Plötzliche Wetterwechsel, insbesondere extreme Hitze, können bei vielen Menschen Kopfschmerzen oder Migräneattacken auslösen. Unser Körper reagiert sensibel auf klimatische Veränderungen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Strategien, um sich vor wetterbedingten Kopfschmerzen zu schützen und die Auswirkungen von extremer Hitze zu minimieren.
Die Auswirkungen extremer Hitze auf den Körper
Sommer, Sonne und Sonnenschein können für manche Menschen auch Migräne, Bauchschmerzen oder Wasser in den Beinen bedeuten. Extreme Hitze kann den Körper stark belasten.
Migräne und Temperaturwechsel
Intensives Sonnenlicht, schnelle Temperaturwechsel und Störungen des Wasserhaushaltes können Kopfschmerzen oder Migräne auslösen. Migränepatienten leiden besonders unter bestimmten klimatischen Bedingungen. Es ist wichtig, extreme Temperaturwechsel zu vermeiden. Kältereize sollten Migränegeplagte vermeiden. Der Genuss eiskalter Getränke kann einen stechenden Schmerz in der Stirn verursachen. Temperaturunterschiede durch Klimaanlagen im Auto sollten ebenfalls vermieden werden. Auch vor eiskalten Duschen oder Wechselduschen ist Vorsicht geboten. Wer zu Migräne neigt, kann in Intervallen austesten, wie der Körper mit den Temperaturunterschieden zurechtkommt. Generell sollte starke Sonneneinstrahlung vermieden und die Vorhänge zugezogen werden, um die Sonne auszusperren.
Bauchschmerzen und Ernährung bei Hitze
Im Sommer neigen viele dazu, sich bei Grillfesten den Bauch vollzuschlagen oder Eis zu essen. Dies kann jedoch dem Magen schaden. Bei Hitze ist der Kreislauf bereits angeschlagen, da die Haut wie eine große Klimaanlage fungiert. Dies führt zu einem schwachen Kreislauf. Daher sollte man den Körper nicht mit zu großen Verdauungsaufgaben belasten. Der Parasympathikus, ein Nervensystem, das für den Magen zuständig ist, arbeitet nicht richtig, wenn man wegen der Hitze schlapp und energielos ist. Infolgedessen verdaut der Magen die Nahrung nicht richtig, was erklärt, warum viele Menschen bei Hitze keinen großen Hunger haben. Stattdessen sollte auf leichte Schonkost wie gekochtes Gemüse, Reis und Obst ausgewichen werden. Wer sich doch mal zu voll gegessen hat, kann auf pflanzliche Präparate gegen Bauch- und Magenschmerzen zurückgreifen.
Flüssigkeitszufuhr und eiskalte Getränke
Ausreichend Flüssigkeit - bis zu drei Litern täglich bei starker Hitze - ist im Sommer wichtig. Der Bauch sollte jedoch nicht mit eisgekühlten Getränken strapaziert werden, da der Magen ähnlich wie beim Kopfschmerz durch Kältezufuhr empfindlich darauf reagiert.
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Wassereinlagerungen in den Beinen
Besonders Frauen leiden bei Hitze unter Wasseransammlungen im Körper, häufig in den Beinen. Um Wärme abzugeben, erweitern sich die Blutgefäße. Dadurch ist die Blutzirkulation insgesamt heruntergefahren, die Venen verlieren an Elastizität und werden durchlässiger, wodurch Flüssigkeit ins Gewebe übertreten kann. Dies führt zu Ödemen oder Wassereinlagerungen. Schwere Beine, meist mit einem Kribbeln verbunden, sind ebenfalls üblich bei hohen Temperaturen. Wassereinlagerungen lassen sich daran erkennen, dass beim Eindrücken der Haut eine Delle bleibt. Bei einseitigen Schwellungen sollte eine tiefe Venenthrombose ausgeschlossen werden. Bei beidseitigen Ödemen sollten Nieren- und Herzerkrankungen ausgeschlossen werden, vor allem bei Patienten mit Herzproblemen.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Wassereinlagerungen
Um Wassereinlagerungen vorzubeugen, sollte man auf stark salzhaltige Speisen verzichten, da diese die Flüssigkeit im Gewebe speichern. Langes Stehen und Sitzen sollte vermieden werden. Lockere Kleidung aus Baumwolle ist besser als hautenge Hosen.
Kopfschmerzen bei Hitze: Was tun?
Temperaturen über 30 Grad können den Körper und Kreislauf belasten. Die Folge können Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung und Benommenheit sein. Hitze bedeutet Schwerstarbeit für den Körper, der die Kühlung hochfahren muss, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Um Wärme abzugeben und den Körper zu kühlen, weiten sich die Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck, Organe und Gehirn werden schlechter durchblutet, was zu Kreislaufproblemen, Schwindel und Kopfschmerz führt.
Kopfschmerzarten und ihre Ursachen
Kopfschmerzen werden in primäre (Migräne, Spannungskopfschmerzen), sekundäre (durch andere Erkrankungen verursacht) und Neuropathien/Gesichtsschmerzen eingeteilt. Spannungskopfschmerzen treten durch Muskelverspannungen auf, während Migräne anfallsartig mit heftigen Schmerzen, oft nur auf einer Kopfseite, auftritt.
Der Einfluss des Wetters auf Kopfschmerzen
Wetterumschwünge, Luftdruckschwankungen, helles Sonnenlicht, flackerndes Licht, die Luftqualität oder Gerüche können Kopfschmerzen auslösen. Eine Metaanalyse bestätigt, dass Wetteränderungen ein Triggerfaktor für Migräne sind, wobei Temperatur und Umgebungsdruck eine große Rolle spielen. Eine amerikanische Studie zeigte, dass das Risiko, sich mit Kopfschmerzen in einer Notaufnahme vorzustellen, bei einem Temperaturanstieg von 5 Grad Celsius um etwa 7 Prozent stieg.
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Hitzebelastung in Städten
In Städten ist die Hitzebelastung höher als in ländlichen Regionen, da viele Flächen versiegelt und weniger Bereiche bepflanzt sind. Städte heizen sich stärker auf und kühlen nachts weniger ab.
Tipps gegen Kopfschmerzen im Sommer
- Ausreichend trinken: Empfohlen werden etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt. Gute Durstlöscher sind Mineral- und Trinkwasser, Saftschorlen sowie abgekühlte Tees mit Zitrone oder Minze. Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten vermieden werden.
- Sonnenschutz: Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, lange, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind wichtig. Direkte Sonneneinstrahlung kann zu Hitzschlag, Hirnhautentzündung oder Hirnödem führen.
- Symptome beobachten: Plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche oder starker Durst sollten ernst genommen und beobachtet werden. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt kontaktiert werden.
- Leichte Speisen: Mehrere kleine Mahlzeiten mit leichten, frischen und kühlen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Salat, fettarme Suppen und Milchprodukte sind ideal.
- Kühlende Maßnahmen: Die Raumtemperatur sollte tagsüber unter 32 Grad Celsius und nachts unter 24 Grad Celsius liegen. Elektrische Geräte und Lichtquellen sollten möglichst selten benutzt werden. Fensterläden, Rollos, Jalousien, Ventilatoren und Klimaanlagen können für Kühlung sorgen.
Migräne und Biowetter
Viele Patienten geben Wetterfühligkeit als Grund für Kopfschmerzen an. Dabei ist es nicht das Wetter selbst, das krank macht, sondern es wirkt auf die Schwachstellen unseres Körpers. Patienten mit niedrigem Blutdruck fühlen sich bei Wetterwechseln und extrem hohen Temperaturen oft ausgelaugt und müde. Einige klagen über Schwindel bis hin zu Übelkeit.
Biowetter und seine Auswirkungen
Der Deutsche Wetterdienst fasst unter dem Begriff Biowetter das Wetter zusammen, welches das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Menschen beeinflusst. Der Körper passt sich an Änderungen der Temperatur und des Wetters an, um die Körperwärme bei 37 Grad Celsius zu halten. Dieses vegetative Nervensystem steuert den Vorgang unbewusst. Menschen, die derartige Veränderungen bemerken, werden als wetterfühlig bezeichnet.
Migräne-Wetterkarten und Migräne-Radar
Migräne-Wetterkarten zeigen, wann sich die nächste Migräne, ausgelöst durch das Wetter, bemerkbar machen könnte. Der Migräne-Radar (Mira) ist ein Projekt zur Erforschung der Auslöser von Migräne, bei dem Betroffene ihre Attacken in einer Web-Anwendung oder Smartphone-App vermerken.
Tipps für wetterfühlige Menschen mit Migräne
Es ist möglich, Vorkehrungen zu treffen, auch wenn das Wetter die Migräne beeinflusst. Informieren Sie sich über die Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne und notieren Sie in einem Migränetagebuch, bei welcher Art von Wetter sich Ihre Migräne besonders stark bemerkbar macht. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor.
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Extreme Hitze als Migräne-Trigger
Extreme Hitze, plötzliche Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit oder ein starker Wechsel beim Luftdruck können Migräneattacken begünstigen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die Rolle des Wetters als Migräne-Trigger.
Die Rolle von Wetterumschwüngen und Luftschadstoffen
Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass Wetterwechsel, insbesondere Temperatur- und Luftdruckänderungen, signifikant mit dem Auftreten von Migräneattacken verbunden sind. Erhöhte Konzentrationen von Luftschadstoffen wie PM10, PM2.5, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Ozon zeigten ebenfalls signifikante Zusammenhänge mit klinisch relevanten Migräneanfällen.
Die Bedeutung der Erwartungshaltung
Viele Betroffene berichten von ersten wetterbedingten Migräneanfällen in der Kindheit. Nicht alle Patienten reagieren gleichermaßen sensibel auf Wetteränderungen, doch eine bestimmte Gruppe ist sehr empfindlich. Das Migränegehirn ist in bestimmten Phasen besonders reizempfindlich, und auch die Erwartungshaltung spielt eine Rolle. Wer sich vor einem angekündigten Wetterumschwung sorgt, löst möglicherweise allein dadurch eine Attacke aus.
Maßnahmen gegen wetterbedingte Migräne
Extreme Temperaturwechsel, wie plötzliche Warm-Kalt-Wechsel durch Klimaanlagen oder sehr kalte Getränke, sollten vermieden werden. Ein Temperaturwechsel-Training durch Bewegung im Freien, Sauna- und Kneippgänge sowie Wechselduschen kann den Körper an Temperaturschwankungen gewöhnen. Eine ausgewogene Ernährung und ein stabiler Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt können Attacken vorbeugen.
Weitere Möglichkeiten der Migräne-Prävention
Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert den Biorhythmus und senkt das Risiko für Attacken. Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und den Körper widerstandsfähiger gegen äußere Reize zu machen. Regelmäßige Bewegung wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren wirkt ebenfalls vorbeugend gegen Migräne.
Ursachen für hitzebedingte Kopfschmerzen
Übermäßige Wärme, gleißendes Sonnenlicht, erhöhte Ozonwerte, aber auch Sonnencremes oder Eisgenuss können Auslöser für hitzebedingte Kopfschmerzen sein. Die aktuelle Hitze führt zu einem hohen Wasser- und Salzverlust, wodurch das Blut dicker wird und nicht mehr so gut fließt. Erweiterte Blutgefäße führen zu einem Blutdruckabfall, insbesondere bei Menschen mit niedrigem Blutdruck.
Vorbeugende Maßnahmen
- Viel trinken: Kleine Trinkportionen werden vom Körper besser aufgenommen.
- Klimaanlagen meiden: Plötzliche Warm-Kalt-Wechsel um mehr als 5 Grad können Kopfschmerzen verursachen.
- Sonnenlicht reduzieren: Gleißendes Sonnenlicht kann bei empfindlichen Menschen eine Migräneattacke triggern.
- Duftstoffe vermeiden: Duftstoffe aus Sonnencremes oder Parfums können bei geruchsempfindlichen Menschen Kopfschmerzen triggern.
- Eisgenuss einschränken: Werden Eiscreme oder eisgekühlte Getränke zu schnell verzehrt, kann das einen Kältereiz verursachen.
Sofortmaßnahmen
Kühlakkus oder Eisbeutel, eingewickelt in ein Baumwolltuch, können kurz an die schmerzende Stelle gehalten werden. Auch Akupressurmassage kann gegen akute Kopfschmerzen helfen.
Wetter als Migräneauslöser: Was sagt die Forschung?
Ob es einen Zusammenhang zwischen Migräne und Wetter gibt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen. Doch erste Studien scheinen den Einfluss von bestimmten Wetterlagen auf Migräne-Attacken zu bestätigen. Viele Betroffene reagieren auf starke Temperaturschwankungen, extreme Hitze oder Kälte sowie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Veränderungen beim Luftdruck mit Kopfschmerzen oder Migräne.
Die Rolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck
Drastische Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit und Abfall oder Anstieg des Luftdrucks gelten als häufige Auslöser von Migräne-Attacken. Auch bestimmte Gehirnzellen, die mit Kopfschmerzen in Verbindung stehen, sind aktiver bei Druckabfall.
Tipps bei wetterbedingter Migräne
- Trinken: Viel und magnesiumhaltige Getränke trinken.
- Schlafen: Regelmäßiger und erholsamer Schlaf.
- Extreme Kälte vermeiden: Kältereiz von Speisen und Getränken vermeiden.
- Schnelle Warm-Kalt-Wechsel meiden: Temperaturen nur langsam verringern bzw. steigern.
- Temperaturwechsel-Training: Bewegung im Freien, Sauna- und Kneippgänge sowie Wechselduschen.
- Starke Düfte reduzieren: Auf starke Parfüms oder parfümierte Seifen und Shampoos verzichten.
- Reisen entspannt angehen und klug wählen: Gute Zeitplanung, ausreichend Pausen, Proviant und Getränke.
- Im Schatten bleiben: Bei erhöhten Ozonwerten im Schatten aufhalten.
- Entspannen: Entspannungstechniken wie Yoga, Achtsamkeit, Pilates, Meditation oder die Progressive Muskelentspannung.
- Gesunde Ernährung: Ausgewogene, vollwertige und leichte Mahlzeiten.
Chronische Migräne
Chronische Migräne ist eine eigenständige Krankheitsform, die sich von anderen Arten des Kopfschmerzes deutlich unterscheidet und den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen extrem beeinträchtigen kann. Bei einer chronischen Migräne bestehen seit 3 Monaten oder länger Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat, davon 8 oder mehr Tage mit Migräne.
Symptome der Migräne
Charakteristisch für Migräne sind wiederkehrende Kopfschmerzattacken, die zwischen 4 Stunden und 3 Tagen anhalten. Bei einer Attacke treten starke, pulsierend-pochende oder hämmernde Kopfschmerzen auf, die sich bei Bewegung verschlimmern. Oft ist eine Kopfhälfte besonders stark betroffen. Vielfach kommen Übelkeit oder Erbrechen hinzu. Auch kündigt sich die Migräne bei manchen durch eine sogenannte Aura an.
Mögliche Vorboten und Auslöser einer chronischen Migräne
Bereits ein paar Tage vor der eigentlichen Migräneattacke können sogenannte Vorboten Hinweise auf den nächsten Anfall liefern. Mögliche Symptome sind Stimmungsschwankungen, häufiges Gähnen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit, extremer Durst sowie Verdauungsprobleme. Bei einer Migräne mit Aura kommt es zu neurologischen Reiz- und Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Sprech- und Wortfindungsstörungen.
Mögliche Auslöser (Trigger)
Es gibt bestimmte innere und äußere Einflussfaktoren, die eine Migräne-Attacke begünstigen können, wie Aufregung oder Stress, Entspannungsphasen nach Stresssituationen, Schlafmangel, körperliche Anstrengung, Nackenschmerzen, hormonelle Veränderungen, Auslassen von Mahlzeiten, bestimmte Lebensmittel, Wetterumschwünge, Düfte und Gerüche sowie Licht.
Ernährung als Migräneprophylaxe
Starke Blutzuckerschwankungen können ein Auslöser für Migräneattacken sein. Eine Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig-stabil hält, ist allgemein gesundheitsförderlich und beugt Migräneanfällen vor.