Armkrämpfe sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Sie können plötzlich auftreten und von leichter bis starker Intensität reichen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für Krämpfe im rechten Arm und bietet einen Überblick über mögliche Behandlungsansätze.
Einführung
Krämpfe im rechten Arm können sehr schmerzhaft sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Armschmerzen und Krämpfe viele Ursachen haben können. Sie können durch Überlastung, Verletzungen oder zugrunde liegende medizinische Probleme verursacht werden. Nicht immer ist bei Armschmerzen eine ärztliche Untersuchung nötig. Zum Beispiel verschwindet Muskelkater in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst. Klingen sie nach einigen Tagen nicht von selbst ab, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ursachen von Krämpfen im rechten Arm
Die Ursachen für Krämpfe im rechten Arm sind vielfältig und reichen von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Im Folgenden werden einige der häufigsten Ursachen näher erläutert:
Muskelverspannungen und Überlastung
Muskelverspannungen im Bereich der Halswirbelsäule und Muskelverletzungen (von Muskelkater bis Muskelriss) können Armschmerzen verursachen. Eine der häufigsten Ursachen für Krämpfe im rechten Arm ist eine Überbeanspruchung der Muskulatur. Dies kann durch ungewöhnlich starke körperliche Belastungen oder einseitige und lange statische Belastungen, wie sie beispielsweise bei sitzenden Tätigkeiten am Computer auftreten, verursacht werden. Wiederholte Bewegungen, insbesondere bei ungünstiger Körperhaltung, können ebenfalls zu Muskelverspannungen und Krämpfen führen.
Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialgie)
Das Schulter-Arm-Syndrom beschreibt einen ausstrahlenden Schmerz, welcher meist vom Nacken ausgeht und über die Schulter und den Ellenbogen teilweise bis zur Hand und in die Finger ausstrahlt. Die Ursache der Schmerzen kann unterschiedliche Gründe haben. Schulterschmerzen gelten als Leitsymptom. Der Schmerz zieht bei vielen Menschen in den Oberarm und macht das Anheben des Armes über Kopf oder bestimmte Rotationsbewegungen schwierig. Oft quält die Schulter auch nachts. Das Schulter-Arm-Syndrom (oder auch: Zervikobrachialgie) versteht man einen Komplex an unterschiedlichen Symptomen rund um Nacken, Schultern und Arme. Die häufigste Ursache für das Schulter-Arm-Syndrom sind muskulär-fasziale Probleme an der Halswirbelsäule: knotige, schmerzende Verspannungen, eine zu hohe Spannung in den Faszien oder ein muskuläres Ungleichgewicht.
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Nervenkompressionssyndrome
Nervenkompressionssyndrome, wie das Karpaltunnelsyndrom (Kompression des Medianusnervs am Handgelenk) und das Kubitaltunnelsyndrom (Einengung des Ulnarnervs am Ellenbogen), können ebenfalls Krämpfe im Arm verursachen. Auch Engpasssyndrome können zu Nervenschmerzen im Arm führen. Durch strukturelle Engpässe in den Bereichen, wo die Nerven verlaufen, können auch Engpasssyndrome wie das Thoracic-Outlet-Syndrom zu Nervenschmerzen im Arm führen.
Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule
Kommt es gleichzeitig zu Taubheitsgefühlen oder gar zu einer Schwäche des Armes, muss differentialdiagnostisch auch an einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule mit Druck auf den Nerven (Radikulär-Syndrom) gedacht werden. Wenn ein Bandscheibenvorfall auf Nervenwurzeln in der Halswirbelsäule drückt, können ausstrahlende Schmerzen und Taubheitsgefühle entlang des Arms auftreten, oft bis in die Finger.
Mausarm (RSI-Syndrom)
Als Mausarm oder RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury, was so viel wie "Verletzung durch sich wiederholende Belastung") bezeichnet man Beschwerden und Schmerzen im Bereich der Hände, Handgelenke, Ellenbogen, Schultern und des Nackens, die durch einseitige Tätigkeiten ausgelöst werden. Die Ursache des Syndroms ist nämlich eine chronische Über- und Fehlbelastung. Es entsteht durch anhaltende, sich wiederholende Bewegungen in unbeweglicher Körperhaltung. Diese repetitive Tätigkeit - meist die Arbeit mit der Maus am Computer oder das Bedienen eines elektronischen Kleingerätes ("Nintendodaumen") - kann zu mikroskopisch kleinen Verletzungen (Läsionen) im Gewebe führen. Solche Verletzungen heilen in der Regel über mehrere Tage und Wochen aus.
Verletzungen
Verletzungen wie Gelenkverletzungen, Bänder- und Sehnenverletzungen (z. B. ein Bizepssehnenriss bei Schmerzen im Oberarm), Gelenkausrenkung (Luxation) oder Knochenbrüche (z. B. Oberarmkopfbruch, Unterarmspeichenbruch) können ebenfalls Krämpfe im Arm verursachen. Ein direktes Trauma, wie etwa durch eine Fraktur oder eine Prellung, kann Nervenschäden verursachen, wenn Nerven durch Knochenfragmente oder Schwellungen unter Druck geraten.
Entzündungen
Gelenkentzündung (Arthritis) oder Schleimbeutelentzündung, beispielsweise im Ellenbogengelenk (Bursitis olecrani), können ebenfalls für Krämpfe im Arm verantwortlich sein.
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Neurologische Erkrankungen
Neurologische Erkrankungen mit Nervenschäden können ebenfalls Ursache für Armkrämpfe sein. Auch Multiple Sklerose kann zu neuropathischen Schmerzen führen.
Durchblutungsstörungen
Durchblutungsstörungen und Blutgerinnsel (Thrombosen) im Arm können ebenfalls Armschmerzen verursachen.
Andere Ursachen
Weitere mögliche Ursachen für Krämpfe im rechten Arm sind Rheuma (rheumatoide Arthritis), Gicht, Fibromyalgie, Engpasssyndrome (Impingement-Syndrom, Einengung von Muskeln, Nerven und Blutgefäßen), Ganglion (Überbein), Tumoren (gut- und bösartig), Hautkrankheiten im Armbereich (z. B. Psoriasis) oder Lipödem. Auch Stoffwechsel-bedingte Ursachen können hinter Nervenschmerzen am Arm stecken. Der häufigste Grund für stoffwechselbedingte Ursachen ist der schlecht eingestellte Diabetes Mellitus.
Symptome
Armschmerzen können sich auf unterschiedliche Weise äußern:
- Ein kurzer Schmerz, der bei einer bestimmten Bewegung auftritt
- Ein ausstrahlender oder stechender Schmerz
- Starke Schmerzen aufgrund einer Verletzung
- Schmerzen, die mit einer Deformation oder Schwellung des Arms einhergehen
- Schmerzen, die sich bei Bewegung des Arms verstärken
- Ein Gefühl von Stromschlägen, Brennen oder Kribbeln, das sich bei Belastung nicht steigert
Neben den neuropathischen Schmerzen im Bereich des Arms kann es auch zu Bewegungsbeeinträchtigungen und Parästhesien kommen. Die Patienten berichten oftmals von Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl, das plötzlich auftritt und dann wieder verschwindet.
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Diagnose
Da die Leiden sehr stark sind und die Ursache festgestellt werden sollte, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung der Beschwerden, ggf. mit einer bildgebenden Diagnostik (Röntgen, MRT). Bei einem Mausarm wird die Diagnose hauptsächlich auf Basis der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt. Das Anamnesegespräch ist daher besonders wichtig. Schildern Sie dem Arzt alle Veränderungen, die Ihnen aufgefallen sind. Wichtig ist vor allem zu berichten, wann und in welcher Intensität der Schmerz auftritt.Es folgt dann die körperliche Untersuchung, bei der der Patient im Schulterbereich untersucht wird. Hier wird er aufgefordert, verschiedene Bewegungen des Arms durchzuführen. Die Übungen werden aktiv und passiv durchgeführt, und der Untersucher beurteilt, ob die Bewegung im Arm reiz- und blockadefrei durchgeführt werden kann oder ob es Widerstände gibt.Des Weiteren gibt es auch bildgebende Verfahren, die angewandt werden können, um die Ursache der Beschwerden zu finden. So würden zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen, die im Bereich der Schulter durchgeführt werden, zeigen, ob eine Engstelle in diesem Bereich vorhanden ist. Um anatomische knöcherne Engstellen darzustellen, wird mitunter auch ein Röntgenbild der Schulter oder des Oberarmknochens in zwei Ebenen angefertigt. Eine MRT-Aufnahme des Arms und der Halswirbelsäule wird immer dann durchgeführt, wenn man sicher einen Bandscheibenvorfall als Ursache ausschließen möchte. Durch diese strahlungsfreie Schnittbilddiagnostik kann man nicht nur die Knochen, sondern auch die Bandscheiben und Nervenwurzeln sehen und beurteilen. Dies ist wichtig, um Engstellen und eine eventuell zu den Beschwerden führende Kompression herauszufinden. Besonders in einem fortgeschrittenen Stadium wird häufig eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) durchgeführt. Damit unterscheidet der Arzt das RSI-Syndrom vom Karpaltunnelsyndrom, bei dem typischerweise eine erniedrigte Nervenleitungsgeschwindigkeit eines bestimmten Nervs im Unterarm und der Hand auffällt.
Behandlung
Die Behandlung von Krämpfen im rechten Arm richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Im Allgemeinen umfasst die Behandlung jedoch folgende Maßnahmen:
Schmerzlinderung
Im Vordergrund der Therapie steht die Schmerzlinderung durch Lockerung der Muskulatur. Hier hilft die Wärmetherapie, das Kinesiotaping und die manuelle Medizin (Chirotherapie). Bei starken Schmerzen können kurzfristig auch Schmerzmedikamente eingenommen werden. Auch Kühlende Gels oder Auflagen können Linderung schaffen und Schmerzen reduzieren.
Physiotherapie
Krankengymnastische Übungen und regelmäßige sportliche Aktivität (Yoga, Pilates, Schwimmen, Nordic Walking, Qigong, uvm.) werden empfohlen. Hierbei gilt die Regel, den Sport zu betreiben, welcher Spaß macht und welcher von den Beschwerden her möglich ist.
Ergonomische Maßnahmen
Zur Prävention des Mausarms am Arbeitsplatz sind ergonomische Tastaturen und Computermäuse wichtig, aber sicher nicht ausreichend. Ganz entscheidend sind regelmäßige Pausen: Experten empfehlen 10 Minuten in jeder Stunde. Übungen für Handgelenke, Finger, Schultern und Nacken sind entscheidend für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz. Nur wenn der Körper den natürlichen Bewegungsspielraum zumindest gelegentlich ausschöpft, bleibt der Bewegungsapparat gesund. Weiterhin sollte man sich beim Arbeiten am Schreibtisch nicht zurücklehnen. Der größere Abstand zur Maus belastet die Handgelenke, Schultern und Ellenbogen. Zudem sollten Sie auf eine ergonomische Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes achten.
Zellbiologische Regulationstherapie
Anhaltende schmerzhafte Beschwerden deuten häufig auf Störungen physiologischer Prozesse in den betroffenen Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln hin. Diese Ziele unterstützt die zellbiologische Regulationstherapie. Damit handelt es sich bei der ZRT®-Matrix-Therapie um einen ursächlichen Therapieansatz, der beim Mausarm bzw. Die ZRT bringt die Muskulatur in der Umgebung des schmerzenden Bereichs zum Schwingen. So unterstützt die Behandlung die Selbstreinigung der extrazellulären Matrix im unterversorgten und verkrampften Gewebe. Grundlage dieser Behandlungsmethode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung in schmerzhaften oder entzündlich veränderten Geweben. Das Verfahren appliziert eine sanfte Schwingung von außen, um den Eigenrhythmus der Muskeln wieder einzukoppeln. So bringt die Behandlung die Mikrozirkulation um die Zellen in Gang und normalisiert die Stoffwechselvorgänge auf Zellebene. Tiefenwärme fördert den Zellstoffwechsel und die Regeneration von unterversorgten und deregulierten Geweben bei einem Mausarm. Wassergefiltertes Infrarot hat sich in der zellbiologischen Regulationstherapie als besonders wirksam gegen Gewebeverhärtung, Verspannungen und Störungen des Stoffwechsels erwiesen. Zusätzlich führt der Therapeut weitere Maßnahmen der zellbiologischen Regulationstherapie wie z. B. Basen-Wickel, Basen-Bäder usw. durch.
Spezifische Behandlungen
Sollten Verschleißerscheinungen oder ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule verantwortlich für die Schmerzausstrahlung in den Arm bis in die Finger sein, können gezielte Einspritzungen mittels bildgebender Verfahren an der Halswirbelsäule, bzw. dem in seiner Funktion eingeschränkten Nerv die Beschwerden lindern. In schweren Fällen mit sehr starken Schmerzen und neurologischen Ausfällen der oberen Extremität besteht die Möglichkeit einer OP mit Freilegung des eingeklemmten Nervs (Foraminotomie) oder des Ersatzes der betroffenen Bandscheibe (Implantation einer Bandscheibenprothese).
Übungen
Wenn du direkt gegen dein Schulter-Arm-Syndrom aktiv werden möchtest, kannst du die Liebscher & Bracht Übungen® im Video mitmachen. Führe die Übung zunächst am betroffenen Arm durch. Stelle dich ganz dicht vor eine Wand. Wichtig ist, dass deine rechte Schulter dabei direkten Kontakt zur Wand hat. Lasse deinen Schulterbereich eng an der Wand und drehe den Oberkörper langsam weiter nach links, um eine intensive Dehnung in der rechten Schulter zu erzeugen. Gegenspannung: Drücke jetzt deinen rechten Arm 10 Sekunden lang mit voller Kraft gegen die Wand. Dabei versuchst du dich mit dem Oberkörper noch weiter nach links von der Wand wegzudrehen. Aktive Dehnung: Bleibe in deiner Ausgangsposition und stelle dir nun vor, dass du deinen rechten Arm von der Wand lösen möchtest, um ihn aus der eigenen Muskelkraft kurz vor der Wand zu halten. Das funktioniert schon richtig gut? Super, dann mache doch die gleiche Übung noch einmal, aber lege deinen rechten Arm oberhalb der Schulterhöhe ab.
Hausmittel
Auch gibt es einige Hausmittel, die bei neuropathischen Schmerzen helfen können. Entspannungsverfahren und Stressabbau Da Stress oft Nervenschmerzen verstärken kann, sind Entspannungstechniken wie Meditation, tiefe Atemübungen oder Yoga hilfreich. Magnesium kann zur Muskelentspannung beitragen und Krämpfe lindern, die oft mit Nervenschmerzen einhergehen. Der Vitamin-B-Komplex ist essenziell für eine gesunde Nervenfunktion und kann in Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Eiern und Fleisch gefunden werden. Retterspitz Auch Retterspitzauflagen können helfen neuropathische Schmerzen zu lindern. Man sollte hierzu Kompressen oder Tücher nehmen und diese mit Retterspitz tränken. Nach Auflage wird man nach ca 10 Minuten merken, dass die Tücher trocken werden und der Retterspitz eingezogen ist. Massagen mit ätherischen Ölen Eine sanfte Massage mit verdünntem ätherischem Pfefferminz- oder Lavendelöl kann entspannend und schmerzlindernd wirken. Die Öle wirken leicht kühlend und verbessern die Durchblutung. Eine Massage sollte jedoch vorsichtig erfolgen, um den schmerzenden Bereich nicht zusätzlich zu reizen. Durch eine leichte Massagetechnik im Bereich der Schulter und des Nackens kann man verhärtete Muskeln locker. Auch kann man hier Tigerbalm auf den verspannten Bereich auftragen. Wechselduschen Ebenfalls um eventuell verursachende Muskelverhärtungen zu beheben kann man auch versuchen durch Wechselduschen eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.
Prävention
Im schmerzgelinderten Intervall stabilisiert sich die Genesung idealerweise durch die Verbesserung der Körperhaltung und der Kraftausdauer. Um Krämpfen im rechten Arm vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen berücksichtigt werden:
- Regelmäßige Bewegung und Dehnübungen
- Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
- Vermeidung von Überlastung
- Ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Stressmanagement