Ursachen und Behandlung von Gewebewasser in den Oberschenkeln (Ödemen)

Ödeme, umgangssprachlich als "Wasser in den Beinen" bekannt, sind Schwellungen, die durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe entstehen. Dieses Phänomen tritt auf, wenn ein Ungleichgewicht zwischen der Filtration (Abgabe von Flüssigkeit ins Gewebe) und der Resorption (Wiederaufnahme von Flüssigkeit aus dem Gewebe) besteht. Mit anderen Worten, es wird weniger Flüssigkeit aufgenommen als abgegeben.

Wie der Blutkreislauf funktioniert

Der Blutkreislauf versorgt unsere Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff. Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut zu Organen und Geweben, während Venen das verbrauchte Blut zurück zum Herzen transportieren. Um die Zellen zu ernähren, wird der flüssige Teil des Blutes ins Gewebe abgegeben. Normalerweise wird diese Flüssigkeit über Venen und Lymphbahnen wieder aufgenommen und abtransportiert.

Natürliche Schwellungen nach Verletzungen

Nach einer Verletzung schwillt das betroffene Gebiet im Rahmen einer Entzündung an. Die Gefäße weiten sich, um den Bluteinstrom für heilende Zellen zu erhöhen. Sie werden auch durchlässiger für Flüssigkeit, um entzündliche Erreger wegzuspülen. Dieser Prozess läuft automatisch ab und reguliert sich normalerweise von selbst.

Der Rücktransport von Flüssigkeiten

Der Rücktransport von Flüssigkeiten erfolgt über die Lymphbahnen und Venen. Besonders aus den Beinen ist dieser Transport gegen die Schwerkraft erschwert. Venen transportieren das Blut hauptsächlich über Venenklappen, die sich nach oben öffnen und nach unten schließen. Damit dies funktioniert, benötigt das Venensystem die Unterstützung der Beinmuskulatur, die sogenannte Muskelpumpe. Bei Erkrankungen oder Verletzungen, die Bettruhe erfordern, ist dieser Mechanismus gestört.

Ursachen für Gewebewasser in den Oberschenkeln

Verschiedene Faktoren können die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe der Oberschenkel begünstigen:

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  • Langes Sitzen oder Stehen: Wer lange Zeit ohne Bewegung sitzt oder steht, belastet die Beingefäße stark. Sie sind einer ständigen Blutlast ausgesetzt.
  • Wärme: Bei Wärme weiten sich die Gefäße, was zu einem höheren Blutvolumen und einer erhöhten Blutlast führt.
  • Erkrankungen: Bestimmte Krankheiten können die Rückresorption und den Rücktransport der Flüssigkeiten negativ beeinflussen. Dazu gehören Herz- und Nierenschwächen, Lebererkrankungen oder Übergewicht.
  • Thrombose: Einseitige Schwellungen können auf eine Beinvenenthrombose hindeuten, bei der ein Blutgerinnsel den Blutfluss behindert.
  • Lymphgefäßerkrankungen: Eine Blockierung der Lymphgefäße kann ebenfalls zu geschwollenen Beinen führen, da der Abtransport der Lymphflüssigkeit gestört ist.
  • Eiweißmangel: Ein Eiweißmangel, beispielsweise aufgrund von Mangelernährung oder Lebererkrankungen, kann zu Wasseransammlungen im gesamten Körper führen, da Eiweiße im Blut eine wasserbindende Funktion haben.
  • Herzinsuffizienz: Bei einer Herzschwäche pumpt das Herz weniger Blut durch den Körper, was zu einem Rückstau des Blutes in den Venen, einschließlich der Beinvenen, führen kann.
  • Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können dazu führen, dass der Körper nicht genügend Wasser und Natrium ausscheidet, was den Druck in den Blutgefäßen erhöht und zu Ödemen führt.
  • Lebererkrankungen: Vernarbtes Lebergewebe (Leberzirrhose) kann zu einem Ödem im Bauchraum (Aszites) führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie Kalziumantagonisten, können den Druck in den kleinen Venen erhöhen und die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe fördern.
  • Schwangerschaft: Hormonschwankungen in der Schwangerschaft können ebenfalls zu Wassereinlagerungen führen.

Symptome von Gewebewasser in den Oberschenkeln

Typische Symptome von Gewebewasser in den Oberschenkeln sind:

  • Schwellungen in den Beinen, insbesondere in den Knöcheln und Unterschenkeln
  • Spannungsgefühl oder Druck in den betroffenen Bereichen
  • Überwärmte Beine
  • Schmerzen
  • Dellen, die beim Drücken auf die Haut entstehen und nur langsam zurückgehen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Gewichtszunahme
  • Vermehrtes Wasserlassen in der Nacht

Was tun gegen Gewebewasser in den Oberschenkeln?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, Gewebewasser in den Oberschenkeln zu reduzieren:

  • Hochlagerung der Beine: Lagern Sie Ihr Bein die ersten Tage nach einer Operation oder Verletzung so, dass Ihr Knöchel in Rückenlage höher liegt als Ihre Hüften.
  • Bewegung: Bewegung ist wichtig, um die Muskelpumpe der Beine zu aktivieren und den Rücktransport des Blutes zum Herzen zu unterstützen. Auch im Bett können Sie die Beine bewegen, indem Sie mit den Füßen "paddeln" oder das Bein an- und entspannen.
  • Kompressionsstrümpfe oder -wickel: Diese unterstützen die Pumpleistung der Venen.
  • Kühlen: Moderates Kühlen kann die Durchblutung verlangsamen und Schwellungen reduzieren.
  • Manuelle Lymphdrainage: Diese unterstützt die Lymphmotorik und kann helfen, Flüssigkeit abzutransportieren.
  • Salzarme Ernährung: Reduzieren Sie die Salzaufnahme, da Salz die Speicherung von Flüssigkeit im Körper begünstigt.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend Wasser, da der Körper bei Wassermangel dazu neigt, Wasser einzulagern.
  • Apfelessig: Apfelessig ist reich an Kalium und wirkt entzündungshemmend. Äußerlich kann er auf ein Handtuch geträufelt und auf die geschwollenen Stellen gelegt werden.
  • Kräutertees: Tees aus Brennnessel, Löwenzahn, Petersilie, Pfefferminze, Birkenblättern oder Grüntee wirken entwässernd.
  • Rosskastanienextrakt: Rosskastanien können in Form von Kapseln eingenommen werden, um die Venenfunktion zu unterstützen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei folgenden Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • Plötzlich auftretende oder zunehmende Schwellungen
  • Einseitige Schwellungen
  • Schmerzen oder Rötungen in den Beinen
  • Atemnot oder Brustschmerzen
  • Bekannte Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Schwellungen, die trotz Hausmitteln und Bewegung nicht zurückgehen

Ein Arzt kann die Ursache der Schwellungen abklären und eine geeignete Behandlung einleiten. In manchen Fällen können entwässernde Medikamente (Diuretika) erforderlich sein.

Diagnose von Ödemen

Die Diagnose von Ödemen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Schwellung beurteilt und nach anderen Symptomen fragt. Zusätzlich können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

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  • Blutuntersuchung: Um die Nieren- und Leberfunktion zu überprüfen und einen Eiweißmangel auszuschließen.
  • Urinuntersuchung: Um Nierenerkrankungen festzustellen.
  • EKG und Echokardiographie: Um die Herzfunktion zu beurteilen.
  • Doppler-Sonographie: Um eine Beinvenenthrombose auszuschließen.
  • Lymphszintigraphie: Um die Funktion der Lymphgefäße zu überprüfen.

Behandlung von Ödemen

Die Behandlung von Ödemen richtet sich nach der Ursache. Neben den bereits genannten Maßnahmen können folgende Behandlungen in Frage kommen:

  • Medikamentöse Behandlung: Bei Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen oder Lebererkrankungen können Medikamente zur Behandlung der Grunderkrankung eingesetzt werden. Diuretika können helfen, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen.
  • Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe oder -wickel können die Venenfunktion unterstützen und die Schwellung reduzieren.
  • Manuelle Lymphdrainage: Diese spezielle Massagetechnik kann helfen, die Lymphflüssigkeit abzutransportieren.
  • Operative Eingriffe: In seltenen Fällen können operative Eingriffe erforderlich sein, beispielsweise bei einer Verengung der Lymphgefäße.

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