Hirntumor bei Frauen: Symptome, Diagnose und Behandlung

Viele Symptome eines Hirntumors wirken zunächst harmlos, bis die Diagnose feststeht. Es ist wichtig zu wissen, dass ein Hirntumor nicht gleich ein Todesurteil bedeutet. Es gibt viele verschiedene Arten, sowohl gutartige als auch bösartige, und ebenso viele Behandlungsmöglichkeiten.

Einführung

Hirntumoren sind seltene Tumorerkrankungen, die etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen. Männer erhalten etwas häufiger die Diagnose Hirntumor als Frauen. Obwohl Hirntumoren in jedem Lebensalter auftreten können, sind am häufigsten Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren betroffen. Ein weiterer, allerdings wesentlich kleinerer Häufigkeitsgipfel liegt im Kindesalter vor.

Was sind Hirntumoren?

Als Hirntumoren bezeichnet man nicht nur Tumoren im Gehirn, sondern alle Zellwucherungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Zum ZNS gehören:

  • Das Gehirn und seine Häute
  • Das Rückenmark und seine Häute
  • Die Hirnnerven, die aus dem Gehirn stammen, aber in andere Körperregionen ziehen

Am häufigsten entstehen Hirntumoren jedoch im Gehirn und in seinen Häuten (Gehirntumoren).

Gutartige und bösartige Hirntumoren

Wie bei anderen Tumoren unterscheidet man bei Hirntumoren gutartige ("benigne") von bösartigen ("maligne") Wucherungen. Ein bösartiger Tumor wird als Krebs bezeichnet. Bösartige Tumoren wachsen schneller als gutartige und können metastasieren, d.h. Teile des Krebses können sich vom Ursprungstumor trennen und an anderer Stelle Tochtertumoren, sogenannte Metastasen, bilden.

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Primäre und sekundäre Hirntumoren

Gehirntumoren haben ihren Ursprung im Gehirn. Auch im Rückenmark können sich Tumoren bilden. Tumoren des Gehirns und des Rückenmarkes werden auch unter dem Begriff Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS) zusammengefasst oder als primäre Hirntumoren bezeichnet. Hiervon sind die sekundären Hirntumoren oder Hirnmetastasen abzugrenzen. Hirnmetastasen sind Tochtergeschwülste von Tumoren, die ihren Ursprung in einem anderen Organ haben und ins zentrale Nervensystem gestreut haben. Auch im Bereich des Rückenmarkes kann es zu Metastasen anderer Tumoren kommen.

Sekundäre Hirntumoren sind sehr viel häufiger als primäre Hirntumoren. Die sekundären Hirntumoren entstehen, wenn Zellen von Tumoren aus anderen Organen ins Gehirn gelangen und hier eine Tochtergeschwulst bilden. Sie werden auch Hirnmetastasen genannt und von Fachleuten auch so und nicht als Hirntumoren bezeichnet.

Klassifikation von Hirntumoren

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hirntumoren nach dem Grad ihrer Bösartigkeit gruppiert und eine entsprechende Klassifikation vorgenommen. Diese sieht vier verschiedene Tumorgrade vor:

  • WHO Grad I: gutartig, langsames Wachstum, sehr gute Prognose
  • WHO Grad II: eher gutartig, aber Übergang in bösartige Tumoren möglich
  • WHO Grad III: bereits bösartig
  • WHO Grad IV: bösartig und aggressiv, sehr rasches Wachstum, schlechte Prognose

Je nachdem, in welche Gruppe der Hirntumor fällt, wird die Behandlung entsprechend geplant. In der Regel erfolgt bei Grad I und Grad II nur eine Operation, während bei Geschwülsten der Grade III und IV nach einer möglichen Operation zusätzlich eine Bestrahlung und beziehungsweise oder Chemotherapie erfolgt.

Verschiedene Arten von Hirntumoren

Es gibt viele verschiedene Formen von primären Hirntumoren. Man unterscheidet sie nach dem Gewebetyp, von dem die Krebserkrankung ausgeht.

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  • Gliome: Gliome sind mit etwa der Hälfte aller primären Geschwülste des Gehirngewebes die häufigsten Hirntumore. Sie gehen von Nervenstützzellen aus. Es gibt auch Übergänge von gutartigen zu bösartigen Typen. Zur Gruppe der Gliome gehören unter anderem die sogenannten Glioblastome, Astrozytome und Oligodendrogliome. Glioblastome sind die bösartigste Form der Gliome und kommen in dieser Gliomen-Gruppe am häufigsten vor.
  • Meningeome: Sie gehen von den das Gehirn umgebenden Hirnhäuten aus und sind fast immer gutartig. Meningeome wachsen in der Regel langsam. Allerdings sind sie manchmal durch ihre Lage und Ausbreitung schwierig zu behandeln.
  • Akustikusneurinome: Sie gehen in der Regel vom Gleichgewichtsnerven, seltener vom Gehörnerven aus und wachsen langsam. Akustikusneurinome sind stets gutartig, haben bedingt durch ihre Lage im Schädelknochen aber wenig Platz und sind anspruchsvoll zu behandeln.
  • Hypophysenadenome: Diese gehen von der Hirnanhangsdrüse aus und zählen nicht zu den Gehirntumoren im engeren Sinn. Sie können zu Hormonveränderungen und Sehstörungen führen. Hypophysenadenome sind fast alle gutartig. Allerdings sind auch sie manchmal schwer zu behandeln.
  • Medulloblastome: Hierbei handelt es sich um eine Geschwulst des Kleinhirns, die aus unreifen Zellen des kindlichen Gehirns entsteht. Diese Tumor-Art gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Kindesalter.

Symptome von Hirntumoren bei Frauen

Die Anzeichen für einen Hirntumor können sehr unterschiedlich sein. Durch den erhöhten Druck im Kopf können Hirntumore eine sogenannte Hirndrucksymptomatik auslösen. Bei Tumoren der Hirnanhangsdrüse können zudem hormonelle Störungen auftreten. Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome sich oft schleichend entwickeln und zunächst unspezifisch sind.

Oftmals bleibt den Betroffenen ein Hirntumor längere Zeit verborgen, da der Tumor zunächst oft keinerlei Beschwerden verursacht. Im weiteren Verlauf kann ein Hirntumor vielfältige Beschwerden auslösen. Sie sind unter anderem von der genauen Lage des Tumors abhängig. Für Hirntumoren gibt es keine Früherkennungsuntersuchungen.

Folgende Symptome können auf einen Hirntumor hinweisen:

  • Kopfschmerzen: Insbesondere nachts und morgens, die sich aber spontan im Verlauf des Tages bessern. Die Schmerzen werden meistens mit der Zeit heftiger und nehmen auch im Liegen zu. Kopfschmerzen gelten als das häufigste Erstsymptom. Etwa die Hälfte der Betroffenen klagen darüber. Neu auftretende Kopfschmerzen werden im Laufe der Zeit immer heftiger und treten vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auf, nehmen beim Liegen zu und können tagsüber besser werden. Übliche Schmerzmittel helfen immer weniger. Schmerzintensität oder Schmerzcharakter beschreiben Betroffene oft als ganz anders im Vergleich zu vorher erlebten Kopfschmerzen. Meistens lassen sich tumorbedingte Kopfschmerzen durch herkömmliche Schmerzmittel nur wenig oder gar nicht lindern, da der Druckanstieg im Schädel durch den wachsenden Tumor die Beschwerden auslöst.
  • Sehstörungen: Sehen bedeutet, mit dem Auge bestimmte Bilder wahrzunehmen. Dafür fängt die Netzhaut im Auge die Informationen ein und sendet sie über die Sehbahn bis in das Sehzentrum im Hinterkopf. An praktisch jeder Stelle dieses Weges ist es möglich, dass ein Hirntumor Symptome im Sinne von Sehstörungen auslöst. Meistens fällt ein bestimmtes Areal im Gesichtsfeld aus - Betroffene nehmen es einfach als schwarzen Fleck wahr. Mediziner nennen das Gesichtsfeldausfälle. Am Anfang bemerken Erkrankte solche Symptome oft gar nicht, weil das menschliche Gehirn die fehlenden Bildinformationen berechnet und das Bild weitestgehend vervollständigt. Erst bei größeren Arealen gelingt dies nicht mehr und ein schwarzer Fleck entsteht. Sehstörungen zeigen sich mitunter auch dadurch, dass Betroffene Bilder doppelt sehen. Sehstörungen treten besonders oft bei einem Hypophysenadenom auf. Das ist ein gutartiger, in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) wachsender Hirntumor. Ein Anzeichen für diese Art von Geschwulst ist, dass die Sicht wie bei Scheuklappen von außen her eingeschränkt ist.
  • Übelkeit und Erbrechen: Oftmals begleitet von Kopfschmerzen. Viele Menschen entwickeln bei einem Hirntumor Symptome wie Übelkeit und Erbrechen. Auch diese Beschwerden sind meist die Folge des erhöhten Hirndrucks. Oft ist den Betroffenen in den Morgenstunden übel, obwohl sie nichts gegessen haben. Für morgendliche Übelkeit gibt es aber auch andere Ursachen wie etwa eine gewöhnliche Magen-Darm-Infektion, Schwangerschaft oder Alkoholrausch.
  • Krampfanfälle: Etwa einer von fünf Patienten erleidet ohne gesundheitliche Vorboten einen epileptischen Anfall. Ein neu auftretender epileptischer Krampfanfall ist vor allem bei Kindern oft eines der allerersten Hirntumor-Symptome, das vorrangig bei primären Hirntumoren auftritt. Die Erkrankten erleiden dabei entweder einen fokalen oder einen generalisierten Krampfanfall. Ein fokaler Anfall schlägt sich in einem bestimmten Organbereich nieder. Beispielsweise zuckt ein Arm oder ein Bein. Dieser Anfallstyp geht mitunter in einen generalisierten Anfall über, bei dem der gesamte Körper betroffen ist. Meistens verlieren Betroffene während eines Krampfanfalls das Bewusstsein.
  • Lähmungserscheinungen und Sprach-, Gefühls- oder Koordinationsstörungen: Neben Sehstörungen deuten auch andere neurologische Ausfälle auf einen Hirntumor hin. Mögliche Symptome im Sinne neurologischer Ausfälle sind zum Beispiel Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle (etwa an einzelnen Gliedmaßen) oder Sprachstörungen. Ebenso typisch sind Zuckungen beispielsweise der Augenlider und plötzliches Kribbeln. Weiterhin sind Schluckstörungen oder eine veränderte Geschmackswahrnehmung mögliche tumorbedingte Symptome. Betroffene leiden oft unter Schwindel und Schwerhörigkeit oder Ohrenpfeifen (Tinnitus).
  • Persönlichkeitsveränderungen: Tumoren im Stirnlappen des Gehirns können zu Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen führen. Dies schlägt sich teilweise in leichter Reizbarkeit oder in Teilnahmslosigkeit nieder. Persönlichkeitsstörungen zählen ebenfalls zu den Symptomen, die möglicherweise auf einen Hirntumor zurückzuführen sind. Meist fällt das den Betroffenen selbst gar nicht auf, wohl aber ihren Mitmenschen. Erkrankte sind zum Beispiel leichter reizbar oder weniger konzentriert und leichter abgelenkt. Manchmal spitzen sich auch bestehende Persönlichkeitsmerkmale zu oder flachen ab. Diese Symptome treten oft schleichend ein und veranlassen Betroffene meistens erst spät, zu einem Arzt zu gehen.
  • Hormonelle Störungen: Hirntumor-Symptome treten auch in Form verschiedenster hormoneller Störungen auf. Das ist beispielsweise bei einem Hypophysenadenom der Fall: Die Hypophyse ist eine wichtige Drüse im Gehirn, die Hormone produziert, welche die Funktion anderer Hormondrüsen im Körper regulieren. Ein Tumor der Hypophyse greift hier störend ein. Mögliche Folgen sind Symptome, die etwa den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Körperwachstum oder die Sexualität betreffen. Solche hormonellen Störungen sind aber unspezifische Symptome, da sie auch bei anderen Erkrankungen vorkommen.

Wenn Sie eins oder mehrere der oben genannten Symptome an sich beobachten, ist es dringend ratsam, einen Neurologen aufzusuchen und die Beschwerden abklären zu lassen. Nicht alle aufgeführten Symptome müssen direkt auf einen Hirntumor hindeuten. So kommen beispielsweise Kopfschmerzen und Übelkeit auch bei anderen meist harmlosen Erkrankungen vor. Dennoch gilt es, hier achtsam zu sein und bei andauernden und zunehmenden Beschwerden eine Arztpraxis aufzusuchen.

Ursachen und Risikofaktoren für Hirntumoren

Wieso primäre Hirntumoren entstehen, ist nicht bekannt. Offensichtlich scheinen Lebensgewohnheiten, wie beispielsweise Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum, keine Rolle zu spielen. Für die übermäßige Nutzung von Handys gibt es ebenfalls keine Belege für die Zunahme von Hirntumoren. Auch eine erbliche Veranlagung liegt nur sehr selten vor. Es kann sein, dass eine therapeutische Kopfbestrahlung die Wahrscheinlichkeit für einen Tumor erhöht. Allerdings dauert es rein statistisch sehr lange, bis sich dieses Risiko auswirkt. Bei Kindern und Jugendlichen können Kopfbestrahlungen und Computertomographien das Risiko, einen Hirntumor zu bekommen, geringfügig erhöhen. Bei den meisten Betroffenen bleibt es aber unklar, wodurch ihre Hirntumoren ausgelöst wurden. Die Forschung in diesem Bereich läuft jedoch auf Hochtouren.

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Sekundäre Hirntumoren (Hirnmetastasen) bilden sich, wenn eine andere Krebserkrankung vorliegt. Allerdings streut natürlich nicht jeder bösartige Tumor in das Gehirn.

Diagnose von Hirntumoren

Bei der neurologischen Untersuchung spielt die Computertomographie (CT) eine wichtige Rolle. Hierbei wird das Gehirn mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet und anschließend in Schnittbildern dargestellt. Diese Bilder zeigen den Kopf im Längs- oder Querschnitt. Auf diese Weise können Tumoren und Blutungen gut erkannt werden. Auch die Kernspintomographie (MRT) ist ein wichtiges Verfahren bei der Diagnose von Hirntumoren. Eine MRT kann im Vergleich zum CT Unregelmäßigkeiten im Gewebe noch detaillierter sichtbar machen. Der Patient liegt bei der Untersuchung in einer Röhre. Sowohl bei der Computertomographie als auch bei der Kernspintomographie ist oft die Gabe von Kontrastmittel erforderlich, um Hirntumoren sicher von der Umgebung abgrenzen zu können. Das erleichtert die Diagnose.

Manchmal kommt auch die Positronenemissionstomographie (PET) zum Einsatz. Das ist ein bildgebendes Verfahren, das die Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar macht, um Krebszellen zu identifizieren. Mit dieser Untersuchung kann man Gewebe mit besonders aktivem Stoffwechsel von solchen mit weniger aktivem unterscheiden. Die Untersuchung nutzt die Tatsache aus, dass Krebszellen meist viel Energie benötigen, um wachsen zu können. Sie haben also einen aktiveren Stoffwechsel als gesunde Zellen.

Ein Elektroenzephalogramm (EEG) kann die Hirnströme aufzeichnen und Hinweise auf Funktionsstörungen des Gehirns geben.

Die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) ist ebenfalls in manchen Fällen erforderlich. So kann man eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems ausschließen. Außerdem können im Nervenwasser Krebszellen nachgewiesen werden, wenn der Verdacht besteht, dass der Tumor bereits ins Nervenwasser gestreut hat.

Die pathohistologische Untersuchung des verdächtigen Gewebes ist notwendig, um die Diagnose Hirntumor sicher zu bestätigen. Sie ist auch nötig, um die Art des Tumors und den Tumorgrad festzustellen. Dieses Wissen ist unbedingt erforderlich, um die bestmögliche Therapie für dendie Patientin auszuwählen. Die nötigen Gewebeproben werden mittels Biopsie oder im Rahmen einer Operation in einer entsprechenden Klinik gewonnen.

Therapie von Hirntumoren

Die Behandlung hängt vor allem davon ab, in welcher Region der Tumor im Gehirn sitzt und welche Funktionen des Gehirns bei einer Operation beziehungsweise einer Strahlentherapie oder Chemotherapie eventuell Schaden nehmen könnten. Von den über 100 verschiedenen primären Hirntumorarten sprechen viele auf eine der möglichen Therapie an. Das heißt sie können verkleinert, am Wachstum gehindert oder auch oft vollständig entfernt und damit geheilt werden. Etwa zwei Drittel der Hirntumore sind gutartig, etwa ein Drittel ist bösartig.

Bei der Therapie der meisten Hirntumoren spielen Operation und Strahlentherapie eine wichtige Rolle. Zusätzlich kann auch eine Chemotherapie erfolgen. Zusätzlich gib es auf dem Gebiet der Behandlung von Hirntumoren viele klinische Studien, in denen neue Verfahren erprobt werden. Diese können vor allem für Patienten mit schnell wachsenden Tumoren interessant sein.

Meistens werden Hirntumoren durch Operationen, Strahlentherapie und Chemotherapie behandelt. Seit einigen Jahren werden auch zielgerichtete Therapien und Immuntherapien eingesetzt. Sie zielen auf spezielle Eigenschaften des jeweiligen Tumors ab. Häufig werden verschiedene Therapien kombiniert.

Die Therapie eines Hirntumors richtet sich danach, aus welchen Ursprungszellen der Tumor entstanden ist (Tumorart), welche genetischen Eigenschaften er hat (zielgerichtete Therapien), wo er im Gehirn sitzt, wie groß er ist und wie seine Prognose ist, welches Alter, welchen Allgemeinzustand und welche Begleiterkrankungen derdie Patientenin hat. Hirnmetastasen müssen mit Medikamenten behandelt werden, die gegen den Ursprungskrebs und im Gehirn wirken.

Operation

Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, ohne wichtige Gehirnfunktionen zu stören. Bei gutartigen oder prognostisch günstigen Tumoren können eine Operation und anschließend regelmäßige Verlaufskontrollen ausreichend sein.

Bei gutartigen Hirntumoren stellt die Operation in der Regel die einzige notwendige Behandlung dar. Hierzu wird die Schädeldecke geöffnet und es wird versucht, den Tumor zu entfernen. In den meisten Fällen können gutartige Tumoren komplett entfernt oder zumindest ein großer Teil des Tumors entfernt werden. Erleichtert wird die Operation gutartiger Hirntumoren dadurch, dass die Tumoren - anders als bösartige Tumoren - nicht in die Umgebung einwachsen, sondern das benachbarte Gewebe lediglich verdrängen.

Die operative Entfernung wird auch bei bösartigen Tumoren versucht, gelingt aber nicht immer. In manchen Fällen kann ein bösartiger Tumor durch eine Operation verkleinert werden, um so Symptome zu lindern und die Prognose zu verbessern. Denn eine Verkleinerung des Tumors schafft oftmals bessere Bedingungen für eine nachfolgende Strahlen- oder Chemotherapie.

Strahlentherapie

Durch die Bestrahlung sollen Krebszellen zerstört und benachbarte gesunde Zellen möglichst verschont bleiben. Eine Strahlentherapie als Ersttherapie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn der Tumor an einer besonders kritischen Stelle im Gehirn liegt und deswegen nur eine Biopsieentnahme und keine Operation möglich ist. Die Anzahl der Bestrahlungssitzungen und die Bestrahlungsintensität sind abhängig vom Gewebetyp. Während der Strahlentherapie können Nebenwirkungen wie Kopfdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall und ggf. Müdigkeit auftreten. Die meisten Nebenwirkungen können jedoch häufig durch den Einsatz von verschiedenen Medikamenten gemildert werden.

Da bei den Tumoren des Gehirns operativ meist keine komplette Entfernung des Tumors möglich ist, sollen durch eine Bestrahlung im Anschluss an eine operative Tumorentfernung oder Biopsie die restlichen noch verbliebenen Tumorzellen zerstört werden. Somit soll ein erneutes lokales Tumorwachstum bzw. eine weitere Tumorausbreitung mit Wiederauftreten von Beschwerden verhindert werden. Aus diesem Grund erfolgt meist nach der Operation von Gehirntumoren eine Strahlentherapie, die häufig ambulant durchgeführt werden kann.

Durch eine Bestrahlung kann das Risiko eines erneuten Tumorwachstums vermindert werden. Auch bei weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit großen Tumoren oder Metastasen kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, in diesem Fall insbesondere zur Kontrolle der Beschwerden und zur Schmerzlinderung.

Chemotherapie

Chemotherapien werden ergänzend zur Operation und/oder Strahlentherapie eingesetzt, insbesondere bei bösartigen Tumoren. Die bekannteste Chemotherapie für die Behandlung von Gliomen basiert auf dem Wirkstoff Temozolomid.

Bei der Chemotherapie werden spezielle Krebsmedikamente eingesetzt, um die Tumorzellen abzutöten oder ihre Vermehrung zu stoppen. Eine Chemotherapie wird auch im Vorfeld einer Operation eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern.

Eine Chemotherapie alleine, ohne Operation und Strahlentherapie, zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern. Die Chemotherapie kann nach Ende der Bestrahlung bei nachgewiesener Wirksamkeit fortgesetzt werden, um die bis dahin erreichte Wirkung (Symptomkontrolle, Größenstabilisierung oder Größenreduktion) aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern. Auch bei Einsatz einer Chemotherapie nach einer Strahlentherapie, wenn diese nicht mehr möglich ist, z.B. im Falle eines erneuten Auftretens eines Tumors, kann durch verschiedene Substanzen und durch verschiedene Kombinationen eine Symptomkontrolle ggf. mit Ansprechen des Tumors (Größenstabilisierung oder Größenreduktion) erreicht werden.

Seit kurzem stehen zur Chemotherapie von Gehirntumoren neuere gutverträgliche Substanzen zur Verfügung, für die eine Wirksamkeit bei verschiedenen Tumoren des Gehirns gezeigt werden konnte und für andere Tumoren im Weiteren noch gezeigt werden muss. Da aufgrund neuer Erkenntnisse die Wirksamkeit vieler bekannter und neuentwickelter Substanzen in der Therapie der Gehirntumoren untersucht werden, ist es grundsätzlich für Patienten mit einem Gehirntumor ratsam, diese tumorspezifischen Therapien von spezialisierten Ärzten an "Therapiezentren" und falls möglich innerhalb "klinischer Studien" durchführen zu lassen. Ein Teil dieser Therapien kann ambulant durchgeführt werden.

Supportive Therapie

Die sogenannte supportive Therapie unterstützt den Patienten während seiner Krankheit. Im Gegensatz zu den anderen Therapien bekämpft dieses Verfahren den Tumor nicht direkt, sondern hilft Patienten, die Beschwerden der verschiedenen anderen Behandlungen zu minimieren. Hier werden beispielsweise vor allem die Kopfschmerzen, das Erbrechen und die Übelkeit behandelt.

Lebenserwartung bei Hirntumoren

Die Lebenserwartung bei einem Hirntumor ist sehr unterschiedlich. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Art des Hirntumors. Das kann zum Beispiel ein primärer Tumor sein. Das heißt: Er ist im Gehirn entstanden. Neben der Art des Tumors spielt das betroffene Areal im Gehirn eine wichtige Rolle (Lokalisation). Schließlich sind der Allgemeinzustand der Betroffenen und das biologische Alter sehr relevant, um abzuschätzen, ob bestimmte aggressive Therapien vertretbar sind. Demnach kann die Lebenserwartung zwischen wenigen Wochen und einer nahezu unbegrenzten Lebenserwartung liegen.

Rehabilitation bei Hirntumoren

In der Reha nach der Akuttherapie des Hirntumors werden die Folgen der Tumorerkrankung und der Tumortherapie und - falls der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte - auch der Hirntumor in Kliniken für Rehabilitation behandelt. Patientinnen, die einen Hirntumor hatten oder haben, leiden häufig unter neurologischen Ausfallerscheinungen (bspw. Lähmungen, Sprach- und Sprechstörungen, Beeinträchtigungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung). Daher sollten die Patientinnen während der Rehabilitation nicht nur onkologisch sondern unbedingt auch neurologisch behandelt werden.

Aufgrund der großen Vielfalt der Krankheitsbilder und den unterschiedlichen Verläufen bei einem Hirntumor, muss bei jedemr Patientenin die Nachsorge individuell geplant werden. Grundsätzlich unterscheidet man auch bei der Reha kurative und palliative Therapien:

  • Die kurative Behandlung soll Sie dabei unterstützen, sich wieder in Ihren privaten und beruflichen Alltag einzufinden die Folgen der Tumortherapie behandeln Ihre Lebensqualität verbessern Ihre Selbstständigkeit wiederherstellen
  • Ziele einer palliativen Behandlung: das Fortschreiten der Erkrankung eindämmen Ihre Beschwerden lindern Ihre Lebensqualität verbessern die häusliche Versorgung klären

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