen oder die Nahrungsaufnahme erschweren.
- Krebstherapien: Krebstherapien wie Chemo- oder Strahlentherapien können die komplexen Prozesse der Verdauung aus dem Takt bringen. Chemotherapien oder Strahlentherapien schädigen häufig neben den Krebszellen auch die Zellen der Darmschleimhaut.
- Bewegungsmangel: Bewegungsmangel, der oft mit einer Krebserkrankung einhergeht, kann ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden und Blähungen führen.
- Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Verstopfung verursachen. Obstipation ist eine häufige Nebenwirkung bei der oralen Einnahme von Temozolomid, aber auch von manchen Antiemetika (z.B. Setrone). Verstopfung kann wiederum zu Blähungen führen.
Behandlung von Blähungen
Wenn ein Mangel an Verdauungsenzymen (beispielsweise hervorgerufen durch Bauchspeicheldrüsenkrebs) für die Verdauungsbeschwerden verantwortlich ist, können Enzympräparate die Verdauung unterstützen und gegen Blähungen helfen. Zudem kann die Darmtätigkeit durch bestimmte Medikamente angeregt werden.
Folgende gängige Präparate können mehr oder weniger schnelle Abhilfe bei Problemen mit dem Stuhlgang schaffen, wobei das nur eine kleine Auswahl aus einer Vielzahl diverser Laxantien ist:
- Macrogol: Es handelt sich hier um ein wasserlösliches Pulver aus dem eine Trinklösung hergestellt wird. Es wirkt vergleichsweise langsam, aber zuverlässig und schonend. Der Wirkung tritt nach ca. 12 - 48 Stunden ein.
- Lactulose Sirup: Es wirkt mäßig schnell, d.h. die abführende Wirkung zeigt sich je nach Dosis nach ca. 2 bis 10 Stunden. Bei zu hoher Dosierung kommt es zu heftigen Blähungen und daraus resultierenden Bauchschmerzen und Darmkrämpfen sowie starkem Durchfall.
- Klistiers mit Natriumcitrat und Sorbitol zur rektalen Applikation: Wenn wirklich gar nichts mehr geht, sind die Klistiers die Retter in der Not. Die Wirkung tritt sehr schnell nach der Anwendung ein (nach ca. 5 bis 20 Minuten), und löst selbst die massivsten und festesten Brocken.
Es ist wichtig, die Ursache der Blähungen abzuklären und die Behandlung mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Reha und Nachsorge
Für einen Patienten mit Hirntumor stehen auch nach Abschluss der Krebstherapie und der medizinischen Rehabilitation weiterhin regelmäßige Untersuchungstermine an. Diese fortlaufende Betreuung wird als Nachsorge oder Verlaufskontrolle bezeichnet. Treten zwischen den Terminen Beschwerden auf, sollte man auf jeden Fall schon früher zum Arzt gehen.
Ziele der Nachsorgeuntersuchungen und Verlaufskontrollen:
- Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen helfen dabei, einen Rückfall der Krebserkrankung (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Die Untersuchungen dienen auch zur Tumorkontrolle - sowohl bei Betroffenen ohne als auch mit vorhandenem Resttumor: Wächst der Tumor wieder, müssen Betroffene und die behandelnden Ärzte über eine erneute Krebstherapie entscheiden.
- Beschwerden durch den Hirntumor oder aufgrund der Therapie können frühzeitig erkannt und behandelt werden.
- Betroffene können bei einem Nachsorgetermin auch seelische und soziale Probleme ansprechen.
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