Aufgaben und Bedeutung von Koordinator*innen im Landesverband Alzheimer

Die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen stellt eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung dar. In diesem Kontext spielen Landesverbände der Alzheimer Gesellschaften eine zentrale Rolle. Sie agieren als Kompetenzzentren, Ansprechpartner und Vernetzer, um die Lebensqualität von Betroffenen und ihren Familien zu verbessern. Eine Schlüsselfigur in diesen Verbänden ist die Koordinatorin oder der Koordinator. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aufgaben und die Bedeutung dieser Position im Landesverband Alzheimer, insbesondere im Hinblick auf die spezifischen Gegebenheiten und Angebote in Sachsen.

Einführung in die Landesinitiative Demenz Sachsen e.V. (LID)

Die Landesinitiative Demenz Sachsen e.V. (LID), gegründet 2015, ist ein Beispiel für einen solchen Landesverband. Seit 2018 arbeitet sie mit einem hauptamtlichen Team und wird vom Freistaat Sachsen sowie über die GKV Selbsthilfeförderung unterstützt. Die LID versteht sich als Kompetenzzentrum und Ansprechpartner für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen sowie Akteure der demenzbezogenen Versorgung. Sie vereint Selbsthilfe- und Angehörigengruppen, regionale Alzheimer-Gesellschaften, Vereine, Initiativen und engagierte Personen im Themenfeld Demenz. Die LID wirkt an der Entwicklung und Umsetzung der Sächsischen Demenzstrategie und des Landesdemenzplanes mit.

Aufgabenbereiche des Koordinators/der Koordinatorin im Landesverband

Die Aufgaben eines Koordinators/einer Koordinatorin im Landesverband Alzheimer sind vielfältig und anspruchsvoll. Sie umfassen sowohl organisatorische als auch inhaltliche Aspekte und erfordern ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Fachwissen.

Förderung regionaler Netzwerke

Ein zentraler Aufgabenbereich ist die Förderung regionaler Netzwerke gemäß § 45c Abs. 9 SGB XI. Diese Netzwerke dienen der Verbesserung der Versorgung und Unterstützung von Pflegebedürftigen, deren Angehörigen sowie vergleichbar nahestehender Pflegepersonen. Die Koordinatorin/der Koordinator unterstützt den Aufbau und die Koordination dieser Netzwerke, berät bei der Antragstellung für Fördermittel und fördert die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure vor Ort.

Konkret bedeutet dies:

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  • Beratung und Unterstützung: Die Koordinatorin/der Koordinator berät regionale Netzwerke bei ihrer Weiterentwicklung, bietet Standortbestimmungen und Projektberatung an.
  • Förderung: Sie/er unterstützt bei der Antragstellung für Fördermittel nach § 45c Abs. 9 SGB XI, die für Personal- und Sachkosten sowie Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden können.
  • Vernetzung: Sie/er fördert die Vernetzung der Akteure, die an der Versorgung Pflegebedürftiger beteiligt sind, und unterstützt den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen.

Aufbau und Ausbau von Unterstützungsangeboten

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist der Auf- und Ausbau von regional verfügbaren Angeboten zur Unterstützung im Alltag für Pflegebedürftige, zur Entlastung pflegender Angehöriger und zur Förderung der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen. Dies umfasst die Förderung von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag, Initiativen des Ehrenamts, Nachbarschaftshelferkontaktstellen, der Selbsthilfe und von Modellvorhaben.

Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung

Die Koordinatorin/der Koordinator trägt dazu bei, das Thema Demenz in der Öffentlichkeit zu thematisieren und die Bevölkerung für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu sensibilisieren. Dies geschieht durch die Organisation von Veranstaltungen, die Erstellung von Informationsmaterialien und die Zusammenarbeit mit Medien und anderen relevanten Akteuren. Ein Beispiel hierfür ist die bundesweite Aufklärungsinitiative Demenz Partner, die von Landesverbänden unterstützt wird.

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen

Die Koordinatorin/der Koordinator arbeitet eng mit anderen Organisationen und Institutionen zusammen, die im Bereich Demenz tätig sind. Dazu gehören beispielsweise Pflegekoordinatoren in den Landkreisen und Kreisfreien Städten, die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e.V., die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz und andere regionale und überregionale Arbeitsgruppen, Gremien und Netzwerke.

Projekte und Initiativen

Die Koordinatorin/der Koordinator ist an der Entwicklung und Umsetzung von Projekten und Initiativen beteiligt, die darauf abzielen, die Versorgung und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise Projekte zur Demenzprävention, zur Unterstützung von Menschen mit beginnender Demenz und seltenen Demenzerkrankungen sowie zur Entwicklung bedarfsgerechter Angebote für pflegende Angehörige.

Ein Beispiel hierfür ist das Projekt "Im Fokus: Menschen mit beginnender Demenz und Menschen mit seltenen Demenzerkrankungen sowie deren Angehörige", das neue Begleit- und Informationsangebote entwickeln und erproben möchte.

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Schulungen und Fortbildungen

Die Koordinatorin/der Koordinator organisiert Schulungen und Fortbildungen für Fachkräfte, Ehrenamtliche und Angehörige, um deren Wissen und Kompetenzen im Umgang mit Demenz zu erweitern. Dazu gehören beispielsweise Schulungen für ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Demenz, die im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie angeboten werden. Ein Beispiel hierfür ist die Qualifizierung von Fachkräften zu GeriCoaches, die umfangreiches Wissen vereinen und demenzspezifische Informationen zur Verfügung stellen.

Die Rolle des GeriCoach

Ein wichtiger Aspekt in der Arbeit der Koordinatorin/des Koordinators kann die Einbeziehung von GeriCoaches sein. GeriCoaches sind Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, die speziell geschult wurden, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wohnortnah zu unterstützen. Ihre Aufgabenschwerpunkte liegen in der Kontaktaufnahme, Beratung, Koordination, Vernetzung und Initiierung ehrenamtlicher und professioneller Strukturen.

Herausforderungen und Chancen

Die Arbeit als Koordinatorin/Koordinator im Landesverband Alzheimer ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Dazu gehören beispielsweise die begrenzte finanzielle Ausstattung, der Fachkräftemangel und die Notwendigkeit, die verschiedenen Interessen der beteiligten Akteure zu berücksichtigen. Gleichzeitig bietet diese Tätigkeit aber auch viele Chancen, etwas zu bewegen und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern.

Bedeutung der Ehrenamtlichen

Die Unterstützung durch Ehrenamtliche ist für die Arbeit der Landesverbände von großer Bedeutung. Ehrenamtliche engagieren sich in verschiedenen Bereichen, beispielsweise in Besuchsdiensten, Gesprächsgruppen und bei der Organisation von Veranstaltungen. Die Koordinatorin/der Koordinator unterstützt und koordiniert den Einsatz der Ehrenamtlichen und sorgt für deren Qualifizierung und Begleitung.

Beispiele für die praktische Umsetzung

  • DemenzNetzwerk Landkreis St. Wendel: Dieses Netzwerk ist ein Beispiel für eine erfolgreiche regionale Vernetzung von Einrichtungen, Behörden und Angeboten aus dem Kreis, die einen Bezug zum Thema Demenz haben. Die Koordinatorin/der Koordinator unterstützt den Aufbau und die Weiterentwicklung solcher Netzwerke.
  • Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V.: Diese Gesellschaft bietet einen ehrenamtlichen Besuchsdienst an, der Angehörige von Menschen mit Demenz entlastet. Die Koordinatorin/der Koordinator vermittelt geschulte Ehrenamtliche, die wöchentlich für einige Stunden zu Hause oder in einer Pflege-WG besuchen.

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