Die Neurologische Klinik am Städtischen Klinikum Braunschweig ist eine der größten neurologischen Akutkliniken in Deutschland und bietet mit ihren 92 Betten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Jährlich werden hier rund 4.000 Patienten stationär und etwa 7.000 ambulant im Rahmen der Notfallversorgung oder in Spezialambulanzen behandelt. Die Klinik ist Teil des Neuro-Zentrums am Standort Salzdahlumer Straße und arbeitet eng mit anderen Fachdisziplinen wie Neurochirurgie, Neuroradiologie, Kardiologie und Gefäßchirurgie zusammen, um eine umfassende und interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten.
Überregionale Stroke Unit: Zeit ist Hirn
Ein besonderer Schwerpunkt der Neurologischen Klinik ist die Schlaganfallversorgung. Die überregional zertifizierte Stroke Unit mit 14 Betten ist speziell für die Behandlung von akuten Schlaganfallpatienten konzipiert und mit modernster Technik ausgestattet. Ein multiprofessionelles Team aus Neurologen, Pflegekräften, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Neuropsychologen gewährleistet eine hochqualifizierte Diagnostik und Therapie.
Die Stroke Unit ist eine neurologisch geführte Überwachungsstation, die speziell für die Behandlung von akuten Schlaganfallpatienten konzipiert ist. Durch ein integratives Behandlungskonzept eines multiprofessionellen Teams wird eine hochqualifizierte Diagnostik und Therapie für Patientinnen und Patienten mit einem akuten Schlaganfall ermöglicht.
Die rasche Zuweisung von Patientinnen und Patienten mit einem akuten Schlaganfall ist insbesondere in den ersten Stunden nach Symptombeginn von entscheidender Bedeutung. Die Thrombolyse, das Auflösen eines Gerinnsels der Hirnarterien, ist nur in den ersten Stunden (in der Regel bis 4,5 Stunden nach Symptombeginn, in Einzelfällen auch später) möglich und sinnvoll. Zunehmend werden bei akuten Gefäßverschlüssen der Hirnarterien auch neuroradiologische Verfahren (Hirnkatheter) zum Einsatz gebracht.
Die Dauer der Behandlung auf der Stroke Unit erstreckt sich im Durchschnitt über die ersten kritischen 1-3 Tage nach Schlaganfall. Im Anschluss wird die Weiterbehandlung auf der neurologischen Bettenstation fortgesetzt.
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Schlaganfall: Ein Notfall
Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Hauptursachen hierfür sind Blutgerinnsel, Gefäßverkalkungen oder Hirnblutungen. Durch die Minderversorgung eines Hirnbereichs mit Blut erhalten die Nervenzellen nicht mehr ausreichend Sauerstoff sowie Nährstoffe und können absterben, mit zum Teil fatalen Folgen für die Betroffenen. Aus diesem Grund ist der Faktor Zeit extrem wichtig. Eine schnelle Diagnostik und zielgerichtete Therapie können die gesundheitliche Folgen eines Schlaganfalls in vielen Fällen begrenzen, manchmal sogar ganz verhindern. Dies wird durch die sogenannte Stroke Unit der Neurologischen Klinik sichergestellt. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Je schneller ein Betroffener sachgerechte Hilfe bekommt, umso eher kann der Schaden minimiert werden.
Telemedizinische Schlaganfallversorgung
Ergänzend zur stationären Versorgung bietet die Neurologische Klinik auch telemedizinische Schlaganfallversorgung an. Durch Teleneurologie wird die Ferndiagnostik von Schlaganfallpatienten mittels Video- und Tonübertragung durchgeführt, um auch in entlegenen Regionen eine schnelle und kompetente Beurteilung zu ermöglichen.
Neurologische Intensivmedizin: Betreuung schwerster Krankheitsbilder
Ein weiterer wichtiger Bereich der Neurologischen Klinik ist die neurologische Intensivmedizin. Hier werden Patientinnen und Patienten mit schwersten neurologischen Erkrankungen, beispielsweise nach Schlaganfällen, Hirnblutungen oder bei entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, intensivmedizinisch betreut. Die Klinik verfügt über eine moderne neurologische Intensivstation, die zusammen mit den Internisten betrieben wird.
Multiple Sklerose (MS)-Zentrum: Kompetenz und Erfahrung
Die Neurologische Klinik ist als DMSG-zertifiziertes MS-Zentrum ausgewiesen und bietet eine umfassende Versorgung von Menschen mit Multipler Sklerose. Hier werden modernste diagnostische Verfahren und Therapieansätze eingesetzt, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Klinik wurde in der aktuellen stern-Klinikliste für ihre besondere Expertise im Bereich Multiple Sklerose (MS) ausgezeichnet und zählt damit zu den führenden neurologischen Kliniken Deutschlands.
Die Neuroimmunologie bezieht sich auf Autoimmunerkrankungen, wie bspw. Multiple Sklerose.
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Spezialambulanzen für Multiple Sklerose
Für die Betreuung von MS-Patienten stehen spezielle Ambulanzen zur Verfügung, darunter die ASV MS-Ambulanz.
Neuroonkologisches Zentrum: Interdisziplinäre Behandlung von Hirntumoren
Ein weiterer Schwerpunkt der Neurologischen Klinik ist die Neuroonkologie. Im Rahmen des Cancer Centers Braunschweig werden Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren interdisziplinär von Neurologen, Neurochirurgen, Strahlentherapeuten und Onkologen behandelt. Ziel ist es, eine optimale Therapie zu gewährleisten und die bestmöglichen Ergebnisse für die Patienten zu erzielen. Die Klinik wurde auch für ihren interdisziplinären Schwerpunkt Neuroonkologie im Rahmen des Cancer Centers Braunschweig hervorgehoben.
Ob primärer Hirntumor oder Metastasen im Gehirn - betroffene Patientinnen und Patienten bekommen am Städtischen Klinikum Braunschweig die beste medizinische Versorgung.
Neuromuskuläre Erkrankungen und Bewegungsstörungen
Die Neurologische Klinik bietet auch eine spezialisierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen und Bewegungsstörungen an. In der ASV NME-Ambulanz werden Menschen mit Muskelerkrankungen, Nervenerkrankungen und anderen neuromuskulären Leiden betreut.
Wir setzen zudem einen Schwerpunkt in der Behandlung von Bewegungsstörungen, z.B. bei Parkinson-Syndromen oder dystonen Erkrankungen. Zudem bieten wir die Botulinumtoxin-Therapie bei neurogenen Bewegungsstörungen und Spastik an.
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Weitere Schwerpunkte und Leistungen
Neben den genannten Schwerpunkten bietet die Neurologische Klinik ein breites Spektrum an weiteren Leistungen an, darunter:
- Abklärung und Klassifizierung von Epilepsien und Epilepsiesyndromen sowie Behandlung des epileptischen Anfallsstatus
- Klinische Neuropsychologie: Beschäftigt sich mit den Folgen von Hirnverletzungen auf Intellekt und Psyche.
- Neurophysiologie: Befasst sich vor allem mit der Funktionsweise des menschlichen Nervensystems
- Logopädie: Umfasst die Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie das Trachealkanülenmanagement.
- Ergotherapie: Zielsetzung der ergotherapeutischen Behandlung sind das Wiedererlangen sowie die Erhaltung der Handlungsfähigkeit und das Erreichen größtmöglicher Selbstständigkeit
- Physiotherapie: Unser physiotherapeutisches Angebot am Standort Salzdahlumer Straße
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und moderne Ausstattung
Die Neurologische Klinik profitiert von der engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen des Klinikums Braunschweig. Dies ermöglicht eine umfassende und koordinierte Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Klinik verfügt zudem über eine moderne Ausstattung, die eineDifferentialdiagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen ermöglicht.
Für eine exzellente Schlaganfallversorgung sind die überregional zertifizierte Stroke Unit, die Neurologische Intensivstation (z.B. wenn Patienten beatmungspflichtig werden) sowie die Interdisziplinarität an einem Standort mit interventioneller Neuroradiologie (z.B. systemische und intraarterielle Thrombolyse, Katheterthrombektomie, Carotis-Stent, Aneurysma-Coiling), Neurochirugie (bei erforderlicher operativer Therapie), Kardiologie (z.B.
Ihr Aufenthalt in der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik legt großen Wert auf eine patientenorientierte Versorgung. Die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt des Pflegeprozesses. Die Bezugspflege bezeichnet ein Pflegesystem, in dem eine Pflegekraft die gesamte Pflegeverantwortung für einen (oder mehrere) Patientinnen bzw. Patienten übernimmt. Die Pflegekraft ist zuständig für die Umsetzung der Pflegeplanung. Sie definiert gemeinsam mit Ihnen die Pflegeziele und organisiert das Entlassungsmanagement, wählt die dafür notwendigen Maßnahmen aus und überprüft deren Wirksamkeit.
Auf den Seiten des Klinikums können Sie nachlesen, wie Sie sich auf Ihren Aufenthalt vorbereiten können, wie Ihr Aufnahmetag aussehen wird, wie der reguläre Ablauf auf der Station ist und wie die Entlassung in der Regel abläuft. Zur Vorbereitung finden Sie auch eine Checkliste der Dinge, die Sie für Ihren Aufenthalt einpacken müssen.
Anmeldung zur ambulanten Behandlung und zu Sprechstunden
Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation bestehen derzeit keine ambulanten Behandlungsmöglichkeiten in der Neurologischen Klinik. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für die Versorgung in Notfallsituationen (Zentrale Notaufnahme, Salzdahlumer Straße 90) oder bei der Notwendigkeit einer stationären Behandlung (Belegungskoordination) weiterhin zur Verfügung.
Besuchszeiten
Informationen für Besucherinnen und Besucher sind auf der Webseite des Klinikums zusammengefasst. Vom Hauptbahnhof aus können Sie mit den Buslinien 411 oder 431 bis zur Haltstelle Klinikum Salzdahlumer Straße fahren.
Das Team der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik verfügt über ein kompetentes Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und weiteren Fachkräften. Chefärztin der Klinik ist PD Dr. Annette Spreer. Das Team umfasst hoch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrungen in allen neurologischen Krankheitsbildern. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern.
Karriere in der Neurologischen Klinik
Die Neurologische Klinik bietet ein dynamisches Arbeitsumfeld mit vielfältigen Aufgaben in einem multiprofessionellen Team. Interessierte können sich bewerben und Teil des Klinikums werden. Die Klinik bietet auch Angebote für Studierende, wie Famulaturen und das PJ.
Kritik und Verbesserungspotenzial
Trotz der hohen Qualität der Versorgung gibt es auch Kritikpunkte, die in Patientenbewertungen geäußert werden. Diese betreffen unter anderem die Freundlichkeit des Personals, die Wartezeiten in der Notaufnahme und die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten. Es ist wichtig, diese Kritik ernst zu nehmen und kontinuierlich an der Verbesserung der Patientenzufriedenheit zu arbeiten.
Einige Patienten bemängelten lange Wartezeiten in der Notaufnahme, unfreundliches Personal und mangelnde Kommunikation. Es gab auch Berichte über negative Erfahrungen mit Ärzten, die als unfreundlich oder wenig empathisch wahrgenommen wurden. Allerdings gab es auch viele positive Rückmeldungen über die Kompetenz der Ärzte und die Hilfsbereitschaft des Pflegepersonals.
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