HWS-Syndrom nach Kleinhirninfarkt: Ursachen und Therapie

Das HWS-Syndrom, oder Halswirbelsäulensyndrom, ist ein Sammelbegriff für Beschwerden im Nackenbereich, die bis in Schultern und Arme ausstrahlen können. Häufige Ursachen sind Verspannungen aufgrund von Überlastung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Prävention des HWS-Syndroms, wobei auch seltene Ursachen wie ein Kleinhirninfarkt berücksichtigt werden.

Was ist das HWS-Syndrom?

Der Begriff HWS-Syndrom umfasst alle Beschwerden, die im Bereich der Halswirbelsäule auftreten oder von dort ausgehen. Die Schmerzen können bis in andere Körperbereiche wie Kopf, unterer Rücken oder Arme ausstrahlen.

In der Medizin wird der Begriff "Syndrom" verwendet, wenn eine Gruppe von Symptomen gleichzeitig auftritt. Verschiedene Krankheiten können Ursache für einen solchen Symptomenkomplex sein. "Syndrom" ist also nicht gleichbedeutend mit dem Wort "Krankheit". Denn damit ist die Störung einer Organfunktion, der Psyche oder des gesamten Organismus gemeint.

Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln (Zervikalwirbel) zwischen Kopf und Brustwirbelsäule. Häufig wird das HWS-Syndrom durch eine akute Blockade von Wirbelgelenken hervorgerufen. Eine solche Wirbelblockade kann durch verschiedene Ursachen bedingt sein. Die Folgen: Die Halswirbelsäule ist nicht mehr so gut beweglich, es kommt zu schmerzhaften Einschränkungen beim Drehen und Neigen (Stichwort: steifer Nacken). Zudem können die Beschwerden in Schulter und Arme ausstrahlen.

Ursachen des HWS-Syndroms

Die Ursachen für das HWS-Syndrom sind vielfältig. Häufiges Arbeiten im Sitzen und eine hohe Bildschirmnutzung im Alltag tragen bei vielen Menschen dazu bei, dass ihre Halswirbelsäule (HWS) immer längere Zeit in der gleichen Stellung verharren muss. Bei 45 Grad Kopfneigung können bis zu 30 Kilo auf die sieben Halswirbel drücken.

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Ein Schleudertrauma wird häufig durch Verkehrsunfälle ausgelöst und kann zu starken Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich führen. Dabei kommt es zu einer Dehnung und Überdehnung der Muskeln und Bänder im Nackenbereich, was zu starken Schmerzen führen kann.

Klassische Ursachen für eine Blockade der Halswirbelsäule können Fehlhaltung oder ein Unfall sein, aber auch eine ungewöhnliche kurzzeitige Überlastung kann zur Blockade führen. Außerdem können mit dem Alter auch Verschleißerscheinungen der Halswirbelköper häufiger in Erscheinung treten.

Neben den genannten Ursachen können auch folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Verspannungen: Häufigste Ursache, oft durch Fehlhaltungen, Stress oder Überlastung.
  • Degenerative Veränderungen: Verschleiß der Bandscheiben und Wirbelgelenke im Alter.
  • Verletzungen: Schleudertrauma nach Verkehrsunfällen oder Sportverletzungen. Dabei beschreibt der Begriff "Schleudertrauma" kein Krankheitsbild, sondern vielmehr den Unfallhergang, der zu eben dieser Beschleunigungsverletzung führt: Die Halswirbelsäule wird durch eine ruckartige Bewegung des Kopfes kurzfristig überstreckt und im Anschluss sehr stark gebeugt. Dies ist vor allem bei Auffahrunfällen der Fall, aber auch Sportverletzungen (insbesondere beim Kampfsport) oder ein Sturz können dazu führen.
  • Bandscheibenvorfall: Vorwölbung oder Riss der Bandscheibe, der auf Nerven drücken kann.
  • Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals, die das Rückenmark und die Nerven einengt. Eine Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule (HWS) ist eine Verengung des Rückenmarkkanals (Spinalkanal), durch die Rückenmark, Nerven und Blutgefäße abgedrückt werden können. Sie ist in seltenen Fällen angeboren, entwickelt sich jedoch meist im Laufe des Lebens aufgrund altersbedingter (degenerativer) Abnutzung der Gelenke, Bänder und Bandscheiben. Dabei kommt es unter anderem zu Knochenauswüchsen (Osteophyten) bzw. Knochenanbauten (Spondylophyten) und Verdickungen von Bändern im Rückenmarkkanal, wodurch Rückenmark und abgehende Halsnerven eingeklemmt werden können (Kompression).
  • Tumore: Selten, können aber auf Nerven und Rückenmark drücken.
  • Entzündungen: Z.B. bei Rheuma oder Arthritis.
  • Fehlbildungen: Angeborene Anomalien der Halswirbelsäule.
  • Operationen: Seltener kommt es zum Beispiel durch eine fehlgeschlagene Wirbelsäulen-OP zu Folgeschäden.
  • Vitamin-D-Mangel: Seltener kommt es zum Beispiel durch einen Vitamin-D-Mangel zu einer Erweichung des Knochens (Rachitis) an der Halswirbelsäule.

Seltene Ursachen: Kleinhirninfarkt und HWS-Syndrom

In seltenen Fällen kann ein Kleinhirninfarkt indirekt zu einem HWS-Syndrom führen. Ein Schlaganfall kann die Muskelsteuerung beeinträchtigen und zu Fehlhaltungen und Verspannungen im Nackenbereich führen. Auch chiropraktische Manipulationen der Halswirbelsäule scheinen kein erhöhtes Risiko für ischämische Schlaganfälle zu bergen. Es ist somit eher wahrscheinlich, dass frühe Symptome der Dissektion die Betroffenen mit Nacken- und Kopfschmerzen zum Arzt geführt haben. Manipulation an der Halswirbelsäule (HWS) wurden immer wieder mit vaskulären Komplikationen in Zusammenhang gebracht. Für die oft befürchteten Carotis-Dissektionen scheint man hier Entwarnung geben zu können - Verletzungen der Vertebralarterien lassen sich aber nach dem jetzigen Stand nicht sicher ausschließen.

Symptome des HWS-Syndroms

Das HWS-Syndrom hat viele Gesichter - verschiedene Symptome liegen gleichzeitig vor. Zu den häufigsten Beschwerden gehören eine versteifte Muskulatur sowie Hals- Nacken- und Kopfschmerzen mit ausstrahlenden Schmerzen in andere Körperregionen. Dabei leidet nicht jeder Betroffene zwangsläufig an allen Beschwerden. Ganz im Gegenteil: Wo die Symptome genau auftreten, kann dem Arzt einen Hinweis darauf geben, welcher Teil der Halswirbelsäule betroffen ist.

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Einige häufige Anzeichen und Symptome eines Schleudertraumas können sein:

  • Schmerzen und schmerzhaftes Ziehen im Nacken durch Verspannungen. Die Beschwerden können dabei auch in Schultern und Arme ausstrahlen.
  • Nackenschmerzen
  • Steifheit im Nacken
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Schwierigkeiten beim Konzentrieren oder Gedächtnisprobleme
  • Taubheitsgefühl in Armen und Händen. In extremeren Fällen kann das HWS-Syndrom auch zu Taubheitsgefühlen in Armen und Händen führen, vor allem Daumen und Zeigefinger können betroffen sein.
  • Seh- und Hörstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • Kiefergelenkschmerzen
  • Schlafstörungen

Verkrampfen die Muskeln im Nackenbereich, drückt dies mitunter auf Nerven, die im Kopfbereich verlaufen. Diese Hinterhauptnerven sind eng mit verschiedenen Halsmuskeln verbunden und können bei verspannter Nackenmuskulatur gereizt werden. Das äußert sich durch Kopfschmerzen, die vom Hinterhaupt helmartig bis zur Stirn ausstrahlen.

Eine Halswirbelkanalverengung kann zu Missempfindungen in den Händen und Störungen der Feinmotorik sowie zu Gangunsicherheit führen und alltägliche Tätigkeiten enorm erschweren. Im fortgeschrittenen Stadium können Lähmungserscheinungen aufgrund geschädigter Nerven auftreten. Eine Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule kann sich im Bereich des Gesichts, der Schultern, der Arme und der Hände bemerkbar machen. Meist treten starke Nacken- und Schulterschmerzen auf. Das Feingefühl, die Beweglichkeit und die Kraft der Hände können stark nachlassen, sodass Alltagstätigkeiten wie das Zuknöpfen eines Hemdes oder das Ergreifen kleiner Gegenstände nur noch schwer möglich sind.

Manche Menschen erschrecken, wenn sie auf einmal ein Knackgeräusch hören, das aus dem Nacken zu kommen scheint. Unser Rückenspezialist Dr. Leichte Knackgeräusche im Nacken sind meist harmlos und normal. Sie können bis in den Hinterkopf ausstrahlen. Das Knacken entsteht, wenn sich die kleinen Wirbelgelenke verschieben und so ein leichter Unterdruck entsteht. Das Knacken im Nacken kann auch mit Verspannungen zusammenhängen. Blockaden in der Halswirbelsäule sorgen dafür, dass sich die verspannten Haltebänder im Nackenbereich dehnen und dabei ein knackendes Geräusch entsteht. Es kann aber auch sein, dass eine ruckartige Bewegung daran schuld ist. Aufhorchen sollten Sie, wenn das Knacken in der HWS mit Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen einhergeht.

Knirschen im Nacken, das sich wie Sand anhört und beim Kopfdrehen auftritt, hat häufig andere Ursachen. Das Knirschen im Genick und im Kopf deutet auf Knorpelabrieb und Gelenkverschleiß in der Halswirbelsäule hin. Eine Schädigung der Bandscheiben kann dazu führen, dass sich die Knorpelflächen abnutzen. Das Knirschen in der HWS entsteht, wenn Knochen auf Knochen reiben. Das sandige Geräusch beim Kopfdrehen könnte daher ein Hinweis sein, dass Ihr Hals Bewegung braucht.

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Diagnose des HWS-Syndroms

Zur Diagnose des HWS-Syndroms gehört zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten (Anamnese). Im Anschluss daran erfolgt für gewöhnlich die körperliche Untersuchung. Der Mediziner testet hierbei, wie beweglich Nacken, Schultern und Arme sind und nimmt eine Etagendiagnostik, also Höheneinordnung vor.

Aufgrund der vielfältigen Symptome, die eine Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule auslösen kann, setzen wir auf eine gründliche Ursachenforschung, um andere mögliche Erkrankungen auszuschließen. Ein ausführliches Gespräch mit Ihnen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung helfen uns dabei. Ihre Körperhaltung, Wirbelsäulenausrichtung sowie Wirbelsäulenbeweglichkeit liefern uns erste Hinweise. Außerdem untersuchen wir Ihre Arme und Beine auf Druck- und Bewegungsschmerzpunkte. Empfindungsstörungen, Reflexe und Muskelkraft können wir im Rahmen einer neurologischen Untersuchung überprüfen.

Weitere diagnostische Maßnahmen können sein:

  • Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss von Frakturen und zur Beurteilung der knöchernen Strukturen. Das Anfertigen einer Röntgenaufnahme vervollständigt in der Regel die Diagnosestellung.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Zur Darstellung von Bandscheiben, Nerven und Weichteilen. Mit der Magnetresonanztomografie (MRT), einem strahlungsfreien Untersuchungsverfahren, können wir den Spinalkanal sowie das darin verlaufende Rückenmark und die Nervenwurzeln präzise darstellen und eine eventuelle Verengung feststellen.
  • CT (Computertomografie): Alternative zur MRT, besonders bei Kontraindikationen (z.B. Herzschrittmacher). Falls dieses Verfahren nicht geeignet ist - beispielsweise weil Sie einen Herzschrittmacher tragen - können wir Ihren Halswirbelkanal in einer Computertomografie (CT) darstellen.
  • EMG (Elektromyografie): Zur Messung der Muskelaktivität und Nervenleitgeschwindigkeit. Die elektrische Aktivität Ihrer Muskeln können wir mit der Elektromyografie (EMG) untersuchen.
  • Myelografie: In sehr seltenen Fällen kann eine kontrastmittelgestützte Untersuchung des Wirbelkanals mittels Röntgenaufnahme (Myelografie) und CT (Myelo-CT) hilfreich sein.

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall ist es wichtig, diesen zum Beispiel mit Hilfe von bildgebenden Verfahren auszuschließen. Wichtig ist, dass bei dem Verdacht auf ein HWS-Syndrom zuerst eine Nervenwurzel- oder Halsmarkschädigung ausgeschlossen wird. Das heißt, der Patient muss klinisch und neurologisch gründlich untersucht werden. Außerdem sollte eine elektromyographische Diagnostik und eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) erfolgen, um mögliche Veränderungen der Halswirbelsäule auszuschließen.

Um das Ausmaß des Traumas zu bestimmen, wird oft eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, bei der Verletzungen an der Wirbelsäule oder im Gehirn festgestellt werden können.

Quebec Task Force Klassifikation

Um den Schweregrad des Schleudertraumas zu bestimmen, wird oft die Quebec Task Force Klassifikation angewendet. Diese Klassifikation teilt das Schleudertrauma in vier Stufen ein, wobei die erste Stufe am wenigsten schwerwiegend und die vierte Stufe am gravierendsten ist. Sie wurde 1995 von der Quebec Task Force entwickelt und basiert auf der Schwere der Symptome sowie dem Grad der funktionellen Beeinträchtigung.

Die Quebec Task Force Klassifikation für ein Schleudertrauma umfasst fünf Grade:

  • Grade 0: Keine Symptome oder körperliche Anzeichen von Verletzungen.
  • Grade I: Nackenschmerzen, Steifheit oder Empfindlichkeit, aber keine objektiven Anzeichen einer Verletzung.
  • Grade II: Nackenschmerzen mit objektiven Anzeichen einer Verletzung wie eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule oder Muskelkrämpfe.
  • Grade III: Nackenschmerzen und neurologische Symptome wie Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schwäche in den Armen oder Beinen.
  • Grade IV: Nackenschmerzen und Frakturen oder Dislokationen der Halswirbelsäule.

Diese Klassifikation hilft Ärzten bei der Diagnose und Behandlung von Schleudertraumata und kann auch bei rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Autounfällen verwendet werden.

Behandlung des HWS-Syndroms

Die Behandlung des HWS-Syndroms kommt auf die Ursache an. Zur Behandlung selbst kommen verschiedene Methoden infrage, die sich zum Teil ergänzen und nach der Ursache des HWS-Syndroms richten.

Besteht kein Grund zu einer Operation, kann das HWS-Syndrom mit verschiedenen, konservativen Methoden behandelt werden. Die Therapien können sich ergänzen und richten sich nach der jeweiligen Ursache des HWS-Syndroms.

In den allermeisten Fällen und bei den meisten Formen des Halswirbelsäulensyndroms kommen für die Behandlung aber konservative Therapien in Frage, weil es um Probleme der Muskulatur geht. Das bedeutet vor allem: Patientinnen und Patienten möglichst schnell wieder in eine normale und gesunde Haltung und Bewegung zu bringen, beispielsweise mit Hilfe von Physiotherapie sowie Übungen zur Entspannung und zur Kräftigung. Dabei ist es wichtig, dass Kopf und Hals beweglich bleiben.

Behandlungsoptionen sind:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel mit entzündungshemmenden Substanzen wie Diclofenac oder Ibuprofen.
  • Wärme: Wärme trägt zur Entspannung der Muskulatur bei, viele Betroffene empfinden diese als wohltuend und schmerzlindernd. Schon gewusst? Durchblutungsfördernde Salben oder Pflaster funktionieren auch mit der lindernden Wirkung der Wärme. Häufig finden hier Präparate auf Hitzereiz erzeugender Capsaicin-Basis Anwendung. Capsaicin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid (stickstoffhaltige Base), das sich in verschiedenen Paprika-Arten findet.
  • Physiotherapie: Physiotherapie dient der Stärkung der Wirbelsäulenmuskulatur. Das Ziel ist es, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit wiederherzustellen und eventuelle Verspannungen oder Blockaden zu lösen. Die Behandlung sollte dabei so früh wie möglich begonnen werden, um Schonhaltung, Verspannung und Muskelschwäche zu verhindern.
  • Massagen: Massagen helfen dabei, verspannte Muskeln zu lockern und die Durchblutung zu fördern.
  • Manuelle Therapie: Manuelle Therapie nutzt spezielle Grifftechniken, um Blockaden und Funktionsstörungen in der HWS zu lösen.
  • Chiropraktik: Chiropraktik fokussiert sich auf die Diagnose und Behandlung von mechanischen Störungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Wirbelsäule.
  • Spritzen: Sind Nerven eingeklemmt oder handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall, können auch Spritzen im Rahmen der Schmerztherapie zum Einsatz kommen (minimal-invasive Injektionstherapie).
  • Halskrause: Außerdem kann das Tragen einer Halskrause bzw. Cervicalstütze kurzfristig zur Ruhigstellung und Entlastung der Halswirbelsäule sinnvoll sein. In der Notfallmedizin wird im Regelfall eine Cervicalstütze in Form einer Kunststoffmanschette verwendet, um die Halswirbel zu immobilisieren und zu stabilisieren. Weiche, elastische Halskrausen werden hauptsächlich zur Stabilisierung, Schmerzlinderung und Entlastung getragen. Durch ihre wärmende Wirkung unterstützen sie außerdem die Relaxation der Halswirbelsäule. Man erhält Sie im Sanitätshaus, wo es die anatomische Cervicalstütze in verschiedenen Größen für Kinder und Erwachsene gibt.
  • Operation: Nach einem Unfall oder in schweren Fällen bei einem Bandscheibenvorfall kann eine OP infrage kommen. Bei schwereren Verletzungen, wenn z.B. Wirbel und Nervenstränge verletzt worden sind, kann jedoch auch eine Operation notwendig sein.

In aller Regel geht es bei Hilfe gegen eine Wirbelblockade darum, die verspannten Muskeln durch Übungen wieder zu mobilisieren und zu entspannen. Dabei können Wärme, Lockerungsübungen, Manuelle Therapie, aber auch Schmerzmittel oder Muskelrelaxanzien helfen.

Behandlungsdauer

Wie lange Betroffene mit den Beschwerden rechnen müssen, lässt sich leider nicht fest bestimmen, da die Schmerzen und Einschränkungen von der jeweiligen Ursache abhängen. In den meisten Fällen verschwinden die HWS-Beschwerden nach wenigen Tagen. Ganz allgemein gilt für ein gelegentlich auftretendes, akutes HWS-Syndrom, dass die Beschwerden in der Regel nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden sind. Von Arzt oder Ärztin empfohlene Übungen können diesen Prozess beschleunigen und Verspannungen aktiv mindern. Ab einer Dauer von mehr als drei Monaten sprechen Expertinnen und Experten davon, dass ein Halswirbelsäulensyndrom chronisch geworden ist.

Je nachdem, welche und wie viele Bereiche betroffen sind, kann der Genesungsprozess eines Schleudertraumas bis zu sechs Monate dauern. Des Weiteren beeinflusst auch die individuelle körperliche Verfassung die Genesungsdauer: Menschen mit einer guten allgemeinen Gesundheit haben tendenziell bessere Chancen auf eine schnellere Erholung als solche mit Vorerkrankungen oder bereits bestehenden gesundheitlichen Problemen. Es ist wichtig anzumerken, dass Geduld und Ausdauer während des Genesungsprozesses von entscheidender Bedeutung sind. Manche Menschen können bereits innerhalb weniger Wochen eine deutliche Verbesserung spüren, während andere mehr Zeit benötigen. Es ist ratsam, sich nicht zu früh wieder in anspruchsvolle körperliche Aktivitäten einzubringen oder das Training abzubrechen - dies könnte den Heilungsprozess verzögern oder sogar verschlimmern.

Normalerweise klingen die Beschwerden bei einem akuten HWS-Syndrom nach entsprechender Behandlung innerhalb weniger Tagen wieder ab. Liegt ein chronisches HWS-Syndrom aufgrund von degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule vor, ist die vollständige Heilung oft nicht mehr zu erreichen bzw. der Patient muss mit dem Wiederkehren der Beschwerden rechnen.

Vorbeugung des HWS-Syndroms

Um den typischen Ursachen des Halswirbelsäulensyndroms aber wirklich nachzukommen, braucht es auf Dauer oft mehr Bewegung und Sport, eine gesunde Haltung im Alltag und gegebenenfalls auch die Reduktion von Stress.

Einige der Ursachen eines HWS-Syndroms liegen in der Lebensweise begründet und werden daher von jedem Menschen selbst beeinflusst. Bewegungsmangel und langes Sitzen - beides keine Seltenheit bei Büroarbeit - können Sie im Alltag durch sportliche Aktivitäten ausgleichen. Ebenfalls wichtig zur Prophylaxe eines Halswirbelsäulensyndroms sind ein kräftiger Rücken und eine aufrechte Haltung. Um eine gesunde Körperhaltung zu erlernen und die Rückenmuskulatur zu trainieren, ist eine Rückenschule sinnvoll.

Vorbeugen lässt sich dem HWS-Syndrom durch regelmäßige Bewegung, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und gezieltes Training der Nacken- und Rückenmuskulatur.

Wichtig: Der Rücken bleibt während der Übungen möglichst gerade. Drehen Sie den Kopf zunächst auf die rechte Seite und nicken Sie einige Male. Positionieren Sie das Kinn in Richtung des Brustbeins und vollziehen Sie eine Drehung des Kopfs erst nach rechts, im Anschluss nach links. Schieben Sie den Kopf so weit es Ihnen möglich ist nach vorne und nach hinten. Bei der Rückwärtsbewegung darf gerne ein Doppelkinn entstehen.

Falsches Liegen und eine ungeeignete Schlafumgebung können zu Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich führen beziehungsweise die Symptome des HWS-Syndroms verschlimmern. So liegen Sie richtig: Am schonendsten ist das Liegen auf dem Rücken oder auf der Seite. Kissen je nach Lage: Wenn Sie Bauchschläfer sind und es sich nicht so leicht abgewöhnen können oder möchten, sollten Sie zumindest ein sehr dünnes Kopfkissen zu verwenden - oder gar keins. So bleibt die Halswirbelsäule eine annähernd gerade Verlängerung der restlichen Wirbelsäule. Die Matratze macht‘s: Investieren Sie in eine hochwertige Matratze, die die Wirbelsäule und vor allem den Halswirbelbereich optimal unterstützt. Auf Höhe des Gesäßes und der Schultern sollte sie etwas nachgeben.

Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie generell mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen. Starres Sitzen im Büro führt früher oder später häufig zu Rücken- oder Nackenproblemen.

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