Konzentration, Blutfluss und Gehirnleistung: Ein umfassender Überblick

Die Aufrechterhaltung einer optimalen Gehirnfunktion ist von entscheidender Bedeutung für unsere kognitive Leistungsfähigkeit, unser emotionales Wohlbefinden und unsere allgemeine Lebensqualität. Ein Schlüsselfaktor hierfür ist eine ausreichende und kontinuierliche Durchblutung des Gehirns. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Hirndurchblutung, die Ursachen und Folgen von Durchblutungsstörungen, Möglichkeiten zur Verbesserung der Hirndurchblutung und die Rolle von Sport und Bewegung für ein gesundes Gehirn.

Die Bedeutung der Hirndurchblutung

Das Gehirn ist ein hochkomplexes Organ, das rund um die Uhr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden muss, um seine vielfältigen Funktionen aufrechtzuerhalten. Diese Versorgung erfolgt über ein fein verzweigtes Netzwerk von Blutgefäßen. Die zerebrale Durchblutung ist essentiell für:

  • Konzentration und Gedächtnis: Eine ausreichende Durchblutung gewährleistet, dass Nervenzellen ausreichend Energie erhalten, um Informationen zu verarbeiten und zu speichern.
  • Seelisches Gleichgewicht: Eine gestörte Hirndurchblutung kann sich negativ auf die Stimmung auswirken und zu Depressionen beitragen.
  • Schutz vor Demenz und Schlaganfall: Eine langfristige Minderdurchblutung kann das Risiko für diese Erkrankungen erhöhen.

Das Gehirn benötigt etwa 15 Prozent des gesamten Blutes, das aus dem Herzen strömt, obwohl es nur 2 Prozent des Körpergewichts ausmacht. Im Gegensatz zu anderen Organen, deren Blutversorgung bedarfsabhängig reguliert wird, benötigt das Gehirn konstant seinen festen Blutanteil, da Nervenzellen keine Energie speichern können.

Was sind Durchblutungsstörungen im Gehirn?

Eine Durchblutungsstörung im Gehirn, auch zerebrale Ischämie genannt, liegt vor, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dies kann akut, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel, oder schleichend durch verengte Gefäße passieren.

Ursachen von Durchblutungsstörungen

Die Hauptursache für Durchblutungsstörungen im Gehirn ist die Verengung der Gefäße durch Ablagerungen von Fetten, Entzündungszellen und Bindegewebe in der innersten Schicht der Gefäßwand (Intima). Diese Ablagerungen, auch Plaques genannt, können den Blutfluss behindern und die Sauerstoffversorgung der Organe einschränken.

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Weitere beeinflussbare Faktoren sind:

  • Ungesunde Lebensweise: Dazu gehören Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung.
  • Ernährung: Die westliche Ernährung scheint laut Studien ein bedeutender Faktor zu sein.
  • Risikofaktoren: Bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinwerte können die Entstehung von Durchblutungsstörungen begünstigen.

In manchen Fällen spielen jedoch auch genetische Veranlagungen eine Rolle.

Symptome einer gestörten Hirndurchblutung

Durchblutungsstörungen können sich auf vielfältige Weise äußern. Erste Anzeichen wie Schwindel, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme werden oft unterschätzt, können aber frühe Warnsignale sein. Weitere Symptome können sein:

  • Mentale Beeinträchtigungen: Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten.
  • Sehstörungen: Plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens, Doppeltsehen.
  • Schwindel: Vor allem im fortgeschrittenen Alter, da das Gehirn verschiedene Sinneseindrücke nicht mehr richtig verarbeiten kann.
  • Taubheitsgefühle: In Gliedmaßen oder im Gesicht.
  • Tinnitus: Ein anhaltendes Störgeräusch im Ohr.
  • Depressionen: Depressive Verstimmungen können mit einer gestörten Hirndurchblutung in Verbindung stehen.
  • Sprachstörungen
  • Lähmungserscheinungen

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung sollte jedoch umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Phasen der Kompensation bei Durchblutungsstörungen

Der Körper versucht, die verminderte Durchblutung des Gehirns aktiv auszugleichen. Dabei durchläuft er verschiedene Phasen:

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  • Phase I: Maximale Erweiterung der Hirngefäße, um das transportierte Blutvolumen zu steigern.
  • Phase II: Erhöhte Sauerstoffausnutzung des verfügbaren Blutes.
  • Phase III: Erschöpfung der Kompensationsmechanismen, was zu einer Unterversorgung der Nervenzellen führt.

Auch ohne akute Symptome kann eine dauerhafte Minderdurchblutung gefährlich sein.

Mögliche Folgen einer unbehandelten Durchblutungsstörung

Eine unbehandelte Durchblutungsstörung kann schwerwiegende Folgen haben, darunter:

  • Ischämischer Schlaganfall: In über 80 % der Fälle wird ein Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel verursacht, das ein bereits verengtes Hirngefäß vollständig verschließt.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Seltener, aber ebenso gefährlich ist eine Hirnblutung infolge eines Gefäßrisses.
  • Transitorisch ischämische Attacke (TIA): Ein kurzzeitiger Durchblutungsstopp, bei dem die Symptome innerhalb weniger Minuten bis Stunden wieder verschwinden. TIAs sind wichtige Warnsignale für einen drohenden Schlaganfall.
  • Kognitive Einschränkungen: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten.
  • Depressionen: Langfristige Depressionsanfälligkeit kann mit Durchblutungsstörungen in Verbindung stehen.
  • Demenz: Eine dauerhafte Minderdurchblutung kann das Risiko für Demenz erhöhen.

Diagnose von Durchblutungsstörungen

Eine sichere Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT (mit spezieller Durchblutungsmessung), CT oder Doppler-Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße.

Was kann man selbst tun, um die Durchblutung im Gehirn zu verbessern?

Viele Ursachen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sind beeinflussbar - etwa durch einen gesunden Lebensstil, die gezielte Einnahme unterstützender Nahrungsergänzungsmittel und das Meiden bekannter Risikofaktoren. Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen:

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung kurbelt die Durchblutung an - so auch im Gehirn. Studien haben gezeigt, dass Sport die Nervenzellen im Hippocampus wachsen lässt, dem Lernzentrum des Gehirns.
  • Ernährung: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist entscheidend. Vollkornprodukte liefern langanhaltende Energie, während Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Fisch, Leinöl, Walnüssen) die Konzentration fördern können.
  • Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel kann die Konzentration beeinträchtigen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt im Schnitt 1,5 Liter Trinkflüssigkeit am Tag (Wasser, ungesüßte Kräutertees, Fruchtschorlen).
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte sollten vermieden bzw. behandelt werden.
  • Pflanzliche Mittel: Pycnogenol (ein Markenrohstoff aus Seekiefern-Rinde) und Aescin (der aktive Wirkstoff aus der Rosskastanie) können die Mikrozirkulation und Gefäßgesundheit unterstützen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: B-Vitamine tragen zur Gewährleistung einer normalen Hirnfunktion bei. Vitamin D kann ebenfalls sinnvoll sein, da die Aufnahme über die Sonne in Deutschland oft nicht ausreichend ist.

Sport und Bewegung für ein gesundes Gehirn

Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für das Gehirn. Bewegung kurbelt die Durchblutung an und fördert die Ausschüttung von Botenstoffen, die die Entstehung neuer Verknüpfungen im Gehirn steuern und besonders im Alter die Denkleistung fördern.

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Auswirkungen von Sport auf das Gehirn

  • Verbesserte Durchblutung: Sport erhöht den Blutfluss ins Gehirn und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.
  • Wachstum neuer Nervenzellen: Studien haben gezeigt, dass Sport die Nervenzellen im Hippocampus wachsen lässt, dem Lernzentrum des Gehirns.
  • Erhöhte Konzentration von Glücksbotenstoffen: Sport führt zu einer Zunahme von Serotonin, das gedächtnisfördernd, angstlösend und stimmungsaufhellend wirkt.
  • Stressabbau: Bewegung reguliert die Ausschüttung von Stresshormonen und hilft, Stress abzubauen.
  • Verbesserte Konzentrationsfähigkeit: Kinder können nach dem Sportunterricht besser fokussieren und Störreize besser ausblenden.

Welche Sportarten sind besonders geeignet?

Grundsätzlich wirkt sich jede Sportart positiv auf das Gehirn aus. Besonders geeignet sind jedoch Sportarten, die sowohl körperliche als auch geistige Fähigkeiten fordern. Dazu gehören beispielsweise:

  • Ausdauersportarten: Schwimmen, Radfahren, Laufen.
  • Sportarten mit komplexen Bewegungsabläufen: Tennis, Fußball, Baseball.

Wie viel Sport ist optimal?

Es wird empfohlen, täglich mindestens 30 bis 40 Minuten sportlich aktiv zu sein, 2- bis 3-mal die Woche Ausdauertraining zu machen und ebenso Krafttraining.

Weitere Tipps zur Steigerung der Gehirnleistung

Neben Bewegung und Ernährung gibt es weitere Faktoren, die die Gehirnleistung beeinflussen können:

  • Genügend Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Erholung des Gehirns. In der Regel sind 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht notwendig.
  • Strukturierter Alltag: Ein strukturierter Alltag kann helfen, die mentale Energie zu sparen und die Gehirnleistung zu steigern.
  • Medienkonsum einschränken: Ein gesunder Umgang mit Medien ist wichtig, um eine Informationsüberlastung zu vermeiden.
  • Gehirntraining: Gehirntraining kann helfen, die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern und die Gehirnleistung zu steigern.

Medikamentöse Unterstützung

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, um die Hirndurchblutung zu verbessern. Häufig werden durchblutungsfördernde Mittel auf Ginkgo-Basis verschrieben. Ginkgo-Präparate wie Tebonin® können bei Tinnitus wirksam sein und das Gedächtnis und die Konzentration verbessern. Die Einnahme von Medikamenten sollte jedoch immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

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