Migräne Druckpunkte Behandlung: Natürliche Linderung von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Migräneattacken betreffen eine Vielzahl von Menschen und können den Alltag erheblich belasten. Neben der klassischen Medikamenteneinnahme hat sich inzwischen eine manuelle Therapie durchgesetzt: die Massage bei Kopfschmerzen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Migräne Druckpunkte Behandlung, von den Grundlagen der Akupressur bis hin zu praktischen Übungen und vorbeugenden Maßnahmen.

Kopfschmerzen und Migräne: Eine Abgrenzung

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen. Es ist wichtig, zwischen Kopfschmerz und Migräne zu unterscheiden. Migräne tritt anfallsweise und pulsierend auf, betrifft in der Regel nur eine Kopfhälfte (Stirnpartie, Schläfen, Augen) und verschlimmert sich bei Bewegung. Symptome wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Schwindel können hinzukommen. Migräne beginnt typischerweise in der Pubertät und tritt meistens zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr am stärksten auf. Rund 13 % der Frauen und 7 % der Männer leiden unter dieser Erkrankung.

Ursachen und Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen und Migräne können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Stress und emotionale Faktoren: Chronischer Stress, Angstzustände oder tiefliegende emotionale Konflikte können zu anhaltenden Muskelverspannungen führen.
  • Muskelverspannungen: Verhärtete oder verkrampfte Nackenmuskulatur kann zu pulsierenden Schmerzen führen.
  • Ernährung: Ernährungsmängel, insbesondere ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, können die Muskelgesundheit beeinträchtigen.
  • Hormonelle Schwankungen: Insbesondere bei Frauen können hormonelle Schwankungen die Empfindlichkeit gegenüber Migräneauslösern erhöhen.
  • Umweltfaktoren: Licht, Lärm oder bestimmte Nahrungsmittel können die Migräneempfindlichkeit beeinflussen.
  • Muskelüberlastung und -verletzung: Muskelüberlastungen, sei es durch wiederholte oder besonders intensive Bewegungen, gehören zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung von Triggerpunkten.
  • Fehlhaltungen: Schlechte Körperhaltung oder unpassendes Schuhwerk können Muskelverspannungen verursachen.

Die Rolle von Triggerpunkten

Triggerpunkte sind winzige "Knoten" in der Muskulatur, die lokale Schmerzen verursachen oder in andere Körperregionen ausstrahlen können. Sie entstehen oft durch muskuläre Überlastungen oder Stress. Interessanterweise können Triggerpunkte im unteren Rückenbereich Schmerzen im Oberschenkel verursachen oder Triggerpunkte in der Schultermuskulatur nicht nur zu Kopfschmerzen, sondern auch zur Auslösung und Verstärkung von Migränesymptomen führen.

Entstehung von Triggerpunkten

Die Entstehung von Triggerpunkten ist ein komplexer Prozess, der sowohl von physischen als auch von psychischen Faktoren beeinflusst wird.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

  • Muskelüberlastung und -verletzung: Wiederholte oder intensive Bewegungen können Mikroverletzungen im Muskel verursachen, die Entzündungen und Triggerpunkte begünstigen.
  • Stress und emotionale Faktoren: Chronischer Stress, Angstzustände oder tiefliegende emotionale Konflikte können zu anhaltenden Muskelverspannungen führen.
  • Andere mögliche Ursachen: Ernährungsmängel, Fehlhaltungen und bestimmte Krankheiten können ebenfalls zur Entstehung von Triggerpunkten beitragen.

Triggerpunkte und Verspannungen

Triggerpunkte und Verspannungen sind eng miteinander verbunden. Aktive Triggerpunkte können Schmerzen verursachen, die zu einer unwillkürlichen Muskelanspannung führen. Diese Verspannung kann die Durchblutung reduzieren und die normalen Bewegungsmuster des Körpers beeinträchtigen.

Der Zusammenhang zwischen Verspannungen und Migräne

Muskuläre Verspannungen, insbesondere im Nacken und oberen Rücken, können das Nervensystem verändern und Nervenirritationen verursachen. Verspannte Muskeln können die Blutzirkulation beeinträchtigen, was zu einer Ansammlung von Stoffwechselabfallprodukten führt. Diese Abfallprodukte können die Blutgefäße reizen und Migräne auslösen.

Migräne Druckpunkte Behandlung: Die sanfte Alternative

Lange Zeit galten Medikamente als die beste und einzige Behandlungsmethode für Kopfschmerzen und Migräne. Es steht aber fest, dass viele Indikatoren eine tiefer liegende Ursache haben und die medikamentöse Therapie lediglich das Symptom, nicht aber den Ursprung bekämpft. Heutzutage gibt es jedoch alternative Behandlungsmethoden, die sich als wirksam erwiesen haben. Eine davon ist die Migräne Druckpunkte Behandlung.

Was ist Akupressur?

Akupressur ist eine Heiltechnik der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die Methode arbeitet mit Druck, der auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt wird, um die Energieflüsse zu harmonisieren und Heilungsprozesse zu fördern. Akupressur ist neben Akupunktur die bekannteste Heiltechnik der traditionellen chinesischen Medizin. Die Akupressur-Punkte liegen entlang der Meridiane, eine Art Linien, die nach der Lehre Energie durch den Körper leiten.

Wie wirkt Akupressur?

Das Drücken bestimmter Akupressur-Punkte soll die eigenen Selbstheilungskräfte aktivieren, Energie-Blockaden lösen und so die natürliche Balance im körperlichen Organismus wieder herstellen. Vorrangig wird Akupressur zur Schmerzlinderung eingesetzt, kann aber auch bei Angstzuständen oder Depressionen als begleitende Therapie Anwendung finden.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Massage als Therapie

Jede Art von Massage, die eine tiefenwirksame Entspannung zum Ziel hat, könnte als Kopfschmerz- oder Migräne-Therapie angewandt werden. Vor allem im Anfangsstadium erweist sich die Behandlung als äußerst wirksam und lindert bestehende Beschwerden, fördert die langfristige Aufhebung der Problematik und begünstigt eine rasche Erholung nach heftigen Kopfschmerzattacken. Bezogen auf die Massage gegen Kopfschmerzen konnten sich eine Schwedenmassage oder die klassische Ganzkörper-Praktik als hilfreich erweisen, insofern sich die Technik vermehrt auf die Behandlung von Nacken- sowie Rückenmuskeln konzentriert. In manchen Fällen findet sich auch eine zielorientierte Kopfmassage von Schläfen, bis zu Stirn und Gesichtsmuskulatur.

Die Migräne Massage

Die Migräne Massage ist ein allgemeiner Begriff für jegliche Stimulationstechniken, die den Schmerzreiz bekämpfen. Sie setzt sich aus zahlreichen Massagearten zusammen, fokussiert sich auf die Triggerpunkte und aktiviert diese mittels der bekannten Bewegungsabläufe in Kombination mit der Akupressur. Insbesondere bei Migräne eignen sich die Charakteristiken einer Massage gegen Kopfschmerzen und fördern die vollkommene Entspannung des Organismus auf physischer sowie psychischer Ebene. Da der emotionale Stress aktuell als einer der Hauptindikatoren für das Auftreten von Migräne gilt, helfen die speziellen Massagen, das mentale Gleichgewicht zu wahren. Außerdem unterstützen regelmäßige Anwendungen die Schmerzreduktion und verlängern die Pause zwischen zwei Migräneschüben.

Wichtige Hinweise

Es muss eindeutig klar sein, dass es sich um gewöhnliche Kopfschmerzen oder Migräne handelt und keine anderen Indikatoren für das Problem bestehen. Schließlich dürfen die Techniken bei Kopfschmerzattacken aufgrund von tumorösen Erkrankungen, Epilepsie oder anderen Krankheitsbildern nicht absolviert werden.

Praktische Übungen zur Migräne Druckpunkte Behandlung

Es finden sich viele unterschiedliche Massageformen, die bei anhaltenden Kopfschmerzen oder Migräne eine Linderung verschaffen.

  • Nackenmassage: Bei einer verhärteten Nackenmuskulatur können Sie die Finger ausstrecken und mit der gesamten Fläche oberhalb des Haaransatzes auf den Nacken legen. Führen Sie sanfte, kreisende Bewegungen mit leichtem Druck aus.
  • Schläfenmassage: Bei Migräneschmerz an den Schläfen zielen Sie auf den Triggerpunkt in der winzigen Vertiefung eine Daumenbreite entfernt von dem Augenbrauenende ab. Üben Sie Druck auf beide Vertiefungen aus oder absolvieren Sie kleine Kreisungen an der Stelle.
  • Ohrmassage: In den kleinen Vertiefungen der Ohrrückseite, die sich auf derselben Höhe befinden wie die Ohrläppchen, liegen sensible Reizpunkte. Nehmen Sie je ein Ohrläppchen in die dazugehörige Hand, drücken Sie es zwischen Daumen und Zeigefinger kräftig zusammen und lösen Sie es langsam wieder.
  • Stirnmassage: Positionieren Sie die Daumen in Höhe der Nasenwurzel, während die Finger ineinander verschränkt sind. Ziehen Sie die Daumen mit vorsichtigem Druck in Stirnrichtung nach oben (sechs Wiederholungen).
  • Reizpunkt zwischen den Augenbrauen (Yintang): Stimulieren Sie den Reizpunkt zwischen den Augenbrauen mit Mittel- oder Zeigefinger für ca. 30 Sekunden.
  • Schläfenmassage (Tongziliao): Massieren Sie die Schläfen mit kreisenden Bewegungen und sanftem Druck.
  • Meridianpunkt (Shuai Gu): Massieren Sie den Meridianpunkt ca. drei Fingerbreit oberhalb der Ohren für ungefähr 30 Sekunden, höchstens eine Minute.
  • Triggerpunkt am Ohr (Touqiaoyin): Wandern Sie langsam zu dem Triggerpunkt, der am Ohr liegt und in Höhe des Übergangs vom Schädel zum Hals zu finden ist.
  • Nackenmassage: Massieren Sie die Muskulatur im Bereich des Schädelknochens von außen nach innen. Verwenden Sie nur Daumen sowie Zeigefinger und streichen Sie langsam den ganzen Nacken entlang.
  • Reizpunkte des Nackens (Tian Zhu): Stimulieren Sie die Reizpunkte des Nackens in den beiden Wölbungen am Schädelansatz mit dem Daumen und kreisen Sie etwa zwei Minuten an jenen Triggerpunkten.
  • Schultermassage: Streichen Sie die Schulterpartie mehrmals behutsam aus, um Verkrampfungen in diesem Bereich zu lösen.
  • Oberarmmassage: Streichen Sie die Oberarme gleichmäßig aus, absolvieren Sie leichte Kreisungen an den Schulterknochen und führen Sie wiederholt kurze Knetungen an der Falte der linken Ohrmuschel aus, wechseln Sie zur rechten und gehen Sie wieder zu der regulären Massagepraktik über.
  • Schulterpunkt: Positionieren Sie eine Hand auf der Schulter der gegenüberliegenden Seite, tasten Sie nach winzigen Knötchen und drücken Sie diese für eine Minute so intensiv, dass ein Schmerzreiz entsteht.

Eine Migräne Massage überdauert meistens nur 5 bis 10 Minuten, maximal 20 Minuten. Bedenken Sie aber, dass eine Massage gegen Migräne nur dann in Erscheinung treten kann, wenn es sich nicht um eine akute Attacke handelt, die sogar mit Aura einhergeht.

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

Akupressurpunkte zur Selbstbehandlung

Neben den manuellen Massagetechniken können Sie auch Akupressur zur Selbstbehandlung anwenden. Hier sind einige wichtige Punkte:

  • LI4 (He Gu): Dieser Punkt befindet sich zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücken Sie ihn mit festem, kreisendem Druck für etwa 30 Sekunden. Wiederholen Sie dies auf der anderen Hand.
  • GB20 (Feng Chi): Dieser Punkt liegt an der Basis des Schädels, in den Vertiefungen beidseits der Wirbelsäule. Üben Sie Druck mit den Daumen aus und massieren Sie sanft in kreisenden Bewegungen für etwa eine Minute.
  • EX-HN5 (Taiyang): Dieser Punkt befindet sich in den Vertiefungen der Schläfen. Massieren Sie sanft mit den Fingerspitzen in kleinen, kreisenden Bewegungen.
  • ST36 (Zusanli): Dieser Punkt liegt etwa vier Fingerbreit unterhalb der Kniescheibe, an der Außenseite des Schienbeins. Drücken und massieren Sie diesen Punkt für etwa eine Minute.
  • LV3 (Tai Chong): Dieser Punkt befindet sich auf dem Fuß, etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Stelle, an der der große Zeh und der zweite Zeh zusammenkommen. Drücken und massieren Sie diesen Punkt für etwa eine Minute.

Hilfsmittel für die Akupressur

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die die Akupressur-Anwendung erleichtern und effektiver gestalten:

  • Akupressur-Matte: Diese Matte ist mit Kunststoffspitzen bedeckt, die bei Kontakt mit der Haut viele Akupressur-Punkte gleichzeitig stimulieren.
  • Igelball: Der Igelball ist ideal für die Selbstmassage und Stimulation von Akupressur-Punkten an Händen, Füßen und anderen Körperbereichen geeignet.
  • Nadel-Roller: Der Nadel-Roller ist geeignet für die Massage der Beine oder zur gezielten Narbenbehandlung.
  • Fingerringe und Akupressur-Band: Fingerringe kommen zur Linderung von Arthrose-Schmerzen in den Fingern zum Einsatz. Das Akupressur-Band soll bei Schwangerschafts- oder Reiseübelkeit Abhilfe schaffen.
  • Massageknauf: Die kleinen Gebilde aus Hartplastik, Holz, Edelstahl oder Glas sind mit Knubbeln oder abgerundeten Spitzen versehen und ermöglichen so eine gezielte Druckausübung.
  • Akupressur-Stifte: Diese Stifte haben abgerundete Spitzen und können präzise auf einzelne Akupressur-Punkte angewendet werden.

Vorbeugende Maßnahmen und begleitende Behandlungen

Um zusätzlich zu der Massage bei Kopfschmerzen vorbeugend gegen die Symptome anzugehen, sollte stets ein gesunder Lebenswandel eingehalten werden.

Lebensstiländerungen

  • Gesunder Lebenswandel: Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, viel Flüssigkeit, sportliche Aktivitäten und eine gesunde Haltung sind effektiv gegen die Problematik.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf eine gute Haltung, besonders beim Arbeiten am Computer, und integrieren Sie regelmäßige Bewegung und Dehnübungen in Ihren Alltag.
  • Ernährung und Hydration: Trinken Sie ausreichend Wasser, um dehydrierungsbedingte Kopfschmerzen zu vermeiden, und vermeiden Sie übermäßigen Konsum von Koffein und Alkohol.
  • Entspannungstechniken: Praktizieren Sie regelmäßig Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen.
  • Vermeidung von Auslösern: Identifizieren und vermeiden Sie mögliche Auslöser für Ihre Kopfschmerzen.

Entspannungstechniken

  • Tai-Chi: Diese Entspannungsmethode kann Betroffenen helfen, ihren Zustand zu verbessern.
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR): Ein Verfahren, das gut wirksam und unter fachgerechter Anleitung einfach zu erlernen ist.
  • Autogenes Training: Kursteilnehmer lernen, Körper und Geist zu entspannen.
  • Yoga: Körperliche Übungen, Atemtechniken, Konzentrationsübungen und Meditation verbinden Körper und Seele.

Weitere Tipps

  • Kopfschmerztagebuch: Schreiben Sie ein Kopfschmerztagebuch, um die Intensität ihrer Schmerzen zu erfassen und Zusammenhänge zu verstehen.
  • Kräutertees: Kräutertees aus Winterlinde und Melisse können leichte und wetterbedingte Kopfschmerzen lindern.
  • Ätherische Öle: Das Einmassieren von ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen sowie kühlende oder wärmende Tücher im Nacken können für die nötige Entspannung sorgen.

Wann ist Vorsicht geboten?

Obwohl Akupressur eine sanfte und sichere Therapieform ist, gibt es einige Personengruppen, für die die traditionelle Heilkunst eher ungeeignet ist:

  • Schwangere: Einige Akupressur-Punkte können Wehen auslösen und sollten während der Schwangerschaft vermieden werden.
  • Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Problemen: Leiden Sie zum Beispiel an einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrem behandelten Arzt.
  • Personen mit Hautproblemen: Bei offenen Wunden, Hautinfektionen oder entzündlichen Hauterkrankungen sollte eine Akupressur an den betroffenen Bereichen vermieden werden.

Außerdem sollten folgende Personengruppen Akupressur nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden:

  • Schmerzbetroffene mit akuten Organ-, Knochen- oder Muskelschäden (zum Beispiel Entzündungen oder Brüchen)
  • Personen mit schweren psychischen Erkrankungen oder Psychosen
  • Personen, die starke Medikamente erhalten

tags: #migrane #beseitigen #druckstelle