CBD-Öl gegen Migräne: Studien, Erfahrungen und Anwendung

Mit der wachsenden Popularität von CBD-Produkten steigt auch das Interesse an ihren potenziellen Anwendungen, insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Studienlage, Erfahrungen von Anwendern und wichtige Aspekte bei der Anwendung von CBD-Öl gegen Migräne.

Was ist CBD und wie wirkt es?

CBD, kurz für Cannabidiol, ist ein Wirkstoff aus der Hanfpflanze, der im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) keine berauschende Wirkung hat. Cannabidiol gilt laut WHO als harmlos. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des Körpers, einem komplexen Netzwerk, das verschiedene physiologische Prozesse wie Schmerzempfindung, Entzündungen, Stimmung, Schlaf und Stress reguliert.

Das Endocannabinoid-System besteht hauptsächlich aus der körpereigenen Substanz Anandamid und seinem Rezeptor. Wenn Nervenzellen z.B. wegen Stress außer Kontrolle geraten, wird Anandamid freigesetzt. Dieses sorgt dafür, dass die Neuronen wieder die normalen Aktivitäten aufnehmen und der empfundene Stress abnimmt. Das Anandamid und seine Rezeptoren befinden sich zwar in erster Linie im Gehirn, aber auch an anderen Stellen im Körper. Und somit greift es auch in diverse Vorgänge wie Schlaf, Schmerzempfinden, Verdauung, Nervensystem und Entzündungsreaktionen ein. CBD-Moleküle docken genau an diesem System an und können sich daher gesundheitsfördernd auswirken. CBD wirkt schmerzstillend, entkrampfend, angstlösend, antipsychotisch und generell beruhigend. Darüber hinaus wird dem Cannabidiol nachgesagt entzündungshemmend, antibakteriell und antikanzerogen zu sein sowie bei Übelkeit zu helfen.

Migräne: Eine komplexe neurologische Erkrankung

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Störung, die von genetischen Veranlagungen, neurovaskulären Mechanismen und gestörten Signalwegen im Gehirn beeinflusst wird. Veränderungen im Serotoninhaushalt spielen eine wichtige Rolle, ebenso die Aktivität des Trigeminusnervs, der Schmerzsignale an das Gehirn übermittelt. Bei vielen Betroffenen wurden auch Entzündungsprozesse im Gehirn und eine gesteigerte neuronale Erregbarkeit festgestellt. Interessanterweise wurde auch ein Zusammenhang zwischen Migräne und einem Mangel an körpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoiden) gefunden.

Studienlage zu CBD und Migräne

Die Forschung über die Verwendung von CBD bei Migräne ist noch begrenzt. Viele Studien beschäftigen sich mit der Wirksamkeit von Cannabisextrakten (mit THC) auf Schmerzen, die Frequenz von Migräneanfällen und die allgemeine Lebensqualität und konnten relativ gut belegen, dass Cannabis gegen Migräne hilft. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 analysierte vorhandene Forschungsdaten zu CBD und Migräne und kam zu dem Ergebnis, dass CBD theoretisch über das Endocannabinoid-System (ECS) Einfluss auf Migräneanfälle haben kann, die bisher vorliegenden klinischen Studien jedoch zu heterogen sind, um eine klare Empfehlung auszusprechen. Die Autoren betonen, dass CBD zum aktuellen Zeitpunkt nicht als primäre Migränebehandlung empfohlen werden kann, sehen aber großes Potenzial in CBD, da viele Patienten subjektiv positive Wirkungen auf ihre Migräne erleben.

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Eine weitere Studie präsentierte auf dem 3. Kongress der europäischen Akademie für Neurologie (EAN) in Amsterdam im Juni 2017, behandelte chronische Migränepatienten mit einem Kombipräparat aus CBD und THC. Die Intensität der akuten Schmerzen konnte dadurch um 55 % gelindert werden. In einem zweiten Teil der Studie wurde das gleiche Präparat zur Migräne-Prophylaxe verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt Amitryptylin, ein Medikament, das sich bereits zur Prophylaxe gegen Migräne bewährt hat und eingesetzt wird. Tatsächlich konnte das Kombipräparat aus CBD und THC eine vergleichbare Verbesserung bewirken, wie Amitryptylin (40.4 % vs. 40. 1%).

Insgesamt ist Stand heute die Studienlage zu Cannabis gegen Migräne besser als die von CBD gegen Migräne. Trotzdem bevorzugen viele Patienten CBD, weil es eben nicht psychoaktiv wirkt, also nicht berauscht oder die Wahrnehmung verändert (d.h. kein "High"-Gefühl auslöst).

Erfahrungen von Anwendern

Trotz der begrenzten Studienlage berichten viele Migräne-Betroffene von positiven Erfahrungen mit CBD-Öl. Sie berichten von einer Linderung ihrer Schmerzen, einer Reduzierung der Anfallshäufigkeit und einer verbesserten Lebensqualität. Viele Betroffene schildern, dass CBD Öl ihnen hilft, Stress zu reduzieren, leichter zu schlafen und die subjektive Schmerzintensität zu beeinflussen. Häufige Rückmeldungen sind eine schnellere Beruhigung während eines Anfalls (bei sublingualer Einnahme) und ein insgesamt stabileres Befinden bei regelmäßiger Anwendung.

Beispiele:

  • Frank (53), Aachen: „Ich benutze seit ungefähr fünf Jahren CBD, wenn ich wieder Migräneschübe habe."
  • Janine (28), Viernheim: „Meine monatlichen Regelschmerzen und Stimmungsschwankungen während meiner Periode sind verschwunden."
  • Judith (29), Freiburg: „Ich nehme auch zur Periode hin das CBD-Öl. Durch die Endometriose hab‘ ich immer extreme Schmerzen und nehme es unterstützend."
  • Sophia, 11: „Ich benutze das CBD Öl jetzt schon seit knapp 2 Jahren wegen meiner chronischen Migräne. Dadurch habe ich weniger Schmerzen und muss mich auch weniger im Alltag einschränken, außerdem nehme ich weniger Schmerzmittel und fühle mich viel wohler damit."
  • Thomas, Ulm: Nachdem ich es einige Zeit testete, nahm das Hanföl 10% CBD meine Frau bei einem extremen Migräne Anfall, keine Stunde verging und der Anfall war weg!

Es ist wichtig zu beachten, dass die Erfahrungen mit CBD-Öl subjektiv sind und von Person zu Person variieren können. Was dem einen hilft, muss nicht unbedingt auch dem anderen helfen.

Anwendung von CBD-Öl bei Migräne

Für viele Nutzer ist CBD Öl bei Kopfschmerzen die erste Wahl, da es flexibel dosiert und sublingual (unter der Zunge) aufgenommen werden kann. So gelangt CBD über die Mundschleimhaut schneller in den Blutkreislauf. Die Wirkung kann individuell variieren. Bei oraler Einnahme gelangt CBD entweder über die Mundschleimhaut (CBD Öl) oder über die Magenschleimhaut (CBD-Kapseln oder -Gummis) in den Blutkreislauf.

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Dosierung:

Eine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für CBD-Öl bei Migräne gibt es nicht. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Viele Anwender/innen weisen selbstkritisch darauf hin, dass neben der Qualität vor allem die Dosierung von CBD entscheidend ist. Leichte Veränderungen sorgen für besser Effekte oder verhindern Nebenwirkungen. Wenn Sie in der Vergangenheit nur zu bestimmten Tageszeiten unter Migräne gelitten haben, passen Sie Ihre Dosierung entsprechend an und konzentrieren Sie sich auf diese Tageszeiten. Es wird empfohlen, etwa eine halbe Stunde vor dem Auftreten der Migräne CBD einzunehmen. Wenn die Migräne plötzlich auftritt, nehmen Sie CBD regelmäßig 2 bis 3 Mal am Tag ein.

Für akute Beschwerden bevorzugen viele Sublingual-Tropfen (Wirkeintritt typischerweise in 15-45 Minuten), zur Prophylaxe nutzen einige Anwender eine gleichmäßige Tagesdosis, oft morgens und abends.

Formen der Einnahme:

CBD-Produkte sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter:

  • CBD-Öl: Wird unter die Zunge getropft und über die Mundschleimhaut aufgenommen.
  • CBD-Kapseln: Werden oral eingenommen und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
  • CBD-Vaporisieren: Dies ist eine wunderbare Möglichkeit, um sofortige Linderung zu erhalten, da die Wirkung praktisch sofort einsetzt.
  • CBD-haltige Cremes und Salben: Werden auf die Haut aufgetragen und können bei lokalen Schmerzen helfen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:

Da der CBD-Markt noch nicht einheitlich reguliert ist, ist es wichtig, auf die Qualität der Produkte zu achten. Achten Sie beim Kauf auf transparente Qualität: unabhängige Laboranalysen (Cannabinoidprofil, Terpene, Rückstände), schonende Extraktion (z. B. CO₂), nachvollziehbare Herkunft der Hanfpflanzen und klare Dosierhinweise. Generell gilt: CBD-Produkte mit THC unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte sind in Deutschland frei verkäuflich.

Wichtige Hinweise:

  • Sprechen Sie vor der Anwendung von CBD-Öl mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie andere Medikamente einnehmen.
  • CBD kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, die über Leberenzyme abgebaut werden.
  • Beachten Sie, dass CBD in einigen Fällen Kopfschmerzen auslösen oder verstärken kann.
  • Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei plötzlich einsetzenden, sehr starken Kopfschmerzen, anhaltendem Fieber/Nackensteife, neurologischen Ausfällen, Kopfschmerzen nach Kopfverletzung, in der Schwangerschaft oder bei Kindern.

Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Insgesamt ist CBD sehr viel besser verträglich als klassische Migräne-Medikamente oder THC-haltige Cannabispräparate. Trotzdem kommt es nicht ganz ohne Nebenwirkungen aus. Besonders wichtig: CBD kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, die über Leberenzyme abgebaut werden. Dazu zählen manche Blutverdünner, Antidepressiva oder auch einige Migräneprophylaxe-Medikamente.

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Insgesamt zeigen Studien, dass die Nebenwirkungen von CBD-Produkten minimal sind. Dennoch sind Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel, ein trockener Mund, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Verstimmungen sowie Veränderungen in Appetit und Gewicht möglich.

CBD kann den Abbau mancher Wirkstoffe beeinflussen. NSAIDs wie Naproxen, Ibuprofen oder Aspirin können unabhängig davon den Blutdruck erhöhen oder Magen/Darm reizen. Bei Kombination empfiehlt sich ärztliche Rücksprache und ggf. Direkte Daten fehlen, theoretische Interaktionen sind aufgrund der Leberenzym-Beteiligung möglich. Bei trizyklischen Antidepressiva kann CBD sedierende und blutdrucksenkende Effekte verstärken. Es werden mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Betablockern beschrieben, die oft zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.

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