Michael Schult Neurologe: Ein umfassender Überblick

Dieser Artikel beleuchtet das Feld der Neurologie, insbesondere im Kontext der integrierten Versorgung von Depressionen und Weiterbildungsinitiativen für ausländische Assistenzärzte.

Integrierte Versorgung von Depressionen (IV-Depression)

Die Integrierte Versorgung Depression (IV-Depression) stellt ein umfassendes, hauptsächlich ambulantes Behandlungsangebot für Menschen mit chronischen oder therapieresistenten Depressionen dar. Ziel ist es, die Selbstregulationsfähigkeiten der Betroffenen zu stärken und stationäre Kriseninterventionen zu reduzieren.

Struktur und Angebot

Die IV-Depression basiert auf dem "Hamburger Modell" der Integrierten Versorgung nach §140 SGB V. Die Behandlung wird von einem interdisziplinären Team des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Psychiatern und anderen Einrichtungen angeboten.

Das Behandlungsangebot richtet sich individuell nach den vereinbarten Zielen der Patienten. Übergeordnetes Ziel ist die Erreichung einer größeren Stabilität und damit einer höheren Lebensqualität. Zudem sollen Krisenzeiten besser bewältigt und Klinikaufenthalte reduziert oder verkürzt werden.

Das UKE dient als erste Anlaufstelle für psychosoziale Krisen und strebt eine bestmögliche ambulante Weiterbehandlung an. Die Behandlung umfasst in der Regel:

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  • Engmaschige Einzel- und Gruppenpsychotherapie auf der Basis eines multimodalen Therapiekonzepts, mit Schwerpunkt auf Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP).
  • Langfristiges Case-Management durch das IV-Kernteam, insbesondere durch den Bezugstherapeuten.
  • Entwicklung eines individuellen Krisenplans, der Selbsthilfe, Telefoncoaching, ambulante und im Notfall auch stationäre Kriseninterventionen beinhaltet.
  • Erreichbarkeit des IV-Kernteams während der Öffnungszeiten über ein Krisentelefon.
  • Tägliche 24-Stunden-Erreichbarkeit der Klinik über die Zentrale Notaufnahme des UKE.
  • Sozialberatung.
  • Psychopharmakotherapie durch teilnehmende niedergelassene Psychiater oder im IV-Kernteam.
  • Diagnostik und ggf. Behandlung von psychischen Begleiterkrankungen (z.B. PTBS, Persönlichkeitsstörungen, Angst- und Zwangsstörungen, ADHS).
  • Integrierte Nutzung aller notwendigen Bereiche und Institutionen, insbesondere der Spezialstation und Tagesklinik für depressive Störungen sowie der Spezialambulanzen für depressive Störungen und Neuromodulation (für weitere Gruppentherapien und Behandlungen mit Elektrokrampftherapie (EKT), repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) und Esketamin).
  • Einbeziehung von Angehörigen und Vertrauenspersonen in die Behandlung.
  • Möglichkeit von Interventionen im eigenen Umfeld.

Das IV-Kernteam

Das Team der IV-Depression besteht aus Psychologen, Ärzten und Sozialpädagogen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKE. Es ist innerhalb der Klinik mit Stationen und Ambulanzen sowie außerhalb der Klinik mit niedergelassenen Behandlern, Betreuern und Institutionen vernetzt.

Zum Team gehören unter anderem:

  • Dr. med. Regina Koschwitz (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie)
  • Dr. rer. biol. hum. Josefine Gehlenborg (Psychologin)
  • Dr. phil. Leonie Gerke (Psychologin)
  • Prof. Dr. Martin Lambert (Leitung Administration und Forschung)

Weiterbildungsinitiative für ausländische Assistenzärzte

Eine bemerkenswerte Initiative zur Integration und Weiterbildung ausländischer Assistenzärzte wurde von Prof. Dr. med. Manfred Holzgraefe ins Leben gerufen, dem ehemaligen Leiter der Kliniken für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation der Asklepios Kliniken Schildautal.

Ziel und Inhalt des Kurses

Der spezielle Weiterbildungskursus unter der Leitung von Prof. Holzgraefe hat das Ziel, jungen Assistenzärzten mit Migrationshintergrund den "Feinschliff" zu geben. Neben der regulären Ausbildung auf den Stationen soll die wöchentliche praktische Lehrveranstaltung den Ausbildungsstandard der ausländischen Ärzte harmonisieren und ausbauen.

Der Kursus wurde in Absprache mit dem Direktor des Zentrums für Neurologie, Prof. Dr. Mark Obermann, gestartet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Die Inhalte sind stark praxisorientiert.

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Neurologische Propädeutik

Zu Beginn der Fortbildungsreihe werden die Grundbegriffe der "neurologischen Propädeutik" vermittelt. Diese soll eine Grundlage in der neurologischen Anamneseerhebung (Erfragung und Erfassung der Krankengeschichte) sowie eine Systematik in der neurologischen Untersuchung vermitteln.

Ziel ist es, dass die ausländischen Assistenzärzte durch gegenseitiges Untersuchen den Ablauf einer neurologischen Untersuchung besser kennenlernen und Varianten von Normalbefunden erheben.

Fallbasierte Diskussionen

Einige Tage vor dem Kursus erhalten die Teilnehmer schriftlich Fälle von Patienten mit neurologischen Krankheiten, mit denen sie sich vorab beschäftigen sollen. Anhand dieser Fälle erörtern sie dann gegenseitig die Anamnese und klinischen Befunde.

Ergänzend zu den Fällen werden spezifische Fragen gestellt, die vorab beantwortet werden sollen.

Integrationsbeitrag

Christian Lorch, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Schildautal, betont, dass die Initiative auch einen Beitrag zur schnelleren Integration ausländischer Ärzte in die Gesellschaft leisten soll.

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