Ein plötzlicher, stechender Schmerz beim Trinken eines kalten Getränks ist ein bekanntes und unangenehmes Gefühl. Doch was, wenn keine Karies sichtbar ist? Schmerzempfindliche Zähne können selbst bei kleinsten Reizen wie Kälte, Wärme oder Süßem Schmerzen auslösen. Die Ursache liegt oft nicht im Zahn selbst, sondern in seiner Umgebung. Ein Ziehen im Zahn zählt zu den häufigsten Formen von Zahnschmerzen - und gleichzeitig zu den rätselhaftesten. Denn oft lässt sich kein Loch oder sichtbarer Schaden erkennen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für ziehende Zahnschmerzen ohne sichtbare Karies und stellt Behandlungswege vor.
Dentinhypersensibilität als Hauptursache
Die Ursache ist meist eine Dentinhypersensibilität: Dabei reagieren die freiliegenden Zahnhälse überempfindlich auf äußere Reize wie Kälte oder Druck. Diese Form der Schmerzempfindlichkeit kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten - selbst an ansonsten gesunden Zähnen. Der Schmerz ist oft kurz, scharf und lokal begrenzt.
Ursachen für freiliegende Zahnhälse
Hinter ziehenden Zahnschmerzen steckt häufig ein Rückgang des Zahnfleischs. Dabei werden die empfindlichen Zahnhälse freigelegt - und reagieren besonders stark auf Kälte, Wärme oder Berührung. Ein häufiger Auslöser ist zu intensives oder falsches Zähneputzen. Wird mit zu viel Druck oder in horizontalen Bewegungen geputzt, kann sich das Zahnfleisch zurückziehen. Auch chronische Entzündungen wie Parodontitis fördern den Gewebeabbau. Ebenso können nächtliches Zähneknirschen oder schlecht angepasste Füllungen bzw. Kronen zu Druckstellen führen, die eine Überempfindlichkeit verursachen.
Weitere Ursachen sind falsches Zähneputzen, Parodontitis, nächtliches Zähneknirschen oder okklusale Störungen.
Diagnose und Abgrenzung anderer Ursachen
Es ist wichtig, zwischen zahnbedingten Schmerzen und anderen Ursachen zu unterscheiden. Vor allem die Trigeminusneuralgie kann mit Zahnschmerzen verwechselt werden und bleibt dadurch oft lange unerkannt. Die Abgrenzung zwischen zahnbedingten Schmerzen und neurologischen Ursachen kann herausfordernd sein. Genau deshalb ist es wichtig, typische Merkmale genau zu kennen und die richtigen Schritte zur Abklärung einzuleiten.
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Trigeminusneuralgie: Wenn der Gesichtsnerv schmerzt
Die Trigeminusneuralgie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu plötzlich auftretenden, meist sehr heftigen Gesichtsschmerzen kommt. Diese Schmerzen betreffen den sog. Die Schmerzen treten im Versorgungsgebiet des Nervus trigeminus auf - typischerweise im Bereich der zweiten (Oberkiefer) oder dritten (Unterkiefer) Nervenäste. Fast immer ist nur eine Gesichtshälfte betroffen - meist im Bereich von Wange, Ober- oder Unterkiefer. Die genauen Auslöser können unterschiedlich sein. In vielen Fällen drückt ein Blutgefäß auf den Trigeminusnerv und reizt ihn. Es gibt aber auch sekundäre Formen, etwa im Zusammenhang mit Multipler Sklerose oder nach Verletzungen.
Zahnschmerzen: Ein Warnsignal aus dem Zahn
Sie zählen zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der Zahnarztpraxis: Zahnschmerzen entstehen meist durch Reizungen oder Entzündungen im Zahn selbst oder im umliegenden Gewebe. Zahnschmerzen bleiben oft nicht auf den Zahn begrenzt. Zahnschmerzen entstehen meistens durch Reizungen des Zahnnervs.
Unterscheidung zwischen Zahnschmerz und Trigeminusneuralgie
Obwohl beide Schmerzarten im Gesichtsbereich auftreten, unterscheiden sie sich in ihrer Ursache, ihrem Verlauf und der Schmerzcharakteristik deutlich. Zahnschmerzen sind meist ein lokales Warnsignal - vergleichbar mit einem Rauchmelder, der direkt dort Alarm schlägt, wo etwas nicht stimmt: etwa bei Karies, einer Entzündung oder einem beschädigten Zahn. Die Trigeminusneuralgie gleicht eher einem „Kurzschluss im Nervensystem“ - der Schmerz kommt plötzlich, heftig und oft ohne sichtbaren Auslöser. Betroffene beschreiben ihn wie Stromstöße oder Messerstiche, die in Sekundenschnelle einschießen. Trotz unterschiedlicher Ursachen kann die Unterscheidung schwierig sein - vor allem, wenn der Schmerz im Bereich von Ober- oder Unterkiefer auftritt. Umso wichtiger ist eine präzise Diagnostik durch zahnärztliche und neurologische Fachärztinnen und Fachärzte.
Weitere Ursachen für Zahnschmerzen
Zahnschmerzen können viele Ursachen haben. Karies entsteht, wenn Speisereste auf den Zahnoberflächen verbleiben und von Bakterien abgebaut werden. Der Grund ist immer eine nicht ausreichende Mundhygiene an diesen schwierig zu erreichenden Stellen. Doch selbst wer regelmäßig putzt, kann Karies bekommen. Oftmals entwickelt sich die Karies zwischen den Zähnen direkt am Kontaktpunkt, wo zwei Zähne aneinanderstoßen.
Entzündung der Zahnwurzel - die sprichwörtliche „dicke Backe": Hierbei handelt es sich um eine tiefe Entzündung des Zahns. Dabei hat sich die Karies bis in den Nervbereich des Zahns entwickelt. Dies führt häufig zum Absterben des Zahnnervs und plötzlichen Zahnschmerzen, die sich durch Druckgefühl und heftige Schmerzen bemerkbar machen.Zu Hause können Sie diese Schmerzen durch Kühlen lindern und dann schnellstens zum Zahnarzt gehen, um massive Schäden zu verhindern. Eine Zahnwurzelbehandlung steht an und kann Ihren Zahn in den allermeisten Fällen noch retten. Schmerzen durch freiliegende Zahnhälse - das sind die bekannten Heiß- und KaltempfindlichkeitenAber nicht nur freiliegende Zahnhälse können sich auch bei Genuss von Kaffee oder Süßigkeiten bemerkbar machen. Ein ziehender Schmerz durchzuckt Sie wie ein Blitz. Wie kommt es dazu? Der Rückgang des Zahnfleisches führt dazu, dass die Zahnhälse freiliegen. Trifft nun Kälte, Zucker oder Heißes an diese freiliegenden Kanäle zum Zahnnerv, dann wird dieser Reiz ungebremst weitergeleitet und Sie erleben diesen blitzartigen Schmerz.Ursache: Eine Entzündung des Zahnfleisches durch Bakterien! Sie erkennen: die regelmäßige und zuverlässige Entfernung der bakterienhaltigen Beläge kann Ihnen so manche Zahnschmerzen ersparen.
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Seltene Ursachen für Schmerzen im Mundbereich
Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich können als Dauerschmerz oder in Attacken auftreten. Da es viele mögliche Ursachen gibt, ist eine sorgfältige Diagnostik (ärztliche Befragung und Untersuchung) die Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie. Dabei können unterschiedliche ärztliche Fachgebiete beteiligt sein, wie Neurologie, Zahnheilkunde, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.Schmerz im Bereich der MundhöhleHäufig verursachen Schleimhautentzündungen akute Schmerzen. Hervorgerufen werden sie von oberflächlichen oder tiefen Zahnfleischentzündungen, Entzündungen beim Durchbruch von Weisheitszähnen sowie bakteriell oder durch Viren verursachten Erkrankungen des Zahnfleischs. Natürlich können auch Zähne schmerzen: Sie reagieren empfindlich auf Temperatur- oder chemische Reize (z.B. Säure), wenn durch einen kariösen Defekt das Dentin (Zahnbein) oder bei freiliegenden Zahnhälsen das Wurzelzement freiliegt. Dies hängt damit zusammen, dass Fortsätze von Dentin-bildenden Zellen sich in Kanälen befinden, die das Dentin durchziehen und mit Nervenfasern in Verbindung stehen, die Schmerzreize weiterleiten. Werden diese durch äußere Einflüsse wie beispielsweise Kälte gereizt, können Schmerzen verursacht werden. Um verstehen zu können, warum die Ursache einiger seltener vorkommender Schmerzen im Bereich der Mundhöhle aus zahnärztlicher Sicht teilweise nur schwer erkannt werden könnte, sollen zunächst die häufigsten und typischen Schmerzursachen betrachtet werden:Zahnmarkentzündung (Pulpitis ) Schmerzen werden häufig durch eine Entzündung im Bereich des Nerven- und Gefäßgeflechts verursacht, das als Zahnmark (Pulpa) bezeichnet wird. Die häufigste Ursache hierfür ist eine Reizung durch eine nah an das Zahnmark heranreichende Karies (bakterielle Pulpitis). Auch Zahnmark-nahes Beschleifen eines Zahns beim Legen einer Füllung oder bei der Vorbereitung des Zahns für eine Krone können zu einer solchen Reizung führen. In einigen Fällen beginnt der Entzündungsprozess nicht durch eine Schädigung der Zahnhartsubstanz, sondern wird durch eine Stauchung des Zahns ausgelöst - etwa bei zu hohen Füllungen oder durch Zähneknirschen - und Pressen (Entzündung des Zahnmarks ohne Bakterien oder andere Erreger = abakterielle Pulpitis). Jeder, der bereits eine Zahnmarkentzündung hatte, wird sich an den intensiven und ausstrahlenden Schmerz erinnern: ein Drücken, Klopfen und Pulsieren, das auch nachts auftritt. Auch ein Aufbissschmerz ist typisch. Am Anfang ist der Schmerz möglicherweise nicht genau einem Zahn, manchmal noch nicht einmal einem Kiefer zuzuordnen. Der zahnbezogene Entzündungsschmerz fällt besonders dadurch auf, dass der Entzündungsherd von nicht-dehnbaren Strukturen (Knochen, Zahn) umgeben ist. Da der Zahn infolge der Entzündung verstärkt durchblutet wird, sich die Entzündungssäfte aber nicht auf das angrenzende Gewebe ausdehnen können, entsteht im Zahn ein Druck, der den Schmerz zusätzlich verstärkt. Entzündung an der Wurzelspitze (apikale Parodontitis )Hat der Zahnarzt die Ursache für die Pulpitis entfernt, bildet sich die Entzündung zurück (umkehrbare = reversible Zahnmarkentzündung) oder sie hält an und der Nerv stirbt ab (nicht umkehrbare = irreversible Zahnmarkentzündung). Verläuft die Entzündung langsam, kann der Nerv auch nahezu schmerzfrei und unbemerkt absterben. Es bildet sich dann jedoch später häufig ein Entzündungsherd im Knochen an der Wurzelspitze (= apikale Parodontitis). Zur Behandlung (Wurzelkanalbehandlung) wird der Kanal eröffnet, in dem sich im Zahn Blutgefäße und Nerven befinden, dann werden Reste des Nerven bzw. der Blutgefäße entfernt. Der Hohlraum wird mehrfach desinfiziert, erweitert und mit einer Füllung (Wurzelkanalfüllung) versehen, damit keine Bakterien eindringen können. Durch zurückgebliebene Bakterien kann sich an der Wurzelspitze ein neuer Entzündungsherd bilden, der wiederum Schmerzen verursacht. Ungewöhnlicher Zahnschmerz (atypische Odontalgie, persistierender dentoalveolärer Schmerz)Ähnliche Beschwerden wie die Zahnmarkenzündung oder die Entzündung an der Wurzelspitze verursacht die eher selten auftretende sogenannte atypische Odontalgie (Phantom-Zahnschmerz). Der Patient empfindet diesen lang anhaltenden Nervenschmerz häufig an einem Zahn oder in einem Gebiet, wo ein Zahn gezogen wurde (Extraktionsareal). Der Zahnarzt findet aber bei der Untersuchung und in Röntgenbildern keine mögliche Ursache. Häufig verstärkt sich der Schmerz bei kaltem Wetter. Als Ursache nimmt man eine Schädigung von Nervenfasern im betreffenden Zahn oder in umgebenden Geweben wie beispielsweise dem Kiefer an. Während ein Schmerz durch eine Pulpitis oft schnell beseitigt werden kann, ist bei einem Nervenschmerz (atypische Odontalgie) eine ausgiebige Diagnostik wichtig. Eine vorschnelle weitere Wurzelbehandlung oder das Ziehen eines Zahns oder gar auch angrenzender Zähne wird den Nervenschmerz nicht bessern - sogar eine Verschlechterung ist möglich. Allerdings erfordert dies ein hohes Maß an Geduld für den Patienten im eigenen Interesse. Die interdisziplinäre Behandlung der atypischen Odontalgie ist ähnlich wie die des atypischen Gesichtsschmerzes.Syndrom der brennenden Zunge/des brennenden Mundes (Burning-Mouth-Syndrom )Unter den brennenden Schmerzen im Bereich des Mundes und der Zunge leiden überwiegend Frauen im höheren Lebensalter, der Leidensdruck ist sehr hoch. Die Ursache der Erkrankung ist letztlich nicht völlig geklärt und liegt möglicherweise in einer Schädigung dünner Nervenfasern, die die Zunge und den Mundbereich versorgen. Vitaminmangel und Veränderungen der Schleimhaut als Ursache sollten ausgeschlossen und ggf. behandelt werden. Die Behandlung des Zungenbrennens ist häufig schwierig. Schmerz im Bereich des GesichtesTypischer und atypischer GesichtsschmerzDer „typische Gesichtsschmerz“ schießt blitzartig elektrisierend wie ein Stromschlag im immer gleichen Bereich des Gesichtes ein, der „atypische Gesichtsschmerz“ wird dagegen dumpf in der Tiefe wahrgenommen und ist dauerhaft vorhanden.
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Bei der craniomandibulären Dysfunktion (auch als Myoarthropathie bezeichnet) sind das Kiefergelenk oder die Kaumuskulatur betroffen, insbesondere der Masseter-Muskel (gut tastbar beim Zubeißen und Entspannen am Kieferwinkel schräg unter dem Ohrläppchen) und der Schläfenmuskel. Das Kiefergelenk besteht aus Ober- und Unterkiefer sowie einem dazwischen liegenden Knorpelscheibchen, auf dem der Gelenkanteil des Unterkiefers bei Unterkieferbewegungen entlanggleitet. Veränderungen des Knorpelscheibchens können zu Knackgeräuschen des Unterkiefers führen, die jedoch häufig nicht schmerzhaft sind und nicht behandelt werden müssen. Anhaltende Schmerzen können einerseits durch Verschleiß oder entzündliche Veränderungen des Kiefergelenks verursacht werden, andererseits durch Verspannungen der Kaumuskulatur, z.B. durch Zähnepressen oder -knirschen, was häufig stressbedingt ist. Dabei kann es auch zu ausstrahlenden Schmerzen in andere Gesichtsbereiche und die Zähne kommen. Häufig ist dieser Kopfschmerz am Morgen am stärksten ausgeprägt (da das Knirschen sehr häufig in der Nacht geschieht) und schläfenbetont. Er kann einseitig betont sein. Als Therapie wird u.a. eine Aufbissschiene empfohlen, die das Gelenk entlastet und über eine Änderung der Position der Strukturen beim Zubeißen bzw. in der Ruheposition die erlernten Bewegungsmuster (Zähneknirschen und -pressen) entkoppeln soll. Auch Physiotherapie (Krankengymnastik) bewirkt bei muskulären Beschwerden sehr häufig eine Besserung, ebenso wie Eigenmassage der Kaumuskulatur durch den Patienten. Wichtig ist dabei, dass gezielte Eigenübungen erlernt werden, die dann täglich vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Empfehlenswert sind auch das Erlernen der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sowie ein gezielter Umgang mit Stress. Bei besonderen Belastungsfaktoren ist die Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung, ggf. auch eine psychotherapeutische Betreuung, sinnvoll. Zusätzlich können vom Arzt trizyklische Antidepressiva in niedriger Dosierung verordnet werden, die als Nebeneffekt etwas entspannen, aber auch müde machen. Bei verschleißartigen Veränderungen des Kiefergelenks kann die Abtragung von Knorpelresten helfen, bei entzündlichen Veränderungen die Einnahme entzündungshemmender Medikamente. Beachtet werden sollte, dass muskuläre Beschwerden der Kaumuskulatur auch die Kopfschmerzhäufigkeit bei Kopfschmerzpatienten (vor allem von Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp) erhöhen können.
Behandlungsmöglichkeiten bei ziehenden Zahnschmerzen
Zunächst gilt es, die Zahnhälse zu schonen und die Schmerzreize zu reduzieren. Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. Besonders wichtig ist die richtige Zahnputztechnik: Sanfte, kreisende Bewegungen mit einer weichen Zahnbürste - idealerweise elektrisch mit Drucksensor - schonen Zahnfleisch und Zahnhälse. In der Praxis können Fluoridlacke aufgetragen werden, um die Dentinkanälchen zu verschließen. Bei stärker ausgeprägter Schmerzempfindlichkeit kommen Kunststoffversiegelungen zum Einsatz - eine gezielte Schutzschicht, die den Zahnhals langfristig schützt. Sollte nächtliches Zähneknirschen die Ursache sein, wird eine individuell angepasste Aufbissschiene angefertigt.
Verwenden Sie eine sensitive Zahnpasta mit Fluorid und achten Sie auf eine schonende Putztechnik. Eine elektrische Zahnbürste mit Drucksensor kann helfen, den Druck zu regulieren. Halten die Beschwerden an, empfiehlt sich eine Kontrolle beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden, um freiliegende Zahnhälse zu versiegeln oder Störkontakte zu korrigieren.
Wählen Sie eine Zahnpasta mit hohem Fluoridgehalt und Zusatzstoffen wie Kaliumnitrat oder Strontiumchlorid. Diese blockieren die Schmerzreize in den Dentinkanälchen. Vermeiden Sie Whitening-Zahnpasten - sie können die Empfindlichkeit verstärken.
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Was tun bei einem Abszess?
Wenn Sie bei einem bestimmten Zahn Schmerzen haben, wenn Sie Druck ausüben, könnte das an einem Abszess an der Wurzelspitze liegen. Abszessdrainage und Schwellung können kommen und gehen, wobei die Symptome an manchen Tagen schlimmer sind und an anderen unbemerkt bleiben.
Behandlung einer Pulpitis
Eine Pulpitis kann starke Zahnschmerzen verursachen und verantwortlich dafür sein, dass ein Zahn beim Draufbeißen schmerzt. Eine Pulpitis ist eine Entzündung der Zahnpulpa, also des empfindlichen Zahninneren, die durch unbehandelte Karies oder andere Beschädigungen des Zahnes verursacht wird. Reversibel: Bei der reversiblen Pulpitis handelt es sich um eine z.b. durch Kariesbakterien verursachte, rückgängig zu machende Entzündung des Zahnnervs, bei der der Zahn nur schmerzhaft auf äußerliche Reize wie heiß, kalt, süß oder sauer reagiert. Irreversibel: Bei der irreversiblen Pulpititis, haben die Bakterien zu einer dauerhaft schädigenden Entzündung des Zahnnervs geführt, bei der die Betroffenen an anhaltenden und pulsierenden Schmerzen leiden. Hier ist nur noch eine Wurzelkanalbehandlung die Therapie der Wahl. Anzeichen einer Pulpitis sind Schmerzen. Symptome einer reversiblen Pulpitis sind Überempfindlichkeit gegenüber äußerlichen Reizen wie z.B. Die Behandlung hängt von der Art und dem Ursprung ab. Bei einer reversiblen Pulpitis wird diese durch die Behandlung des zugrunde liegenden Problems behoben. Normalerweise bedeutet dies, dass Karies entfernt und der Zahn gefüllt wird. Ist er rissig, kann auch eine Krone aufgesetzt werden. Ist bei einer irreversiblen Pulpitis der Schaden bereits zu groß, wird möglicherweise eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Dabei wird das gesamte entzündete Zahnmark im Zahn und in den Wurzeln entfernt und der Zahn mit einem schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikament gefüllt. Klingt der Schmerz und die Entzündung ab, wird in den folgenden Behandlungen die Wurzelfüllung eingebracht. In den meisten Fällen wird die Pulpitis durch Karies verursacht. Deshalb bedeutet die Vorbeugung von Pulpitis auch die Vorbeugung von Karies.
Schmerzlinderung bei Zahnschmerzen
Die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen ist für viele Menschen eine schnelle und einfache Möglichkeit, leichte bis mittelschwere Zahnschmerzen wirksam zu lindern. Halten Sie sich immer an die auf der Verpackung angegebene empfohlene Dosierung. Eine kalte Kompresse kann helfen, die Zahnschmerzen zu lindern. Das Auflegen eines in ein Handtuch eingewickelten Eisbeutels auf die betroffene Seite des Gesichts oder des Kiefers hilft, die Blutgefäße in diesem Bereich zu verengen, was den Schmerz verringern kann. Schmerzstillende Maßnahmen dürfen stets nur genutzt werden, um eine eventuelle Wartezeit auf einen Zahnarzttermin zu überbrücken.
Behandlung der Trigeminusneuralgie
Eine Trigeminusneuralgie wird in erster Linie mit Medikamenten, sogenannten Antikonvulsiva, behandelt. Diese, zur Behandlung der Epilepsie eingesetzten Arzneimittel vermindern die Nervenaktivität und „beruhigen“ so den Schmerz. Auch einige weitere Arzneimittel können erfolgreich eingesetzt werden. Operationsverfahren bei Trigeminusneuralgie: Operation nach Jannetta: Im Bereich des Gefäß-Nerven-Austritts aus dem Hirnstamm wird ein Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv eingelegt, um den Nerven zu schützen. Dieser Eingriff hat eine sehr gute Ansprechrate. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein. Thermokoagulation (Erhitzung) oder Ballonkompression im Bereich des Nervenknotens (Ganglion trigeminale): Auch diese Verfahren sind gut wirksam. Häufig kommen die Beschwerden nach einigen Jahren aber wieder. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein. Gammaknifebehandlung (Bestrahlung) des Nerven: Durch diese Behandlung wird häufig erst nach einigen Monaten ein Effekt erzielt, es wird jedoch keine Operation notwendig. Alle Eingriffe haben gewisse Risiken (z.B. Entstehung einer Taubheit im Gesicht), und die Erfolgsaussichten hängen sehr von der Erfahrung des Operateurs ab.
Behandlung des atypischen Gesichtsschmerzes
Zur Behandlung kann beispielsweise ein zur Schmerzbehandlung niedrig dosiertes trizyklisches Antidepressivum gegeben werden. Unterstützend können Massage, Kälte- oder Wärmeanwendungen im Gesicht sowie andere manuelle Verfahren hilfreich sein. Eine zusätzlich bestehende Depression oder Angststörung sollte gezielt medikamentös oder psychotherapeutisch behandelt werden. Sinnvoll ist die Kombination aus medikamentöser Therapie, Entspannungsverfahren (z.B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) und Ausdauersport sowie eine gezielte psychotherapeutische Mitbetreuung bei hohen psychosozialen Belastungen. Da die Betroffenen oft schon jahrelang unter ihrer Erkrankung leiden, ist auch ein multimodales Behandlungsprogramm nicht immer erfolgreich, und die Behandlung kann lange andauern, bis sich eine Verbesserung einstellt.
Behandlung der Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Als Therapie wird u.a. eine Aufbissschiene empfohlen, die das Gelenk entlastet und über eine Änderung der Position der Strukturen beim Zubeißen bzw. in der Ruheposition die erlernten Bewegungsmuster (Zähneknirschen und -pressen) entkoppeln soll. Auch Physiotherapie (Krankengymnastik) bewirkt bei muskulären Beschwerden sehr häufig eine Besserung, ebenso wie Eigenmassage der Kaumuskulatur durch den Patienten. Wichtig ist dabei, dass gezielte Eigenübungen erlernt werden, die dann täglich vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Empfehlenswert sind auch das Erlernen der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sowie ein gezielter Umgang mit Stress. Bei besonderen Belastungsfaktoren ist die Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung, ggf. auch eine psychotherapeutische Betreuung, sinnvoll. Zusätzlich können vom Arzt trizyklische Antidepressiva in niedriger Dosierung verordnet werden, die als Nebeneffekt etwas entspannen, aber auch müde machen. Bei verschleißartigen Veränderungen des Kiefergelenks kann die Abtragung von Knorpelresten helfen, bei entzündlichen Veränderungen die Einnahme entzündungshemmender Medikamente.
Prävention ist der beste Schutz
Schmerzempfindliche Zähne lassen sich in vielen Fällen durch eine gezielte Prophylaxe vermeiden. Die Grundlage dafür ist eine Kombination aus routinemäßiger Zahnpflege, gesunder Ernährung und regelmäßigen Zahnarztbesuchen.
Richtige Mundhygiene
Die wichtigsten Maßnahmen zur Karies-Vorbeugung:
- Zweimal täglich gründlich Zähne putzen, mindestens 2-3 Minuten, mit fluoridhaltiger Zahnpasta
- Tägliche Zahnzwischenraumreinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
- Zuckerhaltige Snacks und Getränke reduzieren
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, auch ohne Beschwerden!
- Professionelle Zahnreinigung (PZR): mind. 1-2 mal pro Jahr zur gründlichen Entfernung bakterieller Beläge
- Speichelfluss anregen: durch Wassertrinken oder zuckerfreies Kaugummi
Wenn Sie zu häufigen Löchern neigen, lohnt sich ein Gespräch über individuelle Prophylaxe-Programme, beispielsweise mit Fluoridierung oder Keimbestimmung.
Ernährung
Ein erhöhter Konsum von Zucker kann die Entstehung eines Lochs im Zahn begünstigen. Stark zuckerhaltige Nahrung ist ein weiterer Grund für die Entstehung von Zahnlöchern: Die Mundhöhle ist mit unzähligen Bakterien, die für eine ausgeglichene Mundflora sorgen, besiedelt. Ein erhöhter Zuckerkonsum verändert die Zusammensetzung der Bakterien und begünstigt so die Entstehung von Karies. Das Universitätsklinikum Freiburg konnte im Jahr 2018 in einer Studie nachweisen, dass zu viel Zucker zu einer Veränderung der Mundflora führt. Die Forschenden stellten fest, dass sich durch den Zuckerkonsum die für die Entstehung von Karies verantwortlichen Streptococcus-Bakterien stark vermehrten. Die Anzahl anderer Bakterien, die den Zahnschmelz schützen, ging hingegen zurück. Insbesondere wenn der erhöhte Zuckerkonsum mit einer mangelhaften Mundhygiene einhergeht, steigt das Risiko für ein Loch im Zahn.
Regelmäßige Zahnarztbesuche
Jährliche oder halbjährliche Kontrolltermine bei Ihrem Zahnarzt unterstützen die Zahngesundheit. Der Mediziner entdeckt bei den Routineuntersuchungen beginnende Zahnerkrankungen und kann direkt eine Behandlung einleiten, sofern Bedarf besteht. Die regelmäßigen professionelle Zahnreinigungen in der Zahnarztpraxis verhindern die Ausbreitung von Karies und die Entstehung von Zahnlöchern. Das Zahnarztteam entfernt Plaque und Zahnstein, was gerade an für die Zahnbürste nicht zugänglichen Stellen besonders wichtig ist.