Lidocain Nasenspray zur Behandlung von Migräne und Clusterkopfschmerzen: Rezepturen, Anwendungen und aktuelle Forschung

Migräne und Clusterkopfschmerzen sind zwei verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die jedoch beide erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben können. Während Migräne häufiger bei Frauen auftritt, sind Clusterkopfschmerzen eher bei Männern zu finden. Beide Zustände können jedoch mit verschiedenen Medikamenten und Behandlungen behandelt werden. Eine solche Behandlungsoption ist das Lidocain-Nasenspray.

Lidocain-Nasenspray: Eine Option zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen sind extrem starke, einseitige Kopfschmerzen, die typischerweise im Bereich der Stirn und des Auges auftreten. Sie sind oft von Symptomen wie einem tränenden Auge, einer laufenden Nase oder einem hängenden Oberlid auf der betroffenen Seite begleitet. Die Schmerzen sind so intensiv, dass sich Betroffene oft bewegen müssen, um sie zu ertragen.

Anwendung von Lidocain bei Clusterkopfschmerzen

Eine Möglichkeit zur Behandlung von Clusterkopfschmerzattacken ist die Verabreichung eines örtlichen Betäubungsmittels wie Lidocain in das Nasenloch der betroffenen Seite. Obwohl nicht jede Methode bei jedem Patienten anschlägt, kann Lidocain-Nasenspray bei einigen Menschen eine wirksame Option zur Linderung der Schmerzen sein.

Benzalkoniumchlorid-Lösung und Natriumedetat

Bei der Herstellung von Lidocain-Nasensprays in der Apotheke können bestimmte Fragen zur Rezeptur auftreten. Ein häufiges Problem betrifft die Verwendung von Benzalkoniumchlorid-Lösung und Natriumedetat.

Eine Unsicherheit kann bei der Berechnung des Einwaagekorrekturfaktors für die Benzalkoniumchlorid-Lösung bestehen, wie in folgendem Beispiel:

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  • Problem: Für 50 g Stammlösung NRF benötigt man:
    • Benzalkoniumchloridlsg 0,0985 g
    • Natriumedetat 0,5 g
    • Aqua ad inj. ad 50,0
    • Die Benzalkoniumchloridlsg ist 49,18%, was einem Einwaagekorrekturfaktor von 10,167 entsprechen würde, was sehr hoch erscheint.
  • Lösung: Hier hat sich in der Excel-Tabelle des NRF wahrscheinlich ein Fehler eingeschlichen. Der Korrekturfaktor für die Benzalkoniumchlorid-Lösung beträgt nicht 10,167, sondern 1,017 (1,0167). Dementsprechend wären es dann 0,0985 g x f 1,017 = 0,1001745 g Benzalkoniumchlorid-Lösung.

Natriumhydrogenphosphat-Dodecahydrat vs. Natriumdihydrogenphosphosphat-Dihydrat

Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn ein bestimmter Inhaltsstoff, wie Natriumhydrogenphosphat-Dodecahydrat, nicht verfügbar ist. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob und in welcher Menge ein anderer Stoff, wie Natriumdihydrogenphosphosphat-Dihydrat, verwendet werden kann.

  • Problem: Anstelle von Natriumhydrogenphosphat-Dodecahydrat (0,15 g laut Lidocain-HCL Nasenspray) soll Natriumdihydrogenphosphosphat-Dihydrat verwendet werden. Welche Menge ist erforderlich?

Es ist wichtig, solche Fragen mit einem Apotheker oder Arzt zu klären, um die korrekte Dosierung und Anwendung sicherzustellen.

Weitere Therapieansätze bei Clusterkopfschmerzen

Neben Lidocain-Nasenspray gibt es noch andere Therapieansätze, die bei Clusterkopfschmerzattacken helfen können. Dazu gehören:

  • Inhalation von reinem Sauerstoff: Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen zeigt die Inhalation von reinem Sauerstoff über eine Gesichtsmaske Wirkung.
  • Triptane: Manche der als Migränemittel zugelassenen Triptane können bei Clusterkopfschmerzen helfen, aber nur als Spritze in das Unterhautfettgewebe oder als Nasenspray.

Zur Vorbeugung von Clusterkopfschmerzattacken können verschiedene Arzneimittel geeignet sein, wie z.B. der Kalziumantagonist Verapamil, Kortisonpräparate, Lithium oder bestimmte Antiepileptika wie Topiramat.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Kopfschmerzen können von einer Reihe anderer Symptome begleitet sein, darunter Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit.

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Innovative Migräne-Therapie

Bei einer akuten Migräneattacke ist eine schnelle Behandlung wichtig. Viele Betroffene greifen dann auf Triptane zurück. Es gibt jedoch auch andere Therapieansätze, die in Frage kommen können.

CGRP-Antagonisten als Nasenspray

Die US-Arzneimittelagentur FDA hat beispielsweise erstmals einen CGRP-Antagonisten als Nasenspray zur Behandlung akuter Migräne zugelassen. CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) ist ein Botenstoff, der bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielt. CGRP-Antagonisten blockieren die Wirkung von CGRP und können so die Migränekopfschmerzen lindern.

Lidocaininfusionen bei anhaltender Migräne

Eine weitere mögliche Therapieoption bei anhaltender Migräne sind Lidocaininfusionen. Infusionen mit dem Lokalanästhetikum Lidocain können Migräneschmerzen bei Menschen lindern, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen.

Weitere Behandlungsansätze bei Migräne

Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch andere Ansätze, die bei der Behandlung von Migräne helfen können. Dazu gehören:

  • Lebensstiländerungen: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können dazu beitragen, Migräneattacken vorzubeugen.
  • Entspannungstechniken: Yoga und Meditationen können die Lebensqualität von Migränepatienten verbessern, ohne die Anzahl der Schmerztage zu vermindern.
  • Diäten: Eine ketogene Diät oder eine Diät mit Omega-3-Fettsäuren könnte eine zusätzliche Behandlungsoption für chronische Migräne sein.

Migräneprophylaxe

Zur Migräneprophylaxe stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, darunter Antikörper gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor. Diese Antikörper sind eine wichtige Ergänzung der bisherigen Medikamente zur Migräneprophylaxe.

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Clusterkopfschmerz-Competence-Center und Schmerzkliniken

Für Patienten mit Clusterkopfschmerzen und Migräne gibt es spezialisierte Behandlungszentren und Schmerzkliniken. Diese Einrichtungen bieten eine umfassende Betreuung und Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen an.

Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel

Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel. Die Klinik bietet spezielle Therapien für Migräne, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen an.

Aufnahmeformalitäten

Für die Aufnahme in eine Schmerzklinik sind in der Regel folgende Schritte erforderlich:

  1. Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Der Arzt füllt eine Aufnahme-Checkliste aus.
  3. Der Patient füllt einen Schmerzkalender und einen Schmerzfragebogen aus.
  4. Alle Unterlagen und Kopien relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. werden an die Klinik gesendet.

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