Gelonida: Wirkstoff gegen Migräne und seine Anwendung

Gelonida ist ein Medikament, das zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen eingesetzt wird, einschließlich Migräne. Es enthält eine Kombination aus Paracetamol und Codein, zwei Wirkstoffen mit unterschiedlichen Mechanismen zur Schmerzlinderung. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendung, Risiken und Alternativen von Gelonida, um Patienten und Interessierten eine umfassende Informationsquelle zu bieten.

Zusammensetzung und Wirkungsweise

Gelonida kombiniert zwei Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkung ergänzen:

  • Paracetamol: Wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Es hemmt die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen, die an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind.
  • Codein: Gehört zur Gruppe der Opioid-Analgetika und wirkt schmerzlindernd, indem es im Gehirn die Schmerzwahrnehmung und die Intensität der Schmerzempfindung herabsetzt. Codein kann auch den Hustenreiz stillen, indem es das Hustenzentrum im Gehirn blockiert.

Anwendungsgebiete von Gelonida

Gelonida wird zur Kurzzeitbehandlung von mäßig starken Schmerzen eingesetzt, die nicht ausreichend auf andere Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen alleine ansprechen. Zu den Anwendungsgebieten gehören:

  • Kopfschmerzen
  • Migräne (insbesondere in der akuten Phase)
  • Zahnschmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Schmerzen bei verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrose)
  • Regelschmerzen
  • Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung von Gelonida richtet sich nach der Stärke der Schmerzen und dem Bedarf des Patienten. Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre mit einem Körpergewicht ab 43 kg nehmen bei Bedarf 1 bis 2 Schmerztabletten ein, bei Bedarf bis zu viermal täglich im Abstand von mindestens 6 Stunden. Es dürfen nicht mehr als 8 Tabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden.

Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann zu einem verzögerten Wirkungseintritt führen. Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei angeborenem vermehrten Bilirubingehalt im Blut (Gilbert-Syndrom) ist eine Verminderung der Dosis oder eine Verlängerung des Abstands zwischen den Dosierungen notwendig.

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Die Anwendungsdauer sollte so kurz wie möglich sein und in der Regel 3 Tage nicht überschreiten. Wenn die Schmerzen nach 3 Tagen nicht besser geworden sind, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Gegenanzeigen

Gelonida darf nicht eingenommen werden bei:

  • Allergie gegen Paracetamol, Codein oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Kindern unter 12 Jahren
  • Drohender Frühgeburt
  • Kurz vor der Entbindung
  • Stillzeit
  • Asthmaanfall
  • Lungenentzündung
  • Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion
  • Zur Behandlung von Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen (0 bis 18 Jahre) nach der Entfernung der Gaumenmandeln oder Rachenmandeln (Polypen) wegen eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms
  • Wenn Sie wissen, dass Sie Codein sehr rasch zu Morphin verstoffwechseln

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Gelonida ist erforderlich bei:

  • Abhängigkeit von Opioiden
  • Bewusstseinsstörungen
  • Zuständen mit erhöhtem Hirndruck
  • Gleichzeitiger Anwendung von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern (Arzneimittelgruppe zur Behandlung von Depressionen)
  • Ventilationsstörung der Lunge durch eine chronische Bronchitis oder Asthma (bronchiale)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Einer Beeinträchtigung der Leberfunktion (Leberentzündung, Gilbert-Syndrom)
  • Nierenfunktionsstörungen (auch bei Dialysepflicht)

Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere Arzneimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol oder Codein enthalten.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hochdosierten, nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten.

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Bei längerem hochdosierten, nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetikanephropathie) führen.

Die Anwendung von Opioiden kann zu einer Schmerzüberempfindlichkeit führen, insbesondere nach Langzeitanwendung und/ oder bei hohen Dosen.

Die Anwendung von Opioiden kann dosisabhängig das Risiko von Atemaussetzern im Schlaf, die zu einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut führen, erhöhen.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Opioiden wurden Fälle von Unterfunktion der Nebennierenrinde (Nebennierenrindeninsuffizienz) beobachtet.

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Ein dauerhafter Gebrauch von Opioiden kann einen Mangel an männlichen Sexualhormonen (Androgenmangel) hervorrufen.

Codein wird durch ein Enzym in der Leber zu Morphin umgewandelt. Einige Personen haben eine Abwandlung dieses Enzyms, was unterschiedliche Auswirkungen haben kann.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, die die Blutkonzentration von Serotonin, einer körpereigenen Substanz, erhöhen (serotonerge Arzneimittel), kann es zu einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand, dem Serotonin-Syndrom, kommen.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Gelonida Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
  • Leichte Schläfrigkeit

Gelegentlich können Schlafstörungen, Ohrensausen, Kurzatmigkeit, Mundtrockenheit, Juckreiz, Hautrötungen oder Nesselsucht auftreten.

Seltene Nebenwirkungen sind Verminderung der Blutplättchen oder der weißen Blutkörperchen sowie Anstieg der Lebertransaminasen (Enzyme in der Leber).

Sehr selten können schwere allergische Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN) auftreten.

Bei Einnahme höherer Dosen wurden häufig Fälle von Blutdruckabfall und Ohnmacht beobachtet. Bei Einnahme höherer Dosen traten Sehstörungen auf. Bei Einnahmen hoher Dosen wurden Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödeme) beobachtet, insbesondere bei vorher bestehenden Lungenfunktionsstörungen. Bei Einnahme höherer Dosen bzw. bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck oder Kopfverletzungen kann es zu Atemdämpfung kommen. Außerdem kann eine Verschlechterung der Sehfähigkeit auftreten. Abhängigkeitsentwicklung bei längerer Anwendung höherer Dosen möglich.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bei der Einnahme von Gelonida zusammen mit anderen Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten. Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von:

  • MAO-Hemmern (Arzneimittel gegen Depressionen)
  • anderen zentral dämpfenden Substanzen (z.B. Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antidepressiva, Neuroleptika)
  • Alkohol
  • Arzneimitteln, die die Blutkonzentration von Serotonin erhöhen (serotonerge Arzneimittel)
  • Gerinnungshemmern (z.B. Eliquis)
  • Flucloxacillin (ein Antibiotikum)

Alternativen zu Gelonida

Bei der Behandlung von Migräne und anderen Schmerzzuständen stehen verschiedene Alternativen zu Gelonida zur Verfügung. Dazu gehören:

  • Nicht-opioide Schmerzmittel: Paracetamol oder Ibuprofen alleine
  • Triptane: Spezifische Migränemittel, die bei akuten Attacken eingesetzt werden
  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Entspannungsverfahren, Akupunktur, Physiotherapie

Die Wahl der geeigneten Behandlung sollte immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen, der die individuellen Bedürfnisse und Risiken des Patienten berücksichtigt.

Risiken und Kritik

Die Kombination von Paracetamol und Codein in Gelonida birgt einige Risiken, die bei der Anwendung berücksichtigt werden müssen. Codein hat ein Abhängigkeitspotenzial und kann bei längerer Einnahme zu Entzugserscheinungen führen. Zudem kann Codein die Atemfunktion beeinträchtigen und sollte daher nicht bei Patienten mit Atemwegserkrankungen eingesetzt werden.

Paracetamol kann bei Überdosierung zu schweren Leberschäden führen. Es ist daher wichtig, die empfohlene Dosierung einzuhalten und darauf zu achten, dass keine anderen Arzneimittel gleichzeitig eingenommen werden, die ebenfalls Paracetamol enthalten.

In den USA haben viele Hersteller von verschreibungspflichtigen Arzneimittel-Kombinationen mit mehr als 325 mg Paracetamol pro Dosierungseinheit die Vermarktung für diese Produkte eingestellt, da Paracetamol in den vergangenen Jahren in den USA die häufigste Ursache für schwere Leberschäden durch eine meist unbeabsichtigte Überdosis war.

Kritiker bemängeln, dass Gelonida und ähnliche Kombinationspräparate oft unnötig verschrieben werden, da die Einzelwirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen in vielen Fällen ausreichend wirksam sind. Zudem wird kritisiert, dass die Risiken der Kombination aus Paracetamol und Codein oft nicht ausreichend kommuniziert werden.

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