Oberschenkelkrampf: Ursachen, Maßnahmen und Behandlung

Ein Krampf im Oberschenkel ist im Allgemeinen harmlos, kann aber bei häufigem Auftreten die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen oder die Nachtruhe stören. In solchen Fällen ist eine sportorthopädische Abklärung ratsam, um die Ursachen zu ermitteln und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen. Die Spezialisten von Lumedis in Frankfurt haben sich auf die Therapie von Muskelpathologien spezialisiert und bieten eine umfassende Diagnostik und individuelle Therapieansätze an.

Was ist ein Krampf im Oberschenkel?

Ein Muskelkrampf ist ein plötzliches, schmerzhaftes und unkontrollierbares Zusammenziehen eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Krämpfe können in verschiedenen Körperbereichen auftreten, einschließlich Schulter, Nacken, Rücken, Armen, Händen, Fingern, Beinen, Füßen und Gesäß. Ein Krampf im Oberschenkel bezieht sich speziell auf einen solchen Krampf in der Oberschenkelmuskulatur.

Ursachen von Krämpfen im Oberschenkel

Die genauen Ursachen von Muskelkrämpfen sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die das Auftreten von Krämpfen begünstigen können:

  • Überlastung der Muskulatur: Ungewohnte oder zu lange durchgeführte Bewegungen können zu einer Überlastung der Oberschenkelmuskulatur führen, was Krämpfe verursachen kann. Dies liegt an einer Unterversorgung des Muskels mit Blut.

  • Fehlbelastungen: Unsymmetrisch durchgeführte Bewegungen können zu einer ungleichmäßigen Belastung der Muskeln führen. Kleine Beinlängendifferenzen, die bislang unbemerkt blieben, können dazu beitragen, dass ein Oberschenkelmuskel stärker belastet wird als der andere und krampfartig verhärtet.

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  • Magnesiummangel: Ein Mangel an Magnesium wird häufig mit Oberschenkel- und Unterschenkelkrämpfen in Verbindung gebracht.

  • Durchblutungsstörungen: Eine verminderte Blutversorgung der Muskulatur, beispielsweise durch Gefäßverengungen, kann dazu führen, dass der Muskel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und sich krampfartig zusammenzieht. Da der Muskel bei Belastung mehr sauerstoffhaltiges Blut benötigt als in Ruhe, treten krampfartige Beschwerden vor allem beim Laufen auf.

  • Trauma oder Unfälle: Nachwirkungen von Stößen oder stumpfen Traumata können zu Reizungen der Muskelzellen führen und Oberschenkelkrämpfe verursachen. Ruckartige Verletzungen, wie zum Beispiel Umknicktraumen, können ebenfalls zu plötzlich eintretenden Muskelschmerzen führen.

  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Eine Vielzahl von Medikamenten kann Muskelkrämpfe als Nebenwirkung verursachen, darunter:

    • Cortison
    • Diuretika (Entwässerungsmittel)
    • Statine
    • Cholesterinsenkende Fibrate
    • Beta-Agonisten
    • ACE-Hemmer
    • Kalziumkanalblocker
    • Antipsychotika
    • Bisphosphonate
    • Fluorchinolon-Antibiotika
    • Opioide
    • Chemotherapeutika
    • Interferone
    • Immunsuppressiva
    • Antidepressiva (SSRIs)
    • Antiemetika
    • Antiepileptika
  • Weitere mögliche Ursachen:

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    • Falsche Körperhaltung
    • Stress
    • Verletzungen
    • Vorerkrankungen der Gefäße (Thrombosen der tiefen Beinvenen, chronische Durchblutungsstörungen, Krampfadern)
    • Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Skeletts
    • Bewegungsmangel
    • Unausgewogene Ernährung
    • Ungleichgewicht der Elektrolyte
    • Erkrankungen (Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenunterfunktion [Hypothyreose])
    • Schwangerschaft und Stillzeit
    • Alkohol- und Tabakkonsum

Symptome eines Krampfes im Oberschenkel

Muskelkrämpfe im Oberschenkel sind in der Regel von folgenden Symptomen begleitet:

  • Starke Schmerzen im Bereich des Krampfes
  • Plötzliche und starke Verhärtung der Muskulatur
  • Eingeschränkte Beweglichkeit im betroffenen Bereich
  • Kleine Schwellungen im Bereich des Muskels
  • Schonhaltung aufgrund der starken Schmerzen
  • In seltenen Fällen Bewusstlosigkeit

Diagnose eines Oberschenkelmuskelkrampfes

Die Diagnose eines Oberschenkelmuskelkrampfes basiert in erster Linie auf einer klinischen Einschätzung. Der Arzt wird den Oberschenkelmuskel abtasten und auf Verhärtungen und Schmerzempfindlichkeit prüfen. Eine Ultraschalluntersuchung kann eingesetzt werden, um den Zustand des Muskels und der Sehnen genauer zu beurteilen. Die Krankenbefragung bezieht sich vor allem Dingen auf die Häufigkeit der Krämpfe, die dann eine entsprechende Diagnostik unter Umständen notwendig macht.

Was tun bei einem Krampf im Oberschenkel?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man bei einem akuten Krampf im Oberschenkel ergreifen kann, um den Krampf zu lösen und die Muskulatur zu entspannen:

  • Fest auf den Boden auftreten: Durch das Auftreten mit dem Fuß auf den Boden können Erschütterungen entstehen, die den Krampf lösen können.

  • Massieren: Leichte, kreisende Massagebewegungen über dem Oberschenkelmuskel können helfen, den Muskel zu lockern und den Krampf zu bessern.

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  • Dehnen: Dehnübungen in die entgegengesetzte Richtung der Muskelverkürzung können helfen, die Muskeln wieder zu weiten und zu dehnen. Bei einem Krampf im vorderen Oberschenkel sollte man die Beinrückseite dehnen, zum Beispiel durch eine Vorbeuge.

  • Wärme- oder Kälteanwendung: Wärmende Maßnahmen wie Rotlichtbehandlung oder Wärmflaschenauflagen oder kühlende Maßnahmen mit einem Eispack können helfen, den Muskelkrampf zu beenden.

  • Kalziumeinnahme: Die Einnahme von Kalzium kann in der akuter Phase hilfreich sein einen lang anhaltenden Krampf der Oberschenkelmuskulatur zeitnah zu beenden.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Krämpfen im Oberschenkel vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Regelmäßiges Dehnen der Muskeln: Schon einfache Dehnübungen können helfen, Krämpfen vorzubeugen.

  • Ausreichende Bewegung: Empfohlen werden 150 Minuten pro Woche moderate/leicht anstrengende körperliche Aktivität oder 75 Minuten intensiveres Training pro Woche.

  • Massagen und Entspannungsübungen: Diese können zur Vorbeugung und Linderung beitragen.

  • Wärme: Wärme, z. B. in Form von warmen Bädern oder Umschlägen, kann Schmerzen lindern und Wohlbefinden und Stressabbau fördern.

  • Ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung: Achten Sie auf eine Ernährung mit Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse sowie ungesättigten Fettsäuren.

  • Ausgewogenes Elektrolytgleichgewicht: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium, Kalium und Kalzium.

  • Genug trinken: Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag; nach Anstrengungen und an warmen Tagen mehr!

  • Verzicht auf Alkohol- und Tabakkonsum:

  • Richtiges Schuhwerk und passende Strümpfe: Vermeiden Sie Schuhe, die auf die Gefäße drücken, und Strümpfe, die die Beine einschnüren.

Medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung von Krämpfen im Oberschenkel können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um die Muskulatur zu entspannen, Elektrolyte auszugleichen und Krämpfe zu lindern. Ein Beispiel ist Limptar N, ein chininhaltiges Medikament, was phasenweise bei immer wiederkehrenden Muskelkrämpfen eingenommen werden kann. Chinin wirkt muskelentspannend und ist somit Hauptbestandteil der Wirkung. Limptar N sollte nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden (meist nicht länger als 2 Wochen), da es bei längerer Anwendung zu Nebenwirkungen kommen kann.

Wann zum Arzt?

Häufige Muskelkrämpfe können sehr belastend sein. Wenn es immer wieder zu Muskelkrämpfen kommt und/oder diese besonders schmerzhaft sind und sich auch nicht mit Hausmitteln und Bewegung bessern lassen, dann sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. In der Praxis können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um die möglichen Ursachen der Muskelkrämpfe herauszufinden und eine wirksame Behandlung zu empfehlen, die langfristig geeignet ist, Krämpfe und Schmerzen zu lindern.

Was tun, wenn der Krampf nicht weggeht?

Wenn ein Krampf im Oberschenkel nicht von selbst verschwindet, gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen können, den Krampf zu lösen und die Muskulatur zu entspannen. Wenn der Krampf anhält oder wiederholt auftritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zugrunde liegende Ursachen wie Nerven- oder Durchblutungsprobleme abklären zu lassen.

Lumedis-Behandlung bei chronischen Krämpfen im Oberschenkel

Bei Lumedis wird ein umfassender Ansatz zur Behandlung chronischer Muskelkrämpfe im Oberschenkel verfolgt. Dieser umfasst:

  • Umfassende Anamnese und Untersuchung: Erfassung der Symptome, Lebensgewohnheiten, Trainingsroutine und möglicher vorangegangener Verletzungen.
  • Muskuläre Dysbalance Check: Diagnostische Maßnahme, die herausfinden soll, welche Muskeln durch Fehlbelastung verstärkt entwickelt sind und welche unterentwickelt sind.
  • Individuelle Behandlungspläne: Entwicklung eines personalisierten Behandlungsplans basierend auf den diagnostischen Ergebnissen.
  • Medikamentöse Behandlung: Falls erforderlich, können Medikamente verschrieben werden, um die Symptome zu behandeln.
  • Präventive Maßnahmen und Aufklärung: Beratung und Unterstützung, um die Krämpfe in Zukunft zu verhindern.
  • Langfristige Betreuung und Nachsorge: Langfristige Betreuung der Patienten.

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