Human Brain Training: Wege zur Förderung von Lernen, Kreativität und Innovation

Einführung

Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich anzupassen und zu lernen, ist bemerkenswert. "Huther Gehirn Training" zielt darauf ab, diese Fähigkeit zu nutzen und zu verbessern, um Lernen, Kreativität und Innovation zu fördern. Dieser Artikel untersucht, wie Unternehmen und Einzelpersonen die Prinzipien der Hirnforschung nutzen können, um ein Umfeld zu schaffen, das das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns unterstützt.

Das Unternehmen als Gehirn

Ein Unternehmen kann als ein komplexes System betrachtet werden, das dem menschlichen Gehirn ähnelt. So wie ein gesundes Gehirn auf eine effiziente Kommunikation zwischen verschiedenen Regionen angewiesen ist, hängt der Erfolg eines Unternehmens von einer effektiven Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern ab.

  • Ideenreichtum als Indikator: Die Innovationskraft eines Unternehmens spiegelt dessen inneren Zustand wider. Ein geringer Ideenoutput deutet auf einen Mangel an Neugier, Begeisterung und Gestaltungslust hin.
  • Kommunikationsblockaden: Ähnlich wie bei Gehirnen, bei denen die Kommunikation zwischen den Hemisphären gestört ist, können Unternehmen unter Blockaden leiden, die Kreativität und Innovation behindern.
  • Lernfähigkeit als Schlüssel zum Erfolg: Unternehmen, die langfristig erfolgreich sind, ähneln lernfähigen Gehirnen. Sie lernen aus Fehlern, sammeln Erfahrungen und passen sich veränderten Bedingungen an.
  • Optimale Voraussetzungen für Mitarbeiter: Unternehmen, die wie ein gut funktionierendes Gehirn agieren, bieten ihren Mitarbeitern optimale Voraussetzungen, um ihr volles Potenzial zu entfalten.

Neurobiologische Voraussetzungen für Kreativität

Obwohl Kreativität schwer zu definieren ist, lassen sich bestimmte neurobiologische Voraussetzungen und äußere Bedingungen identifizieren, die für kreative Leistungen erforderlich sind.

  • Emotionale Aktivierung: Das, was man lernen will, muss unter die Haut gehen. Nur durch die Aktivierung emotionaler Zentren werden Botenstoffe freigesetzt, die das Gelernte in Form von neu aufgebauten Netzwerken verankern.
  • Neuroplastische Botenstoffe: Diese Botenstoffe wirken wie Dünger im Hirn und stimulieren das Auswachsen weiterer Fortsätze und die Bereitstellung weiterer Kontakte und Vernetzungen.
  • Bedeutsamkeit und Relevanz: Neues Wissen und Fähigkeiten werden nur dann erworben, wenn sie emotional berühren und als bedeutsam für den Lernenden empfunden werden.
  • Einladung, Ermutigung und Inspiration: Schüler können nicht zum Lernen gezwungen werden, sondern müssen dazu eingeladen, ermutigt und inspiriert werden.

Vier Regeln des intelligenten Managements

Um die Innovationskraft eines Unternehmens zu fördern, können folgende Regeln des intelligenten Managements angewendet werden:

  1. Herausforderung: Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter immer wieder neu herausfordern, um das Denken beweglich zu halten.
  2. Vernetzung: Das Know-how im Unternehmen sollte vernetzt werden, um bereits vorhandene Wissensbestände miteinander zu verknüpfen.
  3. Fehlerkultur: Es sollte eine positive Fehlerkultur geschaffen werden, in der Mitarbeiter möglichst wenig Druck und Versagensangst verspüren.
  4. Positive Erfahrungen: Führungskräfte sollten mit positiven Erfahrungen, Wahrnehmungen und Emotionen verknüpft sein, um die Netzwerke im Gehirn zu stärken.

Was läuft in deutschen Schulen schief?

Der Neurobiologe Gerald Hüther beschäftigt sich seit Jahren mit dem deutschen Schulsystem und seinen Lehrplänen. Er kritisiert, dass in der Schule oft versucht wird, das Gehirn wie einen Muskel durch Auswendiglernen und Wiederholen zu trainieren. Die Folge: Es bleibt kaum etwas hängen.

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  • Lust am Lernen erhalten: Hüther betont, dass es wichtig ist, die Lust am Lernen aufrechtzuerhalten. Schüler sollten in der Schule vor allem zwei Dinge lernen: Wie viel Freude es macht, wenn man sich Wissen erschließt, und dass es nichts Schöneres gibt, als sich Wissen von anderen Menschen zu erschließen.
  • Selbstständigkeit fördern: Schulen sollten mehr auf Selbstständigkeit setzen. Schüler sollten fühlen, dass man ihnen etwas zutraut und Aufgaben bewältigen, an denen sie wachsen können.
  • Konkurrenzdruck reduzieren: Der hohe Konkurrenzdruck in deutschen Schulen ist nicht förderlich für den Spaß am Lernen. Besser wäre es, wenn Schüler in altersgemischten, jahrgangsübergreifenden Lerngruppen lernen würden.
  • Begeisterung wecken: Der wichtigste Rohstoff unseres Landes ist die Begeisterung der Menschen am Entdecken und Gestalten. Diese Begeisterung muss genährt und darf nicht unterdrückt werden.

Hirngerechte Bildung

"Hirngerecht" sind Bildungsangebote, die für Kinder bedeutsam und wichtig sind, als eigene Erfahrung am ganzen Körper erfahren werden, sich im praktischen Lebensvollzug als nützlich erweisen und in denen Kinder spüren, dass sie so, wie sie sind, richtig sind.

  • Bedeutsamkeit: Bildungsangebote sollten für das Kind sinnvoll und bedeutsam sein.
  • Ganzheitlichkeit: Erfahrungen sollten am ganzen Körper, mit allen Sinnen und unter emotionaler Beteiligung erfahren werden.
  • Praktische Anwendbarkeit: Die gewonnenen Einsichten, Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten sollten sich im praktischen Lebensvollzug als nützlich erweisen.
  • Akzeptanz: Kinder sollten in ihrer jeweiligen Bildungseinrichtung spüren, dass sie so, wie sie sind, richtig sind, angenommen werden und dazugehören dürfen.
  • Raum für Entfaltung: Kindern sollte genügend Raum und Möglichkeiten geboten werden, um zu zeigen, was in ihnen steckt.

Bildung braucht vertrauensvolle Beziehungen

Damit Bildung aus neurowissenschaftlicher Sicht gelingen kann, müssen Bildungseinrichtungen zu Orten werden, die Kinder gern aufsuchen, wo sie sich sicher und geborgen, unterstützt und wertgeschätzt fühlen. Entscheidend ist dabei immer die subjektive Bewertung des Kindes.

  • Vertrauen: Anstelle von Angst sollte sich mehr Vertrauen in Bildungseinrichtungen ausbreiten.
  • Vorbilder: Kinder brauchen Vorbilder, denen sie nacheifern können.
  • Ziele: Kinder brauchen Ziele, für deren Erreichen es sich anzustrengen lohnt.
  • Visionen: Kinder brauchen Visionen davon, wie ihr Leben gelingen kann.

Lebenslanges Lernen

Die moderne Hirnforschung hat bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Die sogenannte Plastizität des menschlichen Gehirns bedeutet, dass es lebenslang veränderbar, ausbaubar und anpassungsfähig ist. Die innere Struktur und Organisation des Gehirns passt sich an seine konkrete Benutzung an.

  • Freude und Motivation: Lernen funktioniert nur dann nachhaltig, wenn man Freude daran hat und motiviert ist.
  • Lebensfreude: Positive, optimistische Menschen sind meist neugierig und haben Spaß, etwas Neues zu lernen.
  • Herausforderungen: Das Gehirn muss lebenslang herausgefordert werden, sonst verkümmert es.

Kritik an Gehirntrainingsprogrammen

Obwohl der Denksportmarkt boomt, bezweifeln einige Experten, dass Trainingsprogramme wie Sudokus oder Gehirnjogging am Computer positive Auswirkungen auf das Gehirn haben.

  • Soziale Erfahrungen: Das Gehirn lernt am besten im sozialen Verbund, in Beziehungen.
  • Praktische Anwendung: Gelerntes sollte praktisch angewendet werden, um wichtige Vernetzungen im Gehirn zu schaffen.
  • Komplexere Erfahrungen: Erfahrungen, die man in Gruppen macht, wie z.B. das Besteigen eines Berges, sind komplexer und nachhaltiger als Lernspiele.

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