Migräne Nasenspray vs. Tabletten: Ein Vergleich

Migräne ist mehr als nur ein einfacher Kopfschmerz. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die durch pulsierende, oft einseitige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die von Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen und Sehstörungen begleitet sein können. Starke Migräneanfälle können Betroffene stunden- oder tagelang außer Gefecht setzen. Die Wahl der richtigen Medikamente ist entscheidend, um die Symptome effektiv zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Die gute Nachricht ist, dass es verschiedene Behandlungsoptionen gibt, darunter Triptane, die speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden. Triptane sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tabletten und Nasensprays. Dieser Artikel vergleicht Migräne-Nasensprays und -Tabletten, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welche Option für Sie am besten geeignet ist.

Was sind Triptane?

Triptane sind eine Klasse von Medikamenten, die zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie an Serotonin-Rezeptoren im Gehirn und in den Blutgefäßen binden. Dies führt zu einer Verengung der Blutgefäße und reduziert die Entzündung, die zu Migräne beitragen kann.

Triptane sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter:

  • Tabletten
  • Nasensprays
  • Injektionen
  • Zäpfchen

In Deutschland sind sieben Triptane zugelassen: Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan. Einige davon sind rezeptfrei erhältlich, während andere verschreibungspflichtig sind.

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Migräne-Tabletten: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Bequemlichkeit: Tabletten sind einfach einzunehmen und können überallhin mitgenommen werden.
  • Vielfalt: Es gibt eine größere Auswahl an Triptanen in Tablettenform als in Nasensprayform.
  • Kostengünstiger: Tabletten sind in der Regel kostengünstiger als Nasensprays.

Nachteile

  • Langsamere Wirkung: Tabletten müssen erst im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, bevor sie wirken können. Dies kann zu einer langsameren Wirkung im Vergleich zu Nasensprays führen. Die Wirkung setzt bei Sumatriptan und Almotriptan Tabletten nach etwa 30 bis 60 Minuten ein. Bei Nara- und Frovatriptan kann es bis zu vier Stunden dauern. Rizatriptan wirkt mitunter schon nach 30 Minuten.
  • Weniger wirksam bei Übelkeit: Übelkeit und Erbrechen können die Aufnahme von Tabletten beeinträchtigen und ihre Wirksamkeit verringern.
  • Wiederkehrkopfschmerz: Bei einigen Triptanen in Tablettenform kann es häufiger zu einem Wiederauftreten der Kopfschmerzen kommen.

Migräne-Nasensprays: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Schnellere Wirkung: Nasensprays werden direkt über die Nasenschleimhaut aufgenommen, was zu einer schnelleren Wirkung führt. Einige Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung des Sprays innerhalb von 15 Minuten einsetzen kann.
  • Wirksamkeit bei Übelkeit: Nasensprays umgehen den Magen-Darm-Trakt und sind daher auch bei Übelkeit und Erbrechen wirksam.
  • Bessere Verträglichkeit: Einige Patienten empfinden Nasensprays als verträglicher als Tabletten, da sie den Magen-Darm-Trakt weniger belasten.

Nachteile

  • Weniger Auswahl: Es gibt weniger Triptane in Nasensprayform als in Tablettenform.
  • Höhere Kosten: Nasensprays sind in der Regel teurer als Tabletten.
  • Lokale Nebenwirkungen: Nasensprays können lokale Nebenwirkungen wie Brennen in der Nase oder im Hals, Nasenbluten oder einen unangenehmen Geschmack verursachen.

Vergleich der Wirkstoffe

Einige Triptane sind sowohl als Tabletten als auch als Nasenspray erhältlich. Hier ist ein Vergleich einiger gängiger Wirkstoffe:

  • Sumatriptan: Sumatriptan ist sowohl als Tablette als auch als Nasenspray erhältlich. Es wirkt schnell und stark, aber die Wirkung hält nicht lange an und es kann einige Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Schwindelgefühl geben. Sumatriptan als Spritze gilt als das am schnellsten wirksame Triptan gegen akute Migräne.
  • Zolmitriptan: Zolmitriptan ist ebenfalls als Tablette und als Nasenspray erhältlich. Das Nasenspray mit dem Wirkstoff Zolmitriptan erfüllt die Wünsche vieler Patienten nach einer anhaltenden und schnellen Schmerzbefreiung. Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung des Sprays innerhalb von 15 Minuten einsetzt.

Welches ist die richtige Wahl für Sie?

Die Wahl zwischen Migräne-Nasenspray und -Tabletten hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Die Schwere Ihrer Migräne: Wenn Sie unter schweren Migräneattacken leiden, kann ein Nasenspray aufgrund seiner schnelleren Wirkung die bessere Wahl sein.
  • Ihre Symptome: Wenn Sie unter Übelkeit und Erbrechen leiden, ist ein Nasenspray möglicherweise besser geeignet, da es den Magen-Darm-Trakt umgeht.
  • Ihre Vorlieben: Einige Patienten bevorzugen die Bequemlichkeit von Tabletten, während andere die schnellere Wirkung von Nasensprays bevorzugen.
  • Ihre Krankengeschichte: Wenn Sie bestimmte Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden haben, sollten Sie vor der Einnahme von Triptanen mit Ihrem Arzt sprechen.

Rezeptfreie Triptane

Zurzeit sind in Deutschland drei verschiedene Triptane ohne Rezeptpflicht zugelassen: Almotriptan, Naratriptan und Sumatriptan. Sie können von Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, bei denen zuvor eine Migräne diagnostiziert wurde, ohne Rezept gekauft werden. Es ist jedoch wichtig, bei unklaren Kopfschmerzen zuerst einen Arzt aufzusuchen, um eine korrekte Diagnose zu erhalten.

Wann sollte man keine Triptane nehmen?

Triptane sind nicht für jeden geeignet. Es gibt bestimmte Kontraindikationen, bei denen Triptane nicht eingenommen werden sollten. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vergangenheit
  • Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Eine schwere Leberfunktionsstörung
  • Mittelschwerer bis schwerer Bluthochdruck

Alternativen zu Triptanen

Für Patienten, bei denen Triptane nicht wirken oder die aufgrund von Kontraindikationen keine Triptane einnehmen dürfen, gibt es alternative Medikamente. Dazu gehören:

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  • Analgetika: Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken helfen.
  • NSAR: Nichtsteroidale Antirheumatika wie Naproxen können ebenfalls zur Linderung von Migräneschmerzen eingesetzt werden.
  • Lasmiditan: Lasmiditan ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der „Ditane“ und kann auch bei Patienten mit vaskulären Risikofaktoren eingesetzt werden.
  • Gepante: Gepante blockieren den CGRP-Rezeptor und verhindern die Ausschüttung eines Peptids, das die Hirngefäße bei einem Migräneanfall erweitert.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Triptanen

  • Nehmen Sie Triptane so früh wie möglich nach Beginn der Migräneattacke ein.
  • Halten Sie sich an die empfohlene Dosierung und die maximale Tagesdosis.
  • Nehmen Sie Triptane nicht häufiger als an 10 Tagen pro Monat ein, um einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz zu vermeiden.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen verspüren.
  • Wenn ein Triptan bei drei aufeinanderfolgenden Attacken nicht wirkt, sollten Sie sich von Ihrem Arzt ein anderes Triptan verschreiben lassen.

Die Rolle der Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und anderen Kopfschmerzen an. Die Klinik verfügt über ein umfassendes Behandlungsnetz und bietet sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen an.

Aufnahmeformalitäten

Für die Planung Ihres Aufnahmetermins in der Schmerzklinik Kiel sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Ihr behandelnder Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Bitten Sie Ihren Arzt, die Aufnahme-Checkliste auszufüllen.
  3. Füllen Sie den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus.
  4. Senden Sie alle Unterlagen und zusätzlich Kopien aller relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift.

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