Meningeom: Größe, Symptome, Diagnose und Behandlung

Ein Meningeom ist ein meist gutartiger Tumor, der von den Hirnhäuten oder dem Rückenmark ausgeht. Sie machen etwa 20-30 % aller Hirntumoren aus und sind damit relativ häufig. Meningeome wachsen meist sehr langsam und verdrängen initial das Hirngewebe, ohne es zu zerstören, wodurch sie eine beträchtliche Größe erreichen können, bevor sie klinisch auffällig werden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Meningeome, einschließlich ihrer Größe, Symptome, Diagnose und Behandlungsoptionen.

Was ist ein Meningeom?

Ein Meningeom ist ein Tumor, der von den Hirnhäuten ausgeht, den Membranen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. In den meisten Fällen (> 95 %) sind Meningeome gutartig. Sie machen ca. 20 - 30 % aller Hirntumoren aus und sind damit recht häufig. Sie wachsen meist sehr langsam und verdrängen initial das Hirngewebe, ohne es zu zerstören. Dadurch können sie eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie klinisch auffällig werden. Die Tumoren treten meist im 5. bis 7. Lebensjahrzehnt auf. Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen als Männer.

Klassifizierung von Meningeomen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Meningeome in drei Grade ein, die wesentlich für die Prognose und Behandlung sind:

  • WHO-Grad I: Gutartige Meningeome (85 % der Fälle): Diese Tumoren wachsen langsam und haben eine geringe Wahrscheinlichkeit, wiederzukehren.
  • WHO-Grad II: Atypische Meningeome (12 % der Fälle): Diese Tumoren wachsen schneller als gutartige Meningeome und haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, wiederzukehren.
  • WHO-Grad III: Anaplastische Meningeome (3 % der Fälle): Diese Tumoren sind bösartig und wachsen schnell. Sie haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, wiederzukehren und sich auf andere Teile des Körpers auszubreiten.

Symptome von Meningeomen

Die Symptome eines Meningeoms hängen von der Größe und Lage des Tumors ab. Kleine Meningeome verursachen möglicherweise keine Symptome, während größere Meningeome eine Vielzahl von Symptomen verursachen können, darunter:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Gesichtsfeldverlust)
  • Krampfanfälle
  • Schwäche oder Taubheit in Armen oder Beinen
  • Sprachschwierigkeiten
  • Gedächtnisprobleme
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Hirnnervenstörungen (z. B. Schluckstörungen, Gesichtslähmung)

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch durch andere Erkrankungen verursacht werden können. Wenn Sie eines dieser Symptome haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache zu ermitteln.

Lesen Sie auch: Alles über Meningeome im Gehirn

Christian, ein 45-jähriger Mann, bei dem im Dezember ein Meningeom diagnostiziert wurde, hat seit etwa 4 Jahren mit Schwindel, Unwohlsein und immer wieder Kopfschmerzen zu tun. Diese Symptome konnten bisher nicht lokalisiert werden. Nach Feststellung eines Wachstums (30x10x23 mm) wurde ihm vom Radiologen nahegelegt, ein Zentrum für Neurochirurgie aufzusuchen.

Diagnose von Meningeomen

Die Diagnose eines Meningeoms basiert in der Regel auf einer Kombination aus neurologischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Die Magnetresonanztomographie (MRT) mit Kontrastmittel ist die Untersuchung der Wahl, um Meningeome zu diagnostizieren. Diese Technik erlaubt die Darstellung auch sehr kleiner Tumoren. Eine Computertomographie (CT) kann ebenfalls verwendet werden, um Meningeome zu diagnostizieren, insbesondere wenn eine MRT nicht möglich ist.

In einigen Fällen kann eine Biopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen. Bei einer Biopsie wird eine kleine Gewebeprobe aus dem Tumor entnommen und unter einem Mikroskop untersucht.

Radiologen sind nicht unfehlbar und es gibt Tumore, die im MRT aussehen wie Meningeome, sich bei der Biopsie später aber als eine andere Tumorart herauskristallisieren. Eine Differentialdiagnose ist wichtig, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Behandlung von Meningeomen

Die Behandlung eines Meningeoms hängt von der Größe, Lage und dem Wachstumsverhalten des Tumors sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Nicht alle Meningeome müssen unbedingt sofort operiert werden. So kann man bei kleinen Tumoren, die durch Zufall entdeckt werden und keine Symptome verursachen, durchaus abwarten und den Befund kontrollieren (insbesondere bei älteren Patienten). Die Therapieentscheidung kann dann eine Herausforderung für Betroffene und ihre Ärzte sein.

Lesen Sie auch: Ursachen epileptischer Anfälle bei Meningeomen

Die wichtigsten Behandlungsoptionen für Meningeome sind:

  • Beobachtung: Kleine, asymptomatische Meningeome können zunächst beobachtet werden. Regelmäßige MRT-Untersuchungen werden durchgeführt, um das Wachstum des Tumors zu überwachen.

  • Operation: Die Operation ist die Standardtherapie für symptomatische Meningeome. Ziel der Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Dies ist jedoch nicht immer möglich, insbesondere wenn sich der Tumor in der Nähe von wichtigen Strukturen im Gehirn befindet. Die komplette Tumorentfernung ist die Therapie der Wahl. Durch die Operation ist eine Heilung möglich. Rezidive sind nach kompletter Tumorentfernung selten (in unserer Serie ca. 5%). Jedoch wird nicht um jeden Preis eine komplette Tumorentfernung angestrebt. Infiltriert der Tumor funktionell wichtige Strukturen und eine vollständige Tumorentfernung würde mit Sicherheit zu schweren neurologischen Defiziten führen (z. B. Lähmungen, Doppelbilder), werden kleine Tumorreste belassen und anschließend mit regelmäßiger MRT-Bildgebung kontrolliert.

    • Minimalinvasive Chirurgie: Bei der Operation von Schädelbasismeningeomen hat sich die endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Technik sehr bewährt. Durch den Einsatz von Endoskopen kann um Nerven und Gefäße sowie um knöcherne Ecken der Schädelbasis ?herum?gesehen werden. Dadurch wird das Ausmaß der chirurgischen Präparation reduziert. Ausgedehnte Schädelbasiszugänge, bei denen große Teile der Schädelbasis abgefräst werden, können vermieden werden. Häufig gelingt es auch größere Tumoren über kleine schonende Schädelöffnungen (Schlüssellochchirurgie) zu entfernen.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie kann eingesetzt werden, um Meningeome zu verkleinern oder ihr Wachstum zu stoppen. Sie wird oft nach einer Operation eingesetzt, um verbleibende Tumorzellen abzutöten. Bei Tumorwachstum erfolgt eine Präzisionsstrahlentherapie (z. B. Radiochirurgie). Eine primäre Bestrahlung wird nur bei kleinen Tumoren und OP-Kontraindikation (z. B. Bei der Operation von Schädelbasismeningeomen hat sich die endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Technik sehr bewährt. Durch den Einsatz von Endoskopen kann um Nerven und Gefäße sowie um knöcherne Ecken der Schädelbasis ?herum?gesehen werden. Dadurch wird das Ausmaß der chirurgischen Präparation reduziert. Ausgedehnte Schädelbasiszugänge, bei denen große Teile der Schädelbasis abgefräst werden, können vermieden werden. Häufig gelingt es auch größere Tumoren über kleine schonende Schädelöffnungen (Schlüssellochchirurgie) zu entfernen.

  • Stereotaktische Radiochirurgie: Bei der stereotaktischen Radiochirurgie werden hochdosierte Strahlen präzise auf den Tumor gerichtet. Diese Behandlung kann bei kleinen Meningeomen wirksam sein, die nicht operiert werden können.

    Lesen Sie auch: Felix Sahm und Meningeome im Fokus

Die Entscheidung, welche Behandlung am besten geeignet ist, sollte in Absprache mit einem erfahrenen Neurochirurgen und einem Strahlentherapeuten getroffen werden.

Prognose von Meningeomen

Die Prognose für Patienten mit Meningeomen ist in der Regel gut. Die meisten Meningeome sind gutartig und wachsen langsam, so dass sie oft erfolgreich behandelt werden können. Die vollständige Entfernung eines gutartigen Meningeoms kommt meist einer Heilung gleich. Aggressiv wachsende Meningeome wie beispielsweise das atypische Meningeom (WHO-Grad 2) oder das anaplastische Meningeom (WHO-Grad 3) sind selten. Sie machen insgesamt weniger als 10 Prozent aller Meningeome aus. Sie haben ein höheres Risiko, nach Entfernung erneut zu wachsen. Neben einer Operation können dann auch eine adjuvante Strahlentherapie und gegebenenfalls eine Chemotherapie oder zielgerichtete Medikamente infrage kommen.

Es ist jedoch wichtig, sich regelmäßigen Nachuntersuchungen zu unterziehen, um sicherzustellen, dass der Tumor nicht zurückkehrt.

Meningeome und Schwindel

Christian fragt sich, ob sein Schwindel mit dem Meningeom zusammenhängt. Schwindel kann viele Ursachen haben, und es ist wichtig, diese Möglichkeit mit dem Neurochirurgen zu besprechen. Ist ein Tumor diagnostiziert, liegt es ziemlich nahe, dass Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen diese Ursache haben. Sicher gibt es noch andere Ursachen, aber die sind wohl eher selten.

Umgang mit der Diagnose

Eine Meningeom-Diagnose kann belastend sein. Es ist wichtig, sich von Familie und Freunden unterstützen zu lassen und sich über die Erkrankung zu informieren. Es kann auch hilfreich sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen oder einen Therapeuten aufzusuchen.

tags: #meningeom #grobe #cm #tabelle