Hirntumor: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Hirntumore sind seltene, aber potenziell gefährliche Erkrankungen, die in jedem Lebensalter auftreten können. Es gibt gutartige und bösartige Hirntumore, die sich in ihrem Wachstum, ihrer Aggressivität und ihrer Behandlung unterscheiden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Hirntumore, einschließlich ihrer Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Was sind Hirntumore?

Ein Hirntumor ist eine abnormale Wucherung von Zellen im Gehirn. Diese Tumore können gutartig (nicht krebsartig) oder bösartig (krebsartig) sein. Gutartige Tumore wachsen langsam und dringen nicht in das umliegende Gewebe ein, während bösartige Tumore schnell wachsen und sich in andere Teile des Gehirns oder des Körpers ausbreiten können.

Hirntumoren werden auch danach unterschieden, ob sie primär oder sekundär sind. Primäre Hirntumore entstehen im Gehirn selbst, während sekundäre Hirntumore (Hirnmetastasen) von Krebszellen stammen, die sich von einem anderen Teil des Körpers ins Gehirn ausgebreitet haben.

Wie häufig sind Hirntumore?

Hirntumoren sind relativ selten. In Deutschland erkrankten im Jahr 2020 etwa 7.330 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Zum Vergleich: Im selben Jahr erhielten etwa 60.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Frauen bei etwa 65 Jahren, bei Männern bei etwa 63 Jahren. Bei Kindern machen Hirntumore etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen im Kindesalter aus.

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Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen von Hirntumoren sind noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass die Zellen rein zufällig entarten. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die das Risiko für die Entwicklung eines Hirntumors erhöhen können:

  • Erbliche Krankheitsbilder: Bestimmte Tumor-Syndrome wie das Lynch- oder Li-Fraumeni-Syndrom sowie Neurofibromatose oder Tuberöse Sklerose können das Risiko erhöhen.
  • Strahlentherapie: Eine frühere Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich oder des Schädels kann das Risiko erhöhen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
  • Familiäre Vorbelastung: Wenn близкие родственники an einem Hirntumor erkrankt sind, kann das Risiko ebenfalls leicht erhöht sein.
  • Computertomografie (CT) im Kindesalter: Eine solche diagnostische Untersuchung der Kopf-Hals-Region kann das Risiko geringfügig erhöhen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Menschen mit diesen Risikofaktoren keinen Hirntumor entwickeln und dass viele Menschen ohne bekannte Risikofaktoren einen Hirntumor bekommen.

Symptome und Anzeichen

Die Symptome eines Hirntumors können je nach Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Kopfschmerzen: Neu auftretende, ungewöhnlich starke oder anhaltende Kopfschmerzen, die sich im Liegen verschlimmern und morgens am stärksten sind, können ein Anzeichen sein.
  • Übelkeit und Erbrechen: Insbesondere morgendliche Übelkeit und Erbrechen ohne ersichtlichen Grund können auf einen erhöhten Hirndruck hindeuten.
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Gesichtsfeldausfälle oder andere Veränderungen des Sehvermögens können auftreten.
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Koordinationsprobleme oder Krampfanfälle können auftreten, wenn der Tumor bestimmte Bereiche des Gehirns beeinträchtigt.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Veränderungen im Verhalten, der Stimmung, der Persönlichkeit oder der kognitiven Fähigkeiten können auftreten, insbesondere bei Tumoren im Stirnlappen des Gehirns.
  • Hormonelle Störungen: Bei Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kann es zu hormonellen Störungen kommen, die sich in verschiedenen Symptomen äußern können.
  • Krampfanfälle: Ein neu auftretender epileptischer Krampfanfall ist vor allem bei Kindern oft eines der allerersten Hirntumor-Symptome.
  • Beeinträchtigung des Gedächtnisses: Hirntumor-Erkrankte sind beispielsweise in ihrer Aufmerksamkeit beeinträchtigt und schlechter in der Lage, sich bestimmte Dinge zu merken.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn Sie jedoch eines oder mehrere dieser Symptome haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären.

Diagnose

Wenn der Verdacht auf einen Hirntumor besteht, wird der Arzt eine gründliche neurologische Untersuchung durchführen und bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) anordnen. Diese Untersuchungen können helfen, den Tumor zu lokalisieren, seine Größe und Form zu bestimmen und festzustellen, ob er sich auf andere Bereiche des Gehirns ausgebreitet hat.

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In einigen Fällen kann eine Biopsie erforderlich sein, um die Art des Tumors zu bestimmen. Bei einer Biopsie wird eine kleine Gewebeprobe aus dem Tumor entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Behandlung

Die Behandlung von Hirntumoren hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des Tumors, seine Größe und Lage, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Zu den gängigen Behandlungsoptionen gehören:

  • Operation: Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, ohne wichtige Gehirnfunktionen zu beeinträchtigen. Bei gutartigen Tumoren kann eine Operation oft die einzige notwendige Behandlung sein.
  • Strahlentherapie: Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen eingesetzt, um Krebszellen abzutöten. Sie kann nach einer Operation eingesetzt werden, um verbleibende Tumorzellen zu zerstören, oder als primäre Behandlung, wenn eine Operation nicht möglich ist.
  • Chemotherapie: Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, um Krebszellen im ganzen Körper abzutöten. Sie kann in Kombination mit einer Operation oder Strahlentherapie eingesetzt werden.
  • Zielgerichtete Therapie: Bei der zielgerichteten Therapie werden Medikamente eingesetzt, die auf bestimmte Merkmale der Krebszellen abzielen. Diese Medikamente können helfen, das Wachstum und die Ausbreitung des Tumors zu stoppen.
  • Tumor Treating Fields (TTF): TTF sind elektrische Felder, die die Zellteilung der Tumorzellen stören. Über Klebepads auf der Kopfhaut wird ein elektrisches Feld erzeugt. TTF werden meist mit Chemotherapie kombiniert und können nach der Strahlentherapie angewendet werden.
  • Supportive Therapie: Die supportive Therapie umfasst Maßnahmen zur Linderung von Symptomen und Nebenwirkungen der Behandlung, wie z. B. Schmerzmittel, Antiemetika und Kortikosteroide.

Glioblastom: Eine besondere Herausforderung

Das Glioblastom ist der häufigste und aggressivste primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Es handelt sich um einen Grad-4-Hirntumor nach der WHO-Klassifikation, was bedeutet, dass er sehr bösartig ist und schnell wächst.

Die Behandlung des Glioblastoms erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der in der Regel eine Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie umfasst. Trotz intensiver Behandlung ist das Glioblastom oft nicht heilbar, und die Lebenserwartung der Patienten ist in der Regel begrenzt.

Leben mit einem Hirntumor

Ein Hirntumor kann das Leben der Betroffenen und ihrer Familien erheblich beeinträchtigen. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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Es gibt viele Organisationen, die Informationen, Ressourcen und Unterstützung für Menschen mit Hirntumoren und ihre Familien anbieten. Die Deutsche Hirntumorhilfe ist eine solche Organisation, die von Forschenden, Ärzten und Betroffenen gegründet wurde.

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