ACC Akut 600 gegen Husten: Wirkung, Anwendung und Risiken

Bei Erkältungen ist Husten ein häufiges und oft lästiges Symptom. Wenn sich zäher Schleim in den Atemwegen festsetzt und das Abhusten erschwert, kann ACC Akut 600, ein Schleimlöser, eine wirksame Unterstützung bieten. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkweise, Anwendung und möglichen Risiken von ACC Akut 600, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Behandlung Ihres Hustens zu geben.

Was ist ACC Akut 600 und wie wirkt es?

ACC ist die Abkürzung für Acetylcystein, eine Substanz, die von der Aminosäure Cystein abgeleitet ist. Der Wirkstoff Acetylcystein in ACC Akut 600 mg ist ein Mukolytikum, das heißt, er verflüssigt zähen Schleim in den Atemwegen. Acetylcystein spaltet die Querverbindungen im Sekretnetz auf, wodurch sich der zähe Schleim verflüssigt und leichter aus den Atemwegen abtransportiert und abgehustet werden kann.

Der Wirkstoff Acetylcystein sorgt dafür, dass bei Husten die Brücken, die die langen Polysaccharid-Ketten des Schleims miteinander verbinden, aufgelöst werden. Dadurch wird der Schleim verflüssigt und kann leichter abgehustet werden. Durch die Schleimlösung wird auch die Funktionalität der Flimmerhärchen in den Bronchien wieder hergestellt. Diese transportieren den so verflüssigten Schleim zusätzlich nach außen. Außerdem wird durch ACC® weniger Schleim nachgebildet.

Zusätzlich wirkt Acetylcystein antioxidativ. Bei Entzündungen der Atemwege, wie sie bei einer Bronchitis auftreten, werden vermehrt freie Radikale freigesetzt. Acetylcystein neutralisiert diese freien Radikale direkt und wird zudem im Körper zu einem körpereigenen Antioxidans umgewandelt, was indirekt zur Bekämpfung freier Radikale beiträgt.

Anwendungsgebiete von ACC Akut 600

ACC Akut 600 wird zur Schleimlösung und zum erleichterten Abhusten bei Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim eingesetzt. Dies umfasst:

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  • Erkältungskrankheiten: Bei einer Erkältung und einer folgenden Bronchitis sorgen die Erkältungsviren dafür, dass sich die Schleimhaut der Atemwege entzündet und sich zäher Schleim bildet. ACC Akut hilft den Bronchien dabei, den Schleim wieder loszuwerden, sodass sich die Atemwege wieder reinigen können. Der anstrengende Husten lässt nach, wenn die Atemwege wieder frei sind.
  • Akute und chronische Bronchitis
  • Mukoviszidose: Auch bei schwereren Infekten der Lunge, bei Mukoviszidose oder bei einer Lungenentzündung wird ACC Akut angewendet.

Darreichungsformen und Dosierung

Acetylcystein gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, darunter Brausetabletten, Tabletten, Filmtabletten, Lutschtabletten, Retardtabletten, Kapseln, Granulat oder Pulver. ACC Akut 600 ist in Form von Brausetabletten erhältlich.

Die empfohlene Dosierung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren beträgt in der Regel 1-mal täglich 1 Brausetablette ACC akut 600 mg. Die Tablette wird in einem Glas Wasser aufgelöst und nach einer Mahlzeit getrunken. Es ist wichtig, während der Behandlung mit ACC Akut 600 ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um die schleimlösende Wirkung zu unterstützen. Die Einnahme sollte vor 16 Uhr erfolgen, damit sich der festsitzende Schleim tagsüber lösen und abgehustet werden kann.

Ohne ärztlichen Rat sollte ACC Akut 600 nicht länger als 4-5 Tage angewendet werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Für Kinder unter 14 Jahren stehen Arzneimittel mit einem geringeren Wirkstoffgehalt zur Verfügung.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

  • Einnahme nach den Mahlzeiten: Nehmen Sie ACC Akut 600 nach den Mahlzeiten ein.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Achten Sie darauf, während der Behandlung ausreichend zu trinken, um die schleimlösende Wirkung zu unterstützen.
  • Nicht vor dem Schlafengehen: Die Einnahme sollte nicht kurz vor dem Schlafengehen erfolgen, da der gelöste Schleim den Hustenreiz verstärken kann.
  • Keine Kombination mit Hustenstillern: ACC Akut 600 sollte nicht in Kombination mit Hustenstillern eingenommen werden, da dies zu einem Sekretstau führen kann. Wenn schleimlösende Medikamente zum Beispiel zusammen mit dem Hustenstiller Codein verabreicht wird, kann es zu einem Sekretstau kommen. Das kann für die Patientin oder den Patienten besonders nachts gefährlich sein.
  • Abstand zu Antibiotika: Aus Sicherheitsgründen sollte die Einnahme von Antibiotika getrennt und in einem mindestens 2-stündigen Abstand zeitversetzt erfolgen. Dies betrifft nicht Arzneimittel mit den Wirkstoffen Cefixim und Loracarbef. Diese können gleichzeitig mit Acetylcystein eingenommen werden.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

ACC Akut 600 darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Acetylcystein oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.
  • Kinder unter 14 Jahren (wegen des hohen Wirkstoffgehalts).

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

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  • Asthma bronchiale: Bei Asthma bronchiale sollte ACC Akut 600 nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, da es in seltenen Fällen zu Bronchospasmen kommen kann.
  • Magen-Darm-Geschwüren: Patienten mit Magen- oder Darmgeschwüren in der Vergangenheit oder Gegenwart sollten ACC Akut 600 nur mit Vorsicht einnehmen.
  • Histaminintoleranz: Bei Patienten mit Histaminintoleranz ist Vorsicht geboten, da ACC Akut 600 den Histaminstoffwechsel beeinflussen und zu Intoleranzerscheinungen führen kann.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Da keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Acetylcystein bei Schwangeren und Stillenden vorliegen, sollte ACC Akut 600 nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie fast alle Medikamente hat auch ACC Akut einige Nebenwirkungen. Die meisten Nebenwirkungen sind jedoch nicht schwerwiegend und treten nur gelegentlich auf.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht oder Atembeschwerden.
  • Kopfschmerzen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Herzrasen

Seltene Nebenwirkungen:

  • Atemnot, Bronchospasmen (vorwiegend bei Patienten mit hyperreaktivem Bronchialsystem bei Asthma bronchiale)
  • Sodbrennen

Sehr seltene Nebenwirkungen:

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  • Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock
  • Blutungen
  • Sehr selten ist über das Auftreten von schweren Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und Lyell-Syndrom im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von Acetylcystein berichtet worden.

Wenn es zu Blutdruckabfall und Herzrasen kommt, muss die Einnahme sofort beendet werden. Bei Neuauftreten von Haut- und Schleimhautveränderungen sollte unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt und die Anwendung von Acetylcystein beendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

ACC Akut 600 kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen.

  • Hustenstiller: Bei kombinierter Anwendung von ACC Akut 600 und hustenstillenden Mitteln (Antitussiva) kann aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen. Fragen Sie daher vor einer kombinierten Anwendung unbedingt Ihren Arzt.
  • Aktivkohle: Die Anwendung von Aktivkohle kann die Wirkung von Acetylcystein verringern.
  • Antibiotika: Aus experimentellen Untersuchungen gibt es Hinweise auf eine Wirkungsabschwächung von Antibiotika (Tetracycline, Aminoglykoside, Penicilline) durch Acetylcystein. Aus Sicherheitsgründen sollte deshalb die Einnahme von Antibiotika getrennt und in einem mindestens 2-stündigen Abstand zeitversetzt erfolgen. Dies betrifft nicht Arzneimittel mit den Wirkstoffen Cefixim und Loracarbef. Diese können gleichzeitig mit Acetylcystein eingenommen werden.
  • Nitroglycerin: Es ist über eine Verstärkung des gefäßerweiternden und blutverdünnenden Effekts von Glyceroltrinitrat (Nitroglycerin) bei gleichzeitiger Gabe von Acetylcystein berichtet worden. Wenn Ihr Arzt eine gemeinsame Behandlung mit Nitroglycerin und ACC akut 600 für notwendig erachtet, wird er Sie auf eine möglicherweise auftretende Blutdrucksenkung (Hypotonie) hin überwachen, die schwerwiegend sein kann und sich durch möglicherweise auftretende Kopfschmerzen andeuten kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung von ACC Akut 600 kann es unter anderem zu Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie zu Durchfall kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

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