Einleitung
Morbus Parkinson, eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, betrifft Millionen von Menschen weltweit. Während die Schulmedizin oft auf die Linderung von Symptomen fokussiert ist, bietet der Ansatz von Rüdiger Dahlke in seinem Buch "Krankheit als Sprache der Seele" eine tiefere, psychosomatische Perspektive. Dieser Artikel untersucht Dahlkes Thesen im Kontext von Parkinson und beleuchtet alternative Heilmethoden sowie die Bedeutung von Eigenverantwortung und ganzheitlichem Wohlbefinden.
Was ist Morbus Parkinson?
Morbus Parkinson, auch bekannt als Schüttellähmung, ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, die vor allem ältere Menschen betrifft. Die Erkrankung ist durch einen Dopaminmangel im Gehirn gekennzeichnet, der auf das Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra zurückzuführen ist. Dies führt zu den typischen Symptomen wie:
- Rigor: Muskelsteifheit
- Tremor: Unkontrolliertes Muskelzittern
- Bradykinese: Verlangsamte Bewegungen bis hin zur Akinese (Bewegungslosigkeit)
- Freezing-Episoden: Vorübergehendes "Einfrieren" der Bewegung
Weitere Symptome können Depressionen, Demenz, Riechstörungen, Schlafstörungen und vegetative Störungen sein. Die Ursachen für Morbus Parkinson sind weitgehend ungeklärt, wobei genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen könnten.
Rüdiger Dahlkes psychosomatischer Ansatz
Rüdiger Dahlke vertritt die These, dass Krankheiten nicht zufällig entstehen, sondern Ausdruck seelischer Konflikte und ungelöster Lebensthemen sind. In seinem Buch "Krankheit als Sprache der Seele" beschreibt er, dass der Parkinson-Patient oft ein intellektueller, überaktiver Mensch ist, der in seinem Leben viel erreichen wollte und sich dabei verausgabt hat. Die Angst vor dem Versagen, trotz großer Visionen, führt zu Lähmung und Kontrollverlust.
Dahlke interpretiert die Symptome von Parkinson wie folgt:
Lesen Sie auch: Ursachen und Symptome der CJK
- Salbengesicht: Angstschweiß
- Schütteln: Versuch, etwas loszuwerden
- Lähmung: Todesangst
Die Heilung sieht Dahlke in der Reduktion von überambitionierten Zielen, der Fokussierung auf Qualität statt Quantität und dem Verbleib auf dem Boden der Tatsachen. Es geht darum, sich selbst anzunehmen und die eigenen Grenzen zu respektieren.
Alternative Heilmethoden bei Parkinson
Neben der schulmedizinischen Behandlung gibt es eine Reihe von alternativen Heilmethoden, die bei Parkinson in Betracht gezogen werden können:
1. Ernährung
Eine gesunde Ernährung mit ballaststoffreicher Kost und ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, um Verstopfung entgegenzuwirken und psychiatrische Störungen durch Medikamente zu vermeiden. Antioxidantien in natürlicher Form können ebenfalls hilfreich sein. Manfred J. Poggel berichtet in seinem Buch von seiner Heilung durch basische Ernährung, Heilsteine, Gebete und positives Denken.
2. Bewegung
Regelmäßige Bewegung ist essenziell, um Muskelsteifigkeit und Muskelabbau zu verhindern. Herz und Kreislauf müssen angeregt werden. Bewegung wirkt auch Verstopfung und Depressionen entgegen und verhindert den sozialen Rückzug. Muskelsteifigkeit kann durch Vibrationsplattformen gelockert werden. Krankengymnastik, eventuell in der Gruppe, fördert Austausch und soziale Kontakte. Sanfter Yoga kann Muskelsteifigkeit verhindern und die Muskulatur trainieren. Es stärkt die aufrechte Haltung und hilft gegen Ängste und Depressionen. Meditation kann den Kortex stärken und Demenz entgegenwirken.
3. Stimm- und Sprechtraining
Die Deutsche Parkinson Vereinigung empfiehlt das LSVT (Lee-Silverman-Voice-Treatment) zur Verbesserung der Stimme und des Sprechens. Logopäden führen auch Übungen durch, um das Schlucken bei Schluckstörungen zu trainieren.
Lesen Sie auch: Laura Papendick: Mehr als nur eine Moderatorin
4. Ayurveda
Der Ayurveda betrachtet Morbus Parkinson (Kampavata) als eine vatabedingte Erkrankung. Die Behandlung umfasst Ausleitung durch Purgieren, Öleinläufe und tägliches Nasya. Äußerlich werden Ölmassagen (Abhyanga) und Dauerölanwendungen am Kopf mit geeignetem Öl (Narayana Thaila) angewendet. Medikamentös wird u.a. die Juckbohne eingesetzt.
5. Medikamentöse Therapie
- L-Dopa: Eine Vorstufe von Dopamin, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.
- COMT-Hemmer: Verzögern den Abbau von L-Dopa.
- Dopamin-Antagonisten: Imitieren die Wirkung des fehlenden Dopamins.
- MAO-B-Hemmer: Blockieren einen Abbauweg von Dopamin.
- Juckbohne (Mucuna pruriens): Wird im Ayurveda seit Jahrhunderten gegen Morbus Parkinson eingesetzt.
Die Bedeutung von Eigenverantwortung
Sowohl Dahlke als auch andere Experten betonen die Bedeutung von Eigenverantwortung bei der Bewältigung von Parkinson. Es geht darum, die Krankheit nicht als unabänderliches Schicksal zu betrachten, sondern als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Dies umfasst:
- Aktive Auseinandersetzung mit der Krankheit: Informationen sammeln, verschiedene Therapieansätze ausprobieren, sich mit anderen Betroffenen austauschen.
- Selbstwahrnehmung: Auf den eigenen Körper hören, Bedürfnisse erkennen und danach handeln.
- Veränderung von Lebensgewohnheiten: Ernährung umstellen, mehr Bewegung in den Alltag integrieren, Stress reduzieren.
- Spirituelle Entwicklung: Sinnfindung, Meditation, Yoga.
Fallbeispiele und Erfahrungsberichte
Manfred J. Poggel berichtet von seiner Heilung durch basische Ernährung, Heilsteine, Gebete und positives Denken. Er betont, dass ihm auch der Glaube an seine Heilung geholfen hat. Solche Berichte zeigen, dass eine positive Einstellung und der Glaube an die eigene Heilkraft einen wesentlichen Beitrag zur Genesung leisten können.
Kritische Auseinandersetzung
Es ist wichtig zu betonen, dass Dahlkes Ansatz nicht unumstritten ist. Kritiker bemängeln, dass er Krankheiten zu stark psychologisiert und die komplexen biologischen und genetischen Faktoren vernachlässigt. Auch die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden ist wissenschaftlich nicht immer eindeutig belegt. Dennoch kann der psychosomatische Ansatz von Dahlke wertvolle Impulse für die Auseinandersetzung mit Parkinson geben und Betroffenen helfen, einen ganzheitlichen Weg zur Verbesserung ihrer Lebensqualität zu finden.
Weitere Aspekte und Forschung
1. Darm-Hirn-Achse
Die Forschung zur Darm-Hirn-Achse hat in den letzten Jahren gezeigt, dass der Darm eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Gehirns spielt. Eine gestörte Darmflora kann Entzündungen im Körper fördern und die Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson begünstigen. Eine gesunde Ernährung und die Einnahme von Probiotika können daher einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung haben.
Lesen Sie auch: Wissenswertes über Parkinson
2. Umweltfaktoren
Umweltfaktoren wie Pestizide, Schwermetalle und Luftverschmutzung werden ebenfalls als mögliche Risikofaktoren für Parkinson diskutiert. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten oder in der Nähe von Industriegebieten leben, ein erhöhtes Risiko haben, an Parkinson zu erkranken. Die Reduzierung der Exposition gegenüber solchen Umweltgiften kann daher präventiv wirken.
3. Genetik
Obwohl die meisten Fälle von Parkinson sporadisch auftreten, spielen genetische Faktoren eine Rolle. Es wurden verschiedene Gene identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für Parkinson assoziiert sind. Gentests können helfen, das individuelle Risiko einzuschätzen und gegebenenfalls präventive Maßnahmen zu ergreifen.
4. Neuroplastizität
Die Fähigkeit des Gehirns, sich anzupassen und neue Verbindungen zu bilden (Neuroplastizität), spielt eine wichtige Rolle bei der Rehabilitation von Parkinson-Patienten. Gezieltes Training, wie z.B. Bewegungstherapie, Ergotherapie und Logopädie, kann die Neuroplastizität fördern und die Symptome der Erkrankung lindern.
5. Achtsamkeit und Stressmanagement
Stress kann die Symptome von Parkinson verstärken. Achtsamkeitstechniken wie Meditation und Yoga können helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu verbessern. Auch soziale Unterstützung und der Austausch mit anderen Betroffenen sind wichtig, um Isolation und Depressionen entgegenzuwirken.