Große Augen können anziehend wirken, aber übermäßige Größe kann den positiven Eindruck ins Gegenteil verkehren. Ein krankhaftes Hervortreten der Augen, Exophthalmus genannt, kann das Sehen behindern und Augenschmerzen verursachen. Dieser Artikel untersucht die Definition, Ursachen, Diagnose und Behandlung von Exophthalmus und geht auch auf verwandte Erkrankungen des Gehirns und der Augen ein.
Was ist Exophthalmus?
Exophthalmus (auch Protrusio bulbi, Proptosis bulbi oder Glotzauge genannt) bezeichnet das krankhafte Hervortreten eines oder beider Augen aus der Augenhöhle. Dies führt zu einer Vergrößerung der Lidspalte, also der Öffnung zwischen Ober- und Unterlid. Ein Augenarzt sollte die Veränderungen abklären, da häufig weitere Beschwerden wie Doppelbilder oder Sehstörungen hinzukommen.
Ursachen von Exophthalmus
Viele denken bei Exophthalmus sofort an die Schilddrüse. Die Basedowsche Krankheit ist in der Tat die häufigste Ursache. Diese Autoimmunkrankheit betrifft vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren und geht mit einer Schilddrüsenüberfunktion einher. Hervortretende Augen sind ein Kennzeichen der endokrinen Orbitopathie, einer Erkrankung der Augenhöhle, die mit Hormonstörungen zusammenhängt. Andere Erkrankungen der Augenhöhle sind seltenere Ursachen für Exophthalmus.
Endokrine Orbitopathie
Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Gewebe in der Augenhöhle entzündet und verdickt, was zum Hervortreten der Augen führt. In den meisten Fällen liegt gleichzeitig die Basedow-Krankheit mit Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor. Bei etwa zehn Prozent der Patienten mit endokriner Orbitopathie ist die Schilddrüsenfunktion normal, aber auch bei ihnen finden sich krankheitstypische Antikörper im Blut, insbesondere TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK). Raucher erkranken bei gleicher erblicher Veranlagung doppelt so häufig wie Nichtraucher und haben auch häufiger eine Augenbelastung.
Der Verlauf der endokrinen Orbitopathie ist unterschiedlich, von beschwerdefreien Anfängen bis hin zu schwankenden Symptomen. Anfangs stehen oft entzündliche Veränderungen an den Augen im Vordergrund, später Probleme wie Exophthalmus, Bewegungsstörungen der Augen und Sehbehinderungen.
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Andere Krankheiten der Augenhöhle
Auch seltene Krankheiten können Exophthalmus verursachen, wobei Rheuma-Erkrankungen und Immunstörungen eine Rolle spielen können.
- Infektion in der Augenhöhle (Orbitaphlegmone, orbitale Zellulitis): Eine bakterielle Entzündung kann auf die Augenhöhle übergreifen, meist ausgehend von einer Nebenhöhlenentzündung oder Verletzungen. Symptome sind starke Schmerzen, Schwellung und Rötung der Lider sowie Bewegungseinschränkungen des Auges.
- Entzündung der Augenhöhle (orbitaler Pseudotumor): Verschiedene, ursächlich unklare Entzündungen der Augenhöhle können ein hervortretendes Auge, eingeschränkte Beweglichkeit, Doppeltsehen, Schmerzen, Rötung und Schwellung der Bindehaut verursachen.
Symptome von Exophthalmus
- Hervortretende Augen, sichtbar oder messbar durch einen Augenarzt
- Sichtbares Augenweiß zwischen Oberrand der Regenbogenhaut und Oberlid (Dalrymple-Zeichen)
- Zurückbleiben des Oberlides beim Herabblicken (Von-Graefe-Zeichen)
- Austrocknung und Schwellung der Bindehaut, Benetzungsstörung der Hornhaut
- Druckgefühl hinter dem Auge
- Schlechtere Augenbeweglichkeit, Sehstörungen, Doppelbilder
Diagnose von Exophthalmus
Die Diagnose umfasst verschiedene Untersuchungen durch Augenärzte und Endokrinologen.
- Augenuntersuchung: Beurteilung der Stellung und Beweglichkeit der Augen, Zustand der Bindehaut, Lage und Funktion der Lider, Gesichtsfeld und Sehvermögen.
- Exophthalmometrie: Messung des Abstands zwischen Hornhaut und Vorderrand der Augenhöhle. Werte über 20 Millimeter oder ein Seitenunterschied über zwei Millimeter gelten als abklärungsbedürftig.
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, MRT und CT zur detaillierten Darstellung der Augenhöhle und Erkennung von Gewebeschwellungen oder Geschwulstbildungen.
- Schilddrüsenuntersuchung: Blutwerte wie TSH und T4 geben Aufschluss über die Funktionslage der Schilddrüse. Der Nachweis von TSH-Rezeptor-Antikörpern (TRAK) belegt die Autoimmunerkrankung.
Therapie von Exophthalmus
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Exophthalmus.
- Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion: Schilddrüsenblocker können bei Basedowscher Krankheit mit Orbitopathie wirken.
- Symptomatische Behandlung: Tränenersatzmittel bei trockenen Augen, getönte Brillengläser als Lichtschutz, Prismengläser bei Doppelbildern, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper zur Abschwellung der Lider.
- Entzündungshemmende Therapie: Kortison oder Biologicals (monoklonale Antikörper) bei fortschreitender Augenerkrankung.
- Operation: Dekompressions-Operation zur Entlastung des Sehnervs bei Gefahr für das Sehvermögen oder aus kosmetischen Gründen.
- Bestrahlungsbehandlung: In schweren Fällen eine Option, jedoch mit uneinheitlichen Ergebnissen.
Kopf-Hals-Tumore: Ein Überblick
Kopf-Hals-Tumore umfassen verschiedene Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich, einschließlich Tumoren der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Nase, der Nasennebenhöhlen und der Schilddrüse. Die meisten Kopf-Hals-Tumore sind Plattenepithelkarzinome, die in den Schleimhautzellen von Mundhöhle, Zunge, Rachen und Kehlkopf entstehen.
Ursachen und Risikofaktoren
Zu den Hauptrisikofaktoren für Kopf-Hals-Tumore gehören Tabakkonsum, Alkoholkonsum und Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV). Auch der Umgang mit bestimmten Schadstoffen wie Asbest und chronische Schleimhautverletzungen können das Risiko erhöhen.
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Symptome und Früherkennung
Frühe Symptome von Kopf-Hals-Tumoren können unspezifisch sein, wie Heiserkeit oder Schluckbeschwerden. Wichtige Warnzeichen sind:
- Schluckbeschwerden
- Schwellungen
- Fremdkörpergefühl im Hals
- Veränderungen der Schleimhaut
- Heiserkeit
- Anhaltendes Kratzen im Hals
- Mundgeruch
- Chronischer Husten
- Blutiger Auswurf
- Nicht heilende Wunden
- Atemnot
- Einseitige Nasenatmung mit Nasenbluten
- Zahnlockerungen
- Gesichtsschmerzen, Sehveränderungen und Taubheitsgefühl
Diagnose und Therapie
Die Diagnose von Kopf-Hals-Tumoren umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, Endoskopie, Ultraschall, CT und MRT. Die Therapie kann Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Therapien umfassen.
Gehirntumore: Eine Übersicht
Gehirntumore sind Geschwülste, die sich innerhalb des Schädels aus verschiedenen Bestandteilen des Gehirns entwickeln. Sie können gutartig oder bösartig sein und unterschiedliche Symptome, Verläufe und Prognosen aufweisen.
Häufige Arten von Gehirntumoren
- Gliome: Die häufigsten Gehirntumore, die aus den Stützzellen des Gehirns (Gliazellen) entstehen. Dazu gehören Astrozytome, Oligodendrogliome und Ependymome.
- Meningeome: Tumoren der Hirnhäute, die das Gehirn umgeben.
- Neurinome: Tumoren, die aus den Schwann-Zellen der Hirnnerven entstehen, häufig als Akustikusneurinome.
- Hypophysenadenome: Geschwülste der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die Hormone produzieren können.
- Metastasen: Tochtergeschwülste von Krebsarten, die sich im Gehirn angesiedelt haben.
Symptome von Gehirntumoren
Die Symptome von Gehirntumoren hängen von der Größe und Lage des Tumors ab. Häufige Symptome sind:
- Epileptische Anfälle
- Taubheitsgefühle
- Motorische Ausfälle
- Sehstörungen
- Kopfschmerzen (selten als erstes Symptom)
Diagnose und Therapie
Die Diagnose von Gehirntumoren erfolgt durch bildgebende Verfahren wie CT und MRT sowie durch Biopsie zur Bestimmung des Tumortyps. Die Therapie kann Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und zielgerichtete Medikamente umfassen.
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Neurofibromatose Typ 2 (NF2)
Die Neurofibromatose Typ 2 ist eine erbliche Tumorerkrankung, die durch das Vorkommen von gutartigen Hirntumoren, insbesondere vestibulären Schwannomen, gekennzeichnet ist. Diese Tumoren können zu Hörverlust, Gleichgewichtsstörungen und anderen neurologischen Problemen führen.
Ursache und Diagnose
Ursache der NF2 sind Mutationen im NF2-Gen. Die Diagnose wird anhand klinischer Kriterien und bildgebender Verfahren gestellt.
Therapie
Eine Heilung der NF2 ist nicht möglich. Die Behandlung besteht in der Entfernung von Tumoren und der Linderung von Symptomen.
Durchhaltevermögen und Willenskraft: Die Rolle des Gehirns
Durchhaltevermögen und Willenskraft sind wichtige Eigenschaften, um Ziele zu erreichen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der anterior midcingulate Cortex (aMCC), eine Hirnregion, die Informationen aus verschiedenen Bereichen sammelt und gegeneinander abwägt.
Tipps zur Stärkung der Willenskraft
- Vermeidung: Objekte der Begierde außerhalb der Reichweite aufbewahren oder ganz meiden.
- Planung mit Wenn-dann-Szenarien: Sich auf schwierige Situationen vorbereiten und Handlungsalternativen überlegen.
- Klare Anreize: Sich die Belohnung vor Augen halten, die mit der Erreichung des Ziels verbunden ist.
Lymphome des Gehirns
Lymphome des Gehirns sind Tumoren des Immunsystems, die im Gehirn auftreten. Sie treten gehäuft bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem auf.
Diagnose und Therapie
Die Diagnose erfolgt durch MRT, Nervenwasseruntersuchung und Augenuntersuchung. Die Therapie umfasst Chemotherapie und Strahlentherapie.
Meningeome: Gutartige Tumoren der Hirnhaut
Meningeome sind Tumoren der Hirnhaut, die meist gutartig sind und langsam wachsen. Sie können jedoch zu neurologischen Störungen führen, wenn sie auf das Gehirn drücken.
Symptome und Diagnose
Symptome von Meningeomen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, neurologische Störungen, Seh-, Sprach- und Riechstörungen, Krampfanfälle und psychische Veränderungen. Die Diagnose erfolgt durch körperliche und neurologische Untersuchung sowie bildgebende Verfahren wie MRT und CT.
Therapie
Die Therapie von Meningeomen kann Überwachung, Operation, Strahlentherapie oder Radiochirurgie umfassen.
Hypophysenadenome: Tumoren der Hirnanhangsdrüse
Hypophysenadenome sind gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die Hormone produzieren können. Sie können zu hormonellen Problemen und Druck auf die Sehnervenkreuzung führen.
Symptome und Diagnose
Symptome von Hypophysenadenomen sind Zyklusstörungen, Milchbildung ohne Stillen, Libido-Verlust, Riesenwuchs, unverhältnismäßiges Wachstum der Hände, Füße und des Kopfumfangs. Die Diagnose erfolgt durch MRT, endokrinologische Untersuchungen und augenärztliche Untersuchung.
Therapie
Die Therapie von Hypophysenadenomen kann Operation oder medikamentöse Behandlung umfassen.