Die Japanische Enzephalitis (JE) ist eine von Viren ausgelöste Zoonose, die eine Entzündung des Gehirns verursachen kann. Sie ist auch unter den Namen Japanische B-Enzephalitis oder Russian autumn encephalitis bekannt. Während Erwachsene meist immun sind, können vor allem Kinder schwer an diesem Leiden erkranken. Da es für diese Krankheit keine spezifische Behandlung gibt, ist eine Impfung bei Reisen mit Kindern in Risikogebiete sinnvoll. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Japanische Enzephalitis, die Impfung, die Kostenübernahme durch die Barmer und weitere wichtige Informationen für Reisende.
Was ist Japanische Enzephalitis?
Die Japanische Enzephalitis ist im asiatischen Raum die bedeutendste virale Infektion des Gehirns. Sie kann zu einer Gehirnentzündung mit schweren Folgeschäden führen. Auslöser der Erkrankung sind die Japanische-Enzephalitis-Viren (JE-V), die von Stechmücken übertragen werden. Bislang gibt es keine wirksame Therapie gegen die Japanische Enzephalitis.
Über die Hälfte der Weltbevölkerung ist ständig der Gefahr einer Infektion mit dem Japanische-Enzephalitis-Virus ausgesetzt. Dies betrifft somit über vier Milliarden Menschen. Allerdings entwickelt nicht jeder der Infizierten eine Japanische Enzephalitis, denn nur einer von 250 Infizierten wird auch tatsächlich krank. In den milderen Fällen geht die Infektion oft unbemerkt mit nur leichten Symptomen vorüber.
Auch bei den Patienten mit Krankheitssymptomen gibt es unterschiedliche Verläufe. Bei einem Drittel verläuft die Infektion mit den Viren sehr schwer. Dann ist das zentrale Nervensystem - Gehirn oder Rückenmark - von der Erkrankung betroffen, was schwerwiegende Konsequenzen haben kann. So erleiden 30 bis 50 Prozent der Patienten körperliche und neurologische Folgeschäden.
Diese sind oftmals nicht heilbar, sodass es zu bleibenden Behinderungen kommt. Bei den schweren Verläufen der Japanischen Enzephalitis ist die Sterblichkeit sehr hoch - ein Drittel der Betroffenen überlebt die Erkrankung nicht. Jedes Jahr versterben etwa 10.000 Menschen an dieser Krankheit, meistens handelt es sich hierbei um Kinder.
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Verbreitung
Bei der Japanischen Enzephalitis handelt es sich um eine Tropenerkrankung. Sie kommt hauptsächlich in Ost- und Südostasien (Indien, China, Sri Lanka, Vietnam, Nepal, Philippinen und Nordthailand) vor. Mittlerweile breitet sich die Japanische Enzephalitis jedoch auch in andere Regionen aus. So besteht inzwischen auch im Norden Australiens ein Infektionsrisiko.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von 68.000 Erkrankungen weltweit pro Jahr mit 13.600 bis 20.400 Todesfällen aus.
Übertragung
Die Japanische-Enzephalitis-Viren, die zu den sogenannten Flavi-Viren gehören, werden von Stechmücken der Gattung Culex übertragen. Diese sind nachtaktiv und brüten in Reisfeldern und Sümpfen. Die Gefahr von einer infizierten Mücke gestochen zu werden, ist in ländlichen Regionen größer als in den Städten. Die Krankheit kann im Körper von Vögeln, Schweinen, Fledermäusen, Reptilien und Pferden entstehen.
Die Viren befallen Schweine, verschiedene wilde Vögel und Nagetiere. Wenn die Mücke ein infiziertes Tier sticht, infiziert sie sich auch selbst und wird anschließend zum Überträger der Viren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.
Symptome
Die Inkubationszeit ist recht unterschiedlich. Bis die Erkrankung nach der Infektion mit den JE-V ausbricht, dauert es etwa fünf bis 15 Tage. Bei den meisten Infizierten verläuft die Infektion mild und heilt komplikationslos ab. In einem von 250 Fällen entsteht jedoch die gefürchtete Enzephalitis (Gehirnentzündung).
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- Zunächst grippeähnliche Beschwerden: Zuerst vermehren sich die Viren in der Haut und den Lymphknoten. Zusätzlich können auch Muskel- oder Drüsengewebe betroffen sein. In diesem Stadium leiden die Patienten an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen. Besonders Kinder leiden zusätzlich an Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen.
- Angriff im Gehirn: Nach zwei bis vier weiteren Tagen haben die JE-V das Gehirn erreicht. Dann beginnen sich neurologische Symptome zu entwickeln. 5-10 Tage nach der Infektion kommt es zu plötzlichem Fieber und Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Das Bewusstsein kann bis hin zu komatösen Zuständen massiv gestört sein. Es kann zu spastischen Lähmungen und Krämpfen kommen. Die Beschwerden können durch Zittern, Muskelsteifigkeit und Gangstörungen auch einer Parkinson-Erkrankung ähneln.
Welche Symptome im Einzelnen auftreten, hängt davon ab, welcher Gehirnbereich betroffen ist. Besonders schwerwiegend ist die Entzündung im sogenannten Hirnstamm. Denn von hier aus werden lebenswichtige Funktionen wie Blutkreislauf und Atmung gesteuert. Kommt es in diesen Regulationszentren zu Störungen, kann dies verständlicherweise schwerwiegende Komplikationen verursachen. Je schwerer diese sind, desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit und desto höher ist auch die Gefahr von Langzeitschäden.
Das Risiko, an dieser Erkrankung zu versterben, ist relativ hoch. Die Überlebenden eines schweren Verlaufs haben zudem fast immer mit deutlichen Langzeitschäden zu rechnen.
Diagnose
Die JE-V lassen sich im Hirnwasser, dem sogenannten Liquor, sowie im Blut nachweisen. Dies ist jedoch nicht einfach. Am besten gelingt der Nachweis der Viren in der frühen Krankheitsphase, bevor das Gehirn betroffen ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Symptome meist noch unspezifisch. Wenn das Virus das Gehirn erreicht hat, ist es oft nur noch schwer im Blut nachzuweisen.
Bei der Diagnose ist es wichtig, dass schnellstmöglich andere Ursachen für die Hirnentzündung, wie bakterielle Infektionen, ausgeschlossen werden. Ansonsten würde unter Umständen kostbare Zeit vergehen, um etwa eine antibiotische Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Es gibt bislang keine Medikamente, die direkt gegen die Japanische Enzephalitis wirken. Medikamente können einzig helfen, die Symptome zu lindern.
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Bei schweren Verläufen ist meist eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich. Vor allem der Hirndruck muss gut überwacht und eventuell reduziert werden. Es ist essentiell, dass schnellstmöglich eine intensivmedizinische Therapie begonnen wird, um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen und das Risiko von Spätfolgen zu senken.
Mögliche Folgeerkrankungen
Bei erkrankten Personen, die Entzündungen im Gehirn oder Rückenmark erlitten haben, kommt es oft nicht zu einer kompletten Rückbildung der Symptome. Zu den Langzeitfolgen gehören Bewegungsstörungen, Lähmungen und Krampfanfälle, welche die Patienten für den Rest ihres Lebens begleiten können. Zudem leiden die Betroffenen oftmals noch lange, mitunter über Jahre, an neurologischen und psychischen Erkrankungen.
Die Japanische Enzephalitis Impfung
Die Impfung gegen das Japanische-Enzephalitis-Virus ist derzeit die beste Vorbeugung gegen die Krankheit. Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der inaktivierte Viren enthält. Einige Japanische-Enzephalitis-Impfstoffe sind bereits für Kinder ab einem Lebensalter von zwei Monaten zugelassen.
Impfempfehlung
Die Reiseimpfung gegen die Japanische Enzephalitis kann bei Reisen nach Südostasien, Teilen von China, Indien, Korea und Japan sinnvoll sein. Gerade bei längeren oder wiederholten Aufenthalten wird die Impfung empfohlen.
Eine Reiseschutzimpfung ist wichtig bei:
- Reisen in ländliche Risikogebiete in Südasien / Südostasien / Ostasien
- Längere oder häufig wiederholte Reisen in Risikogebiete, v.a. während der Hauptübertragungszeiten.
- Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete unabhängig von der Gesamtreisedauer
- Reisen in Risikogebiete v.a. während der Monate mit hoher Übertragungsrate während und nach Regenzeiten und vermehrten Aufenthalt im Freien
Impfschema
Die Grundimmunisierung besteht für alle Altersklassen aus zwei Impfstoffdosen, die Auffrischungsimpfung erfolgt mit einer Impfstoffdosis. Der Impfstoff ist ab dem Alter von 2 Monaten zugelassen, wobei für Kinder im Alter von 2 Monaten bis 3 Jahren die Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen à 3 µg (0,25 ml) im Abstand von 4 Wochen erfolgt. Ab dem Alter von 3 Jahren erhalten Kinder bei jeder Impfung die Erwachsenendosis à 6 µg (0,5 ml) im Abstand von 4 Wochen.
Nur für Erwachsene zwischen 18-65 Jahren ist ein Schnellimpfschema zugelassen, bei dem die beiden Dosen im Abstand von einer Woche gegeben werden können, falls kurzfristig für einen Impfschutz gesorgt werden muss.
Bei einem weiterhin bestehenden oder wiederholten Expositionsrisiko (Indikation zur Impfung) wird nach 12 bis 24 Monaten eine weitere Impfstoffdosis (Auffrischimpfung) gegeben. Bei weiterhin bestehender Impfindikation wird eine weitere Auffrischimpfung 10 Jahre nach der ersten Auffrischimpfung empfohlen.
Unabhängig davon, ob nach dem Standard- oder dem Schnellimpfschema geimpft wurde, sollte die Grundimmunisierung ca. sechs Wochen vor Reiseantritt abgeschlossen sein.
Beginn des Impfschutzes
Nach zwei Impfungen beginnt der Impfschutz etwa zehn Tage nach der zweiten Dosis. Daher muss auch bei dem schnellen Impfschema etwa drei Wochen vor Antritt einer Reise mit der Impfung begonnen werden.
Dauer des Impfschutzes
Es ist noch nicht genau bekannt, wie lange der Impfschutz gegen JE-V anhält. Erwachsenen wird empfohlen, die Impfung bei einer Schnellimmunisierung nach zwölf und nach einer klassischen Grundimmunisierung nach zwölf bis 14 Monaten aufzufrischen. Es wird vermutet, dass weitere Auffrischimpfungen dann nur noch alle zehn Jahre notwendig sind.
Bei Kindern kann man aufgrund fehlender Daten nicht mit Sicherheit sagen, ob nach der ersten Auffrischung ein Impfschutz über die nächsten zwei Jahre hinaus besteht. In diesen Fällen ist eine individuelle Beratung notwendig.
Nebenwirkungen
Der Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis kann Nebenwirkungen auslösen. Die Impfung gilt aber als gut verträglich. Es kann dennoch zu Fieber oder Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Muskelschmerzen kommen. Eine zweimalige Impfung zum Aufbau des vollständigen Impfschutzes wird empfohlen.
Kostenübernahme durch die Barmer
Die Barmer übernimmt die vollen Kosten für Reiseimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen sind.
Welche Reiseimpfungen bezahlt die Barmer?
Zu den Reiseimpfungen, deren Kosten von der Barmer übernommen werden, zählen Impfungen gegen:
- Chikungunyafieber
- Cholera
- Denguefieber
- FSME
- Gelbfieber
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Influenza
- Japanische Enzephalitis
- Meningokokken (B, A, C, W, Y)
- Poliomyelitis
- Tollwut
- Typhus
Die Kosten werden dabei auch für Kombinationsimpfungen, wie z. B. für die Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B, übernommen. Die Barmer übernimmt die Kosten auch dann, wenn Sie diese Medikamente nur für den Notfall benötigen (Standby-Therapie).
Welche sonstigen Impfungen zahlt die Barmer als Satzungsleistung?
Versicherte der Barmer profitieren von einem erweiterten Leistungsangebot. Neben den Reiseschutzimpfungen übernimmt die Barmer:
- die Impfung gegen Meningokokken B bis zum Abschluss des 18. Lebensjahres
- die HPV-Impfung bis zum Abschluss des 26. Lebensjahres
- die Grippeimpfung für alle Versicherten unabhängig vom Lebensalter
- Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten alle zehn Jahre
- die Impfung gegen Gürtelrose unter 50 Jahren, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, an Herpes zoster zu erkranken
- die Masern-Impfung für unzureichend geschützte Erwachsene, die vor 1971 geboren sind
- die RSV-Impfung für Erwachsene ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit einer schweren Grunderkrankung oder in einer Pflegeeinrichtung
Weiterhin übernimmt die Barmer die Kosten für Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) bereits empfohlen, aber noch nicht in den Leistungskatalog bzw. der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) übernommen wurden.
Wie erfolgt die Kostenerstattung?
Die Kosten werden über das Kostenerstattungsverfahren abgerechnet. Das bedeutet, dass Sie als Versicherter zunächst die Kosten für den Impfstoff und die ärztliche Leistung bezahlen. Anschließend reichen Sie die Rechnung bei der Barmer ein, die Ihnen die Kosten erstattet. Alternativ zum Online-Prozess können Sie uns die Unterlagen im Original auch an unsere Postanschrift senden: Barmer, 42266 Wuppertal (für den Postleitzahlraum 00001 - 46999) bzw.
Muss für Impfungen eine Zuzahlung geleistet werden?
Nein, Impfungen sind zuzahlungsfrei, unabhängig davon, ob sie als Sprechstundenbedarf oder auf den Namen von Versicherten verordnet werden. Bei der Barmer muss auch für Impfungen, die als Satzungsleistung angeboten werden, keine Zuzahlung geleistet werden. Die Barmer übernimmt die vollen Kosten für den Impfstoff und die Impfleistung.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Zusätzlich zur Impfung ist unbedingt auch auf einen guten Mückenschutz zu achten. Dazu zählen eine körperbedeckende Kleidung, Mückenschutzmittel und Moskitonetze. Die Kleidung sollte stets hell sein, da dunkle Farben die Mücken anziehen. Besondere Vorsicht ist vor allem nachts und in der Dämmerung im Freien geboten. Denn die Stechmücken, welche die Japanische Enzephalitis übertragen, sind - ebenso wie malariaübertragende Mücken - dämmerungs- und nachtaktiv.
Weitere Tipps zur Vorbeugung:
- Reiseärztliche Beratung: Reden Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt oder einem Tropeninstitut.
- Informieren Sie sich: Bevor es in die weite Welt und somit auch mit dem großen Impfmarathon losgeht, informieren sich Reisende in der Regel so gut es geht über mögliche Krankheiten im jeweiligen Reiseziel.
- Impfungen: Bevor es in die weite Welt und somit auch mit dem großen Impfmarathon losgeht, informieren sich Reisende in der Regel so gut es geht über mögliche Krankheiten im jeweiligen Reiseziel.
- Buchen Sie Unterkünfte mit Klimaanlage und Fliegengittern.
- Verwenden Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit ein wirksames Insektenspray.
Wichtige Informationen für Reisende
Wer im Herbst und Winter eine Fernreise plant, sollte jetzt schon an den richtigen Impfschutz denken. „In einigen Ländern ist der Nachweis über bestimmte Impfungen sogar Voraussetzung für eine Einreise. Neben Impfungen gegen exotische Krankheiten ist auch das Auffrischen der Standardimpfungen wichtig“, sagt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Einige Wochen vor Reiseantritt sollten Fernreisende ihren Impfstatus durch den Arzt oder Apotheker überprüfen lassen.
Rechtzeitige Planung
Damit Sie sich gut schützen, sollten Sie die Impfberatung planen: Je rechtzeitiger, desto besser. Setzen Sie den ersten Beratungstermin mindestens schon vier bis sechs Wochen, besser sogar ein halbes Jahr vor Reiseantritt an. Denn damit sich der Impfschutz voll entfalten kann, benötigt das Immunsystem einige Zeit, um ausreichend Antikörper oder Abwehrmechanismen zu entwickeln. „Last Minute-Impfungen sind für den Körper eher eine Belastung, außerdem ist nicht bei allen Immunisierungen der vollständige Schutz sofort gewährleistet“, erklärt Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reisemedizin.
Impfberatung
Für eine Impfberatung führt der Weg zunächst zum Hausarzt oder zu einem spezialisierten niedergelassenen Reisemediziner - am besten vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt. Bei einigen Impfungen wie der Impfung gegen Hepatitis A baut sich der langfristige Impfschutz sogar erst innerhalb von einigen Monaten auf und zwischen einigen Impfungen muss ein Mindestabstand von einem Monat eingehalten werden. Der Arzt oder die Ärztin empfiehlt die für das jeweilige Reiseland wichtigen Impfungen und klärt darüber auf, welche Immunisierungen für Sie persönlich ratsam sind. Ausschlaggebend sind dabei unter anderem das Reiseziel, die Reisezeit, die Reiseart, der individuelle Impfstatus sowie eventuelle Grunderkrankungen. Viele Impfungen sind auch gleich beim Hausarzt zu bekommen.
Was muss ich zur Impfberatung für Reiseimpfungen mitbringen?
Zur Impfberatung sollten Sie Ihren gelben Impfpass mitbringen. Daran kann der Arzt sehen, ob Sie auch eine Auffrischung für Standardimpfungen wie Tetanus, Kinderlähmung (Polio) oder Diphtherie benötigen und ob ein ausreichender Schutz gegen Masern, Röteln, Mumps und Keuchhusten besteht.
Kostenlose Beratung durch die Barmer Teledoktor-App
Lassen Sie sich einfach über die kostenlose Teledoktor-App zum Thema Reiseschutzimpfungen beraten.
Standardimpfungen
Eine wichtige Grundlage für den persönlichen Schutz stellen die Standardimpfungen dar, die laut Reisemediziner Tomas Jelinek häufig fehlen. Dies betrifft alle Bevölkerungsgruppen, allerdings sollten besonders ältere Menschen ab 60 Jahren großen Wert auf ihre Standardimpfungen legen. „Gerade Menschen ab 60 Jahren werden oft noch einmal besonders reiselustig. Dabei sind sie sich häufig nicht bewusst, dass sie sich noch stärker schützen sollten“, sagt Jelinek. Das Immunsystem reagiert mit dem Alter schwächer und langsamer, so dass Krankheiten besonders heftig wüten können.
Unabhängig davon, welcher Impfstoff zum Einsatz kommt, sollten Erwachsene in Deutschland gegen folgende Erkrankungen vollständig geimpft sein:
- Masern
- Mumps
- Röteln
- Diphtherie
- Keuchhusten (Pertussis)
- Kinderlähmung (Poliomyelitis)
- Tetanus
Ältere Menschen ab 60 sowie jene mit Vorerkrankungen sollten sich zusätzlich gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken impfen lassen, die schwere Lungenentzündungen auslösen. „Relativ neu ist für Senioren zudem die Impfung gegen Herpes zoster, also Gürtelrose“, so Martina Prelog von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Die Ärztin rät, sich am Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO), die am Robert Koch-Institut angesiedelt ist, zu orientieren.
Impfen von Kindern
Besonders Kinder sollten auf Fernreisen ausreichend geschützt sein und als Grundlage alle Standardimpfungen vorweisen. Die zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken hat eine besondere Bedeutung, weil Masern in den Tropen häufig vorkommen und zu schweren Krankheitsverläufen führen können. Bei Kindern ist zu beachten, dass für manche Impfungen ein Mindestalter vorgeschrieben ist. Gegen Cholera können Kinder beispielsweise erst ab einem Alter von zwei Jahren eine Immunisierung bekommen, gegen Hepatitis A ab 12 Monaten.
Für Kinder gelten laut Tropeninstitut folgende Mindestalter für Reiseimpfungen:
- Cholera: 2 Jahre
- FSME-Kinderimpfstoff: 1 Jahr
- Gelbfieber: 9 Monate
- Hepatitis A: 12 Monate
- Influenza: 6 Monate
- Japanische Enzephalitis: 2 Monate
- Masern, Mumps, Röteln: 12 Monate
- Meningokokken Meningitis (ACWY): 1 Jahr
- Tollwut: 0 Monate
- Typhus oral: 12 Monate
- Typhus parenteral/zur Injektion: 2 Jahre
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