Königin Beatrix: Familiengeschichte, Herausforderungen und der Umgang mit Demenz in den Niederlanden

Königin Beatrix der Niederlande hat ein bewegtes Leben hinter sich, geprägt von familiären Schicksalsschlägen, politischen Herausforderungen und dem Wandel der niederländischen Gesellschaft. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte ihres Lebens, von ihrer Familiengeschichte bis hin zu den Herausforderungen, die sie als Monarchin meistern musste, und streift dabei auch das Thema Demenz, das in den Niederlanden und auch in ihrer eigenen Familie eine Rolle spielte.

Eine Familiengeschichte voller Überraschungen und Schicksalsschläge

Die Familiengeschichte von Königin Beatrix ist reich an unerwarteten Wendungen und tragischen Ereignissen. Ihre Großmutter, Königin Wilhelmina, erlebte eine schwere Zeit, als sie im Alter von 21 Jahren an Typhus erkrankte. Um ihr Leben zu retten und die Thronfolge zu sichern, musste sie eine Schwangerschaft abbrechen, ein Eingriff, der zu dieser Zeit in den Niederlanden illegal war. Dieser Schicksalsschlag war jedoch nicht der einzige, den Wilhelmina erlitt. Sie durchlebte fünf weitere gescheiterte Schwangerschaften, bevor sie 1909 ihre Tochter Juliana zur Welt brachte.

Jugend und Ausbildung im Zeichen des Krieges

Beatrix Wilhelmina Armgard wurde am 31. Januar 1938 im Paleis Soestdijk geboren. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, musste die junge Prinzessin mit ihrer Familie ins Exil fliehen. Zunächst lebten sie in England, später in Ottawa, Kanada, wo sie sich während des Krieges sicherer fühlten. Nach ihrer Rückkehr in die Niederlande setzte Beatrix ihre Schulausbildung fort und begann später ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leiden, das sie 1961 abschloss.

Die Ehe mit Claus von Amsberg: Ein Neubeginn mit Hindernissen

Die Wahl ihres Ehepartners sorgte für Aufsehen. 1962 lernte sie Claus von Amsberg kennen, einen deutschen Diplomaten. Die Beziehung stieß in den Niederlanden auf Widerstand, da Claus aus dem ehemaligen Besatzerland stammte. Trotz der Proteste heirateten Beatrix und Claus am 10. März 1966 in Amsterdam. Am Hochzeitstag kam es zu Demonstrationen, bei denen Rauchbomben explodierten und "Claus raus!"-Rufe zu hören waren. Doch Beatrix ließ sich nicht beirren und hielt an ihrer Liebe fest.

Thronfolge und Regentschaft

Nach der Hochzeit zog das Paar nach Schloss Drakensteyn. 1967 kam mit Prinz Willem-Alexander der erste männliche Thronfolger der Niederlande seit mehr als 120 Jahren zur Welt. Mit den Geburten ihrer weiteren Söhne Johan Friso und Constantijn festigte sich die Popularität des Königshauses. 1980 übernahm Beatrix den Thron von ihrer Mutter Juliana. Während ihrer Regentschaft erwarb sie sich den Ruf einer disziplinierten und gewissenhaften Monarchin.

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Persönliche Schicksalsschläge und Abdankung

In den folgenden Jahren musste Königin Beatrix schwere persönliche Schicksalsschläge verkraften. Ihr Mann, Prinz Claus, litt lange Zeit unter Depressionen und starb 2002. 2012 verunglückte ihr zweitältester Sohn, Prinz Friso, beim Skifahren und fiel ins Koma. Er starb ein Jahr später. Im Januar 2013 kündigte Königin Beatrix ihre Abdankung an und übergab den Thron am 30. April desselben Jahres an ihren Sohn Willem-Alexander.

Königin Juliana und dieAlzheimer-Erkrankung

Im Gegensatz zu Königin Beatrix, die offen mit den gesundheitlichen Problemen ihres Mannes umging, wurde die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter, Königin Juliana, jahrelang verschwiegen. Dies zeigt, wie unterschiedlich der Umgang mit Demenz in der Öffentlichkeit sein kann.

Demenz in den Niederlanden: Herausforderungen und neue Wege

In Deutschland leben etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz-Erkrankung. Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Krankheit.

Demenz ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet so viel wie „ohne Vernunft“ bzw. „unvernünftig“. Gemeinsam ist den Demenz-Erkrankungen, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns nachlässt. Die Fähigkeit, klare Gedanken zu fassen, nimmt ab. Das Gedächtnis, die Sprache, das Orientierungs- und Urteilsvermögen, die Fähigkeit zur Bindung zu anderen Menschen, die eigenen Gefühle - alles ist betroffen. Die Persönlichkeit verändert sich. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit der Demenz-Erkrankungen. Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft (DAG) sind zwei Drittel der Betroffenen über 80. Man kann auch Jahrzehnte früher erkranken.

Die Betreuung von Demenzkranken stellt eine große Herausforderung dar, sowohl für die Betroffenen selbst als auch für ihre Angehörigen. Es gibt jedoch auch innovative Ansätze in der Demenzbetreuung, die den Fokus auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen legen. Ein Beispiel dafür ist das Resi-Stemmler-Haus in Euskirchen, wo ein besonderes Betreuungskonzept umgesetzt wird, in dem der einzelne Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht. Auch der niederländische Altenpfleger Teun Toebes setzt sich für einenHumaneren Umgang mit Demenzkranken ein. Er lebt in einem Demenz-Pflegeheim und setzt sich für die Rechte und Würde der Bewohner ein.

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Zusammenhang zwischen Hörverlust und Demenz

Es gibt Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen Hörverlust und Demenz bestehen könnte. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Hörverlust ein höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken. Es gibt verschiedene Theorien, die diesen Zusammenhang erklären könnten. Eine Theorie besagt, dass Hörverlust das Gehirn stärker beansprucht, da es ständig versucht, fehlende Informationen zu ergänzen. Diese zusätzliche Belastung könnte die Entstehung von Demenz begünstigen. Eine andere Theorie besagt, dass Hörverlust zu sozialer Isolation führen kann, was wiederum das Risiko für Demenz erhöhen könnte.

Es gibt eine Reihe von Studien, in denen der Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Demenz untersucht wurde. Nun gibt es zu vielen Dingen irgendwelche Studien… Aber dieser Zusammenhang wurde von einer ganzen Reihe von Wissenschaftlerinnen überall auf der Welt untersucht. Aus der aktuellen Forschung ergeben sich vier Thesen - also keine absoluten Gewissheiten, aber doch wahrscheinliche Annahmen, über die die Forscherinnen diskutieren.

  • These 1: Wenn dein Gehör nachlässt, dann verlierst du zumeist hohe Töne bzw. Frequenzen. Du verstehst zwar immer noch was, aber in vielen Worten, die du hörst, fehlen dir Buchstaben bzw. Teile. Dein Gehirn gibt sich jede Mühe, die fehlenden Buchstaben zu ersetzen, so dass du möglichst immer noch verstehst. Das ist jedoch sehr anstrengend. Durch diese Anstrengung lässt dein Gehör in seiner Leistungsfähigkeit nach.
  • These 2: Wenn das Gehirn nachlässt, bedeutet das eine zusätzliche Belastung für das Denken, die Wahrnehmung und das Erkennen. Durch diese Belastung verändern sich Strukturen im Gehirn.
  • These 3: Wer schlecht hört, meidet soziale Kontakte und zieht sich zurück.
  • These 4: Es gibt gemeinsame Ursachen von Schwerhörigkeit und Demenz.

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