Migränebehandlung durch Akupunktur: Ohrakupunktur, Psychische Aspekte und Studienlage

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der in Deutschland etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen betroffen sind, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Charakteristisch sind wiederkehrende, heftige Kopfschmerzattacken, die von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit begleitet werden können. Die Anfälle dauern zwischen drei und 72 Stunden und werden durch körperliche Anstrengung verstärkt. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen treten vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die als Aura bezeichnet werden. Die Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, genetische Veranlagung und eine Überlastung des Nervensystems spielen jedoch eine Rolle.

Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Ansätze. Akupunktur, insbesondere Ohrakupunktur, wird von einigen Betroffenen als alternative oder ergänzende Therapieoption in Betracht gezogen. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Akupunktur, insbesondere der Ohrakupunktur, und geht auf die Studienlage sowie mögliche psychische Aspekte ein.

Was ist Akupunktur?

Akupunktur ist eine Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden feine, sterile Einmalnadeln in definierte Punkte des Körpers gestochen, die auf sogenannten Meridianen liegen sollen. Ziel der Akupunktur ist es, Blockaden im Körper zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Während der Behandlung können Therapeut:innen weitere Verfahren anwenden, wie z.B. das Erwärmen der Nadeln, das Bewegen der Nadeln oder die Stimulation der Akupunkturpunkte mit Reizstrom oder manueller Massage. Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es Sonderformen wie die Ohrakupunktur und die Laserakupunktur.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Akupunktur unter bestimmten Voraussetzungen. Akupunktur ist eine Kassenleistung bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, wenn die Schmerzen seit mindestens 6 Monaten bestehen. In der Regel haben Patient:innen Anspruch auf bis zu 10 Akupunktursitzungen innerhalb von 6 Wochen, in Ausnahmefällen auch bis zu 15 Sitzungen innerhalb von 12 Wochen.

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Wichtig ist, dass die Nadeln während jeder Sitzung mindestens 20 Minuten in der Haut bleiben sollten. Eine erneute Behandlung ist frühestens nach 12 Monaten möglich. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von qualifizierten Ärzt:innen durchgeführt wird, die eine entsprechende Ausbildung und Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung haben. Sitzungen bei Heilpraktiker:innen müssen selbst bezahlt werden. Viele Krankenkassen bezahlen oder bezuschussen Akupunktur jedoch auch bei anderen Erkrankungen oder bei der Geburtsvorbereitung im Rahmen von freiwilligen Satzungsleistungen oder Bonusprogrammen.

Was ist bei der Akupunktur zu beachten?

Vor einer Akupunkturbehandlung sollte man mit dem Arzt oder der Ärztin über den möglichen Nutzen dieser alternativen Heilmethode im Vergleich zu anderen Therapieformen sprechen. Wenn eine kostenpflichtige Akupunktur angeboten wird, sollte man vorab klären, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt oder einen Zuschuss zahlt. Auch eine private Krankenzusatzversicherung kann die Kosten übernehmen.

Es ist wichtig, sich vor Behandlungsbeginn zu vergewissern, dass die Praxis die Akupunktur als Kassenleistung abrechnen darf. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung des Bundeslandes kann man erfragen, welche Praxen die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Wenn die Akupunktur selbst bezahlt werden muss, sollte man sich im Vorfeld schriftlich über die Kosten pro Sitzung und die Anzahl der benötigten Sitzungen aufklären lassen. Es ist ratsam, erfahrene Therapeut:innen mit der Akupunktur zu beauftragen.

Ohrakupunktur im Detail

Die Ohrakupunktur ist ein Teilgebiet der Akupunktur, bei dem bestimmte Punkte am Ohr stimuliert werden. Sie wird unter anderem bei Schmerzen, Allergien und seelischen Problemen eingesetzt, aber auch zur Raucherentwöhnung oder Gewichtsreduktion.

Wie funktioniert Ohrakupunktur?

Die Ohrakupunktur basiert auf der Vorstellung, dass jedes Organ im Körper einem bestimmten Punkt im Ohr zugeordnet ist. Durch die Stimulation dieser Punkte sollen Funktionsstörungen im Körper behandelt werden können. Die zu behandelnden Punkte werden als Reaktionspunkte bezeichnet und sind nur aktiv und auffindbar, wenn im zugehörigen Organ eine Störung vorliegt.

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Bei der Behandlung werden die schmerzhaften Ohr-Akupunkturpunkte meist mit Nadeln stimuliert. Die Ohrakupunktur gilt als relativ schmerzarm und wird gut toleriert. Anhänger der Methode betonen den schnellen Wirkungseintritt, insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen des Bewegungssystems.

Mögliche Wirkmechanismen

Die Wirkmechanismen der Ohrakupunktur sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass die Stimulation der Ohr-Akupunkturpunkte zur Ausschüttung von Botenstoffen führt. Es werden auch direkte Verbindungen der Punkte zu Strukturen des zentralen Nervensystems angenommen, insbesondere über den Trigeminusnerv, den Vagusnerv und das obere Halsgeflecht. Da die Ohren in unmittelbarer Nähe des Gehirns liegen, werden Signale sehr schnell hin- oder hergeleitet, was möglicherweise die stärkere Wirkung im Vergleich zu anderen Reflexzonentherapien erklärt.

Anwendungsgebiete der Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur wird bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt, darunter:

  • Akute und chronische Schmerzen des Bewegungssystems
  • Verletzungen
  • Gelenkschmerzen
  • Reizungen des Ischiasnerven
  • Beschwerden der Lendenwirbelsäule
  • Zervikalsyndrom (Beschwerden der Halswirbelsäule)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Schmerzen der Achillesferse
  • Knie- und Hüftarthrose
  • Erhöhter Blutdruck
  • Allergisches oder nichtallergisches Asthma
  • Allergien, insbesondere Heuschnupfen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Migräne
  • Kopfschmerzen
  • Nervenschmerzen, insbesondere Trigeminusneuralgie
  • Schwindel
  • Raucherentwöhnung
  • Gewichtsreduktion
  • Prüfungsangst
  • Schlafstörungen

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ohrakupunktur kein Ersatz für eine schulmedizinisch notwendige Behandlung ist und insbesondere bei schwerwiegenden Erkrankungen höchstens begleitend eingesetzt werden sollte.

Durchführung der Ohrakupunktur

Für die Behandlung liegt der Patient entspannt auf einer Liege. Der Ohrakupunkteur sucht nach aktiven Punkten, indem er die erhöhte Schmerzempfindlichkeit oder den reduzierten Hautwiderstand in diesen Punkten misst. Auch auffällige Rötungen, Schwellungen oder Schuppungen können auf Akupunkturpunkte hinweisen.

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Zur genauen Bestimmung der Punkte orientiert sich der Akupunkteur an Punkteverzeichnissen oder Übersichtskarten, die eine Miniaturabbildung des Körpers auf der Ohrmuschel darstellen. Die Punkte werden mit Tastinstrumenten oder Akupunkturnadeln abgetastet. Auch die Messung des Hautwiderstandes mit elektrischen Punktesuchgeräten ist möglich, wird aber aufgrund der höheren Fehlerquote seltener eingesetzt.

Nachdem ein vielversprechender Punkt gefunden wurde, wird er üblicherweise mit einer Einmal-Akupunkturnadel gestochen. Alternativ können Mikroaderlässe durchgeführt werden, bei denen der Punkt kurz angepiekt und die Nadel sofort wieder entfernt wird. Weitere Methoden der Punkte-Stimulation sind die Akupressur, die Softlaserbehandlung oder die punktförmige, elektrische Stimulation.

Neben Einmalnadeln können auch Dauernadeln verwendet werden. Dauernadeln sind kurze Nadeln oder kleine Metallkügelchen, die mit einem Pflaster auf dem Akupunkturpunkt befestigt werden und dort über längere Zeit verbleiben. Sie werden besonders zur Unterstützung eines Nikotinentzuges, bei psychischen Beschwerden und unterstützend bei einer Gewichtsreduktions-Diät eingesetzt.

Ein Behandlungszyklus der Ohrakupunktur besteht im Allgemeinen aus zehn oder zwölf Sitzungen, mit ein bis vier Behandlungen pro Woche. Die Nadeln verbleiben jeweils 20 bis 30 Minuten in der Haut. Nach der Wirkzeit der Nadeln sollte sich eine ebenso lange Ruhezeit im Liegen anschließen. Ein spürbarer Behandlungserfolg soll sich oft schon während der Sitzung zeigen, spätestens aber nach vier bis fünf Sitzungen. Nach dem Ende eines Behandlungszyklus sollte eine mehrwöchige oder mehrmonatige Pause eingehalten werden.

Mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Schmerzen beim Suchen der aktiven Punkte können als unangenehm empfunden werden. Die Einstichschmerzen der Nadeln sind jedoch sehr gering und auch die Schmerzen durch die liegenden Nadeln sind meist nicht von Bedeutung. Bei der Akupressur kann der Druck oder die Massage der aktiven Punkte als sehr unangenehm empfunden werden.

Bei empfindlichen Patienten können durch die Nadelung Kreislaufbeschwerden auftreten, weshalb die Ohrakupunktur nur im Liegen durchgeführt wird. Durch unsaubere oder unsachgemäße Durchführung besteht das Risiko einer Infektion, die sich bis zum Ohrknorpel ausbreiten kann. Deshalb werden nur Einmalnadeln verwendet und die Haut gründlich desinfiziert. Bei liegenden Dauernadeln muss auf besondere Hygiene geachtet und die Stichstelle regelmäßig kontrolliert werden. Selten tritt eine sogenannte Erstverschlimmerung der Beschwerden auf, die jedoch nach kurzer Zeit wieder abklingen soll.

Geschichte der Ohrakupunktur

Einzelne Ohrpunkte waren bereits in der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannt. Auch die antike ägyptische und persische Medizin nutzte die Ohrmuschel zur Therapie von Krankheiten. Die moderne Ohrakupunktur geht jedoch auf den französischen Arzt Dr. Paul Nogier zurück, der um 1950 das Konzept des Somatotops der Ohrmuschel entwickelte. Nogiers Theorie verbreitete sich schnell in Europa und gelangte auch nach China, wo sie in das System der Traditionellen Chinesischen Medizin integriert wurde. Heutzutage wird die Ohrakupunktur weltweit eingesetzt.

Die Rolle der Psyche bei Migräne

Migräne ist nicht nur eine körperliche Erkrankung, sondern auch eng mit psychischen Faktoren verbunden. Stress, Angst, Depressionen und andere psychische Belastungen können Migräneattacken auslösen oder verstärken. Umgekehrt können chronische Migräne und die damit verbundenen Einschränkungen die psychische Gesundheit beeinträchtigen und zu Angstzuständen oder Depressionen führen.

Psychische Triggerfaktoren

Viele Menschen mit Migräne berichten von bestimmten psychischen Situationen oder Zuständen, die als Trigger für Migräneattacken wirken. Dazu gehören:

  • Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress kann Migräne auslösen.
  • Angst: Angstzustände und Panikattacken können Migräne triggern.
  • Depressionen: Depressive Verstimmungen und Depressionen sind häufig mit Migräne assoziiert.
  • Emotionale Belastungen: Trauer, Wut, Enttäuschung und andere starke Emotionen können Migräneattacken provozieren.
  • Schlafstörungen: Schlafmangel, unregelmäßige Schlafzeiten oder schlechte Schlafqualität können Migräne begünstigen.

Psychische Begleiterscheinungen

Chronische Migräne kann erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit haben. Häufige Begleiterscheinungen sind:

  • Angstzustände: Die Angst vor der nächsten Migräneattacke kann zu chronischen Angstzuständen führen.
  • Depressionen: Die ständigen Schmerzen und Einschränkungen können depressive Verstimmungen oder Depressionen auslösen.
  • Soziale Isolation: Migräneattacken können dazu führen, dass Betroffene soziale Aktivitäten meiden und sich isoliert fühlen.
  • Berufliche Probleme: Häufige Fehlzeiten aufgrund von Migräne können zu beruflichen Problemen führen.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Die Unberechenbarkeit der Migräne und die damit verbundenen Einschränkungen können das Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Psychotherapeutische Ansätze

Da psychische Faktoren eine wichtige Rolle bei Migräne spielen, können psychotherapeutische Ansätze eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung sein. Bewährte Methoden sind:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Die KVT hilft, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern, die Migräneattacken auslösen oder verstärken können.
  • Stressmanagement-Techniken: Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen können helfen, Stress abzubauen und die Entspannungsfähigkeit zu verbessern.
  • Biofeedback: Biofeedback ermöglicht es, Körperfunktionen wie Muskelspannung oder Herzfrequenz bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen, um Migräneattacken vorzubeugen.
  • Psychodynamische Therapie: Diese Therapieform kann helfen, unbewusste Konflikte und traumatische Erfahrungen aufzudecken, die zur Entstehung von Migräne beitragen können.

Die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes

Eine erfolgreiche Migränebehandlung sollte immer einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der sowohl körperliche als auch psychische Aspekte berücksichtigt. Dies kann die Kombination von Medikamenten, Akupunktur, Entspannungsverfahren, психотерапия und Änderungen des Lebensstils umfassen.

Studienlage zur Akupunktur bei Migräne

Es gibt zahlreiche Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne. Die wissenschaftliche Suchmaschine Pubmed zeigt unter dem Suchbegriff "Acupuncture" mehr als 35.000 Ergebnisse an, wobei mit knapp 20.000 über die Hälfte dieser Studien allein in den vergangenen zehn Jahren veröffentlicht wurden. Allerdings reicht die Studienanzahl allein nicht aus, um klare Ergebnisse zu Wirkung oder Wirkungslosigkeit von Akupunktur zu erhalten. Wichtiger ist die Qualität der Untersuchungen, und hier gibt es oft Einschränkungen.

Viele Studien vergleichen die Akupunkturbehandlung mit keiner Behandlung. Es ist jedoch bekannt, dass allein die Zuwendung von Behandelnden zum Patienten oder der Patientin positiv wirken kann. Neuere Untersuchungen vergleichen deshalb die gezielte Akupunktur mit einer Scheinakupunktur. Ebenso wäre es eigentlich nötig, Akupunktur oder Scheinakupunktur mit zum Beispiel einer medikamentösen Standardtherapie zu vergleichen. Auch dies findet aber in den meisten Studien nicht statt.

Im optimalen Fall sind klinische Studien doppelt verblindet. Das bedeutet, dass weder die Wissenschaftler:innen noch die Studienteilnehmenden wissen, wer den Wirkstoff oder ein Placebo erhält. Bei der Akupunktur ist das nicht möglich, denn zumindest der Arzt oder die Ärztin weiß, ob die Nadeln die Akupunkturpunkte treffen oder nicht. Oft werden die Studienteilnehmenden in Gesprächen vor und nach der Behandlung zu ihrem Befinden befragt. Menschen tendieren in solchen Situationen dazu, Antworten zu geben, von denen sie annehmen, dass ihr Gegenüber sie erwartet. Ebenso erwarten die Teilnehmenden selbst eine Verbesserung ihrer Beschwerden und suchen unbewusst nach der Bestätigung. Patienten und Patientinnen schätzen ihre Lage deshalb unter Umständen positiver ein, als sie tatsächlich ist. Um diese beiden Fehler zu vermeiden, helfen standardisierte Messungen, die zu objektiven Messwerten führen.

In zahlreichen, hauptsächlich aktuelleren Veröffentlichungen sprechen diejenigen, die die Studie verfasst haben, selbst Unsicherheiten oder das Risiko für Verzerrungen an, etwa wegen geringer Probandenzahlen. Solche Einschränkungen der Studien werden bei einer weiteren Auswertung oder Berichterstattung aber oft nicht weiter beachtet. Stattdessen werden Schlussfolgerungen verkürzt und unreflektiert wiedergegeben.

Angesichts der vielen Unsicherheiten und möglichen Verzerrungen ist es wenig verwunderlich, dass die zahlreichen Untersuchungen keine klaren Antworten geben. Eine große Metastudie aus dem Jahr 2020 verglich 33 Einzelstudien, die den Effekt von Akupunktur auf chronische Rückenschmerzen untersuchten. Sie fanden keine Verbesserung nach einer Akupunktur-Behandlung im Vergleich zu einer Scheinbehandlung. Eine andere Auswertung mehrerer Einzelstudien hingegen zeigte im Jahr 2018 Effekte bei chronischen Schmerzen in Rücken, Schulter und Knien sowie bei chronischen Kopfschmerzen, auch im Vergleich zur Scheinakupunktur.

Daith-Piercing gegen Migräne?

In den sozialen Medien kursieren Gerüchte, dass ein Ohr-Piercing (Daith-Piercing) gegen Migräne helfen soll. Es wird im Bereich des Ohrknorpels an einem der Akupunkturpunkte, die zur Migränebehandlung genutzt werden, gesetzt. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) betont jedoch, dass dieses Verfahren auf keiner nachvollziehbaren pathophysiologischen Grundlage beruht und es keine wissenschaftlichen Studien gibt, die die Wirksamkeit belegen. Außerdem könne sich das Piercing entzünden und gerade im Bereich des Ohrknorpels sei das Risiko für eine gestörte Wundheilung höher.

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