Harald Krügers Zusammenbruch auf der IAA: Einblicke in den Gesundheitszustand und die Belastungen von Topmanagern

Der Zusammenbruch von BMW-Chef Harald Krüger auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt im Jahr 2015 erregte großes Aufsehen. Dieser Vorfall warf ein Schlaglicht auf den immensen Druck und die potenziellen gesundheitlichen Risiken, denen Topmanager in der heutigen Geschäftswelt ausgesetzt sind.

Der Vorfall: Kreislaufkollaps auf der IAA

Am Morgen des 15. September 2015 brach Harald Krüger, damals 49 Jahre alt und seit Mai Vorstandsvorsitzender von BMW, während einer Pressekonferenz auf der IAA zusammen. Vor versammelter Weltpresse kippte er kurz nach Beginn seiner Rede auf der Bühne um, was zu einem sofortigen Abbruch der Veranstaltung führte.

BMW gab als Ursache eine Kreislaufschwäche an. Krüger habe sich bereits am Morgen nicht wohlgefühlt und sei erst kurz zuvor von anstrengenden Auslandsreisen zurückgekehrt. Trotz seines Zustands war es ihm wichtig, persönlich auf der IAA anwesend zu sein und die neuen Modelle des Unternehmens vorzustellen.

Mediale Reaktionen und die Frage nach der Belastbarkeit von Managern

Der Zusammenbruch von Krüger löste ein breites Echo in den Medien aus. Boulevardblätter wie die Bild-Zeitung titelten mit „Kreislauf! Dieser Sturz tut BMWeh“ und zeigten detaillierte Fotos des hilflos am Boden liegenden Managers. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fragte, ob hochbelastete Manager wie Fußballstars ihren persönlichen Doktor Müller-Wohlfahrt bräuchten.

Die Berichterstattung thematisierte die hohen körperlichen und seelischen Belastungen, denen Führungskräfte ausgesetzt sind, und warf die Frage auf, wie viel Zeit für Bewegung, Schlaf und Entspannung bleibt. Der Vorfall verdeutlichte, dass auch ein BMW-Chef nur ein Mensch ist und den Gesetzen der körperlichen Belastbarkeit unterliegt.

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Die Ergebnisse der Max Grundig Klinik Studie: Einblicke in den Alltag von Führungskräften

Eine Befragung unter 1000 Führungskräften der Max Grundig Klinik lieferte interessante Einblicke in den Gesundheitszustand und die Lebensweise von Topmanagern. Die Studie zeigte, dass nur 39 Prozent der Befragten ausreichend und gesunden Schlaf bekommen. Knapp ein Drittel greift zu Nahrungsergänzungsmitteln, um die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Curt Diehm, ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, warnte vor dem unnötigen und potenziell gefährlichen Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Studie zeigte jedoch auch, dass die meisten Manager sich durchaus bewusst sind, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist: 67 Prozent der Männer und 57 Prozent der Frauen treiben regelmäßig Sport, sechs von zehn achten auf ihre Ernährung und verzichten häufiger auf Fleisch. Nur noch jeder zehnte raucht.

Trotz dieses Wissens müssen viele Manager eingestehen, dass sie gesünder leben würden, wenn sie die Zeit dafür hätten. Jeder zweite Befragte gab zu, dass er gesunde Rituale zwar gerne pflegen würde, aber nicht die Zeit dafür hat oder ihm der nötige Wille fehlt, sich dazu aufzuraffen.

Die Anforderungen an Topmanager: Immer „on“, immer unterwegs

Harald Krüger ist ein Paradebeispiel für einen Topmanager, der immer „on“ und ständig unterwegs ist. Die Anforderungen an Führungskräfte in globalen Konzernen sind enorm: Sie müssen jederzeit erreichbar sein, unzählige Termine wahrnehmen und Entscheidungen treffen, die weitreichende Konsequenzen haben.

Eine robuste Gesundheit ist eine Grundvoraussetzung für einen solchen Job. Doch die Realität sieht oft anders aus: Stress, Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten und mangelnde Bewegung sind häufige Begleiter im Alltag von Topmanagern.

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Die Reaktion von BMW und Krügers Auszeit

Nach dem Zusammenbruch auf der IAA bemühte sich BMW, die Sorgen um Krügers Gesundheit zu zerstreuen. Ein Sprecher betonte, dass sein Zustand stabil und nicht besorgniserregend sei. Dennoch sagte Krüger alle Termine auf der IAA ab und trat eine Auszeit an, um sich zu erholen. Finanzchef Friedrich Eichiner übernahm vorübergehend einen Großteil seiner Aufgaben.

Die Lehren aus dem Vorfall: Gesundheit als Managementaufgabe

Der Zusammenbruch von Harald Krüger war ein Weckruf für die Wirtschaftswelt. Er verdeutlichte, dass die Gesundheit von Führungskräften nicht nur eine private Angelegenheit ist, sondern auch eine wichtige Managementaufgabe. Unternehmen müssen ein Umfeld schaffen, in dem Manager auf ihre Gesundheit achten und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben finden können.

Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Angebote zur Stressbewältigung, gesunde Ernährung am Arbeitsplatz und die Förderung von Sport und Bewegung. Nur gesunde und ausgeglichene Führungskräfte können langfristig erfolgreich sein und ihr Unternehmen in die Zukunft führen.

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