Liebscher & Bracht Migräne Behandlung: Ein umfassender Leitfaden für ein schmerzfreies Leben

Pochend, pulsierend, drückend, stechend - Kopfschmerzen können sich vielfältig äußern und sogar von Schwindel und Übelkeit begleitet sein. Der Wunsch nach einer schnellen Linderung ist verständlich. Dieser Artikel dient als Ratgeber für mehr Lebensqualität, Freude an Bewegung und Sicherheit im Umgang mit Kopfschmerzen und Migräne.

Kopfschmerzen: Eine Volkskrankheit

Kopfschmerzen sind weit verbreitet. Etwa 70 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben darunter, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Kopfschmerzen können chronisch werden und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Die internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet 367 Formen von Kopfschmerzen, die in primäre, sekundäre und kraniale Neuralgien unterteilt werden. Primäre Kopfschmerzen, wie Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen, machen etwa 92 Prozent aller Fälle aus.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form. Sie äußern sich als dumpf-drückender Schmerz, der sich wie ein Schraubstock um den Kopf legt. Die Symptome reichen von leichtem bis mittelschwerem Druck, der meist den ganzen Kopf betrifft, ohne dass körperliche Aktivität die Schmerzen verschlimmert. Im Gegensatz zur Migräne treten Spannungskopfschmerzen meist ohne Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit auf.

Migräne

Migräne zeichnet sich durch mittlere bis starke, pulsierend pochende Schmerzen aus, die bis zu drei Tage andauern können. Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sind typisch. Bei einer Aura-Migräne können zusätzlich Sprach- oder Sehstörungen sowie Lähmungserscheinungen auftreten.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind extrem intensiv und treten einseitig im Bereich der Augen und Schläfen auf. Die Attacken können bis zu achtmal täglich für bis zu drei Stunden vorkommen. Diese Form betrifft oft junge Männer im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt.

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Ursachen von Kopfschmerzen

Die Ursachen von Kopfschmerzen sind vielfältig. Muskelverspannungen, Stress, Schlafmangel und Dehydration spielen oft eine Rolle.

  • Muskelverspannungen: Eine schlechte Haltung oder langes Sitzen in einer Position können Muskelverspannungen verursachen. Experten-Tipp von Roland Liebscher-Bracht: Muskelverspannungen können durch eine schlechte Haltung oder zu langes Sitzen in einer Position verursacht werden.
  • Stress: Stress aktiviert das zentrale Nervensystem und führt zur Freisetzung von Stresshormonen, die Kopfschmerzen auslösen können.
  • Schlafmangel: Schlafmangel verändert den Serotoninspiegel im Gehirn, was Kopfschmerzanfälle begünstigen kann.
  • Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann die Verengung der Blutgefäße und eine verringerte Sauerstoffzufuhr zum Gehirn fördern.
  • Weitere Faktoren: Genetische Veranlagung, Wetterveränderungen, unregelmäßige Mahlzeiten und mangelnde körperliche Aktivität können ebenfalls eine Rolle spielen.

Die Liebscher & Bracht-Methode: Ein ganzheitlicher Ansatz

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht hat zusammen mit seiner Frau, der Ärztin Dr. Petra Bracht, eine einzigartige Hilfe zur Selbsthilfe bei spannungsbedingten Schmerzen am Bewegungsapparat entwickelt. Die Liebscher & Bracht-Methode basiert auf der Annahme, dass viele Schmerzen durch muskuläre und fasziale Spannungen und Verkürzungen verursacht werden. Die Therapie kombiniert manuelle Osteopressur-Techniken mit speziellen Engpassdehnungsübungen, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.

Osteopressur

Die Osteopressur ist ein fester Bestandteil der Liebscher & Bracht-Schmerztherapie und unterstützt dabei, Spannungen zu lockern und den Schmerz herunterzufahren. Dabei werden bestimmte Knochenpunkte gedrückt.

  • Anwendung: Mit dem Finger quer die Mitte des Hinterkopfes entlangfahren, von einem Ohr zum anderen. Auf zwei Knubbel stoßen, die einander gegenüberliegen. Den Drücker genau dort ansetzen. Mit dem Drücker weiter in Richtung des Ohrs wandern und immer wieder neue Schmerzpunkte suchen. Stets auf einen Knochenpunkt drücken, nicht auf das Weichteilgewebe im Nacken.

Engpassdehnungen

Die Engpassdehnungsübungen sind darauf ausgelegt, die Durchblutung zu fördern, was wiederum die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert und zur Linderung von Kopfschmerzen beitragen kann.

  • Nackenretter: Der Nackenretter hilft dabei, die Übungen für eine flexible Hals- und Nackenmuskulatur gezielt zu gestalten. Den Nackenretter am oberen Ende der Übungsmatte platzieren und sich rücklings hinlegen. Darauf achten, dass die untere Schädelkante des Hinterkopfes auf dem Nackenretter liegt.

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    • 30 Sekunden dehnen: Tief ein- und ausatmen.
    • 1 Minute Wechselspiel aus Dehnung und Gegenspannung: Den Kopf aktiv gegen den Nackenretter drücken, die Spannung wieder rausnehmen und sich erneut tiefer sinken lassen.
    • 30 Sekunden Aktivdehnung: Den Kopf heben, den Nackenretter zur Seite schieben und ihn aus der Kraft des Nackens oben halten. Der Rücken bleibt flach auf dem Boden liegen. Versuchen, den Kopf immer weiter hochzuziehen.

Weitere Übungen

  • Kaumuskelübung
  • Kiefergelenkübung
  • Zwerchfellübung
  • Augenübung
  • Halswirbelsäulenausrichtung
  • Trapeziusübung
  • Wirbelsäulenausrichtung
  • Bauchmuskelübung

Weitere Behandlungsmöglichkeiten und Tipps

Neben der Liebscher & Bracht-Methode gibt es weitere Möglichkeiten, Kopfschmerzen zu behandeln und vorzubeugen.

  • Schmerzmittel: Im Akutfall können rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden. Diese sollten jedoch nicht als Dauerlösung betrachtet werden, da sie nur die Symptome lindern, aber nicht die Ursache bekämpfen.
  • Pfefferminzöl: Das Auftragen von Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfe und Scheitel kann die Bereiche kühlen, die Muskelentspannung fördern und den Stoffwechsel ankurbeln.
  • Massagen: Massagen an Schulter, Nacken und Schläfen können ähnlich wie Akupunktur die Muskulatur entspannen.
  • Entspannungstechniken: Meditation, Atemübungen und Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Muskeln zu lockern.
  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu vermeiden.
  • Regelmäßige Bewegung: Gezielte Bewegungsabläufe und Stretching fördern die Durchblutung und reduzieren muskuläre Verspannungen.
  • Ausreichend Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und eine ruhige Schlafumgebung können die Schlafqualität verbessern.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend Wasser trinken, um eine Dehydration zu vermeiden.
  • Koffein: Koffeinhaltige Getränke wie schwarzer Tee können bei akuten Kopfschmerzen helfen. Allerdings kann ein übermäßiger Konsum von Kaffee den Körper unter Stress setzen und den Serotoninspiegel senken.
  • Kühlende Kompressen: Nasse Kompressen auf Stirn, Schläfen oder im Nacken können eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung haben.

Kopfschmerztagebuch

Zur Unterstützung empfiehlt es sich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Darin sollten die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Kopfschmerzen sowie mögliche Auslöser notiert werden. Dies kann helfen, Muster zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

Kopfschmerzen bei Frauen und Kindern

Frauen leiden hormonell bedingt häufiger unter Migräne als Männer. Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Menopause können eine Rolle spielen. Auch Stress, Lebensstil, Ernährung und Schlafmuster können Kopfschmerzen begünstigen.

Bei Kindern äußern sich Kopfschmerzen oft anders als bei Erwachsenen. Bauchschmerzen, Schwindel oder plötzliche Müdigkeit können Symptome sein. Es ist wichtig, Kopfschmerzen bei Kindern ernst zu nehmen und gezielt anzugehen, um das Risiko für chronische Kopfschmerzen im Erwachsenenalter zu verringern.

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