Jetlag, Migräne und Homöopathie: Ein ganzheitlicher Ansatz

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Neben konventionellen Schmerzmitteln greifen viele Betroffene auf komplementärmedizinische Therapien zurück, darunter auch die Homöopathie. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Jetlag, Migräne und den Möglichkeiten der homöopathischen Behandlung.

Komplementärmedizin bei Kopfschmerzen: Eine wachsende Tendenz

Eine Befragung von über 400 Patienten in Spezialambulanzen für Kopfschmerz-Kranke in Deutschland und Österreich ergab, dass 82 Prozent der Betroffenen zusätzlich zu Schmerzmedikamenten auch komplementärmedizinische Therapien anwenden. Dies zeigt ein wachsendes Interesse an ganzheitlichen Behandlungsansätzen bei Kopfschmerzen und Migräne.

Homöopathie bei Kopfschmerzen und Migräne: Ein sanfter Weg?

Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln, die bei Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden können. Dabei muss man nicht unbedingt der klassischen Homöopathie folgen, sondern kann sich pragmatisch an den Symptomen orientieren. Die Auswahl des passenden Mittels ist jedoch entscheidend für den Erfolg der Behandlung.

Beispiele für homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen:

  • Cimicifuga D12: Bei Schmerzen, die mit Nackenverspannungen und druckempfindlicher Halswirbelsäule einhergehen (dreimal täglich).
  • Ignatia D12: Für Patienten, die das Gefühl haben, ein Nagel würde ins Hirn getrieben, die Schmerzen im Bereich von Auge, Nase und Stirn haben, die langsam beginnen und plötzlich enden. Oft sind die Schmerzen Folge von Kummer, Trauer oder anderen starken Gefühlsschwankungen (ein- bis dreimal täglich).
  • Cocculus: Dieses homöopathische Mittel soll gegen Beschwerden helfen, die mit dem zentralen Nervensystem in Verbindung stehen - besonders bei Schwindel. Angewendet wird es zur Behandlung einer harmlosen Reisekrankheit ebenso wie zur Unterstützung bei voranschreitenden neurologischen Krankheiten wie Multipler Sklerose. Es kann auch bei Jetlag helfen.

Cocculus im Detail: Anwendungsgebiete und Symptome

Cocculus (indische Scheinmyrte) ist eine Schlingpflanze aus Südostasien. Als homöopathisches Mittel wird Cocculus vielfältig eingesetzt. Es soll vor allem auf das zentrale Nervensystem einwirken und bei nervöser Überreizung, Schwindel, nervösen Verdauungsbeschwerden und auch muskulärer Schwäche sowie Zittern helfen. Besonders bei der Reisekrankheit wird Cocculus oft eingesetzt.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Cocculus ansprechen sollen:

  • Reisekrankheit
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Nervöse Verdauungsbeschwerden
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Schmerzhafte Menstruation
  • Zittern von Händen, Armen und Beinen
  • Überreizung und Schwäche durch Schlafmangel und Schichtarbeit
  • Chronisches Erschöpfungs-Syndrom
  • Jetlag

Typische Symptome und Beschwerden, die auf Cocculus hinweisen sollen:

  • Selbst geringer Schlafmangel kann heftige Symptome hervorrufen
  • Schlaflosigkeit durch Sorgen
  • Große Besorgnis, wenn ein geliebter Mensch krank im Bett liegt
  • Überempfindlichkeit gegen Alkohol
  • Drehschwindel, wie betrunken
  • Abneigung gegen Geruch von Speisen oder beim Gedanken an Essen
  • Reisekrankheit bei allen Arten von Verkehrsmitteln (Auto, Zug, Bus, Schiff, Flugzeug)

Die Beschwerden werden besser:

  • im Sitzen und Liegen
  • beim Ausruhen
  • in Ruhe
  • in warmen Räumen

Die Beschwerden werden schlimmer:

  • beim Fahren im Auto, Bus, Zug, Schiff und im Flugzeug
  • bei Angst
  • bei Bewegung
  • durch Erschütterung
  • bei Kälte
  • an frischer Luft
  • bei Lärm
  • bei seelischer Belastung

Diese Symptome können entweder die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. Sie sollen darauf hinweisen, dass homöopathisches Cocculus helfen kann.

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Cocculus für Babys und Kinder

Cocculus ist ein Mittel, das besonders bei sensiblen, mitfühlenden und zerbrechlich wirkenden Kindern eingesetzt werden soll. Oft handelt es sich dabei um Mädchen. Durch ihre Empfindsamkeit sind diese Kinder anfällig für Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme oder Kopfschmerzen. Viele Kinder reagieren sehr empfindlich aufs Autofahren oder andere Arten der Fortbewegung. Wenn es Ihrem Kind unterwegs leicht schlecht wird, können Sie versuchen, mit Cocculus gegenzusteuern.

Anwendung von Cocculus

Das homöopathische Einzelmittel wenden Sie klassisch in Form von kleinen Streukügelchen (Cocculus-Globuli) an. Eine weitere Art es als Einzelmittel einzusetzen, sind homöopathische Tropfen oder Tabletten. Aufgrund der besonderen Wirkung von Cocculus bei der Reisekrankheit finden Sie es in sehr vielen homöopathischen Kombinationsmitteln, die zur Behandlung oder Vorbeugung angeboten werden. Das Gleiche gilt für die Behandlung von Schwindel durch homöopathische Kombinationspräparate. Diese können Sie als Tabletten, Globuli oder Tropfen kaufen. Aber auch als Einzelmittel können Sie Cocculus sehr gut zur Behandlung von Reiseübelkeit, Schwindel und akuter Krankheiten einsetzen. Haben Sie an sich oder Ihrem Kind passende Cocculus-Symptome festgestellt, beginnen Sie die Selbstbehandlung mit Globuli Cocculus D6 oder Cocculus D12. Um schnell einen Erfolg zu sehen, empfiehlt sich die Dosierung von drei Globuli mehrmals täglich. Cocculus D6 können Sie im Akutfall halbstündlich einnehmen, aber insgesamt nicht öfter als zehn Mal in 24 Stunden. Sind die Beschwerden ausgeprägter, leidet der Kranke besonders oder bestehen die Beschwerden schon länger, greifen Sie am besten zu Cocculus-D12-Globuli. Diese Potenz sollten Sie allerdings nicht öfter als sechs Mal am Tag wiederholen. Für die Behandlung der Reisekrankheit oder die vorbeugende Einnahme verwenden Sie am besten Cocculus D4. Das ist auch für Kinder möglich. Diese Potenz können Sie im Bedarfsfall viertel- bis halbstündlich einnehmen. Dauert die Reise länger als einen Tag, sollten Sie die Einnahme von Cocculus D4 auf zwölf Mal täglich beschränken. Es gibt auch selten Fälle chronischer Krankheiten, bei denen das Mittel benutzt werden kann. Dabei handelt es sich dann aber teilweise um schwere, neurologische Erkrankungen oder psychische Veränderungen, die sich nicht für eine Selbstbehandlung eignen. In diesen Fällen setzt man höhere Potenzen ein, wie beispielsweise Cocculus-C30- oder Cocculus-C200-Globuli. Diese sollten Sie nur nach Verordnung durch eine Homöopathin einnehmen und den Behandlungsfortschritt engmaschig kontrollieren lassen. In manchen Fällen eignet sich die Anwendung von Cocculus-C30-Globuli auch bei der Reisekrankheit. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Homöopathen darüber. Beim Auftreten von sogenannten Erstverschlimmerungen soll die Einnahme von Cocculus unterbrochen werden. Bei Selbstmedikation sollen sich die Beschwerden rasch bessern.

Typische Cocculus-Anwendungsgebiete:

  • Reisekrankheit:
    • bei Fahrzeugen aller Art
    • Übelkeit sogar beim Betrachten eines schwankenden Schiffs
    • ausgeprägte Erschöpfung durch die Reisekrankheit
    • völliger Verlust des Appetits
    • selbst der Gedanke an Essen verursacht Übelkeit
    • Besserung durch völlige Ruhe und Hinlegen
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D4 bis zu zwölf Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich.
  • Kopfschmerzen / Migräne:
    • mit großer Übelkeit und Erbrechen
    • Schmerzen im Hinterkopf und Nacken
    • Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D12 bis zu sechs Mal täglich.
  • Schwindel:
    • mit großer Übelkeit und Erbrechen, sobald man den Kopf oder sich selbst bewegt
    • Drehschwindel, alles scheint sich zu drehen
    • muss sich wegen des Schwindels hinlegen
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D12 bis zu sechs Mal täglich.
    • Auf alle Fälle ärztlich abklären lassen!
  • Schlafstörungen:
    • Schlaf mehrmals unterbrochen
    • Gedanken an Tagesgeschäfte verhindern das Einschlafen
    • selbst geringer Schlafmangel schwächt sehr
    • Dosierung: Globuli Cocculus D12 zweimal täglich. Eine Woche lang wiederholen.
  • Übelkeit / Erbrechen:
    • Übelkeit und Erbrechen schon beim Geruch von Speisen oder dem Gedanken daran
    • krampfhaftes Gähnen und Aufstoßen
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D12 bis zu sechs Mal täglich.
  • Bauchschmerzen:
    • Blähungen und Auftreibung des Bauches
    • kolikartige Schmerzen
    • Schmerzen, als würden Steine im Bauch aneinander reiben
    • vergeblicher Stuhldrang
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D12 bis zu sechs Mal täglich.
  • Schwangerschaftserbrechen:
    • morgendliche Übelkeit mit schwallartigem Erbrechen
    • Übelkeit beim Geruch von Speisen oder dem Gedanken an Essen
    • Dosierung: Globuli Cocculus D12 zwei Mal täglich. Eine Woche lang wiederholen.
  • Menstruationsschmerzen:
    • Blutung kommt zu früh
    • krampfartige Schmerzen, bei jeder Bewegung, selbst beim Atmen
    • sehr schwach, kann kaum stehen
    • Dosierung: 3 Globuli Cocculus D6 bis zu zehn Mal täglich oder 3 Globuli Cocculus D12 bis zu sechs Mal täglich.

Der Jetlag: Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät

Der Jetlag ist eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus nach Langstreckenflügen. Dabei überqueren die Reisenden Zeitzonen so schnell, dass der Körper sich nicht daran anpassen kann. Die innere Uhr, die den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, stimmt dann nicht mit der tatsächlichen Zeit am Zielort überein. Die Folge sind vor allem Schlafstörungen.

Symptome des Jetlags

Neben Schlafstörungen können auch weitere Symptome bei einem Jetlag auftreten:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlechte Konzentration
  • Verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Magen-Darm-Probleme (Verdauungsstörungen, Übelkeit, Verstopfung, Appetitlosigkeit)

Naturheilkundliche Hilfe bei Jetlag

Die Naturheilkunde bietet verschiedene Möglichkeiten, mit den Folgen eines Jetlags besser zurechtzukommen.

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  • Anpassung vor dem Abflug: Bereits vor dem Abflug kann man den Körper schrittweise an die neue Zeitzone anpassen. Gehen Sie dafür zu einer anderen Zeit zu Bett als normalerweise: bei Reisen in Richtung Osten jeden Abend ein paar Minuten früher, bei Reisen Richtung Westen ein paar Minuten später.
  • Schlaf im Flugzeug: Versuchen Sie zu schlafen, wenn es an Ihrem Zielort Nacht ist. Verzichten Sie auf zu viel Koffein oder Alkohol. Beides kann Ein- bzw. Durchschlafstörungen verstärken.
  • Anpassung nach der Landung: Nach der Landung sollten Sie versuchen, Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus so schnell wie möglich auf die neue Zeitzone umzustellen. Dabei hilft es, tagsüber nicht zu schlafen, sondern viel Zeit bei Tageslicht zu verbringen.
  • Weitere Tipps:
    • Viel Trinken (Wasser, Tee)
    • Leichte Mahlzeiten
    • Bewegung
    • Frische Luft
    • Ätherische Öle (Lavendel, Sandelholz, Orange zur Entspannung; Pfefferminze, Basilikum, Rosmarin zurAnregung)

Homöopathie bei Jetlag

Auch bei Jetlag kann die Homöopathie eine unterstützende Rolle spielen. Cocculus gilt als ein bewährtes Mittel bei Beschwerden, die infolge von Schlafmangel oder Jetlag auftreten.

Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten

Kopfschmerzen sind meist keine eigenständige Krankheit, sondern eher ein Symptom bzw. ein Alarmsignal dafür, dass irgendetwas nicht stimmt. Deshalb gibt es unzählige mögliche Auslöser, die individuell sehr verschieden sein können.

Arten von Kopfschmerzen

Die Medizin unterscheidet heute mehr als 250 verschiedene Arten. Dabei handelt es sich entweder um primäre oder um sekundäre Kopfschmerzen.

  • Primäre Kopfschmerzen: Der Kopfschmerz selbst ist die Krankheit (z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne, Clusterkopfschmerz).
  • Sekundäre Kopfschmerzen: Der Schmerz ist nur ein Symptom einer anderen Grunderkrankung (Begleitkopfschmerz).

Auslöser von Kopfschmerzen

Hier einige besonders häufige Auslöser:

  • Flüssigkeitsmangel
  • Zu viel Sonne, Sonnenstich, Hitzeschlag
  • Zu viel Alkohol
  • Stress und andere psychische Ursachen
  • Lärm
  • Wetterumschwung, veränderte Druckverhältnisse (Fön, Höhe, Tauchen)
  • Medikamente
  • Muskelverspannungen im Nacken- und Kopfbereich
  • Schlafmangel
  • Druck bzw. Zug durch Helme oder einschnürende Kopfbedeckungen

Migräne: Eine besondere Kopfschmerz-Form

Dabei handelt es sich um eine eigenständige, neurologische Erkrankung, von der etwa 10 % der deutschen Bevölkerung betroffen sind. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Das Krankheitsbild der Migräne ist sehr vielschichtig. Bei 70 % aller Migränepatienten zeigen sich die Kopfschmerzen nur auf einer Seite. Insbesondere im Bereich von Schläfe, Stirn und Augen nehmen die Betroffenen einen sehr intensiven und pulsierenden Schmerz wahr, der sich bei Anstrengung verstärkt. Die Dauer einer Migräneattacke variiert zwischen 4 Stunden und mehreren Tagen. Oft spüren Migräne-Patienten schon 1-2 Tage vorher Vorboten in Form von Reizbarkeit, Schweregefühl, Müdigkeit oder auch Euphorie. Eine so genannte Aura kann einige Stunden vor dem eigentlichen Schmerzanfall auftreten. Sie ist durch neurologische Störungen gekennzeichnet, wie Seh-, Sprach- und Gefühlsstörungen.

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Typische Begleitsymptome bei einem Migräneanfall sind:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Aura mit Sehstörungen mit Lichtblitzen, schwarzen Löchern, Lichtzacken

Ursachen für Migräne

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Folgende Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle - in individuell unterschiedlicher Kombination:

  • Erbliche Veranlagung
  • Reizüberempfindlichkeit, chronische Übererregbarkeit der Nervenzellen
  • Durchblutungsstörung im Gehirn
  • Entzündliche Vorgänge
  • Veränderungen bestimmter Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn

Auslöser eines Migräneanfalls (Triggerfaktoren)

Wenn die Erkrankung besteht, sind bestimmte Reize nötig, um einen akuten Migräneanfall auszulösen. Solche Reize werden als Triggerfaktoren bezeichnet und sind individuell sehr unterschiedlich. Bei Frauen gehören hormonelle Schwankungen zu den relevantesten Auslösern der Migräne. Bei mehr als 50 % aller Migränepatientinnen hängen die Kopfschmerzattacken mit dem Menstruationszyklus zusammen. Insbesondere in der späten zweiten Zyklushälfte leiden die Betroffenen unter den Migräneschmerzen.

Typische Triggerfaktoren für einen Migräneanfall:

  • Hormone
  • Biorhythmik (Jahreszeiten, Schichtarbeit, Jetlag, Zeitverschiebung, zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • Umwelt (Lärm, Qualm, intensives Licht, Fön, Vollmond)
  • Hunger
  • Substanzen (Alkohol, Schokolade, Histamin- und Tyramin-reiche Lebensmittel wie Käse, Rotwein)
  • Sozial, psychosozial (Stress, Angst, nachlassender Stress z. B. am Wochenende oder im Urlaub)

Was hilft gegen Migräne?

Zunächst gilt es, die Trigger-Faktoren herauszufinden und nach Möglichkeit zu meiden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von nichtmedikamentösen Verfahren, die darauf abzielen, die Reizschwelle für das Auslösen eines Migräneanfalls nach oben zu setzen. Dazu gehört das Erlernen von Methoden, die Muskel- und Gefäß-Anspannung bewusst zu regulieren, wie Muskelentspannung nach Jacobson, andere Stress- und Reizverarbeitungstrainings, Psychotherapie, Entspannungstechniken und Biofeedback. In naturheilkundlichen Praxen kommen auch andere Reiz- und Regulationstherapien mit dem Ziel der Umstimmung zum Einsatz. Sie dienen dazu, Anfallshäufigkeit und Schmerzintensität zu reduzieren. Dazu gehören Neuraltherapie, Akupunktur, Phytotherapie und Homöopathie. Aus dem Bereich der Phytotherapie eignen sich beispielsweise Pestwurz und Mutterkraut.

Tipps und Hausmittel bei Kopfschmerzen und Migräne

Der Griff zur Kopfschmerztablette ist gerade bei Frauen weit verbreitet. Schmerzmittel im Akutfall sind auch kein Problem, solange es sich auf gelegentliche Notfälle beschränkt. Bei chronischen Kopfschmerzen sollten Sie jedoch mit Unterstützung eines Arztes nach der Ursache fahnden lassen und versuchen, sich mit sanften Methoden Linderung zu verschaffen.

Tipps bei Neigung zu Kopfschmerzen und Migräne:

  • Ernährung: Finden Sie heraus, welche Nahrungsmittel Ihnen wirklich guttun und welche möglicherweise einen negativen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Kopfschmerzhäufigkeit haben könnten. Versuchen Sie letztere zu meiden. Achten Sie auch auf die richtigen Abstände zwischen den Mahlzeiten. Auch akuter Zuckermangel, der sich durch ein Hungergefühl bemerkbar machen kann, aber nicht unbedingt muss, kann einen Anfall auslösen. Auch deshalb sind Vollkornprodukte, die den Blutzuckerspiegel nicht so abrupt ansteigen und abfallen lassen, wie es bei Zucker und Weißmehl der Fall ist, die bessere Nahrung.
  • Trinken Sie ausreichend viel. Achten Sie aber auch bei den Getränken auf die Verträglichkeit.
  • Achten Sie auf eine gute Magnesium-Versorgung.
  • Sorgen Sie für einen guten Schlaf-Wach-Rhythmus und ausreichend Schlaf. Möglicherweise tut Ihnen in der Mittagszeit ein maximal 20-minütiger Power-Nap gut und lässt sich in den Alltag integrieren.
  • Bewegen Sie sich im Alltag viel, aber möglichst entspannt. Nutzen Sie alles, was Ihre möglicherweise angespannte Nackenmuskulatur entspannt: Dehnübungen, Massagen, ein warmes Bad.
  • Erlernen und praktizieren Sie Entspannungsübungen. Allen voran die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, aber auch Yoga, Feldenkrais, Autogenes Training, Qigong, Atemübungen.
  • Lassen Sie einen Augenarzt oder Optiker überprüfen, ob eine Sehhilfe nötig ist bzw. ob Ihre Sehhilfe auch wirklich optimal für Sie ist.

Homöopathische Komplexmittel bei Kopfschmerzen und Migräne

Auch homöopathische Komplexmittel können dazu beitragen, den Körper in seiner Reaktion langfristig umzustimmen. Sie zielen nicht auf eine schnelle Schmerzlinderung ab, sondern auf eine nachhaltige Regulation und Harmonisierung. Es ist jedoch möglich, einen beginnenden Anfall bei den ersten Anzeichen durch häufige kleine Gaben abzuwenden oder zu lindern. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Wichtiger Hinweis

Das Konzept der Homöopathie und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt. Die auf Globuli.de zur Verfügung gestellten Informationen sowie Kommentare und Diskussionsbeiträge können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer eigenständigen Auswahl und Anwendung oder Absetzung von Arzneimitteln, sonstigen Gesundheitsprodukten oder Behandlungsmethoden verwendet werden. Viele Symptome und Beschwerden können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

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