Kambodscha, eine konstitutionelle Monarchie, die besonderen Respekt genießt, ist ein Land, das für den Tourismus offen ist, insbesondere der Kulturtourismus ist willkommen. Homosexuelle Handlungen sind weder verboten noch strafbar. Abfällige oder kritische Bemerkungen über das Königshaus - auch in den sozialen Medien - können jedoch als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden und werden seit 2018 mit einer ein- bis fünfjährigen Haftstrafe und Geldbußen geahndet. Die Landeswährung ist der Kambodschanische Riel (KHR), wobei Zahlungen überwiegend in bar in den Währungen USD und KHR abgewickelt werden.
Für deutsche Staatsangehörige ist für die Einreise nach Kambodscha ein Visum erforderlich, das vorab bei einer kambodschanischen Auslandsvertretung oder online als E-Visum beantragt werden kann. Bei Einreise wird ein Einreisestempel im Pass angebracht, der die Länge der zulässigen Aufenthaltsdauer vermerkt.
Neben den kulturellen und politischen Aspekten ist es wichtig, sich vor einer Reise nach Kambodscha über die gesundheitlichen Risiken und Sicherheitsvorkehrungen zu informieren, insbesondere im Zusammenhang mit der Japanischen Enzephalitis und der allgemeinen Sicherheitslage.
Aktuelle Sicherheitslage in Kambodscha
Die Sicherheitslage in Kambodscha ist vielschichtig und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und Aufmerksamkeit während des Aufenthalts. Es ist ratsam, sich und mitreisende Familienangehörige in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts zu registrieren.
Regionale Konflikte und Minengefahr
In mehreren der an Thailand angrenzenden Provinzen kam es im Jahr 2025 zu militärischen Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten. Obwohl am 27. Dezember 2025 ein Waffenstillstand vereinbart wurde, bleibt die Sicherheitslage in der Grenzregion angespannt und unübersichtlich. Es kann jederzeit zu einer erneuten Eskalation oder Lageänderung kommen. Sämtliche Grenzübergänge zwischen Thailand und Kambodscha sind weiterhin geschlossen. In der unmittelbaren Grenzregion können unter anderem nicht geräumte Kampfmittel eine zusätzliche Gefahr darstellen.
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In einigen Landesteilen außerhalb der Ballungszentren, insbesondere in Grenznähe zu Thailand und Vietnam, besteht weiterhin Minengefahr.
Kriminalität
In den touristischen Zentren, insbesondere in Phnom Penh, Sihanoukville und Kampot, kommt es vereinzelt zu Überfällen auf Ausländer. In Phnom Penh sind hiervon vor allem die Touristen- und Wohnviertel für Ausländer betroffen, u.a. die Gegend um das Flussufer des Tonle Sap („Riverside“) und Boeng Keng Kang 1 (BKK1). Vereinzelt wurden Ausländerinnen Opfer sexueller Übergriffe, vor allem bei einsamen nächtlichen Strandspaziergängen in Sihanoukville.
Taschen oder Mobiltelefone werden von vorbeifahrenden Motorradfahrern gelegentlich weggerissen oder abgeschnitten (bag snatching). Dies kann sowohl Fußgänger, als auch Fahrgäste auf Motorradtaxis und Tuktuks betreffen, auch auf dem Weg vom und zum Flughafen. In Phnom Penh werden vermehrt ausländische Reisende unter verschiedenen Vorwänden angesprochen, z.B. mit Hinweisen auf eine Begegnung am Flughafen oder auf nahe Verwandte, die demnächst in Europa studieren oder arbeiten werden, und in Privathäuser eingeladen, um sie in fingierte Karten- bzw. Glücksspiele zu verwickeln und letztlich unter Drohungen zur Zahlung angeblicher Spielschulden zu veranlassen.
Betrug
In letzter Zeit sind Reisende vereinzelt Opfer von Betrügereien geworden, bei denen Vermieter von Motorrädern und -rollern für vorgebliche Beschädigungen des Mietgegenstands Schadensersatz gefordert haben. Vermieter versuchen, den Pass einzubehalten und die Einwanderungsbehörden zu informieren, um die Ausreise von Reisenden zu verhindern.
Betrugssyndikate in Südostasien locken Menschen aus der ganzen Welt an, oftmals mit lukrativen Jobangeboten im IT-Sektor. Auch Online-Beziehungs- und Freundschaftsbetrügereien kommen vor. Betroffene wurden dazu genötigt, Gegenstände mit versteckten Drogen aus Kambodscha mitzunehmen, oder sie wurden dazu aufgefordert, größere Geldsummen zu transferieren, um bei angeblichen Problemen zu helfen.
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Es kommt gelegentlich zu Kreditkarten- und Geldautomatenbetrug.
Verhaltensempfehlungen
- Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf (z.B. im Safe); speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos.
- Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf.
- Seien Sie misstrauisch gegenüber Fremden, die Sie ansprechen und in Privathäuser einladen.
- Vermeiden Sie einsame nächtliche Strandspaziergänge.
- Achten Sie auf Ihre Wertsachen und tragen Sie sie sicher am Körper.
- Lehnen Sie beschädigte USD-Noten als Wechselgeld ab, da diese in Kambodscha grundsätzlich nicht akzeptiert werden.
Weitere Hinweise
- Bei von Sicherheitskräften als verdächtig wahrgenommenem Verhalten (wie z.B. Fotografieren) kann es zu Überreaktionen kommen.
- Gelegentlich kommt es zu kleineren Demonstrationen in Kambodscha.
- Es ist nicht ausgeschlossen, dass Speisen oder Getränke mit Drogen versetzt werden.
Naturbedingte Risiken und Infrastruktur
In der Regenzeit von Mai bis November können monsunartige Regenfälle weitreichende Überschwemmungen und Erdrutsche insbesondere entlang des Mekong und in gebirgigen Regionen verursachen. Busse, Eisenbahn, Boote und auch kambodschanische Fluggesellschaften verfügen - von Ausnahmen abgesehen- nicht über die in Deutschland üblichen Sicherheitsstandards. Nebenstraßen sind oftmals in schlechtem Zustand. Von Fahrten mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad wird aus Gründen der Verkehrssicherheit abgeraten. Es besteht die Pflicht zum Tragen eines Helms. Fahrer von Motorradtaxis (sog.
Internet und Mobilfunknetz decken nicht alle Landesteile flächendeckend ab, insbesondere abgelegene Gegenden und kleinere Inseln haben zum großen Teil keinen Internetempfang.
Rechtliche Hinweise
Vor dem Erwerb, dem Besitz, der Verteilung sowie der Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art wird gewarnt. Auch die Mitnahme bzw. Die Verwendung von Drohnen ist in Phnom Penh, Angkor Wat und anderen historischen Tempelanlagen verboten. Für einige Gebiete kann eine Genehmigung erworben werden. Die Regelung gilt besonders in der Umgebung administrativer oder militärischer Gebäude sowie in Flughafennähe.
Der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen wird in Kambodscha hart bestraft und in Deutschland zusätzlich strafrechtlich verfolgt, auch wenn die Tat in Kambodscha begangen wurde. Geschlechtsverkehr mit Personen unter 18 Jahren, auch mit deren Einverständnis, ist strafbar.
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Gesundheitliche Hinweise und Japanische Enzephalitis
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender der STIKO auf aktuellem Stand befinden.
Durch Mücken übertragene Krankheiten
Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht.
Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden.
Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Der Anteil an Malaria tropica (P. falciparum) und Mischinfektionen beträgt 2 %, 95% sind Malaria tertiana-Fälle (P. vivax), 3% entfallen auf andere, darunter P. knowlesi. Resistenz gegen Mefloquin und Artemisinin wird berichtet. Ein mittleres Malariarisiko besteht in Teilgebieten im Osten und im Südwesten des Landes (Provinz Pursat) Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes. Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Schlafen Sie ggf.
Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber häufig schwer und hinterlassen oft bleibende Schäden oder enden tödlich. Eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis wird für Langzeitaufenthalte oder Reisen während der Regenzeit empfohlen, da die Übertragung durch Mücken erfolgt.
Weitere Gesundheitsrisiken
- Durchfallerkrankungen: Durchfallerkrankungen sind häufige Reiseerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser.
- Tollwut: Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden. Lassen Sie sich hinsichtlich einer Tollwut-Impfung beraten und impfen.
- Vogelgrippe: Seit kurzem wurden Erkrankungen beim Menschen mit einem bisher nur bei Vögeln aufgetretenen Influenzavirus H7N9 und H5N1 in Kambodscha bekannt. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher nicht nachgewiesen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Form der Aviären Influenza, Vogelgrippe) ist in der Volksrepublik China endemisch und gelangt über den regen Personen- und Warenverkehr gelegentlich auch nach Hongkong.
- Tuberkulose: Tuberkulose kommt landesweit wesentlich häufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte, die Darmtuberkulose durch den Genuss von roher Milch und von Milchprodukten infizierter Rinder.
- Hand-Fuß-Mund-Krankheit: In den letzten Jahren wurden gehäuft Erkrankungen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit registriert (v .a. bei Kindern); eine Erkrankung die in regelmäßigen Abständen in Kambodscha auftritt. Anfängliche Symptome der HFMK können Benommenheit, Schwindel, Fieber, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Bindehautentzündungen sein, gefolgt von typischen Hautveränderungen in der Mundregion, den Händen und gegebenenfalls Füßen.
- Bilharziose: landesweit im Süßwasser v.a. am Unterlauf des Mekong. Kontakt mit Süßgewässer (Flüsse, Seen, Bäche) meiden.
- HIV / AIDS: ein Risiko durch HIV / AIDS besteht weltweit. Die Übertragung erfolgt durch den Kontakt mit Blut, zum Beispiel auch durch Piercing oder Tätowierung o. ä. und über den Geschlechtsverkehr. Die Verwendung von Kondomen sowie sterilen Spritzen und Nadeln ist unbedingt erforderlich.
- Sonnenschutz: eine intensive Sonneneinstrahlung führt zur Hautschädigung mit dem Risiko eines Melanoms. Vergessen Sie nicht Ihren Sonnenschutz und tragen Sie eine Sonnenbrille.
Impfempfehlungen
Neben den Standardimpfungen, die gemäß dem Impfkalender der STIKO aktuell sein sollten, werden für Kambodscha folgende Impfungen empfohlen:
- Hepatitis A: Für alle Reisenden empfohlen, da die Übertragung häufig durch verunreinigte Speisen und Wasser erfolgt.
- Tollwut: Insbesondere für Reisen in ländliche Regionen und bei Kontakt zu Tieren empfohlen.
- Typhus: Für Reisen in ländliche Gebiete oder längere Rundreisen empfohlen, da die Übertragung durch verunreinigte Lebensmittel erfolgt.
- Japanische Enzephalitis: Für Langzeitaufenthalte oder Reisen während der Regenzeit empfohlen, da die Übertragung durch Mücken erfolgt.
Es ist ratsam, sich vor der Reise von einem Arzt oder Reisemediziner beraten zu lassen, um die individuellen Impfempfehlungen zu besprechen.
Malariaprophylaxe
Ein mittleres Malariarisiko besteht in Teilgebieten im Osten und im Südwesten des Landes (Provinz Pursat). Ein geringes Risiko besteht im Rest des Landes (Ausnahmen s. o.) inkl. Phnom Penh und Angkor Wat gelten als malariafrei. Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Schlafen Sie ggf.
Fazit
Eine Reise nach Kambodscha, insbesondere nach Angkor Wat, erfordert eine sorgfältige Vorbereitung in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit. Die Beachtung der Sicherheitshinweise, die Einhaltung der empfohlenen Impfungen und die Vorbeugung gegen Mückenstiche sind entscheidend, um die Reise unbeschwert genießen zu können. Es ist ratsam, sich vor der Reise umfassend zu informieren und sich von Experten beraten zu lassen.
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