Klinikum Minden Neurologie: Erfahrungen, Bewertungen und Einblicke

Das Johannes Wesling Klinikum Minden (JWK) ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Insbesondere die neurologische Klinik und die Neurochirurgie des Klinikums sind von Bedeutung für die Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems. Dieser Artikel fasst Erfahrungen und Bewertungen zusammen, um ein umfassendes Bild der neurologischen Versorgung in diesem Klinikum zu vermitteln.

Das Leistungsspektrum der Neurologischen Klinik

Die Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der neurologischen Intensivmedizin und der Schlaganfallbehandlung. Hier werden modernste wissenschaftliche Erkenntnisse angewendet.

Schlaganfallversorgung

Die Klinik verfügt über eine der ersten Stroke Units Deutschlands, die bereits 1996 eingerichtet wurde. Sie ist zudem als erstes deutsches Stroke Center von der Europäischen Stroke Organization zertifiziert. Schlaganfallpatienten werden hier rund um die Uhr interdisziplinär versorgt, in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurochirurgie und dem Institut für (Neuro-)Radiologie. Dies ermöglicht eine umfassende und schnelle Versorgung bei Schlaganfällen.

Multiple Sklerose (MS)

In der Neurologischen Klinik werden jährlich etwa 200 Patienten mit Multipler Sklerose stationär behandelt. Auch ambulante Behandlungen werden in der MS-Ambulanz angeboten. Durch die enge Zusammenarbeit mit führenden Forschungszentren wird ein diagnostisches und therapeutisches Vorgehen auf aktuellem Niveau gewährleistet. Die Klinik bietet eine individuelle Risikoabschätzung und ausführliche Aufklärungsgespräche über notwendige Therapien.

Dystonien

Die Neurologische Klinik bietet eine spezialisierte Dystonieambulanz, in der etwa 120 Patient*innen regelmäßig mit Botulinumtoxin-Injektionen behandelt werden. Diese Therapie wird bei verschiedenen herdförmigen Dystonien wie Schiefhals-Erkrankungen, Gesichtsdystonien und Hand- oder Fußdystonien eingesetzt.

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Tumorerkrankungen

In der Neurologischen Klinik werden jährlich etwa 100 Patient*innen mit Tumoren stationär und ambulant untersucht und behandelt. Die Klinik arbeitet eng mit der Neurochirurgischen Klinik, der Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie, der Klinik für Hämatologie und internistische Onkologie sowie niedergelassenen Ärzten zusammen. Im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards wird eine individuelle Abschätzung des Krankheitsverlaufes und ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die weiteren diagnostischen Notwendigkeiten und/oder therapeutischen Möglichkeiten angeboten.

Neurogeriatrie

Seit April 2008 betreut die Neurologische Klinik zusammen mit der Universitätsklinik für Geriatrie ältere Patienten. Auf der Station A2g werden ältere Patienten nach verschiedenen Erkrankungen medizinisch, physiotherapeutisch, ergotherapeutisch, logopädisch und pflegerisch behandelt, um eine Rückkehr in die gewohnte häusliche Lebenssituation zu ermöglichen.

Erfahrungen und Bewertungen

Die Erfahrungen mit der Neurologie im Klinikum Minden sind vielfältig. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere unzufrieden sind.

Positive Erfahrungen

Viele Patienten loben die Freundlichkeit und Kompetenz des Pflegepersonals und der Ärzte auf der Neurologischen Station. Die Ärzte nehmen sich Zeit für die Patienten und setzen sich ausführlich mit ihren Problemen auseinander. Es werden viele Untersuchungen durchgeführt, um eine genaue Diagnose zu stellen. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stationen wird positiv hervorgehoben.

Ein Patient berichtet beispielsweise, dass er sich auf der Neurologischen Station und der Nephrologie sehr gut betreut fühlte und sich die Ärzte besorgt um sein weiteres Vorgehen erkundigten. Ein anderer Patient lobt die gute Aufklärung und die schnelle Durchführung der Untersuchungen. Wieder andere betonen die Menschlichkeit und das Engagement des Personals.

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Negative Erfahrungen

Es gibt jedoch auch Berichte über negative Erfahrungen. Einige Patienten bemängeln lange Wartezeiten in der Notaufnahme und unfreundliches Personal. Andere kritisieren mangelnde Kommunikation, fehlende Informationen und eine unzureichende ärztliche Betreuung.

Ein Patient berichtet, dass er wegen Schlaganfallverdachts die Notfallaufnahme aufsuchte und trotz körperlicher Mobilität liegend zu den Untersuchungen gerollt wurde, was er als entwürdigend empfand. Ein anderer Patient kritisiert, dass er nach einem Schlaganfall nach Hause geschickt wurde, obwohl man diesen nach sechs Stunden Wartezeit möglicherweise nicht mehr genau feststellen konnte. Wieder andere berichten von Desinteresse an Mitarbeiterproblemen und dringenden Beschaffungen, die nachgestellt werden, um Dinge wie „eine neue Kaffeemaschine“ zu kaufen.

Kritik an der Pflege

Einige Patienten äußern Kritik an der Pflege, insbesondere an mangelnder Herzlichkeit und Geduld des Pflegepersonals. Es wird berichtet, dass ältere Patienten wie das Letzte behandelt werden und Wünsche/Anliegen bewusst missachtet werden. Auch die Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und den Patienten wird teilweise als unzureichend kritisiert.

Kritik an der Organisation und den Abläufen

Einige Patienten bemängeln die Organisation und die Abläufe im Klinikum. Es wird berichtet, dass Termine nicht im System aufzufinden sind, dass man mehrfach hin und her geschickt wird und dass es lange Wartezeiten gibt. Auch die Kommunikation zwischen den einzelnen Stationen wird teilweise als mangelhaft kritisiert.

Aspekte der Neurochirurgie

Die Klinik für Neurochirurgie am Johannes Wesling Klinikum Minden bietet ein breites Spektrum an operativen und konservativen Behandlungen für Verletzungen und Erkrankungen des Gehirns, der Wirbelsäule, des Rückenmarks und der peripheren Nerven. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der operativen Behandlung von Hirntumoren, Gefäßfehlbildungen und Wirbelsäulenerkrankungen.

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Die Klinik verfügt über moderne bildgebende Diagnosegeräte und hochspezialisierte Operationstechniken wie Endoskopie, Mikrochirurgie, Fluoreszenzmikroskopie, intraoperative Videoangiographie, intraoperativer Ultraschall, Neuronavigation und Stereotaxie. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Klinikums ermöglicht eine umfassende medizinische Versorgung.

Details zu den Erfahrungen

Einige der detaillierten Erfahrungen von Patienten und Mitarbeitern umfassen:

  • Umgang mit Patienten: Es gibt Berichte über mangelnden Respekt und eine Behandlung von Patienten wie Gegenstände, insbesondere bei neurologischen Problemen wie Epilepsie. Einige Patienten fühlen sich nicht ernst genommen oder ausreichend informiert.
  • Pflegequalität: Die Meinungen über das Pflegepersonal sind geteilt. Einige Patienten loben die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, während andere mangelnde Herzlichkeit und Geduld kritisieren. Es gibt auch Berichte über Überforderung des Personals aufgrund von Personalmangel.
  • Kommunikation: Mangelnde Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patienten wird häufig bemängelt. Patienten fühlen sich oft nicht ausreichend informiert und in Entscheidungen einbezogen.
  • Organisation und Wartezeiten: Lange Wartezeiten in der Notaufnahme und bei der Terminvergabe sind ein häufiger Kritikpunkt. Die Organisation der Abläufe wird als ineffizient und chaotisch beschrieben.
  • Arbeitsbedingungen: Mitarbeiter berichten von hoher Arbeitsbelastung, Personalmangel und einem Klima der Angst. Mobbing und Führungsschwäche werden ebenfalls kritisiert.
  • Ausstattung und Hygiene: Die moderne Ausstattung des Klinikums wird positiv hervorgehoben. Allerdings gibt es auch Berichte über mangelnde Hygiene, z.B. Betten, die nicht frisch bezogen waren.
  • Essen: Das Essen im Klinikum wird von vielen Patienten als schlecht bewertet. Dies wird jedoch oft auf die schmale Tagespauschale der Krankenkassen zurückgeführt.

Die Rolle der Neurochirurgie

Die Klinik für Neurochirurgie spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung komplexer neurologischer Erkrankungen. Sie bietet ein breites Spektrum an operativen Verfahren, darunter:

  • Behandlung von Hirntumoren: Die Klinik verfügt über eine überregionale anerkannte Expertise in der Behandlung von Tumoren im Bereich der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).
  • Versorgung von Gefäßfehlbildungen: Die Klinik bietet verschiedene Verfahren zur Behandlung von Aneurysmen und Angiomen an, darunter Clipping und Coiling.
  • Wirbelsäulenchirurgie: Die Klinik bietet alle gängigen Verfahren von mikrochirurgischen Dekompressionen bei Bandscheibenleiden oder engem Spinalkanal bis hin zur Prothetik von Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenken sowie Verblockungsoperationen bei Instabilitäten in allen Wirbelsäulenabschnitten an.
  • Schmerztherapie: Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der operativen und konservativen Behandlung des Gesichtsschmerzes (Trigeminusneuralgie). Die Klinik verfügt über besondere Erfahrungen zur Therapie bestimmter Schmerzsyndrome im Einsatz von Rückenmarkstimulationsgeräten (SCS) und der Implantation von Medikamentenpumpen.

Qualitätsmanagement und Weiterbildung

Das Klinikum Minden legt großen Wert auf Qualitätsmanagement und Weiterbildung. Dies soll eine ständige Weiterentwicklung in allen Arbeitsbereichen gewährleisten und die bestmögliche Versorgung der Patienten sicherstellen. Die Klinik für Neurochirurgie verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung für die Facharztweiterbildung Neurochirurgie und die Zusatzweiterbildung operative Intensivmedizin. Es finden regelmäßige Ausbildungsgespräche und Journal Clubs statt, um die Weiterbildungsassistenten zu fördern.

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