Karate-Übungen als Therapie bei Parkinson: Ein umfassender Überblick

Die Bedeutung von Bewegung für die kognitive, emotionale und physische Gesundheit, insbesondere bei älteren Menschen, wird zunehmend erkannt. Karate, als eine Sportart, die sowohl kognitive als auch motorische Elemente kombiniert, hat in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit als mögliche Therapieform bei Morbus Parkinson erhalten.

Studien und Forschungsergebnisse

Mehrere Studien haben die Auswirkungen von Karate auf das gesunde Altern und bei Parkinson-Patienten untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien sind vielversprechend und zeigen, dass Karate (trainiert nach den Regeln des Deutschen-Karate-Verbandes) auch im fortgeschrittenen Alter und bei Bewegungsstörungen gut praktiziert werden kann.

Positive Effekte von Karate bei Parkinson

  • Verbesserung der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit: Studien haben gezeigt, dass Karate-Training die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit verbessern kann.
  • Verbesserung der Balance: Karate-Übungen tragen zur Verbesserung der Balance bei, was für Parkinson-Patienten von großer Bedeutung ist, da Gleichgewichtsstörungen häufig auftreten.
  • Erhaltung des emotionalen Wohlbefindens: Karate kann dazu beitragen, das emotionale Wohlbefinden von Parkinson-Patienten zu erhalten.
  • Hohe Akzeptanz: Die hohe Akzeptanz von Karate-Training bei Parkinson-Patienten deutet darauf hin, dass es eine geeignete ergänzende Therapie sein könnte, insbesondere im Vergleich zu anderen Therapien wie Langzeitmedikation, die oft mit geringerer Einhaltung verbunden sind.

Initiativen und Projekte

Das Zentralkrankenhaus Reinkenheide in Bremerhaven hat in Zusammenarbeit mit Ärzten der Geriatrie und Neurologie eine Initiative gestartet, um Karate als Therapie für Parkinson-Patienten anzubieten. Diese Initiative basiert auf einer Studie der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Karateverband, die große Erfolge im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit belegt.

Karate-Gruppe für Parkinson-Patienten in Bremerhaven

In Bremerhaven trainieren 15 Parkinson-Patienten unter medizinischer Aufsicht, um ihre Psychologie, Motorik, ihren Gleichgewichtssinn und ihre Koordination zu verbessern. Die Parkinson-Karate-Gruppe des GTV im Bremer Karateverband steht allen Parkinson-Patienten offen.

Karate als Gesundheitssport

Karate wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und entfaltet insbesondere bei Krankheiten wie Parkinson und Depressionen eine therapeutische Entwicklung. Dies konnte durch Evaluierungen der Universität Regensburg nachgewiesen werden. Auch ältere Menschen profitieren von Karate, da die Ausübung der Bewegungen und Elemente aufgrund ihrer motorischen und geistigen Beanspruchung der Gesundheits-Prophylaxe dient.

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Qualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT"

Karate ist durch das Qualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT" als gesundheitserhaltende oder gesundheitsfördernde Sportart zertifiziert. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung, die der DOSB an Vereine vergibt, die sich in besonderem Maße dem Gesundheitssport widmen. Die Dachmarke "SPORT PRO GESUNDHEIT" beinhaltet die zugeordneten Angebote der Konzeption "Budomotion" und zeigt so den Weg zu hochwertigen Bewegungs-Angeboten in den DKV-Vereinen auf. Angebote mit dem Qualitätssiegel werden von der Bundesärztekammer empfohlen.

"Budomotion" - Haltung und Bewegung

"Budomotion - Haltung und Bewegung" erhielt zudem die höchste Auszeichnung der Zertifizierungsstelle der Krankenkassen sowie der "Zentralen Prüfstelle Prävention" und wurde mit dem Titel "Deutscher Standard Prävention" bedacht.

Karate vs. Parkinson: Persönliche Erfahrungen

Jörg Reuß, ein erfolgreicher Karateka, bei dem 2022 Parkinson diagnostiziert wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die positiven Auswirkungen von Karate als Therapie bei Parkinson zu informieren. Er möchte Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, für diesen Sport gewinnen, da er selbst erlebt hat, wie das Karate-Training ihm hilft.

Ziele von Jörg Reuß

  • Informationen darüber, dass Karate eine sehr gute Therapie ist, um trotz Parkinson beweglich zu bleiben oder es auch wieder zu werden.
  • Hilfe für andere Betroffene, etwas gegen die schleichende Unbeweglichkeit zu tun.
  • Aufbau einer Parkinson-Gruppe in seiner Sportschule.
  • Anbieten von speziellen Karate-vs-Parkinson-Seminaren für Betroffene, Karate-Dojos und Verbände.

Forschungsprojekt der Universität Regensburg

Die Universität Regensburg hat ein Forschungsprojekt durchgeführt, um zu untersuchen, ob und wie sich durch die speziellen Bewegungsangebote Karate und rhythmischer Tanz die Emotion, Kognition und Motorik von Parkinson-Betroffenen verbessern lässt.

Inhalte des Forschungsprojekts

  • Untersuchung psychischer Parameter wie Stimmungsveränderungen, Lebenszufriedenheit und emotionale Befindlichkeiten.
  • Vergleich von Fragebögen, die die Patienten vor dem ersten Training und nach dem letzten Training ausfüllen.
  • Halbjährliches Training der Parkinson-Patienten in zwei speziell ausgerichteten Bewegungsgruppen (Karate und rhythmischer Tanz).
  • Schulung von Atmung, Gleichgewichtssinn und Koordination.
  • Vermittlung neuer Bewegungsformen.
  • Förderung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration und Strategiedenken.

Erste Erkenntnisse des Forschungsprojekts

Viele Teilnehmer berichten von positiven Erfahrungen, wie z.B. Verbesserung des Gleichgewichtssinns, fließendere Bewegungen und eine große Verbesserung der psychischen Befindlichkeit. Die meisten Teilnehmer wollen auch nach der Studie weiter trainieren.

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Karate als therapeutischer Ansatz bei Parkinson

Karate als therapeutischer Akzent bei Parkinson basiert auf den Ergebnissen einer Studie der Universität Regensburg, die gezeigt hat, dass sich durch den Einsatz von Aktivitätselementen aus dem Karate sowohl die Mobilität insgesamt als auch etliche Handlungsabfolgen in ihren Details deutlich verbesserten.

Elemente des Karate-Trainings für Parkinson-Patienten

  • Erlernen der Bewegungsabläufe und Dynamiken karatetypischer Elemente (Faustschläge, Fußtritte, Abwehrreaktionen).
  • Wiederholte Übungen zur Stärkung des Gleichgewichts.
  • Schritt-Drehung-Schritt-Kombinationen.
  • Abfolgen von Aktivitäten bei zeitgleichem Blickrichtungswechsel.
  • Stehen auf einem Bein.

Diese Übungen sollen die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit stärken und das Gehirn auf einer anderen Ebene anregen, da die Bereiche für Wahrnehmung und Denken die ganze Zeit über aktiviert sind.

Karate und Tanz: Eine Kombination für mehr Lebensqualität

In Regensburg wurde eine Studie durchgeführt, bei der Parkinson-Patienten entweder Karate oder rhythmischen Tanz trainierten. Beide Sportarten verbinden in besonderer Form körperliche und geistige Aktivität, was bei den Betroffenen oft gestört ist.

Ziele der Studie

  • Verbesserung oder Erhaltung der Kognition und Motorik der Betroffenen.
  • Rückgabe von Lebensqualität, die ihnen die Erkrankung genommen hat.

Karate als Ausgleichssport für den Alltag

Die Anforderungen im Alltag sind bei vielen Menschen in den letzten Jahren gestiegen. Anhaltender Stress und Druck können langfristig sowohl zu physischen als auch psychischen Erkrankungen führen. Karate wirkt präventiv und ist daher ein idealer Ausgleichssport für den Alltag.

Karate als Therapiemöglichkeit bei Parkinson

Karate - und explizit DKV-Karate - wurde erstmals als Therapiemöglichkeit von dem weltweit renommierten Wissenschaftsjournal „Frontiers in Medicine“ genannt, und das bei der bisher als unheilbar eingestuften Erkrankung Parkinson. Zugleich wird belegt, dass Karate ein geeignetes Training ist, um das Gleichgewicht bei Parkinson-Patienten zu verbessern.

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Evaluationsergebnisse von „Frontiers in Medicine“

Die Evaluationsergebnisse von „Frontiers in Medicine“ belegen eindeutig eine hohe Einhaltung der Behandlung, insbesondere im Karate-Training, was ein Indikator für die hohe Akzeptanz bei den Parkinson-Patienten sein könnte. Weil andere Therapien, wie die Langzeitmedikation, unter einer geringeren Einhaltung leiden, hat das Karate-Training das Potenzial, als ergänzende Therapie akzeptiert zu werden. Die Ergebnisse stehen in Beziehung zu der Karate-Studie mit älteren Menschen, die einen Trainingseffekt von Karate auf die selbstbezogene mentale Gesundheit ergeben hat und darauf hinweist, dass dies auch für Parkinson-Patienten geeignet ist, ihr emotionales Wohlbefinden zu bewahren, während sie mit Parkinson leben.

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