Die Universitätsmedizin Göttingen bietet eine umfassende neurologische Betreuung für Kinder und Jugendliche mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Nervensystems. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und die Klinik für Neurologie arbeiten dabei eng zusammen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin: Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) Göttingen
Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) Göttingen ist Teil der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen. Hier werden entwicklungsauffällige, behinderte und von Behinderung bedrohte sowie extrem adipöse Patient*innen - vom Frühgeborenen bis zum jungen Erwachsenen - ambulant untersucht und behandelt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Krankheiten, die Erstellung eines Behandlungsplans und die Einleitung der Therapie.
Die Betreuung im SPZ erfolgt in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinder- und Jugendärztinnen, Ergotherapeutinnen, Logopädinnen und Physiotherapeutinnen sowie den umliegenden Frühförderstellen. Am Beginn der Behandlung stehen ein ausführliches Gespräch mit Kind bzw. Jugendlichem und Eltern sowie eine ärztliche Untersuchung. Das Behandlungskonzept wird von einem multidisziplinären Team festgelegt und der besonderen Situation jedesjeder Patientenin angepasst. Die vorgeschlagene Behandlung kann im SPZ Göttingen oder in einer anderen, möglicherweise näher am Wohnort gelegenen Praxis oder Einrichtung erfolgen.
Behandlungsschwerpunkte im SPZ:
- Adipositas
- Bewegungsstörungen
- Epilepsien
- Frühgeborene
- Glykosylierungsstörungen
- Hirntumore
- Kinderneuroorthopädie
- Leukodystrophien
- Multiple Sklerose
- Muskelerkrankungen
- Myelomeningozelen (Spina bifida)
- Stoffwechselerkrankungen
- Tuberöse Sklerose (TSC)
- Typ-I-Interferonopathien / Aicardi-Goutières-Syndrom
Das Team des SPZ:
- Ärztlicher Leiter: Priv.-Doz. Dr. Matthias Kettwig
- Oberärztin: Dr. Dagmar Weise
- Leitender Psychologe: Dr. rer. Michael Lingen
Das SPZ bietet auch die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu absolvieren.
Aufgaben im Rahmen des FSJ/BFD:
- Unterstützung bei der Betreuung von Kindern und ihren Familien im Warte- und Aufnahmebereich
- Begleitung von Kindern zu verschiedenen Untersuchungen
- Unterstützung im Büro (z.B. Dokumentation, Patientenunterlagen, Materialorganisation)
Erwartungen an die Bewerber*innen:
- Empathie, Geduld und Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
- Bereitschaft, sich in ein multiprofessionelles Team einzubringen
Das SPZ bietet:
- Einblicke in das Arbeiten in einem multiprofessionellen Team zur Diagnostik von Entwicklungsstörungen unterschiedlichster Ursache.
Neuropädiatrie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
In der Abteilung Neuropädiatrie werden Kinder und Jugendliche mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems betreut, vom seltenen kindlichen Schlaganfall über Kopfschmerzen und Schädel-Hirn-Traumata bis hin zu Epilepsien und Entwicklungsstörungen. Besondere Schwerpunkte sind Hirntumore, Multiple Sklerose und Stoffwechselerkrankungen.
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Die medizinische Versorgung erfolgt anhand standardisierter nationaler und internationaler Behandlungskonzepte. Durch die enge, strukturierte Zusammenarbeit mit den Göttinger Neurowissenschaften können Forschungserkenntnisse häufig frühzeitig in neue diagnostische Verfahren und individuelle Therapien umgesetzt werden.
Die Abteilung umfasst die Neuropädiatrische Ambulanz und Station sowie das Sozialpädiatrische Zentrum Göttingen.
Wichtige Ansprechpartner:
- Dr. med. Matthias Kettwig (komm. Leiter SPZ)
- Prof. Dr. med. Chris Mühlhausen
- Priv.-Doz. Dr. med. Lars Schlotawa
- Direktorin: Univ.-Prof. Dr.
Weitere Teammitglieder:
- Ärztlicher Leiter Sozialpädiatrisches Zentrum: Priv.-Doz. Dr. Matthias Kettwig
- Ärztlicher Leiter Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie: Univ.-Prof. Dr.
- Geschäftsführender Oberarzt und stellv. Klinikdirektor: Prof. Dr. Chris Mühlhausen
- Leitender Oberarzt: Univ.-Prof. Dr. Lars Schlotawa
- Oberärzte: Dr. Christian Baldini, Prof. Dr. Clemens Freiberg, Dr. Carolin Herzberg, Dr. Christoph Leiskau, Dr. Lara Maleen Marten, Dr. Markus Röbl, Prof. Dr. Hendrik Rosewich, Dr. Wiebke Stark, Dr. Dagmar Weise, Prof. Dr.
- Fachärzte: Dr. Simon Badura, Dr. Ann-Kathrin Dittrich, Priv.-Doz. Dr. Steffi Dreha-Kulaczewski, Dr. Marie-Therese Hansen, Dr. Elke Hobbiebrunken, Dr. Alexandra Knorr, Dr. Steffen Köhne, Dr. Kolja Meier, Dr. Sophie Schäfer, Dr. Rebekka Sinning, Dr. Anna Tacke, Dr. Leonie Thöne, Dr. Giulia-Assunta Candela
- Assistenzärzte: Dr. Sarah Danica Berger, Dr. Insa Borgmann, Dr. Vincent Deppe, Dr. Charlotte Sophie Ehl, Deborah Endl, Dr. Konstantin Feußner, Dr. Jeanne-Marie Franke, Hanna Marla Frentz, Dr. Karla Hähnle, Dr. Niklas Held, Dr. Christin Johnsen, Dr. Paula Berenike Kettenberger, Emma Kortekangas, Dr. Anna Ryan de Medeiros, Leonie Milošev, Christina Menzel, Lena Meyer-Ruhnke, Dr. Hannah Nitsch, Dr. Paul Lorenz Ohlmeier, Isabella Schmitz, Eluiesa Sina
- Leitender Psychologe: Dr. rer. Michael Lingen
- Konstanze Adler, Henning Algermissen
- Laborleitung: Priv.-Doz. Dr. rer. Ralph Krätzner, Dr. rer. nat. Andreas Ohlenbusch
- Melissa Ballüer, Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Susann Diegmann, Jonas Gadomska, Dr. rer. nat. Marion Hoffmann, Brenda Huppke, Dr. rer. nat. Mazen Makke, Bindhu Lakshminarayana, Dr. rer. nat. Stina Schiller, Dr. rer. nat. Simone Schröder, Dr. rer. nat. Katharina Ternka, Kristin Wendland, PhD
GoRare: Zentrum für seltene kinderneurologische Erkrankungen Göttingen
Manchmal bemerken Eltern schon früh, dass sich ihr Kind nicht so entwickelt wie andere Kinder; manchmal sind die ersten Anzeichen aber auch unklar und beginnen schleichend. Als Zentrum für seltene kinderneurologische Erkrankungen Göttingen (GoRare) dient die Einrichtung als Anlaufstelle für betroffene Patientinnen, ihre Angehörigen und die zuweisenden Ärztinnen. Das multidisziplinäre, hochqualifizierte Team gewährleistet die umfassende und individuelle Betreuung der Patientinnen. Die Zusammenarbeit mit lokalen, nationalen und internationalen Expertinnen ermöglicht den Zugang zu neuesten Technologien und Forschungsergebnissen und bietet somit modernste Diagnostik und Behandlung.
Aufgaben und Ziele von GoRare:
- Informationen über seltene kinderneurologische Erkrankungen bereitstellen
- Erkrankungsschwerpunkte definieren
- ESNEK-Konzept umsetzen
- Team/Kontaktinformationen bereitstellen
- Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen vermitteln
Das Leben mit einer seltenen Erkrankung bringt für Betroffene und ihre Familien viele Herausforderungen mit sich. Patientenorganisationen bieten dabei wertvolle Möglichkeiten, Kontakte zu anderen Betroffenen zu knüpfen und Erfahrungen sowie Informationen zu den einzelnen Erkrankungen auszutauschen.
Ansprechpartner für GoRare:
- Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Kettwig, Sprecher GoRare und Ärztlicher Leiter Sozialpädiatrisches Zentrum
Klinik für Neurologie
Die Klinik für Neurologie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Mathias Bähr und Univ.-Prof. Dr. Martin S. Weber bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für neurologische Erkrankungen.
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Wichtige Bereiche der Klinik für Neurologie:
- Leiter der Arbeitsgruppe „Translationale Neuroinflammation“: PD. Dr. Dirk Fitzner
- Geschäftsführender Oberarzt: PD. Dr. Daniela Infanti
- Oberarzt / Schwerpunktprofessor: Univ. Prof. Niels Focke
- Oberärzte: Dr. Bettina M. Göricke, Prof. David Liebetanz, PD Dr. Fabian Maass, Prof. Dr. Ilko Maier, Dr. Marlena Schnieder, Univ. Prof. Michael Werner Sereda
- Oberärztin / Leiterin der Prionforschungsgruppe: Prof. Dr. Inga Zerr
- Oberärztinnen: PD Dr. Katrin Wasser, PD Dr. Kristina Baldini
- Fachärzte: Dr. Aylin Sophie Engel, Dr. Maren Fitzner, Dr. Ioanna Giotaki, Dr. Stefanie Glaubitz, Dr. Lina Hassoun, Dr. Leila Husseini, Dr. Konstantin Schütz, Dr. Christiane Weinrich, Dr. Kristina auf dem Brinke
- Assistenzärzte: Dr. Deborah Bochert, Dr. Clemens-Alexander Böcker, Dr. Maja Dusanic, Dr. Hanna Josephin Eisenberg, MD, Dr. Maria Ines Laginha, Dr. Darius Saberi, Dr. Siwen Yuan
- Oberarzt: PD Dr. Jan C. Koch
- Facharzt: Prof. Dr. Claudia Lange (Dipl.-Psych.), Klinische Neuropsychologin (GNP)
Prof. Dr. med. Martin Sommer ist spezialisiert auf neurologische Schmerzbehandlung und als Oberarzt in der Geriatrie tätig. Er bietet eine Ambulanzsprechstunde für Schmerztherapie für Hochbetagte an.
Die Klinik verfügt über ein umfangreiches Spektrum an zusatzdiagnostischen Verfahren der Neurologie und Neurophysiologie. Daneben wird das gesamte Spektrum bildgebender und interventioneller Verfahren in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie angeboten.
Der wissenschaftliche Fokus der Klinik liegt auf einem besseren Verständnis der Entstehung neurologischer Erkrankungen mit dem Ziel, wichtige zelluläre, molekulare und systemische Krankheits-Mechanismen zu identifizieren und neue therapeutische Strategien zu entwickeln.
Station 3031: Neuropädiatrische Station
Auf die Station 3031 können Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen zur Diagnostik und Therapie aufgenommen werden. Der besondere Schwerpunkt der Station ist die Betreuung von Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen wie Epilepsien, Entwicklungsverzögerung, entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, Hirntumoren, Hydrozephalus, Muskelerkrankungen und seltene Stoffwechselerkrankungen.
Auf der Station erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kinderneurochirurgie auch die stationäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die sich einer neurochirurgischen Operation unterziehen müssen.
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Auf der Station werden die Kinder und Jugendlichen von einem Team bestehend aus einem Oberarzt, Stationsärztinnen, examinierten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, einer Psychologin, einer Sozialpädagogin und einer Erzieherin versorgt. Die Behandlungsverfahren beziehen auch Therapien auf pflanzlicher Basis mit ein, wie z.B. Tees, Kompressen, Wickel und Massagen. Mit dieser erweiterten Pflege wird der Heilungsprozess unterstützt und die Gesamtkonstitution der Kinder gestärkt. Die Einbeziehung der Eltern bei pflegerischen und therapeutischen Maßnahmen während des stationären Aufenthaltes ist erwünscht.
Die Station kann insgesamt 16 Patient*innen aufnehmen und hat vier Einzel- und sechs Doppelzimmer, die teilweise mit eigenem Bad ausgestattet sind. Die Mitaufnahme eines Elternteiles ist kostenfrei und wird ausdrücklich begrüßt. Sie haben die Möglichkeit, auf einer Liege im Zimmer Ihres Kindes zu übernachten. Wie Ihr Kind werden Sie dreimal täglich mit Essen versorgt.
Besuchsregeln:
- Pro Patientin max. zwei Besucherinnen zeitgleich und ohne Zeitbeschränkung.
- Besuchszeit auf Normalstation ist von 13:00 bis 20:00 Uhr (letzter Einlass: 19:30 Uhr) und auf Wochenstation von 15:00 bis 18:00 Uhr. Ausnahmen sind nach Absprache mit der jeweiligen Stationsleitung möglich.
- Besuchszeiten für Palliativ- sowie Spezial- und Intensivstationen können abweichen. Bitte informieren Sie sich ggf.
Fazit
Die Kinderneurologie in Göttingen bietet eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung für Kinder und Jugendliche mit neurologischen Erkrankungen. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche und die Integration neuester Forschungserkenntnisse wird eine optimale Betreuung der Patient*innen gewährleistet. Die Einbeziehung der Eltern in den Behandlungsprozess ist ein wichtiger Bestandteil des ganzheitlichen Ansatzes.
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