Verdauungsprobleme sind weit verbreitet und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Heilkräutern, die bei Magen- und Darmbeschwerden Linderung verschaffen können. Diese Kräuter können krampfartige Schmerzen lindern, die Verdauung fördern und bei verschiedenen Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Völlegefühl helfen.
Heilkräuter für Magen und Darm
Viele Heilkräuter können bei Magen- und Darmbeschwerden helfen. Als Tee aufgebrüht, können Pfefferminze, Fenchel, Anis und Kümmel krampfartige Schmerzen im Magen- und Darmbereich lindern. Bei Durchfall hat sich ein Tee aus Salbei, Kamille, Thymian und Pfefferminze bewährt. Bei Völlegefühl und Blähungen helfen Kräuter mit vielen Bitterstoffen wie Löwenzahn und Salbei.
Bitterstoffe regen den gesamten Verdauungstrakt an. Sie stimulieren Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Diese produzieren dann mehr Säfte und Enzyme, die nötig sind, um die Nahrung optimal zu zerlegen. Das hilft gegen Völlegefühle, Blähungen, unangenehmen Druck im Bauch und kann sogar oft eine übermäßige Säureproduktion, die zu Sodbrennen führt, vermeiden. Reich an diesen Stoffen sind zum Beispiel Löwenzahn, Salbei, Kurkuma und Artischocken.
Heilkräuter gegen Magenkrämpfe
Gegen krampfartige Schmerzen im Magen- oder Darmbereich haben sich die ätherischen Öle der Pfefferminze bewährt. Häufig reicht schon ein frisch aufgebrühter Tee, um die Beschwerden zu vertreiben. Das gilt ebenfalls für Fenchel, Anis und Kümmel. Nervosität oder schlechte Speisen lösen oft Durchfall aus. Hier ist ein Tee zu empfehlen, für den zu gleichen Teilen Salbei, Kamille, Pfefferminze und Thymian gemischt werden. Zwei Teelöffel davon mit 250 ml Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und schluckweise ungesüßt trinken.
Einzelne Heilkräuter und ihre Wirkung
- Anis: Die ätherischen Öle im Anis wirken krampflösend und lindern so Blähungen. Für einen Tee werden die Samen vor dem Aufbrühen zerstoßen.
- Artischocke: Der Fettstoffwechsel wird durch die Inhaltsstoffe der Artischocke gefördert.
- Beifuß: Die Bitterstoffe im Beifuß regen die Galle an und unterstützen die Bauchspeicheldrüse.
- Curcuma: Curcuma verbessert die Produktion von Magensaft und Gallenflüssigkeit. Das Wurzelpulver der Gelbwurz, Curcuma genannt, ist der gelbe Bestandteil der Würzmischung Curry. Inhaltsstoffe der Wurzel regen den Gallefluss an und erleichtern damit die Verdauung fetter Speisen.
- Enzian: Die Wurzel des gelben Enzians eignet sich zum Schnapsbrennen, sie hat aber auch medizinische Wirkungen. Das liegt an den enthaltenen Bitterstoffen, die dafür sorgen, dass verstärkt Magensaft gebildet wird. Das macht hungrig.
- Fenchel: Ein Tee aus frisch zerstoßenen Fenchelsamen hilft bei Bauchschmerzen und Blähungen. Er ist dabei so mild, dass man ihn schon Säuglingen gibt.
- Ingwer: Wissenschaftler wiesen nach, dass Ingwer Übelkeit- auch Reiseübelkeit - lindert und dabei kaum Nebenwirkungen zeigt. Schwangere Frauen können Ingwer gegen Morgenübelkeit einsetzen, besprechen dies vorher jedoch am besten mit ihrem Arzt. Ein fruchtschädigender Effekt ist nicht bekannt, aber die Sicherheit in der Schwangerschaft ist bisher nicht umfassend untersucht.
- Kamille: Kamillentee ist ein wirksames Hausmittel bei Magenbeschwerden: 3 Teelöffel Kamillenblüten mit 250 ml Wasser überbrühen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen und schluckweise trinken. Nun jeweils 10 Minuten auf den Rücken, dann auf die linke Seite, den Bauch und danach auf die rechte Seite legen. Diese aromatischen Substanzen lösen verkrampfte Muskulatur und entblähen Magen und Darm. Vor dem Aufbrühen eines Tees "knackt" man die harten Samenschalen in einem Mörser am besten an, damit die Öle nach draußen gelangen. Bei Magenschmerzen wirkt das ätherische Öl der Kamillenblüten entzündungshemmend. Das gilt auch bei Entzündungen der Magenschleimhaut. Kamillentee tut hier sehr gut.
- Kümmel: An fetten Speisen oder als Tee beugt der Kümmel Völlegefühl und Blähungen vor. Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich können mit Kümmel gelindert werden. Blähungen und Völlegefühl lassen sich ebenfalls reduzieren. Kümmel kann auch bei Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen helfen.
- Leinsamen: Leinsamen bringt die Verdauung auf Trab. Seine Schleimstoffe sorgen auch bei einem Reizdarm für Linderung.
- Löwenzahn: Bei Appetitlosigkeit hilft Löwenzahn-Tee. Junge Blätter schmecken auch gut im Salat.
- Pfefferminze: Pfefferminze löst Krämpfe im Magen und den Gallenwegen. Dazu beruhigt sie den Verdauungstrakt. Der Tee wird deshalb oft bei einem Reizdarm eingesetzt. Gegen Magenkrämpfe eignet sich das wohlriechende ätherische Öl der Pfefferminzblätter nicht nur, um Atemwegsbeschwerden oder Kopfschmerzen zu vertreiben. Es hilft auch dabei, die Magen-Darm-Muskulatur zu entspannen und damit Schmerzen zu lindern.
- Rettich: Den Rettich hat man nicht unbedingt als Magenarznei auf dem Plan, denn seine Schärfe schreckt viele ab. Doch die Scharfstoffe sind es, die Gallefluss und die Bewegung des Magen- Darm-Trakts anregen. Damit dämpfen sie Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit.
- Salbei: Salbei kann bei Völlegefühl und Blähungen helfen.
- Schafgarbe: Bei Magenschmerzen und Völlegefühl hilft Schafgarbe.Obwohl sie ihr nicht ähnlich sieht, ist die Schafgarbe mit der Kamille verwandt. Sie enthält daher ein ähnliches entzündungshemmendes und krampflösendes ätherisches Öl. Zudem sorgen ihre bitteren Inhaltsstoffe dafür, dass mehr Galle und Magensaft gebildet wird. Das hilft, schwere, fette Speisen zu verdauen.
- Schleifenblume: Gegen Magenschmerzen und Appetitlosigkeit kann die Schleifenblume eingesetzt werden. Der Name Bittere Schleifenblume zeigt bereits, dass hier, wie in vielen anderen Heilpflanzen, Bitterstoffe enthalten sind, die den Appetit ankurbeln. Daneben bekämpfen Auszüge aus der Schleifenblume Entzündungen der Magenschleimhaut und entkrampfen die Magenmuskulatur.
- Süßholzwurzel: Gegen Magenschmerzen hilft die Süßholzwurzel. Die Süßholzwurzel schmeckt nicht nur angenehm, sie enthält auch die sogenannte Glycyrrhizinsäure. Dieser Wirkstoff lindert die Beschwerden bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren. Wie das genau funktioniert, ist jedoch bisher nicht erforscht.
- Thymian: Thymian kann bei Durchfall helfen.
- Topinambur: Für eine gesunde Darmflora hat Topinambur viel zu bieten. Sein Inulin ist die ideale Ernährung für die vielen nützlichen Mikroorganismen, die sich dort tummeln und krank machende Bakterien bekämpfen. Das fördert die Verdauung und schützt so vor Verstopfung.
- Wermut: Für mehr Appetit sorgt Wermut. Das alkoholische Getränk Wermut, ein mit Kräutern aromatisierter, höherprozentiger Wein, hat seinen Namen vom darin enthaltenen Wermutkraut. Dass er gerne als Aperitif vor dem Essen getrunken wird, liegt an den appetitanregenden Bitterstoffen aus dem Wermutkraut. Wer diese Wirkung arzneilich nutzen möchte, brüht sich jedoch lieber einen Tee auf. Wermutkraut bekommt man lose oder im Teebeutel in der Apotheke.
Weitere natürliche Helfer
Neben den genannten Heilkräutern gibt es noch weitere natürliche Mittel, die bei Magen-Darm-Beschwerden helfen können:
Lesen Sie auch: Neuropathie natürlich behandeln
- Manuka-Honig: Manuka nennen die Maori die Südseemyrte, eine Verwandte des australischen Teebaums, aus der die Bienen in Neuseeland und im Südosten Australiens den Manuka-Honig herstellen. Er ist bakterien-, viren- und pilztötend und konnte in klinischen Studien schon unter Beweis stellen, dass er zum Beispiel bei der Bekämpfung des Bakteriums Escherichia coli und Helicobacter pylori, die im Verdacht stehen Magen-Darm-Beschwerden und Magengeschwüre zu verursachen, nachweislich wirksam war. Allerdings sollte man auf die Qualität achten und auf einen hohen Gehalt an MGO (Methylglyoxal, das ist der Wirkstoff des Manuka-Honigs).
- Teebaumöl: Das ätherische Öl des Teebaums wirkt entzündungshemmend, wundheilend, desinfizierend und pilztötend, was viele Studien auch eindrücklich beweisen konnten. Seine virus- und bakterientötenden Eigenschaften machen es gerade jetzt, wo man durch multiresistente Keime auf Alternativen zu Antibiotika angewiesen ist, zu einem großen Hoffnungsträger. Doch auch hier sollte man unbedingt auf die Qualität und die Bezeichnung 100 Prozent Melaleuca Alternifolia achten.
- Baobab: Der Affenbrotbaum, auch Apothekenbaum genannt, reinigt und schützt den Darm und befreit gerade hierzulande, wo die Ernährung deutlich zu ballaststoffarm ausfällt, viele Menschen von Symptomen wie Blähungen, Krämpfe, Verstopfung und Durchfall. Er beruhigt und harmonisiert die Darmflora, hält den Blutzucker konstant und senkt den Cholesterinspiegel.
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Heilkräutern
- Dosierung: Die Dosierung der Heilkräuter sollte beachtet werden. Es ist ratsam, sich vor der Anwendung von Heilkräutern von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen.
- Nebenwirkungen: Auch Heilkräuter können Nebenwirkungen haben. BeiUnverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen sollte die Anwendung sofort gestoppt werden.
- Qualität: Achten Sie auf die Qualität der Heilkräuter. Verwenden Sie am besten hochwertige Produkte aus der Apotheke oder dem Reformhaus.
- Anwendungsdauer: Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Heilkräuter können eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
Weitere krampflösende Arzneipflanzen
Arzneipflanzen mit ausschließlich auf die Indikation Krampflösung ausgerichteten Eigenschaften sind selten. Bilsenkraut und Tollkirsche sind Beispiele dafür. Die in diesen Pflanzen vorkommenden Alkaloide sind für den Effekt verantwortlich, entfalten aber auch erhebliche zusätzliche Wirkungen (beide Pflanzen sind wegen der Alkaloide stark giftig). Anders ist das ebenfalls Alkaloid-führende Schöllkraut einzuschätzen. Die Pflanze hat eine spasmolytische Wirkung auf den oberen Verdauungstrakt. Die übrigen genannten Arzneipflanzen zeigen Krampflösung als Nebenwirkung. Aromapflanzen, wie Anis, Fenchel, Kümmel und Pfefferminze überwiegen. Die darin enthaltenen ätherischen Öle sind die wirksamen Bestandteile. In Anbetracht der vielen Aromapflanzen in der Natur ist die Annahme richtig, dass die Zahl der aromatischen Arzneipflanzen mit krampflösenden Nebenwirkungen vergleichsweise groß ist. Die Kamille repräsentiert eine Gruppe von Arzneipflanzen, bei der die Stoffklasse der Flavonoide zu den krampflösenden Eigenschaften beiträgt. Die Flavonoide sind keine aromatischen Stoffe, so dass sie die Sinne nicht reizen und nur mit chemischen Verfahren zu erkennen sind. Sie sind vielfältig wirksam und einige von ihnen besitzen spasmolytische Wirkungen. Die Flavonoide kommen ebenfalls in sehr vielen Arzneipflanzen vor. Baldrian ist eine Arzneipflanze, deren spasmolytisches Prinzip unklar ist. Die Arzneipflanzen werden überwiegend als Teeaufguss verwendet. Bei Bilsenkraut und Tollkirsche werden nur die Reinalkaloide Scopolamin bzw. Atropa bella-donna L. (Tollkirsche), Fam. Carum carvi L. (Kümmel), Fam. Chelidonium majus L. (Schöllkraut), Fam. Foeniculum vulgare MILL. (Fenchel), Fam. Hyoscyamus niger L. (Schwarzes Bilsenkraut), Fam. Matricaria chamomilla L. (Kamille), Fam. Mentha x piperita L. (Pfefferminze), Fam. Pimpinella anisum L. (Anis), Fam. Valeriana officinalis L. (Echter Baldrian), Fam.
Beschreibung einiger ausgewählter Arzneipflanzen im Detail
Tollkirsche (Atropa belladonna L.)
- Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- Habitus: 1 bis 2 m hohe, aufrechte, krautige Staude.
- Blätter: Paarweise Anordnung, wobei ein größeres und eine kleineres Blatt zusammen stehen.
- Blüten: Violett, glockige Blumenkrone.
- Blütezeit: Juni bis August.
- Früchte: Knapp kirschgroße, schwarze, selten gelbe Beeren.
- Verbreitung: Westliches Europa, Balkan, Iran, Nordafrika.
- Erntegut: Blätter und blühende Zweigspitzen. Zur Ruhezeit Wurzel und Wurzelstock.
- Inhaltsstoffe: Tropan-Alkaloide (Hyoscyamin, Scopolamin), Flavonoide, Cumarine.
- Giftpflanze: Sehr stark giftig.
- Medizinische Verwendung: Mittel gegen Krämpfe und kolikartige Schmerzen im Bereich des Gastrointestinaltraktes und der Gallenwege.
- Bewertung: Belladonna-Zubereitungen sind für eine Selbstmedikation nicht geeignet; sie sind verschreibungspflichtig und gehören zu den stark wirksamen pflanzlichen Arzneimitteln für den Magen-Darm-Bereich.
- Homöopathie: "Atropa belladonna" (Belladonna). Verwendet wird die am Ende der Blütezeit gesammelte, ganze frische Pflanze ohne die verholzten unteren Stängelteile.
- Volkstümliche Verwendung: Die Wurzel wurde in einem Weindekokt als „Bulgarische Kur“ gegen Parkinsonismus genutzt. Äußerlich wurden Auszüge der Blätter in Pflastern bei Rheumatismus zusammen mit Arnika und Cayennepfeffer eingesetzt.
Kümmel (Carum carvi L.)
- Familie: Doldenblütler (Apiaceae).
- Habitus: Bis 80 cm hohes, zweijähriges Kraut. Die Pflanze entwickelt erst im zweiten Jahr Blüten und Früchte.
- Blätter: 2- bis 3-fach gegliedert, kahl. Untere Fiedern typisch kreuzartig angeordnet.
- Blüten: Zusammengesetzte Dolden. Die Krone der Einzelblüte ist weiß bis rötlich mit fünf nur 1,5 mm großen Korollblättern.
- Blütezeit: Mai bis Juli.
- Früchte: Bei der Reife in die typischen sichelförmigen Teilfrüchte zerfallend.
- Verbreitung: Eurasien, Marokko, Anbau.
- Erntegut: Früchte, kurz vor der Vollreife gesammelt.
- Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Carvon, Limonen), fettes Öl (Petroselinsäure, Ölsäure), Flavonoide, Phenolderivate, Cumarine.
- Medizinische Verwendung: Krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen.
- Bewertung: Kümmel wird als starkes, pflanzliches Spasmolytikum eingestuft; er ist damit wirkungsmäßig dem Fenchel und Anis verwandt.
- Homöopathie: „Carvum carvi“. Die getrockneten, reifen Früchte.
- Volkstümliche Verwendung: Blähungen und Völlegefühl, nervöse Herz-Magen-Beschwerden, milchtreibendes Mittel bei stillenden Frauen, menstruationsfördernd.
Schöllkraut (Chelidonium majus L.)
- Familie: Mohngewächse (Papaveraceae).
- Habitus: Ausdauerndes Kraut, bis 6o cm hoch. Alle Pflanzenteile führen einen orangefarbenen Milchsaft.
- Blätter: Buchtig-fiederteilig, unterseits blaugrün.
- Blüten: 2 Kelchblätter, 4 gelbe Kronblätter.
- Blütezeit: Mai bis Oktober.
- Verbreitung: Europa, kalte und gemäßigte Gebiete Asiens.
- Erntegut: Oberirdische Teile, zur Blütezeit gesammelt.
- Inhaltsstoffe: Alkaloide (Berberin, Chelidonin, Chelerythrin, Coptisin, Protopin, Sanguinarin, Stylopin), Pflanzensäuren.
- Medizinische Verwendung: Krampfartige Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darmtraktes.
- Bewertung: Die Wirkungen können bis heute nicht mit ausreichend zuverlässigen Untersuchungsergebnissen belegt werden. Die Schulmedizin betrachtet die Verwendung von Schöllkraut insgesamt als zweifelhaftes Therapieprinzip.
- Nebenwirkungen bzw. Risiken: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat ab Mai 2008 die Zulassung für hochdosierte Schöllkrautpräparate widerrufen aufgrund des Verdachts einer leberschädigenden Wirkung.
- Homöopathie: „Chelidonium majus (Chelidonium)“. Der frische Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln.
- Volkstümliche Verwendung: Gallenblasen- und Leberleiden, Magenkrebs.
Fenchel (Foeniculum vulgare MILL.)
- Familie: Doldenblütler (Apiaceae).
- Habitus: Zweijähriges bis ausdauerndes Kraut. Im zweiten Jahr mannshoher, feingerillter, markiger bis hohler Stängel. Stark würziger Geruch.
- Blätter: Lange Blattscheiden, Spreite mehrfach gefiedert, die Zipfel fädig.
- Blüten: Doppeldolden bis 15 cm im Durchmesser. Hülle und Hüllblättchen fehlen. Sehr kleine Blüten mit sattgelben , bis 1 mm langen Kronblättern.
- Blütezeit: Juli bis September.
- Früchte: Bis 10 mm lange Spaltfrüchte. Innenseiten der Teilfrüchte mit vorspringenden Ölstriemen gerillt.
- Verbreitung: Europa bis Vorderasien; Kulturpflanze.
- Erntegut: Reife Früchte.
- Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Anethol, Fenchon, Estragol), fettes Öl (Petroselinsäure).
- Medizinische Verwendung: Leichte, krampfartige Magen-Darmbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen, Katarrhe der oberen Luftwege.
Weitere Heilpflanzen für Muskeln und Gelenke
Neben den bereits genannten Kräutern gibt es auch eine Reihe von Heilpflanzen, die bei Muskel- und Gelenkbeschwerden eingesetzt werden können:
- Arnika: Wird äußerlich bei Blutergüssen, Prellungen und rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden angewendet.
- Beinwell: Wird äußerlich etwa bei Zerrungen, Prellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt.
- Birke: Birkenblätter können die Behandlung von rheumatischen Beschwerden oder Gicht unterstützen.
- Brennnessel: Wird bei rheumatischen Beschwerden, Entzündungen der Harnwege und gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt.
- Cayennepfeffer: Wird zur Behandlung von Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen sowie Juckreiz angewendet.
- Esche: Die Blätter und Rinde der Esche werden traditionell bei Gelenks- und Harnwegsbeschwerden eingesetzt.
- Fichte: Das ätherische Öl der Fichte wird bei Erkältungen, rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen angewendet.
- Japanische Minze: Liefert das Minzöl, das etwa bei Blähungen, Atemwegsentzündungen, Muskel- und Nervenschmerzen hilft.
- Kiefer: Das ätherische Öl der Kiefer hilft bei entzündeten Atemwegen, Muskel- und Nervenschmerzen.
- Kohlwickel: Wirkt gegen Gelenkschmerzen - zum Beispiel am Knie.
- Latschenkiefer: Wirkt lindernd bei Entzündungen der Atemwege, rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen.
- Pfefferminze: Hilft etwa gegen Magen-Darm-Krämpfe, Kopf-, Nerven- und Muskelschmerzen.
- Rosmarin: Kann bei Kreislauf- und Rheumabeschwerden sowie Verdauungsproblemen heilsam wirken.
- Senf: Senfsamen werden äußerlich zur unterstützenden Behandlung von chronisch-degenerativen Gelenkserkrankungen wie Arthrose und Weichteilrheumatismus (Fibromyalgie) verwendet.
- Steinklee: Soll äußerlich angewendet bei Prellungen, Stauchungen und oberflächliche Blutergüsse helfen.
- Teufelskralle: Wird bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden und Arthrose angewendet.
- Weide: Weidenrinde wird etwa bei fieberhaften Erkrankungen, Rheuma, Arthrose und Kopfschmerzen angewendet.
- Weihrauch: Wird in der Behandlung von Rheuma und chronischen Darmentzündungen eingesetzt.
Kräuter im Garten oder auf dem Balkon
Es ist ratsam, wichtige Kräuter im Garten, aber auch auf dem Balkon oder Fensterbank zu ziehen. Heilpflanzen wirken ganz anders als schulmedizinische Medikamente. Da sind Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Antioxidantien und die ganz speziellen sekundären Pflanzenstoffe. Auch Heilpflanzen haben Nebenwirkungen. Nehmen wir die Pfefferminze. Ihre Wirkstoffe sind insbesondere ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Die Pfefferminze wirkt ganzheitlich: Sie löst schmerzhafte Krämpfe (wirkt spasmolytisch).
Weitere wichtige Heilpflanzen
- Mariendistel: Die Leberschutzwirkung der Mariendistel wurde in Studien eindeutig belegt.
- Beifuss: Die Einsatzgebiete des Beifusses sind vielfältig. Eine Variation des Beifusses ist der einjährige Beifuss (Artemisia annua). Er stammt aus Fernost und wird schon seit vielen Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt.
- Flohsamen: Die Samen des Flohsamens enthalten lösliche Ballaststoffe, die beachtliche Mengen an Wasser aufnehmen können. Will man die Wirkung des Flohsamens verstärken, dann wählt man nicht den ganzen Flohsamen, sondern Flohsamenschalen. In Verbindung mit der Einnahme von Flohsamenschalen ist eine ausreichende Trinkmenge erforderlich. Flohsamen werden aufgrund ihres hohen Gehaltes an heilenden Schleimstoffen auch häufig bei Magengeschwüren und Hämorrhoiden verwendet.
- Klette: Die Wurzel der Klette kann - laut der Volksheilkunde - an Schwermetalle und Gifte binden.
- Bärentraube: Der Hauptinhaltsstoff ist das Arbutin. Als Tee für jeden Tag eignet sich der Bärentraubenblättertee nicht.
- Stechwinde: Die Stechwinde enthält Steroidsaponine, Phytosterine und Stärke. Sie hat entzündungshemmende und reinigende Eigenschaften.
- Löwenzahn: Der Löwenzahn kann Fasten-Symptome wie Kopfschmerzen sowie Nachwirkungen eines übermässigen Alkoholgenusses lindern. Auch regt der Löwenzahn die Durchblutung an. Eine Löwenzahn-Kur bietet sich insbesondere im Frühjahr an.
- Brennnessel: Ursächlich wird die Brennnessel bei Problemen der Haut, Muskeln und Gelenke u. a. bei Menschen angewandt, die eine krankhafte Neigung zu Harnsäurebablagerungen haben. Aufgrund ihrer intensiven Wirkung wird die Brennnessel auch in der Homöopathie bei Hautauschlägen, leichten Verbrennungen und Sonnenbrand angewandt. Brennnesselblattpulver kann ausserdem einfach in Säfte oder Wasser gerührt werden. Brennnessel ist eine sehr gute pflanzliche Eisenquelle, enthält auch sehr viel Chlorophyll und ist auch für Schwangere als Rohsaft zu empfehlen.
- Birke: Medizinisch genutzt werden die Blätter der Birke. Birkenblätter können als Tee oder als Frischpflanzensaft getrunken oder in Form von Tabletten oder Dragees eingenommen werden.
- Artischocke: Die Artischockenblätter wirken hervorragend auf die Gallen- und Lebergesundheit.
- Bärlauch: Bärlauch ist leichter verdaulich als Knoblauch und wirkt frisch verwendet appetitanregend und verdauungsfördernd.
- Baldrian: Echter Baldrian ist eines der wenigen Kräuter, die ausschließlich als Heilpflanze genutzt werden. Die Heilkraft des Küchenkrauts steckt hauptsächlich im ätherischen Öl der Wurzeln. Es wirkt schlaffördernd und beruhigend.
- Basilikum: Deshalb ist frisches Basilikum der beste Magenfreund.
- Wermut: Er regt die Magensaftabsonderung an, hilft gegen Blähungen, Darmkrämpfe und stärkt das Immunsystem.
- Borretsch: Borretsch wirkt harntreibend, leicht abführend und beruhigend. Das Küchenkraut regt den Appetit an, verringert Blähungen, ist leicht harntreibend und hat eine beruhigende Wirkung.
- Kamille: Der Aufguss der frischen oder getrockneten Blüten trinkt man als Tee bei Magen- Darmbeschwerden, Appetitmangel und Verdauungsbeschwerden. Auch als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungen, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Stress wirkt der Tee.
- Lavendel: Dabei hat das „echte“ Lavendelöl aus Lavandula angustifolia nachgewiesenerermaßen eine bessere Wirksamkeit als das preiswerte Lavandin aus der Hybridform.
- Maggikraut: Die gefiederten glänzenden Blätter ähneln den Sellerieblättern, riechen und schmecken stark nach Suppenwürze, deshalb wird er auch Maggikraut genannt.
- Majoran und Oregano: Die Blätter und Stengelspitzen haben ein derberes, kräftigeres Aroma und schmecken etwas schärfer als Majoran.
- Petersilie: Petersilie ist ein wahrer Wunderheld unter den Kräutern. Bei Mundgeruch empfiehlt es sich, Petersilie zu kauen. Durch die enthaltenen ätherischen Öle beseitigt sie schlechten Atem.
- Rosmarin: Er wirkt blähungshemmend und entkrampfend und wird bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.
- Schnittlauch: Er wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd.
- Thymian: Außerdem fördern die kleinen Blätter die Verdauung und machen deftige Speisen bekömmlicher.
- Ysop: Tipp: Verwenden Sie das Kraut möglichst sparsam - die ätherischen Öle im Ysop sind nämlich hochkonzentriert, was im schlimmsten Fall Krämpfe auslösen kann.
- Zitronenmelisse: Die Blätter duften und schmecken zitronenähnlich und leicht bitter - deshalb sparsam verwenden.
Sammeln von Heilkräutern in den Alpen
Gerade beim Wandern im Alpenraum kommt ihr oft an Pflanzen vorbei, die sich als äußerst nützlich erweisen können. Getrocknet als Tee oder angesetzt mit Ölen als Salben und Badezusätze helfen sie euch bei Beschwerden aller Art.
- Arnika: Als Öl angesetzt entfaltet sie bei Muskel- und Gliederschmerzen sowie bei Verstauchungen, Blutergüssen und Schwellungen ihre heilenden Superkräfte.
- Augentrost: Mit Augentrost-Tee die Augen bei Entzündungen ausspülen, kann wahre Wunder bewirken.
- Blutwurz: Ihre Blüte besteht aus nur vier Kronblättern, die in intensivem Gelb leuchten.
- Schafgarbe: Entzündungshemmend und Stoffwechsel anregend - das wird der Schafgarbe nachgesagt. Ideal also bei Erkältungen als ätherisches Öl auf die Brust aufgetragen. Zudem soll das Kraut auch als Tee für Verdauungsbeschwerden oder bei Frauenleiden seine Heilkraft entfalten.
- Harz: Von den Bäumen als Wundheilmittel produziert, wirkt es auch beim Menschen antibakteriell und pilztötend.
- Quendel: Besonders wohl fühlt er sich an Stellen, die trocken, steinig und sonnenverwöhnt sind. Dort bildet er ganze Teppiche, die im Sommer pink-violett blühen.
- Farnblatt: Ein alter Mythos besagt, Farne beleben den Fuß: So wurde früher während der Wanderung ein frisches Farnblatt in den Schuh eingelegt, um das Brennen an den Füßen zu verringern oder sogar zu stoppen.
- Brennnessel: Die Blätter der Brennnessel enthalten reichlich Mineralien, Vitamin C und weitere Wirkstoffe, die den Wachstum von Bakterien hemmen.
- Spitzwegerich: Deren ausgequetschter Saft lässt sich zu frischem Hustensirup verarbeiten.
- Wilder Majoran (Oregano): Als Heilkraut hilft er gegen Magen- und Darmbeschwerden, chronischer Bronchitis und unreiner Haut.
Lesen Sie auch: Natürliche Nervenberuhigung
Lesen Sie auch: Beruhigende Kräuter für Pferde