Migräne und chronische Kopfschmerzen können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Medikamente bieten oft nur kurzfristige Linderung und können unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Die Magnetfeldtherapie stellt eine natürliche und wissenschaftlich untersuchte Alternative dar, um Migräne und Kopfschmerzen nachhaltig zu lindern - und das ohne den Einsatz von Medikamenten.
Einführung in die Migräne
Etwa 10-15% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leiden unter Migräne, während 20-30% monatlich Spannungskopfschmerzen ertragen müssen. Von den Menschen mit Migräne hat die Hälfte monatlich eine Attacke, während jeder Zehnte sogar vier oder mehr Attacken erlebt. Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft schwere Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die häufig von Symptomen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen begleitet werden.
Magnetfeldtherapie: Ein Überblick
Die Magnetfeldtherapie ist eine alternative Behandlungsmethode, bei der magnetische Felder eingesetzt werden, um therapeutische Effekte zu erzielen. Es gibt verschiedene Arten der Magnetfeldtherapie, darunter die pulsierende Magnetfeldtherapie (pMTF) und die transkranielle Magnetstimulation (TMS). Die pulsierende Magnetfeldtherapie verwendet elektromagnetische Felder, die in den Körper eindringen, um die Zellfunktion zu verbessern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die transkranielle Magnetstimulation hingegen nutzt kurze, intensive Magnetimpulse, um bestimmte Hirnregionen gezielt zu stimulieren oder zu hemmen.
Studie zur Wirksamkeit der Magnetfeldtherapie bei Migräne
Eine placebokontrollierte Studie aus Berlin belegt die Wirksamkeit der pulsierenden Magnetfeldtherapie bei Migräne und anderen Kopfschmerzarten.Die Ergebnisse der 4-wöchigen Untersuchung zeigten:
- 76 % der Patient:innen berichteten über deutliche Linderung oder Symptomfreiheit.
- Signifikante Verbesserungen in Dauer, Intensität und Häufigkeit der Attacken (p < 0,0001).
- Es wurden keine Nebenwirkungen dokumentiert.
Die Quelle dieser Ergebnisse ist Pelka, Jänicke & Grünwald, Berlin.
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Vorteile der Magnetfeldtherapie bei Migräne und Kopfschmerzen
Die Magnetfeldtherapie bietet eine Reihe von Vorteilen bei der Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen:
- Sanfte, effektive und medikamentenfreie Migränebehandlung: Die Magnetfeldtherapie ermöglicht eine schonende Behandlung von Migräne, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen.
- Verringerung von Schmerzintensität und Häufigkeit: Durch die Anwendung der Magnetfeldtherapie können die Schmerzintensität und die Häufigkeit von Migräneattacken reduziert werden.
- Verbesserung von Konzentration und Lebensqualität: Die Linderung von Migränebeschwerden kann zu einer Verbesserung der Konzentration und der allgemeinen Lebensqualität führen.
- Wissenschaftlich untersucht - sicher und nebenwirkungsfrei: Die Wirksamkeit und Sicherheit der Magnetfeldtherapie bei Migräne sind wissenschaftlich belegt, und es sind keine nennenswerten Nebenwirkungen bekannt.
- Einfache Integration in den Alltag: Die Magnetfeldtherapie lässt sich problemlos in den Alltag integrieren und kann zu Hause oder in einer Arztpraxis durchgeführt werden.
Warum die Magnetfeldtherapie eine echte Alternative darstellt
Viele Migräne-Betroffene suchen nach einer alternativen Therapie, weil Medikamente nicht dauerhaft helfen oder den Körper belasten. Die Magnetfeldtherapie gegen Migräne setzt hier an: Sie unterstützt die natürlichen Selbstheilungsprozesse des Körpers und hilft, Schmerzen nachhaltig zu reduzieren.
Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Migräne
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA kündigte am 13. Dezember 2013 die Zulassung einer neuen Migräneakuttherapie mittels Magnetstimulation an. Das Verfahren ist als "Cerena transkranielle Magnetstimulation (TMS)" bekannt.
Funktionsweise der TMS
Bei der TMS wird ein Gerät an den Hinterkopf positioniert, das durch Knopfdruck einen magnetischen Puls freisetzt. Dieser stimuliert die Hirnrinde im Bereich des Hinterhauptes. Die Zulassung beruht auf einer Studie bei 201 Patienten, die an einer mittelstarken bis starken Migräne mit Aura litten.
Studienergebnisse zur TMS
Von den Patienten, die den Magnetstimulator einsetzten, berichteten 38 %, dass der Schmerz nach 2 Stunden bedeutsam reduziert worden sei. In einer Kontrollgruppe ohne entsprechende Stimulation berichteten nur 17 % der Patienten von einer Besserung. 34 % der Anwender berichteten nach 24 Stunden von Schmerzfreiheit.
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Nebenwirkungen und Anwendungshinweise zur TMS
Die FDA wies darauf hin, dass Schwindel als Nebenwirkung auftreten kann. Insgesamt sind jedoch die Nebenwirkungen sehr mild und ihr Auftreten sehr unwahrscheinlich. Es gibt nur wenige Berichte über Nebenwirkungen wie Sinusitis, Sprachstörungen und Schwindel. Die FDA empfiehlt, dass das Gerät nicht häufiger als einmal pro 24 Stunden eingesetzt wird. Es ist nur für Personen über 18 Jahre zugelassen. Das Gerät sollte nicht bei Patienten eingesetzt werden, die metallische Gegenstände im Kopfbereich oder im Oberkörper tragen, dies gilt insbesondere auch für Herzschrittmacher oder Hirnstimulatoren. In Deutschland ist das Gerät bisher nach unserer Kenntnis nicht zugelassen.
TMS bei Migräne mit Aura
Das Gerät ist bisher nur für die Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräne mit Aura zugelassen. Bei der Migräneaura handelt es sich um neurologische Symptome, die vor der Kopfschmerzphase auftreten und sich in der Regel über 30 bis 60 Minuten allmählich ausbreiten. Am häufigsten finden sich Sehstörungen in Form von Zickzacklinien, flimmerndem Licht und Gesichtsfeldausfällen. Es gibt jedoch auch komplexe Auren, die Gefühlsstörungen bzw. Lähmungen einer Körperhälfte oder sogar Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit beinhalten können. Auch viele neuropsychologische Störungen können auftreten.
sTMS (Single-pulse Transcranial Magnetic Stimulation)
Eine Doppelblindstudie in Lancet Neurology (2010; doi: 10.1016/S1474- 4422(10)70054-5) zeigte, dass einzelne magnetische Impulse, die von einem kleinen Gerät an den Nackenbereich abgegeben werden, einige Migränepatienten mit Aura innerhalb von zwei Stunden schmerzfrei gemacht haben. Die Studie bestätigt gegenwärtige Krankheitskonzepte.
Die Aura, die bei einigen Migränepatienten dem Schmerz vorausgeht, wird heute mit einer "kortikalen Streudepolarisierung" (Cortical Spreading Depression) in Verbindung gebracht. Von einem Punkt aus sollen sich die Hirnströme über die Hemisphäre ausbreiten - was auch den einseitigen Kopfschmerz erklären würde.
Eine kurze transkranielle Magnetstimulation (single-pulse transcranial magnetic stimulation, sTMS) könnte dies verhindern. Die Patienten sollen das Gerät nach dem Beginn der Aura unterhalb des Os occipitale an den Schädel pressen und den Startknopf drücken. Das Gerät erzeugt dann für die Dauer von weniger als 1 Millisekunde ein 0,9 Tesla (in 1 cm Entfernung) starkes Magnetfeld, welches, so die Theorie, die kortikale Streudepolarisierung unterbricht und im besten Fall die Migräneattacke im Keim erstickt.
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In der randomisierten Studie an 201 Patienten mit Migräne mit Aura wurde die Schmerzfreiheit nach 2 Stunden mit dem echten Gerät von 39 Prozent der Patienten und mit dem falschen Gerät von 22 Prozent der Anwendungen erreicht. Auch hinsichtlich der Begleitsymptome wie Nausea, Photophobie und Phonophobie war das Gerät der Scheintherapie nicht unterlegen, und da es keine schweren Nebenwirkungen erzeugt, dürften die Chancen auf eine Zulassung durch FDA und EMEA gut sein.
Neuere Forschungsergebnisse zur Magnetfeldtherapie bei Migräne ohne Aura
Neue Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Therapien mit magnetischen Feldern nicht nur die Migräne mit Aura, sondern auch die Migräne ohne Aura - also die häufigere Form, die ohne neurologische Begleitsymptome verläuft - ansprechen könnte.
Transkranielle Magnetstimulation (TMS) zur Diagnose des Migränegehirns
Magnetfelder durchdringen leicht Kopfhaut, Schädeldach, Hirnhaut und stimulieren Gehirnzellen in der Großhirnrinde, indem elektrische Ströme über die Zellmembran induziert werden. Diese Technik heißt transkranielle Magnetstimulation, kurz: TMS. (transkraniell = »den Schädel hindurch«)
TMS wurde seit den 1980er eingesetzt, zunächst in der Grundlagenforschung. Magnetfelder in der Großhirnrinde können Muskeln, zum Beispiel in den Fingern, zucken lassen oder auch Lichtwahrnehmungen erzeugen. Das hauptsächliche Interesse galt Anfangs der Größe der magnetischen Flussdichte (in der Einheit Tesla) als Schwelle, mit der man gerade noch solche Phänomen hervorrufen konnte.
Es wurde festgestellt, dass das Migränegehirn anders auf einzelne Magnetfeld-Pulse (single-pulse TMS) reagiert als ein normales Gehirn. Es reagiert schon auf geringere magnetische Flussdichte. Muskelzucken oder Wahrnehmungsstörungen werden also leichter hervorgerufen.
TMS und Computermodelle
Mithilfe der magnetischen Pulse kann man quasi einen Schnappschuss des Verhaltens des Migränegehirns in der anfallsfreien Zeit erhalten. Die Frage ist, ob experimentelle Ergebnisse zur TMS-Forschung und theoretische Arbeiten über Computermodelle der Migräne gemeinsam helfen können, den zeitlichen Verlauf der Entstehung von Attacken besser zu verstehen.
Elektrozeutika: Migräne im Keim ersticken
Es stellt sich die Frage, ob man mit einzelnen Magnetfeld-Pulsen die Entstehung der Attacken verhindern kann. Also nicht diagnostizieren, sondern therapieren? Es muss nicht ein einzelner Magnetfeld-Puls sein. Vielleicht könnte es eine bestimmte digitale Serie von Pulsen sein, die hilft? Liefert eine Migräneformel vielleicht eine präzise Anleitung, wie man die Entstehung der Migräneattacken mit magnetischen Feldern im Keim erstickt? Wie sähe so eine Anleitungen aus? Es wäre im Prinzip ein Stimulationsprotokoll. Wobei solche Protokolle einen geschlossenen Regelkreis aus Messen und Stimulation beschreiben können. In Analogie der Benennung chemischer Verbindungen als Pharmazeutika nennt man solche therapeutischen Steuerungstechniken Elektrozeutika.
tRNS (transcranial random noise stimulation) wurde als Elektrozeutikum vorgeschlagen, um die Lebenszeit eines Keims zu reduzieren und damit die Symptome einer Migräneattacke mit Aura zu reduzieren. Dieses tRNS-Elektrozeutikum würde also nur akut in der Auraphase aktiv wirken - aber die Wirkung entfaltet sich dann auf die anschließende Kopfschmerzphase und kann Kopfschmerzen lindern. Außerhalb der Auraphase eingesetzt, kommt es hingegen zu keiner Entfaltung. Über individuelle Computersimulationen wurden zudem personalisierte Elektrozeutika als Prophylaxe bei Migräne mit und ohne Aura postuliert, die einem anderen Wirkmechanismus nachgehen.
Wirkungsort im Zwischenhirn
Magnetfelder, die Kopfhaut, Schädeldach und Hirnhaut durchdringen, enden nicht einfach in der Großhirnrinde, dem ursprünglich angedachten Wirkungsort. Sie dringen natürlich auch noch weiter in das Zwischenhirn vor. Der Thalamus bildet den größten Teil des Zwischenhirns. Die neue Studie spekuliert nun genau auf diesen Wirkungsort, eine Interaktion im Zwischenhirn. Das Zwischenhirn verbindet Großhirn mit dem Hirnstamm. Dort, im Hirnstamm, treffen Schmerzsignale ein. Diese Interaktion zielt auf bestimmte, vermittelnde Gehirnzellen in den Schaltstellen der Schmerzleitung (sog. opioiderge Interneurone). Auch hier spielen wieder Computermodelle eine Rolle, die in Form eines Migräne-Generator-Netzwerkes formuliert werden und Anleitungen für Elektrozeutika liefern.
Wirknachweis: gehoffte Wirkungen überprüfen
Der nächste Schritt ist nun klar. Es wird wieder zurück zur ursprünglichen Idee gehen, zurück zur objektivierenden Diagnostik mittels TMS oder auch anderen Methoden, um den Wirkungsgrad zu messen. Was ist der langfristige medizinische Therapiererfolg - der Outcome? Das ist die zentrale Frage. Elektrozeutika, insbesondere tRNS-Elektrozeutika, verändern nämlich das Gehirn. Ziel wird es irgendwann zumindest mal sein, das Migränegehirn umzuprogrammieren - ohne dabei größeren Schaden anzurichten.
Gefahrenhinweis
TMS wird als »nichtinvasiv« bezeichnet, doch der Begriff ist unangebracht. Er täusche Laien über die Wirkung auf das Hirngewebe, sowohl bezüglich der akuten wie auch der langanhaltenden Wirkung. Externe hochfrequente elektromagnetischer Felder werden von der WHO als potenzielles Humankarzinogen eingestuft. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird man abwägen. Stimulationen, die nicht das zentrale Nervensystem, sondern das periphere Nervensystem als Wirkungsort elektromagnetischer Felder ansteuern, erscheinen milder und sind deswegen eine Alternative zum TMS.
Beyond the pill - Messen und Steuern
Heute versteht man, zumindest im Groben, wie transkranielle Magnetstimulation bei Migräne wirkt. Der heilige Gral der Migräneforschung ist und bleibt die Frage, wie das Gehirn seine Migräneanfälligkeit langfristig verlernen kann und nicht nur kurzfristig unterbindet. Diese Thematik wird die Forschungsansätze nicht nur der TMS in der Zukunft dominieren. Dabei geht es nicht mehr allein darum, die in klinischen Studien erzielten Ergebnisse in weiteren klinischen Studien zu reproduzieren. Das ist zwar bei Elektrozeutika nötig. Die Standards der Pharmabranche sind längt nicht erreicht. Doch langfristig geht es darum, diese unter streng kontrollierten und genormten Bedingungen erlangten Ergebnisse auch in der täglichen Praxis zu messen. Messen und (Gegen)Steuern wird als das Grundprinzip der Elektrozeutika gesehen. Dieses Grundprinzip begegnet uns beim Biofeedback gegen Migräne. Und dieses Grundprinzip muss nun auf die gesamte Therapiezeit übertragen werden. Das ist der Kern einer digitalen Therapie »beyond the pill«. Die transkranielle Magnetstimulation im Speziellen und Elektrozeutika im Allgemeinen sind nämlich nicht die einzigen digitalen Therapieformen. Und der Weg »beyond the pill« meint auch nochmal etwas anderes. Er bezeichnet jedwede digitale Therapieform, die medikamentöse Therapien nicht schlicht ergänzen, sondern selbst aktiv zur Therapie beitragen und gleichzeitig die Gesamttherapie (multimodale Therapie) überprüfen - es geht um das Messen und (Gegen)Steuern als Prozess. Das betrifft Gehirnzellen (mit Elektrozeutika), es betrifft das autonome Nervensystem (mit Biofeedback) und es betrifft ebenso den Versuch Gehirn und Körper (mit - etwas vage formuliert - Outcomes Technologies, wie beispielsweise Wearables als Tracker sowie auch tragbare Stimulatoren) dauerhaft zu einer gesünderen Form zu verändern.
Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) bei Migräne
Die Behandlung von Migräne mit repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) ist eine nicht-invasive, aufkommende Methode, die darauf abzielt, die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Migräneanfällen zu verringern. rTMS kann bestimmte Hirnregionen modulieren, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne beteiligt sind, und wird sowohl zur Akuttherapie als auch zur Prophylaxe eingesetzt.
Ziele der rTMS-Behandlung bei Migräne
Die rTMS-Therapie zielt darauf ab:
- Verringerung der Migränehäufigkeit
- Reduktion der Schwere und Dauer von Anfällen
- Prophylaxe gegen zukünftige Attacken
- Reduktion der Medikamentenabhängigkeit
Zielregionen der Stimulation
Die Zielregionen für die Behandlung von Migräne mit rTMS sind bestimmte Hirnregionen, die mit der Migräneaura und den Kopfschmerzen in Verbindung stehen:
- Okzipitaler Kortex: Der visuelle Kortex (im hinteren Bereich des Gehirns) wird häufig als Zielregion für rTMS bei Migräne gewählt, insbesondere bei Patienten, die eine Aura (visuelle Vorzeichen von Migräne) erleben. Eine niedrigfrequente Stimulation (1 Hz) des okzipitalen Kortex zielt darauf ab, die übermäßige Aktivierung in dieser Region zu dämpfen und damit Migräneanfälle zu verhindern.
- Dorsolateraler präfrontaler Kortex (DLPFC): Der DLPFC wird ebenfalls oft stimuliert, da er mit der Schmerzverarbeitung und der emotionalen Reaktion auf Schmerzen verbunden ist. Hochfrequente rTMS (10-20 Hz) kann helfen, die Schmerztoleranz zu erhöhen und die Angst vor bevorstehenden Anfällen zu reduzieren.
- Motorischer Kortex: Manchmal wird der primäre motorische Kortex (M1) als Zielregion verwendet, um neuropathische Schmerzen zu modulieren und die Schmerzschwelle zu erhöhen.
Behandlungsprotokoll für rTMS
- Stimulationsfrequenz und Intensität: Niedrigfrequente Stimulation (1 Hz) des okzipitalen Kortex wird verwendet, um die neuronale Übererregbarkeit zu dämpfen und die Aktivität in diesem Bereich zu reduzieren. Hochfrequente Stimulation (10-20 Hz) des DLPFC kann eingesetzt werden, um die allgemeine Schmerztoleranz zu erhöhen und den emotionalen Stress im Zusammenhang mit Migräne zu verringern.
- Anzahl und Dauer der Sitzungen: Für die akute Behandlung von Migräne kann eine einzelne Sitzung von 10-30 Minuten ausreichend sein, während die prophylaktische Anwendung von rTMS über mehrere Wochen hinweg (typischerweise 20-30 Sitzungen) erfolgt.
- Individuelle Anpassung: Die Häufigkeit und Dauer der Behandlung kann je nach Schweregrad der Migräne und dem Ansprechen des Patienten angepasst werden.
Wirkungsweise von rTMS bei Migräne
Die Wirkung von rTMS bei Migräne beruht auf der Modulation der neuronalen Aktivität in den betroffenen Hirnregionen, die für die Entstehung der Migräneanfälle eine Rolle spielen:
- Hemmung der kortikalen Übererregbarkeit
- Modulation der Schmerzverarbeitung
- Förderung der endogenen Schmerzhemmung
Studienlage und Ergebnisse zu rTMS
Studien zeigen, dass rTMS die Häufigkeit von Migräneanfällen signifikant reduzieren kann, insbesondere bei regelmäßiger prophylaktischer Anwendung. Patienten berichten oft, dass die Anfälle seltener auftreten und weniger intensiv sind. Für die akute Behandlung von Migräneanfällen kann eine einzelne niedrigfrequente Sitzung des okzipitalen Kortex die Schwere der Attacke lindern und die Dauer des Anfalls verkürzen. Patienten, die rTMS als prophylaktische Maßnahme verwenden, berichten von einer verbesserten Lebensqualität, weniger Abhängigkeit von Medikamenten und einer besseren Fähigkeit, am täglichen Leben teilzunehmen.
Nebenwirkungen und Risiken von rTMS
rTMS ist im Allgemeinen gut verträglich und sicher, auch bei der Behandlung von Migräne. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
- Kopfschmerzen und Kopfhautreizungen
- Schwindel
- Krampfanfälle (sehr selten)
Kombination von rTMS mit anderen Therapien
rTMS wird oft in Kombination mit anderen Migränebehandlungen eingesetzt:
- Medikamentöse Prophylaxe
- Akutmedikamente
- Verhaltenstherapie und Entspannungstechniken
Weitere Studien und Erkenntnisse
Eine Studie mit 164 Migräne-Patienten, die in der Aura-Phase einer Migräne ein TMS-Handgerät anwandten, zeigte, dass in der Verum-Gruppe innerhalb von zwei Stunden nach der TMS-Therapie 39 Prozent schmerzfrei waren, in der Sham-Gruppe nur 22 Prozent.
Die Forscher um Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York behandelten Patienten mit einer Magnetstimulation mit Einzelimpulsen (sTMS) oder einem Placebo. In der Placebo-Gruppe gaben zwar 22 Prozent der Teilnehmer an, keine Schmerzen mehr zu haben. Doch mithilfe der sTMS wurden 39 Prozent der Probanden von ihren Schmerzen befreit - also signifikant mehr.
Nach Ansicht des Neurologen Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen könnte die sTMS somit vor allem für Patienten ein großer Fortschritt sein, denen Medikamente wenig oder gar nicht helfen. Die magnetischen Impulse könnten die elektrischen Abläufe im Hirn unterbrechen, die einer Migräne mit Aura zugrunde liegen.
Fazit
Die Magnetfeldtherapie, insbesondere die TMS und rTMS, bietet eine vielversprechende, nicht-medikamentöse Option zur Linderung der Symptome und zur Prävention von Migräneanfällen. Die niedrigfrequente Stimulation des okzipitalen Kortex kann die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen reduzieren, während die hochfrequente Stimulation des DLPFC hilft, die Schmerztoleranz zu erhöhen und emotionale Begleitsymptome zu lindern. Obwohl die Anwendung von rTMS bei Migräne noch als experimentell gilt, sind die bisherigen Forschungsergebnisse ermutigend, insbesondere für Patienten, die auf traditionelle medikamentöse Therapien nicht ansprechen oder starke Nebenwirkungen erfahren. Es ist wichtig, die potenziellen Risiken und Nebenwirkungen der Magnetfeldtherapie zu berücksichtigen und die Behandlung mit einem qualifizierten Arzt zu besprechen.
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