Prof. Dr. med. Jens Schmidt: Neurologe mit Fokus auf neuromuskuläre Erkrankungen

Einleitung

Prof. Dr. med. Jens Schmidt ist ein anerkannter Neurologe, der sich insbesondere auf die Behandlung und Forschung neuromuskulärer Erkrankungen spezialisiert hat. Dieser Artikel beleuchtet seine berufliche Laufbahn, seine Schwerpunkte in der Forschung und seine Beiträge zur Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Werdegang und Karriere

Prof. Dr. med. Jens Schmidt absolvierte sein Studium der Humanmedizin und seine Promotion im Jahr 2000 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Im Anschluss forschte er drei Jahre an den National Institutes of Health in den USA. Im Jahr 2008 erhielt er seine Facharztanerkennung und habilitierte sich 2009 an der Universitätsmedizin Göttingen. Dort war er seit 2008 in Forschung, Lehre und als Oberarzt tätig. Im Jahr 2014 wurde er zum Professor an der Universitätsmedizin Göttingen ernannt.

Zum 1. übernahm Prof. Dr. med. Jens Schmidt eine neue Position an der Immanuel Klinik Rüdersdorf - Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB). Neben der Leitung der Abteilung baut er dort gemeinsam mit seinen Kollegen die neu gegründete Hochschulklinik für Neurologie und Schmerztherapie der MHB mit Sitz in Rüdersdorf auf.

Schwerpunkte und Expertise

Prof. Dr. med. Jens Schmidt hat sich auf die Behandlung und Forschung neuromuskulärer Erkrankungen spezialisiert. Zu seinen Schwerpunkten gehören insbesondere:

  • Entzündliche Muskelerkrankungen (Myositiden): Prof. Schmidt ist Experte auf dem Gebiet der Myositiden und befasst sich intensiv mit der Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankungen. Er präsentierte neuste wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Myositis, wie bildgebende Maßnahmen wie das „Muskel-MRT“, die „Muskel-Sonographie“ (insbesondere Fingermuskulatur bei Einschlusskörpermyositis - IBM) & „Neue Diagnosekriterien bei IBM“, wie sie im ENMC Workshop beschlossen wurden. Prof. Schmidt zeigte zudem deutlich auf, wie hoch das „Tumorrisiko“ bei den verschiedenen Formen der Myositis ist.
  • Chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP): Prof. Schmidt ist Experte für die Therapie mit Immunglobulinen bei CIDP. Er erklärt, wie Immunglobuline hergestellt werden und warum sie bei einer Autoimmunerkrankung wie der CIDP so gut eingesetzt werden können.
  • Schmerztherapie: Seit 2019 ist Prof. Dr. med. Martin Sommer spezialisiert auf neurologische Schmerzbehandlung. Prof. Sommer hat eine eigene Ambulanzsprechstunde, die sich auf die Schmerztherapie für Hochbetagte bezieht.

Beiträge zur Forschung

Prof. Dr. med. Jens Schmidt hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen:

Lesen Sie auch: Tilman Jens' bewegende Auseinandersetzung mit Demenz

  • Duchenne-Muskeldystrophie: Langfristige Behandlung mit humanem IgG verbessert die Herz- und Muskelfunktion in einem Mausmodell der Duchenne-Muskeldystrophie.
  • Schluckstörungen (Dysphagie): Evaluation von Dysphagie durch neuartige Echtzeit-Magnetresonanztomographie.
  • Sporadische Einschlusskörperchen-Myositis (sIBM): Stickoxidstress in sIBM-Muskelfasern: Hemmung von iNOS verhindert IL-1β-induzierte Akkumulation von β-Amyloid und Zelltod. β-Amyloid ist ein Substrat der Makroautophagie bei sporadischer Einschlusskörperchen-Myositis.
  • Multiple Sklerose: Medikamenten-Targeting durch lang zirkulierende liposomale Glucocorticosteroide erhöht die therapeutische Wirksamkeit in einem Modell der Multiplen Sklerose.

Behandlung mit Immunglobulinen

Professor Schmidt erklärt, was Immunglobuline eigentlich sind, wie sie hergestellt werden und warum sie bei einer Autoimmunerkrankung wie der CIDP so gut eingesetzt werden können.

Herstellung von Immunglobulinpräparaten

Immunglobuline werden aus dem Blutplasma von Spendern gewonnen. Erst nach ärztlicher Voruntersuchung können gesunde Erwachsene regelmäßig Blut oder Blutplasma spenden. Für den weiteren Herstellungsweg wird das Plasma von 1.000 bis 2.000 Personen gesammelt, erneut getestet und zusammengeführt. Das Plasma - der flüssige Anteil des Blutes - wird dann in einem standardisierten Verfahren in mehreren Schritten aufgereinigt, um unerwünschte Bestandteile herauszufiltern. In diesem Plasma befinden sich nun die gesammelten Antikörper aller Blutspender. Jeder Mensch trägt Antikörper in sich, diese bilden einen wichtigen Teil des Immunsystems. Da jeder Spender ganz unterschiedliche Antikörper beiträgt, ist in der Plasma-Mixtur der verschiedenen Spender eine große Breite unterschiedlicher Antikörper vorhanden. Dadurch entsteht die hohe Wirksamkeit von Immunglobulinen.

Verabreichung von Immunglobulinen

Immunglobuline werden meist intravenös, d. h. in die Vene verabreicht. Die Infusion wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die Dauer der Infusion ist abhängig von der Dosis und davon, wie der Patient die Immunglobuline verträgt. Meist dauert eine Infusion 1-2 Stunden. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Immunglobuline subkutan zu verabreichen, d. h. unter die Haut. Dies kann der Patient eigenständig zu Hause durchführen, aber genauso auch auf Reisen unterwegs.

Was können Patienten bei der Behandlung erwarten?

Bei der ersten Behandlung bekommen die Patienten zunächst an mehreren Tagen hintereinander intravenös Immunglobuline verabreicht, danach reicht in der Regel eine Infusion alle 3-4 Wochen. Typischerweise merken Patienten im aktiven Stadium der Erkrankung innerhalb von Tagen bis Wochen eine positive Wirkung der Therapie. Je nach Verlauf der Erkrankung bessern sich die Symptome der CIDP oder verschwinden fast vollständig. „Im weiteren Verlauf kann eine intravenöse Therapie alternativ auf eine subkutane Anwendung umgestellt werden.“ Dieser positive Effekt hält meist bis zur nächsten Immunglobulin-Infusion an. Im weiteren Verlauf kann eine intravenöse Therapie alternativ auf eine subkutane Anwendung umgestellt werden. Diese kann - nach fachgerechter Schulung - vom Patienten selbst zu Hause und auch unterwegs auf Reisen durchgeführt werden. Hierdurch werden Patienten bei der Therapie sowohl zeitlich als auch räumlich unabhängig und flexibel. Welche Infusionsform für einen Patienten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten bespricht und individuell abwägt. Immunglobuline gelten als nebenwirkungsarme Therapie und werden von den meisten Patienten gut vertragen. Patienten müssen übrigens keine erhöhte Infektanfälligkeit befürchten. Auch muss die Therapie mit Immunglobulinen während einer Erkältung oder anderen Infektionskrankheiten nicht unterbrochen werden.

Können Immunglobuline bei CIDP dauerhaft angewendet werden?

Je nach Krankheitsverlauf brauchen Patienten häufig eine lebenslange Therapie. Es gibt wenige Patienten, die nach einiger Zeit so stabil sind, dass sie weniger oder gar keine Medikamente mehr benötigen. Grundsätzlich sind Immunglobuline für eine Langzeittherapie sehr gut geeignet. Sie sind auch langfristig nebenwirkungsarm, während Kortison auf Dauer bei fast jedem Patienten zu Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder Wassereinlagerungen führt. Gerade für ältere Patienten ist die Gefahr der Entstehung oder Verschlechterung eines Diabetes mellitus durch eine länger andauernde Kortisongabe ein Problem. Die Plasmapherese, also ein direkter Austausch des Blutplasmas, kann in der Akutphase der Erkrankung notwendig sein, ist aber aufwendig und nur stationär durchführbar und deswegen als Dauertherapie ebenfalls nicht gut geeignet.

Lesen Sie auch: Ursachen der Demenz bei Walter Jens

Immanuel Klinik Rüdersdorf

„Die Immanuel Klinik Rüdersdorf hat sich mit der neurologischen und schmerztherapeutischen Akutversorgung von Patientinnen und Patienten in der Region bereits einen Namen gemacht. Nun freue ich mich darauf, neue Impulse und Forschungsfelder an den Standort mitzubringen“, so Schmidt, dessen Schwerpunkt in der Behandlung und Forschung neuromuskulärer Erkrankungen liegt. Neben der Leitung der Abteilung wird er gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in Rüdersdorf die neu gegründete Hochschulklinik für Neurologie und Schmerztherapie der MHB mit Sitz in Rüdersdorf aufbauen. „Dies wird natürlich eine Herausforderung, macht aber auch den Reiz dieser Position aus. Mein Ziel ist es, mithilfe der Forschung eine moderne, zukunftsgerichtete Versorgungsmöglichkeit zu schaffen und Betroffenen aus ganz Deutschland die Möglichkeit zu geben, in Rüdersdorf die bestmögliche medizinische neurologische Behandlung oder Beratung zu bekommen.

Kontakt und Terminvereinbarung

Bitte kontaktieren Sie Prof. Dr. med. Jens Schmidt direkt, um Informationen zu verfügbaren Terminen zu erhalten. Beachten Sie, dass Prof. Dr. med. Jens Schmidt keine gesetzliche Krankenversicherung akzeptiert, sondern nur Privatpatienten behandelt.

Lesen Sie auch: Umfassender Überblick: Pahnke und Alzheimer

tags: #jens #schmidt #neurologe