Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die sich durch eine Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen äußert. Die Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt, insbesondere im Verständnis der Rolle des Magen-Darm-Trakts bei der Entstehung und dem Verlauf der Krankheit. Dieser Artikel beleuchtet die neurologische Untersuchung bei Parkinson, die Bedeutung von Bauchwellen in der Forschung, aktuelle Therapieansätze und neue Erkenntnisse über die Ursachen der Erkrankung.
Symptome und Diagnose der Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit manifestiert sich oft schleichend, was die Diagnose erschweren kann. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinese): Dies äußert sich in einer allgemeinen Verlangsamung der Bewegungen, die alltägliche Aufgaben erschweren kann.
- Zunahme der Muskelspannung (Rigor): Steifheit und Muskelsteifheit können die Bewegungsfreiheit einschränken und Schmerzen verursachen.
- Kleinschrittiges Gehen: Betroffene machen oft kleinere Schritte und haben Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.
- Veränderte Körperhaltung: Eine vornübergebeugte Haltung ist häufig zu beobachten.
- Zittern (Tremor): Ein Zittern, besonders in Ruhe, ist ein bekanntes Symptom, kann aber auch fehlen.
- Weitere Beschwerden: Riechstörungen, Schlafstörungen, Verstopfung und Depressionen können ebenfalls auftreten.
Die Diagnose der Parkinson-Krankheit basiert auf einer umfassenden neurologischen Untersuchung. Diese umfasst:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und aktueller Beschwerden.
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der motorischen Fähigkeiten, Reflexe und des Gleichgewichts.
- Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder nuklearmedizinische Untersuchungen (DAT-SPECT) werden eingesetzt, um andere Erkrankungen auszuschließen.
- Levodopa-Test: Die Gabe von Levodopa, einer Vorstufe von Dopamin, kann helfen, die Diagnose zu bestätigen, wenn sich der Zustand des Patienten verbessert.
- Tremoranalyse und Schlaflabor: Diese Untersuchungen können zusätzliche Informationen liefern.
Eine spezielle nuklearmedizinische Untersuchung ist die DaTSCAN™-Szintigraphie. Diese Untersuchung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit die Diagnose eines Morbus Parkinson bestätigen. Sie dient der Darstellung der präsynaptischen Dopaminrezeptoren und kann einen neurodegenerativen Parkinson von einem essentiellen Tremor oder einem medikamenteninduzierten Parkinson unterscheiden. Sie wird bei unklaren neurologischen Symptomen wie Zittern, allgemeiner Bewegungseinschränkung (insbesondere der Gesichtsmuskulatur), Gangunsicherheit und unklarem Schwindel empfohlen, besonders wenn eine MRT des Gehirns keinen wesentlichen Befund erbracht hat.
Unerwünschte Reaktionen auf die DaTSCAN™-Szintigraphie sind äußerst selten, da die Menge der wirksamen Substanz sehr gering ist. Die Strahlenexposition liegt im oberen Bereich der jährlichen natürlichen Belastung. Bei Schwangeren und stillenden Müttern darf diese Untersuchung nicht erfolgen.
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Die Rolle des Magen-Darm-Trakts
Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Parkinson-Krankheit spielen könnte. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass gastrointestinale Störungen wie Reizdarmsyndrom, Schluckbeschwerden und Verstopfung frühe Warnzeichen sein könnten.
Eine Studie, die im Fachmagazin „Gut“ veröffentlicht wurde, verglich Parkinson-Patienten mit gesunden Menschen und solchen mit anderen neurologischen Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen mit chronischem Durchfall, Schluckbeschwerden und Verstopfung ein doppelt so hohes Risiko hatten, innerhalb von fünf Jahren an Parkinson zu erkranken.
Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn wird durch die sogenannte Aszensionshypothese erklärt. Diese Hypothese besagt, dass fehlgefaltete Eiweißmoleküle, insbesondere Alpha-Synuklein, im Nervensystem des Magens und Darms entstehen können. Diese Ablagerungen können dann über den Vagusnerv, der das Gehirn mit dem Bauchraum verbindet, ins Gehirn wandern und dort die für Parkinson typischen Schäden verursachen.
Eine Studie aus Schweden unterstützte diese Hypothese, indem sie zeigte, dass Patienten, bei denen der Vagusnerv durchtrennt wurde (Vagotomie), ein geringeres Risiko hatten, an Parkinson zu erkranken.
Therapieansätze
Obwohl die Parkinson-Krankheit nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Therapieansätze, die die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können.
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Medikamentöse Therapie
- Levodopa: Eine Vorstufe von Dopamin, die im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird, um den Dopaminmangel auszugleichen.
- Dopaminagonisten: Substanzen, die an den Dopamin-Rezeptoren im Gehirn wirken und Dopamin ersetzen.
- MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer: Medikamente, die den Abbau von Dopamin verzögern und die Wirkung von Levodopa verlängern.
In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung können die Medikamente auch über eine Jejunalsonde (ein dünner Kunststoffschlauch, der durch die Bauchdecke in den Dünndarm eingebracht wird) oder als kontinuierliche Infusion unter die Haut (subkutan) mittels Pumpe verabreicht werden.
Tiefe Hirnstimulation
Bei der tiefen Hirnstimulation werden feine Elektroden an bestimmte Stellen im Gehirn platziert und mit einem Impulsgenerator verbunden, der im Brustbereich unter der Haut implantiert ist. Dieser Generator sendet kontinuierlich kleine Stromimpulse in die betroffenen Hirnareale, um die Symptome zu lindern.
Weitere Therapieansätze
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Koordination.
- Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
- Ergotherapie: Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten und Anpassung der Umgebung.
- Psychologische Betreuung: Unterstützung bei Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Problemen.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit sind wichtig.
Apomorphin
Apomorphin ist ein starker Dopaminagonist, der zur Behandlung motorischer Symptome der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird. Es wird unter die Haut injiziert und entfaltet innerhalb von 7-10 Minuten seine Wirkung. Es kann als einmalige Gabe über einen Apomorphin-Pen oder als kontinuierliche Infusion über eine Pumpe verabreicht werden.
Levodopa/Carbidopa Intestinalgel (Duodopa®)
Duodopa® ist ein Gel, das über eine Sonde direkt in den Dünndarm gepumpt wird, um motorische Fluktuationen bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung zu behandeln.
Intrathekale Baclofen-Behandlung (ITB)
ITB kann bei schwerer, chronischer Spastizität eingesetzt werden, die mit anderen Therapien nicht ausreichend behandelbar ist. Dabei wird Baclofen direkt in den Nervenwasserraum injiziert.
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Botulinumtoxin
Botulinumtoxin wird zur Behandlung von Dystonien, Spastik, chronischer Migräne und Hypersalivation eingesetzt.
Neue Entwicklungen und Forschung
Die Parkinson-Forschung ist ein aktives Feld, in dem ständig neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zu den vielversprechenden Entwicklungen gehören:
- Früherkennung: Wissenschaftler arbeiten an Methoden zur Früherkennung der Parkinson-Krankheit, beispielsweise durch Augen-Scans oder die Analyse von Biomarkern.
- Gentherapie und Neuroimmunologie: Neue Medikamente, die gezielt in die Entstehung der Krankheit eingreifen oder Signalwege blockieren, die die typischen Parkinson-Symptome verursachen.
- "Wearables": Kleine Geräte mit Sensoren, die am Körper getragen werden und den Verlauf der Krankheit besser erfassen können als klinische Untersuchungen.
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