Die neurologische Reha Klinik Konstanz bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten jeden Alters. Von der Frührehabilitation bis zur Wiedereingliederung in Schule, Beruf und Alltag steht die individuelle Betreuung im Vordergrund. Dabei werden neueste rehabilitationswissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt und spezielle Angebote wie Robotik-Gleichgewichtstraining, Musiktherapie und unterstützte Kommunikation integriert.
Umfassendes Angebot für Kinder und Jugendliche
Die Klinik ermöglicht eine nahtlose und kontinuierliche neurologische Rehabilitationsbehandlung von Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung ist auf die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse jedes einzelnen Patienten ausgerichtet. Intensive Einzel- und Gruppentherapien werden unter aktuellen rehabilitationswissenschaftlichen Erkenntnissen angeboten und durch spezielle Angebote wie Schluckdiagnostik, Unterstützte Kommunikation, Musiktherapie, Robotik-Gleichgewichtstraining etc. ergänzt. Wesentliche Bestandteile des Rehabilitationszentrums sind eine staatlich anerkannte Krankenhausschule und eine berufstherapeutische Abteilung.
Diagnostik und Therapie im Überblick
Die Klinik bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.
Klinische und Apparative Diagnostik
- Neurologische Erkrankungen und Zustand nach OP: Behandlung von Patienten mit neurologischen Krankheiten und nach Operationen an Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven.
- Versorgungsverträge: Die Klinik verfügt über Versorgungsverträge nach § 111 und § 111 c Abs. 2 SGB V sowie § 108 Abs.
- Röntgenabteilung und MRT: Umfassende bildgebende Diagnostik einschließlich Kernspin-Angiographie und funktionellem MRT.
- Neurophysiologie: EEG, Langzeit-EEG, MEG, NLG/EMG, ENG, Brainmapping, EP, Magnetstimulation, ereigniskorrelierte Potentiale, Tremoranalyse.
- Weitere Diagnostik: EKG, Ergometrie, Sonographie, Spirometrie, Langzeit-Blutdruckmessung und Langzeit-EKG, Doppler-Sonographie, Labor, Neuropsychologie.
Therapeutische Leistungen
- Physikalische Therapie: Evidenzbasierte Therapieverfahren, Laufbandtherapie, Funktionelle Elektrostimulation, alltagsorientiertes Training, Hilfsmittelversorgung, Krafttraining, Atemtherapie.
- Weitere Therapien: Muskeltherapie, Long Covid Behandlung, Tele-Reha-Nachsorge für Rehabilitanden ausgewählter Kostenträger (DRV), Ergotherapie, Sprachtherapie, Neuropsychologische Übungstherapie, Psychotherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, Kunst- und Gestaltungstherapie, Integrierte psychotherapeutisch-neurologische Bewegungsstörungen, insbesondere M.
Spezielle Diagnostische Verfahren im Detail
Die Klinik setzt eine Vielzahl spezialisierter diagnostischer Verfahren ein, um eine präzise Diagnose zu stellen und die Therapie optimal auf den Patienten abzustimmen.
Ultraschall der hirnversorgenden Blutgefäße
Mittels Ultraschall erfolgt die Untersuchung der Blutströmung in den zum Gehirn führenden Blutgefäßen. Man unterscheidet die Untersuchung der Gefäße außerhalb des Schädels (extrakraniell) und innerhalb des Schädels (intrakraniell). Anhand des Flussprofil und Veränderungen der Gefäßwand können Engstellen (Stenosen) oder Verschlüsse festgestellt und quantifiziert werden.
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Elektroenzephalographie (EEG)
Beim EEG handelt es sich um die Ableitung der Hirnströme durch auf die Kopfhaut aufgebrachte Klebeelektroden. Mittels eines Verstärkers können die Hirnströme auf einen Bildschirm sichtbar gemacht werden.
Neurographie und Elektromyographie
Mit Stromimpulsen können periphere motorische und sensible Nerven stimuliert werden. Die Nervenleitgeschwindigkeit sowie die Höhe des Summenaktionspotentials (Amplitude) an verschiedenen Ableitepunkten geben Aufschluss über die Lokalisation, das Ausmaß und Form/Ursache einer Nervenläsion. Zum Einsatz kommt die Neurografie bei peripheren Nervenerkrankungen, wie Nervenkompressions-Syndromen (z.B. Karpaltunnelsyndrom). Die Ableitung der Muskelaktivität mittels einer feinen Nadel im Muskel wird als Elektromyografie bezeichnet.
Evozierte Potentiale (EP)
Durch die Ableitung der sogenannten somatosensibel evozierten Potentiale (SSEP) kann auf die Lokalisation einer möglichen Schädigung der Nervenbahnen vom peripheren ins zentrale Nervensystem geschlossen werden (z.B. Tibialis- und Medianus-SSEP). Eine Sonderform stellen die visuell evozierten Potenziale (VEP) dar, mit denen eine Läsion des Sehnerven detektiert werden kann. Umgekehrt kann auch eine Leitungsverzögerung der Nervenbahnen von zentralen ins periphere Nervensystem durch die sog. Magnetstimulation untersucht werden.
Lumbalpunktion
Ziel der Lumbalpunktion ist die Gewinnung von Nervenwasser (Liquor); hier wird eine dünne Hohlnadel im Bereich der Lendenwirbelsäule bis zum Nervenwasserkanal vorgeschoben. Da sich auf dieser Höhe kein Rückenmark befindet, ist eine Rückenmarksschädigung ausgeschlossen. Die Nervenwasseruntersuchung dient der Diagnosestellung einer Erreger- oder autoimmun bedingten Entzündung des zentralen oder peripheren Nervensystems.
Geriatrisches Assessment
Das geriatrische Assessment ist eine Untersuchung des älteren Patienten mit standardisierten Tests, um die Ressourcen, aber auch die krankheits- und altersbedingten Einschränkungen, welche die eigenständige Lebensführung beeinträchtigen können, abzuschätzen. Typische geriatrische Merkmalskomplexe umfassen Schmerzen, kognitive Einschränkungen, Gangstörung und Sturzneigung, Inkontinenz sowie Medikationsprobleme. Hierbei kommen eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte sowie eine Vielzahl von testmetrischen Verfahren zum Einsatz.
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Demenzdiagnostik
Zur Feststellung eines dementiellen Abbaus und der Einordnung des Krankheitsbildes in eine der verschiedenen Demenzerkrankungen kommen mehrere Verfahren zum Einsatz. Immer steht an erster Stelle eine ausführliche neurologische und psychiatrische Untersuchung, gefolgt von einer Schnittbildgebung des Gehirns und einer EEG-Ableitung; auch die Nervenwasseruntersuchung kann diagnoseweisend sein. Der initiale Schweregrad, aber auch die Entwicklung im weiteren Verlauf kann anhand von standardisierten Testverfahren abgeschätzt werden.
Behandlungsschwerpunkte der Klinik
Die neurologische Reha Klinik Konstanz hat sich auf die Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen spezialisiert.
Schlaganfall
Beim Schlaganfall kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu einer plötzlich einsetzenden Durchblutungsstörung des Gehirns mit neurologischen Ausfällen wie z.B. einer Halbseitenlähmung oder Sprachstörung. Ursachen sind häufig Herzrhythmusstörungen oder Verengungen/ Verschlüsse der hirnversorgenden Blutgefäße. Nur bei ca. 10% der Fälle liegt eine Hirnblutung zugrunde.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten Kopfschmerzformen zählen die Migräne mit oder ohne Aura sowie der sog. Spannungskopfschmerz. Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Ätiologie ab. In manchen Fällen ist auch eine prophylaktische Behandlung erforderlich.
Schwindel
Attackenförmig einschießende Gesichtsschmerzen, z.B. Dreh- und Schwankschwindel gehören zu den häufigsten Beschwerden, die zu einer neurologischen Konsultation führen. Dem Drehschwindel liegen meist Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zugrunde; abhängig von der Ursache können begleitend Ohrgeräusche und Hörminderung (Morbus Menière) auftreten. Über Stunden oder Tage anhaltender Drehschwindel ohne zusätzliche neurologische Ausfälle kann auf eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven hinweisen (Neuronitis vestibularis). Bewegungsabhängige, kurz dauernde Drehschwindelattacken ohne weitere Begleitsymptome sind meist auf eine Reizung der Sinneszellen im Innenohr durch kleine Kristalle zurückzuführen (Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel). Daneben finden sich Schwindelsymptome auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Klein- oder Stammhirn).
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Parkinson-Erkrankung
Bei der Parkinson-Erkrankungen findet sich im Vollbild eine meist seitenbetonte Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Hypokinese) mit Steifigkeit (Rigor) der Extremitäten und/oder Zittern (Tremor) der Hände sowie eine mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung. Frühzeichen sind eine Verschlechterung des Geruchssinnes und ein „Kleinerwerden“ des Schriftbildes. Zugrunde liegt ein Mangel des Botenstoffs Dopamin in bestimmten Hirnregionen. Die primäre Behandlung erfolgt durch die Gabe von Dopamin oder Dopamin-Ersatzpräparaten. Im Rahmen der Diagnosestellung ist die Abgrenzung von ähnlichen, jedoch seltenen Krankheitsbildern, den sogenannten atypischen Parkinson-Syndromen wichtig.
Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems
Erreger wie Viren und Bakterien können sowohl das zentrale als auch des periphere Nervensystems befallen. Bei einer isolierten Erkrankungen der Hirnhäute spricht man von einer Meningitis, ein Befall des Gehirns wird als Encephalitis bezeichnet. Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Bewusstseinsstörungen, epileptische Anfälle sowie neurologische Defizite. Nicht immer gelingt der Nachweis eines Erregers. Beispiele für virale Erreger sind Viren aus der Herpes-Gruppe oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus. Charakteristische Beispiele für Infektionserkrankungen des peripheren Nervensystems sind die Gürtelrose (Herpes zoster durch das Windpocken-Virus) oder eine Gesichtslähmungen im Rahmen einer Neuroborreliose.
Rückenschmerzen
Lokale oder ausstrahlende Rückenschmerzen können durch eine Vielzahl von neuroorthopädischen Erkrankungen, wie z.B. Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen bedingt sein. Neben Schmerzen finden sich oft neurologische Ausfallserscheinungen. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit Radiologen, Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurochirurgen und Krankengymnasten.
Karpaltunnelsyndrom und Polyneuropathien
Nächtlich betonte Schmerzen, Kribbelmissempfindungen und Taubheit insbesondere der Finger 1 bis 3 und Besserung durch „Ausschütteln“ der Hand weisen auf ein sogenanntes Karpaltunnelsyndrom hin. Dieses häufigste Beispiel einer peripheren Nervenläsion ist bedingt durch eine Kompression des Mittelarmnerven am Handgelenk. Ebenfalls nicht selten sind sogenannte Polyneuropathien, die zu socken- oder strumpfförmiger Taubheit der Beine mit zunehmender Gangunsicherheit führen können.
Multiple Sklerose (MS)
Man unterscheidet schubförmige und chronische Verläufe. Die Diagnosestellung erfolgt aufgrund des charakteristischen Verlaufes, typischer Befunde in der Kernspintomografie sowie mittels Nervenwasseruntersuchung. Wichtig ist der Ausschluss von anderen Erkrankungen, die eine MS imitieren können. Zwar ist MS nicht heilbar, es existieren aber zwischenzeitlich eine Vielzahl von Präparaten, welche den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen oder stabilisieren können. Die Wahl des vorbeugend wirksamen Präparates ist vor allem abhängig von Ausmaß der Krankheitsaktivität. Im Oktober 2017 wurde das Facharztzentrum gemäß der Anerkennungskriterien der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (DMSG) als MS-Zentrum zertifiziert. Alle für die Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Multiplen Sklerose erforderlichen apparativen und laborchemischen Voraussetzungen sind vor Ort vorhanden. Die Ärzte verfügen über eine langjährige Erfahrung in der symptomatischen und immunmodulatorischen Behandlung von MS-Patienten und werden durch zertifizierte MS-Nurses unterstützt. Alle derzeit zugelassenen Therapiemaßnahmen gemäß der aktuellen Leitlinien werden im MVZ bzw. in der Klinik angeboten.
Epilepsie
Bei einem epileptischen Anfall handelt es sich um eine krankhaft erhöhte Erregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn. Ist diese auf eine bestimmte Region begrenzt, spricht man von fokalen Anfällen. Bei Ausbreitung auf das gesamte Gehirn liegt ein generalisierter Anfall vor. Man unterscheidet die primären Epilepsien ohne ersichtliche strukturelle Hirnschädigung von den sekundären Epilepsien, bei denen eine Hirnläsion vorliegt. Typische Symptome von epileptischen Anfällen sind motorische oder sensible Entäußerungen, plötzlich auftretende Bewusstseinsstörungen mit nachfolgend längerer Reorientierungsphase. Für die Diagnosestellung sind die genaue Erhebung der Krankheitsgeschichte -idealerweise auch von Augenzeugen des Anfalls -, eine EEG-Ableitung sowie die Durchführung einer Schichtbildgebung des Gehirns notwendig.
Demenz
Demenz bezeichnet den zunehmenden Verlust von erworbenen emotionalen und kognitiven Fähigkeiten, wie z.B. Gedächtnis, Denkvermögen, Sprachfunktionen und des planerischen Handelns. Auch die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen können bei bestimmten Demenzform abbauen. Zu den häufigsten Demenzerkrankungen gehören die Alzheimer-Demenz mit Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn sowie die vaskuläre Demenz, bei der es zu einer Veränderung der kleinsten Hirngefäße kommt. Daneben existieren verschiedene seltenere Demenzformen. Die Diagnosestellung erfolgte anhand des klinischen Bildes, mittels neuropsychologischer Testverfahren sowie im Rahmen einer Schichtbildgebung des Gehirnes, insbesondere zur Abgrenzung von anderen ursächlichen Erkrankungen. Auch eine Nervenwasseruntersuchung kann diagnostisch eingesetzt werden.
Hirntumore
Hirntumore gehen von den Hirnhäuten (z.B. Meningeom) oder vom Hirngewebe (z.B. Gliome) selbst aus. Man unterscheidet zwischen gutartigen und bösartigen Hirntumoren. Ferner kam es auch zur Absiedlung von Krebserkrankungen der inneren Organe oder des Blutes bzw. Knochenmarks ins Hirn kommen. Häufig Symptome von Hirntumoren sind epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle, die sich in Abhängigkeit der Lage des Tumors im Gehirn manifestieren. Die Diagnosestellung erfolgte mittels einer Schichtbildgebung des Gehirnes sowie einer Probeentnahme aus der Tumorregion und deren feingeweblicher Untersuchung.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Zertifizierungen
Die Klinik legt großen Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Durch die Fachärzte erfolgt eine neurologische und psychiatrische Mitbetreuung im neurologischen Konsildienst der 14 Fach- und 2 Belegabteilungen des Klinikum Konstanz inklusive der Zentralen Notaufnahme. Von besonderer Bedeutung ist die interdisziplinär betriebene und von der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft zertifizierte Stroke Unit zur Behandlung, Diagnostik und Überwachung von Patienten mit Schlaganfällen. In diesem Rahmen ist eine Notfall- und intensivmedizinische Versorgung von Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern auch kurzfristig verfügbar. Dank der Funktion als Portaleinrichtung der Klinik für Neurologie und Neurologie Freiburg ist bei komplexen Fällen auch eine unkomplizierte Weiterversorgung im Neurozentrum der Uniklinik Freiburg gewährleistet. Die unverzügliche Erreichbarkeit des neurologischen Konsiliarius bzw.
Kliniken Schmieder Konstanz: Spezialisierung auf Neurologische Rehabilitation
Die Kliniken Schmieder in Konstanz sind ein wichtiger Teil der neurologischen Versorgung in der Region.
Schwerpunkte und Phasen der Rehabilitation
In Konstanz behandeln die Kliniken Schmieder vor allem Patient:innen aus den Phasen C, D/E. Zu den Indikationen zählen z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson-Erkrankung, Schädel-Hirn-Trauma und andere neurologische Erkrankungen. Als Schwerpunkt hat sich in den letzten Jahren das Angebot an Patient:innen mit Multipler Sklerose herausgestellt. Seit dem 1. Oktober 2006 ist die Klinik mit dem Zertifikat "Anerkanntes MS-Zentrum" der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft ausgezeichnet. Die Patient:innen profitieren von dem ausgewogenen Angebot an krankengymnastischen, ergotherapeutischen, sporttherapeutischen, neuropsychologischen und psychotherapeutischen Angeboten. Die Klinik wird besonders gerne von Patient:innen, die rollstuhlpflichtig sind, in Anspruch genommen, da alle Angebote gut mit dem Rollstuhl erreichbar sind und die Patient:innen direkten Zugang zum Bodensee haben. Nahezu alle Zimmer sind Einzelzimmer. Sie können auch für die zusätzliche Unterbringung von Angehörigen ausgerüstet werden. Ebenfalls wird das Angebot gerne von chronischen Schlaganfallpatient:innen wahrgenommen. Hier liegt der Schwerpunkt häufig im Bereich der Physiotherapie, Ergotherapie und Sprachtherapie, jedoch auch im Bereich der Krankheitsverarbeitung oder Neuropsychologie. Ein weiteres Spezialangebot ist die Berufstherapie in der Phase E. Diese wendet sich vor allem an Patient:innen, die in einen nicht-handwerklichen bzw. akademischen Beruf zurückkehren möchten. Die Behandlung von Muskelerkrankungen ist ein weiterer Schwerpunkt der Kliniken Schmieder Konstanz. Es besteht seit langem ein intensiver Austausch zwischen dem Ärztlichen Leiter, Prof. Christian Dettmers und der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankungen.
Psychotherapeutische Neurologie
Ein sehr wichtiger und bereits seit langem bestehender Schwerpunkt liegt auf der Abteilung Psychotherapeutische Neurologie. Bei dieser Abteilung handelt es sich deutschlandweit um ein einzigartiges Angebot. Es stehen psychotherapeutische und psychosomatische Erkrankungen sowie Auswirkungen bei neurologischen Erkrankungen im Vordergrund. Besondere Schwerpunkte sind Schmerztherapie und dissoziative Störungen. Ferner besteht ein intensiver, fachlicher Austausch mit der Neurologischen Universitätsklinik in Freiburg (Prof. Dr. C. Weiller) und mit dem Psychologischen Institut der Universität Konstanz (Frau Prof. B. Rockstroh und Prof. Dr. Th. Elbert). Hinsichtlich des Videotrainings besteht eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Dr. F. Zum Tafelholz 8, 78476 Allensbach. In der psychiatrischen und psychotherapeutischen Fort- und Weiterbildung gibt es eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Fachgruppe Psychologie der Universität Konstanz, dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau und der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Schaffhausen.
Kliniken Schmieder: Pionier der Neurologischen Rehabilitation
Die Kliniken Schmieder bestehen seit über fünfzig Jahren. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die teilstationäre und stationäre neurologische Rehabilitation von der Akutbehandlung bis zur Wiederaufnahme für eine Berufstätigkeit. Außerdem sind sie neurologisches Fachkrankenhaus. Die Kliniken Schmieder sind heute weit über die Seeregion hinaus bekannt und geschätzt, da sie in ungewöhnlich konsequenter Weise Grundlagenforschung und klinische Praxis miteinander verzahnen.
Phasen C und D/E der Neurologischen Rehabilitation
Die Klinik in der Konstanzer Bucht behandelt neurologische Patient:innen vor allem in den Phasen C und D/E. Die Klinik liegt direkt am Bodenseeufer, wenige Kilometer von der Insel Mainau, Meersburg und der Schweiz entfernt. Im Mittelpunkt der Behandlung in der Phase C (postprimäre Rehabilitation) steht die Förderung der Alltagskompetenzen. Die Patient:innen sind kooperationsfähig und medizinisch stabil, doch zum Teil bedürfen sie noch erheblicher pflegerischer Betreuung. In der Phase D/E wird die berufliche Wiedereingliederung vorbereitet. Die Patient:innen sind alltagspraktisch weitestgehend selbstständig. In der Phase D/E stehen beispielsweise die Prüfung der Arbeits- und Berufskompetenz im Vordergrund, aber auch das Training mentaler und psychischer Funktionen, die soziale Kompetenz sowie die Freizeitkompetenz.
Neurologie und Psychotherapie aus einer Hand
Neurologische und psychische Erkrankungen gehen oft miteinander einher. Die Spezialabteilung verbindet beide Behandlungsebenen interdisziplinär und organisatorisch. Die Klinik bietet ihren Patient:innen messbare, hochwertige und verbindliche Qualität - von der Aufnahme bis zur Entlassung.
Patientenperspektiven und Erfahrungen
Die Erfahrungen von Patienten mit der Schmieder Klinik Konstanz sind vielfältig. Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit den Therapien, dem Personal und der Lage der Klinik am Bodensee. Andere äußern Kritik an der ärztlichen Betreuung, der Organisation und dem Therapieangebot, insbesondere für Patienten mit Post-Covid-Syndrom.
Positive Rückmeldungen
- Schöne Lage am Bodensee mit direktem Zugang zum See.
- Freundliches und hilfsbereites Personal.
- Gutes Therapieangebot, das auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann.
- Gute Ausstattung der Zimmer.
- Leckeres und abwechslungsreiches Essen.
- Gute Möglichkeiten für Spaziergänge und Freizeitaktivitäten.
- Effektive Therapien, insbesondere Logopädie, Physiotherapie und Psychotherapie.
Kritische Anmerkungen
- Mangelhafte ärztliche Betreuung und Diagnostik.
- Unterbesetzung des therapeutischen Personals und dadurch eingeschränkte Einzeltherapien.
- Mangelhafte Organisation und Kommunikation.
- Eingeschränktes Therapieangebot für Patienten mit Post-Covid-Syndrom.
- Fokus auf Sportprogramme, die für Fatigue-Patienten zu belastend sein können.
- Hoher Lärmpegel im Speisesaal.
- Unfreundliches Pflegepersonal in Einzelfällen.
- Geruchsbelästigung durch Raucherpavillon in Zimmern zur Parkplatzseite.
- Mangelnde psychologische Unterstützung für Fatigue-Patienten.
- Eintöniges Essen, insbesondere Mittagessen und "Veggietag".
Fazit aus Patientenperspektive
Die Patientenmeinungen zur Schmieder Klinik Konstanz sind gespalten. Während einige Patienten sehr zufrieden mit ihrem Aufenthalt und den erzielten Therapieerfolgen sind, äußern andere deutliche Kritik an verschiedenen Aspekten der Klinik. Es ist ratsam, sich vor einem Aufenthalt in der Klinik umfassend zu informieren und die eigenen Therapieziele und Bedürfnisse mit den angebotenen Leistungen abzugleichen.
Innovation und Forschung
Die Kliniken Schmieder legen großen Wert auf Innovation und Forschung. Als Pionier und führendes Unternehmen in der neurologischen Rehabilitation werden alle neurologischen Erkrankungen unabhängig von ihrem Schweregrad behandelt. Das eigene Forschungsinstitut und die Zusammenarbeit mit Universitätskliniken gewährleisten eine ständige Innovation und Weiterentwicklung auf höchstem Niveau.
Notfallversorgung und Frührehabilitation
Die Notfallversorgung wird nach einem Unfall oder einer Erkrankung bei Bedarf auch in einem intensivmedizinischen Umfeld gewährleistet. Eine sofortige Behandlung ist für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich, da die ersten Stunden nach einem akuten neurologischen Ereignis entscheidend sind. Die Frührehabilitationsphase umfasst die Behandlung und Rehabilitation schwerverletzter Patienten. Aufgrund des Schweregrades des Zustands des Patienten benötigt er weiterhin eine intensive medizinische Überwachung und therapeutische Maßnahmen. Viele Fachkräfte (Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und Sozialdienste) arbeiten mit Patienten und ihren Familien zusammen, um lebenswichtige Funktionen, Sensomotorik und Koordination sowie mentale, kognitive und psychische Funktionen wiederherzustellen. Dies erfordert auch speziell ausgestattete Betten in intensivmedizinischer Ausstattung.
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