Die pädiatrische Neurologie ist ein wichtiger Bereich der Medizin, der sich mit der Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen befasst. In Konstanz gibt es eine Reihe von Spezialisten, die sich diesem Fachgebiet widmen und eine umfassende Versorgung für junge Patienten anbieten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der pädiatrischen Neurologie in Konstanz, einschließlich der angebotenen Leistungen, der Kooperationen mit anderen medizinischen Einrichtungen und der Schwerpunkte der Behandlung.
Kooperationen und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Spezialisten für pädiatrische Neurologie in Konstanz arbeiten eng mit anderen Fachbereichen und Institutionen zusammen, um eine umfassende und multidisziplinäre Versorgung zu gewährleisten. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern gehören:
- Kinderklinik des Universitätsklinikums Heidelberg: Diese Kooperation ermöglicht den Zugang zu spezialisiertem Wissen und modernsten diagnostischen Verfahren, insbesondere in den Bereichen Genetik, Neuroradiologie und Orthopädie.
- Genetisches Institut der Universität Heidelberg: Gemeinsam wird eine genetisch-sozialpädiatrische Sprechstunde angeboten, um genetische Ursachen neurologischer Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Institut für Verhaltenstherapie des Psychologischen Instituts der Universität Heidelberg Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP): Diese Zusammenarbeit ermöglicht die Integration verhaltenstherapeutischer Ansätze in die Behandlung neurologischer Erkrankungen, insbesondere bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Begleiterkrankungen.
- Weitere Universitätskinderkliniken: Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Universitätskinderkliniken Tübingen, Ulm und Würzburg sowie mit den großen Kinderkliniken Baden-Württembergs, insbesondere in den Bereichen frühe Essstörungen, seltene Erkrankungen und komplexe Mehrfachbehinderungen.
- SPZ Konstanz und Hegau-Jugendwerk in Gailingen: Eine enge Kooperation besteht bei der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Krankheitsbildern.
- MVZ: Im MVZ sind neun Fachrichtungen mit langjähriger Erfahrung vertreten, die interdisziplinär zusammenarbeiten und den schnellen fachlichen Austausch ermöglichen, sofern die medizinische Indikation dies erfordert.
Schwerpunkte und Spezialisierungen
Die Spezialisten für pädiatrische Neurologie in Konstanz decken ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ab. Zu den wichtigsten Schwerpunkten gehören:
Epilepsie
Die Abklärung bei der Frage nach epileptischen Anfällen umfasst eine professionelle Beobachtung, Hirnstromableitung (EEG), einschließlich Schlaf- und Langzeit-EEG.
Schlafstörungen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter. Es werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt, wie z.B. Polygraphie (Schlafuntersuchungen) und Langzeitaufzeichnungen im Schlaf. Die Behandlung umfasst sowohl ambulante als auch stationäre Angebote.
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Neurologische Erkrankungen im Säuglingsalter
Die Spezialisten bieten eine umfassende Versorgung für Neugeborene und Säuglinge mit neurologischen Problemen, einschließlich Frühgeborenen und Risikokindern.
Entwicklungsstörungen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Therapie von Entwicklungsstörungen, wie z.B. Sprach- und Bewegungsstörungen.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten Kopfschmerzformen zählen die Migräne mit oder ohne Aura sowie der sog. Spannungskopfschmerz. Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Ätiologie ab. In manchen Fällen ist auch eine prophylaktische Behandlung erforderlich.
Bewegungsstörungen
Bewegungsstörungen, insbesondere M.
Multiple Sklerose (MS)
Im Oktober 2017 wurde das Facharztzentrum gemäß der Anerkennungskriterien der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (DMSG) als MS-Zentrum zertifiziert. Alle für die Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Multiplen Sklerose erforderlichen apparativen und laborchemischen Voraussetzungen sind vor Ort vorhanden. Die Ärzte verfügen über eine langjährige Erfahrung in der symptomatischen und immunmodulatorischen Behandlung von MS-Patienten und werden durch zertifizierte MS-Nurses unterstützt. Alle derzeit zugelassenen Therapiemaßnahmen gemäß der aktuellen Leitlinien werden im MVZ bzw.
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Schwindel
Dreh- und Schwankschwindel gehören zu den häufigsten Beschwerden, die zu einer neurologischen Konsultation führen. Dem Drehschwindel liegen meist Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zugrunde; abhängig von der Ursache können begleitend Ohrgeräusche und Hörminderung (Morbus Menière) auftreten. Über Stunden oder Tage anhaltender Drehschwindel ohne zusätzliche neurologische Ausfälle kann auf eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven hinweisen (Neuronitis vestibularis). Bewegungsabhängige, kurz dauernde Drehschwindelattacken ohne weitere Begleitsymptome sind meist auf eine Reizung der Sinneszellen im Innenohr durch kleine Kristalle zurückzuführen (Benigner paroxysmaler Lagerungs-schwindel). Daneben finden sich Schwindelsymptome auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Klein- oder Stammhirn).
Parkinson-Erkrankungen
Bei der Parkinson-Erkrankungen findet sich im Vollbild eine meist seitenbetonte Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Hypokinese) mit Steifigkeit (Rigor) der Extremitäten und/oder Zittern (Tremor) der Hände sowie eine mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung. Frühzeichen sind eine Verschlechterung des Geruchssinnes und ein „Kleinerwerden“ des Schriftbildes. Zugrunde liegt ein Mangel des Botenstoffs Dopamin in bestimmten Hirnregionen. Die primäre Behandlung erfolgt durch die Gabe von Dopamin oder Dopamin-Ersatzpräparaten. Im Rahmen der Diagnosestellung ist die Abgrenzung von ähnlichen, jedoch seltenen Krankheitsbildern, den sogenannten atypischen Parkinson-Syndromen wichtig.
Infektionserkrankungen des Nervensystems
Erreger wie Viren und Bakterien können sowohl das zentrale als auch des periphere Nervensystems befallen. Bei einer isolierten Erkrankungen der Hirnhäute spricht man von einer Meningitis, ein Befall des Gehirns wird als Encephalitis bezeichnet. Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Bewusstseinsstörungen, epileptische Anfälle sowie neurologische Defizite. Nicht immer gelingt der Nachweis eines Erregers. Beispiele für virale Erreger sind Viren aus der Herpes-Gruppe oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus. Charakteristische Beispiele für Infektionserkrankungen des peripheren Nervensystems sind die Gürtelrose (Herpes zoster durch das Windpocken-Virus) oder eine Gesichts-lähmungen im Rahmen einer Neuroborreliose.
Rückenschmerzen
Lokale oder ausstrahlende Rückenschmerzen können durch eine Vielzahl von neuroorthopädischen Erkrankungen, wie z.B. Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen bedingt sein. Neben Schmerzen finden sich oft neurologische Ausfalls-erscheinungen. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit Radiologen, Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurochirurgen und Krankengymnasten.
Karpaltunnelsyndrom
Nächtlich betonte Schmerzen, Kribbelmissempfindungen und Taubheit insbesondere der Finger 1 bis 3 und Besserung durch „Ausschütteln“ der Hand weisen auf ein sogenanntes Karpal-tunnelsyndrom hin. Dieses häufigste Beispiel einer peripheren Nervenläsion ist bedingt durch eine Kompression des Mittel-armnerven am Handgelenk. Ebenfalls nicht selten sind sogenannte Polyneuropathien, die zu socken- oder strumpfförmiger Taubheit der Beine mit zunehmender Gangunsicherheit führen können.
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Schlaganfall
Beim Schlaganfall kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu einer plötzlich einsetzenden Durchblutungsstörung des Gehirns mit neurologischen Ausfällen wie z.B. einer Halbseitenlähmung oder Sprachstörung. Ursachen sind häufig Herzrhythmusstörungen oder Verengungen/ Verschlüsse der hirnversorgenden Blutgefäße. Nur bei ca. 10% der Fälle liegt eine Hirnblutung zugrunde.
Demenzerkrankungen
Demenz bezeichnet den zunehmenden Verlust von erworbenen emotionalen und kognitiven Fähigkeiten, wie z.B. Gedächtnis, Denkvermögen, Sprachfunktionen und des planerischen Handelns. Auch die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen können bei bestimmten Demenzform abbauen. Zu den häufigsten Demenzerkrankungen gehören die Alzheimer-Demenz mit Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn sowie die vaskuläre Demenz, bei der es zu einer Veränderung der kleinsten Hirngefäße kommt. Daneben existieren verschiedene seltenere Demenzformen. Die Diagnosestellung erfolgte anhand des klinischen Bildes, mittels neuropsychologischer Testverfahren sowie im Rahmen einer Schichtbildgebung des Gehirnes, insbesondere zur Abgrenzung von anderen ursächlichen Erkrankungen. Auch eine Nervenwasseruntersuchung kann diagnostisch eingesetzt werden.
Hirntumore
Hirntumore gehen von den Hirnhäuten (z.B. Meningeom) oder vom Hirngewebe (z.B. Gliome) selbst aus. Man unterscheidet zwischen gutartigen und bösartigen Hirntumoren. Ferner kam es auch zur Absiedlung von Krebserkrankungen der inneren Organe oder des Blutes bzw. Knochenmarks ins Hirn kommen. Häufig Symptome von Hirntumoren sind epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle, die sich in Abhängigkeit der Lage des Tumors im Gehirn manifestieren. Die Diagnosestellung erfolgte mittels einer Schichtbildgebung des Gehirnes sowie einer Probeentnahme aus der Tumorregion und deren feingeweblicher Untersuchung.
Diagnostische Verfahren
Zur Abklärung neurologischer Erkrankungen stehen in Konstanz verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Elektroenzephalographie (EEG): Ableitung der Hirnströme zur Diagnose von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen.
- Neurographie und Elektromyographie (NLG/EMG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und Muskelaktivität zur Diagnose von Nerven- und Muskelerkrankungen.
- Evozierte Potentiale (VEP, SSEP): Messung der Hirnaktivität als Reaktion auf sensorische Reize zur Diagnose von Schädigungen der Nervenbahnen.
- Doppler- und Duplexsonographie: Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Blutgefäße zur Diagnose von Durchblutungsstörungen.
- Lumbalpunktion: Entnahme von Nervenwasser zur Diagnose von Entzündungen des Nervensystems.
- Geriatrisches Assessment: Untersuchung älterer Patienten mit standardisierten Tests, um die Ressourcen, aber auch die krankheits- und altersbedingten Einschränkungen, welche die eigenständige Lebensführung beeinträchtigen können, abzuschätzen.
- Testverfahren: Zur Feststellung eines dementiellen Abbaus und der Einordnung des Krankheitsbildes in eine der verschiedenen Demenzerkrankungen kommen mehrere Verfahren zum Einsatz.
Ergotherapie in der Pädiatrie
Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.
Ergotherapie wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Einschränkungen eingesetzt, z. B. bei:
- Motorische Fähigkeiten: Übungen zur Verbesserung der Motorik (z. B.
- Training für den Alltag: Training für den Alltag (z. B.
- Hilfsmittelberatung: Hilfsmittelberatung (z. B.
- Kognitive Fähigkeiten: Kognitive Übungen (z. B.
- Handwerkliche oder kreative Aktivitäten: Handwerkliche oder kreative Aktivitäten (z. B.
Ergotherapie konzentriert sich auf die Bewältigung des Alltags, während Physiotherapie sich auf die Verbesserung der körperlichen Funktionen konzentriert. Ergotherapie kann folgende Bereiche verbessern:
- Motorische Fähigkeiten
- Konzentration und Verhalten
- Soziale Fähigkeiten
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