Migräne Ring Erfahrungen: Was Sie wissen sollten

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige Kopfschmerzen von großer Schmerzintensität gekennzeichnet ist. Hierzulande leiden rund zehn Prozent der Bevölkerung unter diesen halbseitigen, pulsierenden und anfallsartigen Kopfschmerzen. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die meisten Betroffenen erleiden ihren ersten Migräneanfall im Alter von 35 bis 45 Jahren.

Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Migräne, einschließlich ihrer Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Erfahrungen mit alternativen Therapieansätzen wie dem Migräne-Ring.

Was ist Migräne?

Migräne zählt zu den neurologischen Erkrankungen. Dahinter verbergen sich äußerst starke, anfallsartig auftretende und wiederkehrende Kopfschmerzen, die in der Regel nur einseitig auftreten. Einem Migräneanfall geht häufig eine Migräneaura voraus, im Rahmen derer Betroffene unter optischen Wahrnehmungsstörungen leiden. Häufig werden beispielsweise Blitze oder gezackte Linien im Sichtfeld wahrgenommen.

Abgrenzung von Migräne & Kopfschmerzen

Der Unterschied zwischen Spannungskopfschmerzen (Kopfschmerzen ohne spezielle zugrunde liegende Ursache) und Migräne liegt in erster Linie in der Intensität der Schmerzen. Zwar sind Kopfschmerzen allgemein störend und unangenehm, Migräne jedoch schränkt die Betroffenen im Alltag gänzlich ein. Während Spannungskopfschmerzen meist am gesamten Kopf auftreten, beschränkt sich der Schmerz bei Migräne nicht selten auf eine Kopfhälfte.

Starke Licht- und Schmerzempfindlichkeit bei Migräne. Sie geht im Gegensatz zu Kopfschmerzen meist mit einer starken Licht- und Lärmempfindlichkeit einher, die Betroffene oft zur Ruhe in abgedunkelten, stillen Räumen zwingt. Auch schlagen allgemeine Maßnahmen wie frische Luft und Bewegung bei Migräne kaum an. Darüber hinaus zeigt sich der enorm starke Migräneschmerz meist nur in einer Schädelhälfte und er wird von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

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Migräne Dauer

Ein Migräneanfall kann unterschiedlich lang dauern, meist zwischen vier und 72 Stunden. Dennoch sind mehrtägige Anfälle eher die Seltenheit. In der Regel ist die Migräneattacke nach einem Tag durchgestanden.

Bestimmte Symptome können Migräneanfall ankündigen. Eine Besonderheit ist jedoch die Ankündigungsphase der Migräne, die häufig schon zwei Tage vor dem eigentlichen Anfall beginnt und mit diffusen Beschwerden wie Gereiztheit und Müdigkeit einhergeht.

Migräneanfall

Der Migräneanfall kündigt sich bei einem Drittel aller Betroffenen durch Aufgedrehtheit, Gereiztheit und Müdigkeit an. Rund zehn Prozent aller Betroffenen entwickeln zudem vor dem eigentlichen Schmerzanfall neurologische Störungen, die sogenannte Aura.

Es kommt zu Sehstörungen wie flackernden Punkten und Blitzen im Gesichtsfeld. Die Aura dauert üblicherweise nicht länger als eine Stunde und wird schließlich von stark pulsierenden, einseitigen Kopfschmerzen abgelöst, die von vielen Betroffenen als durchaus vernichtend beschrieben werden.

Zunächst einseitiger Kopfschmerz geht im Verlauf auf andere Bereiche über. Der Kopfschmerz tritt in fast allen Fällen zunächst einseitig auf, im Verlauf des Migräneanfalls wandert er jedoch in andere Schädelbereiche. Die Schmerzqualität ist pochend und drückend und weitaus stärker als die normaler Spannungskopfschmerzen.

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Migräneaura

Wie bereits angerissen, tritt die Migräneaura meist unmittelbar vor dem eigentlichen Migräneanfall auf. Meist bleibt es bei optischen Störungen, in einigen Fällen erreicht die Aura jedoch auch größere Ausmaße in Form von Taubheitsgefühlen im Bereich der Finger, des Gesichts und der Zunge. Auch Sprachstörungen und Schwindel können auftreten.

Die Migräneaura dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde an. Nur sehr selten halten die neurologischen Symptome noch während des Schmerzanfalls an. Allerdings kann eine Migräneaura auch ohne nachfolgende Schmerzattacke auftreten und somit das einzige Symptom einer Migräne sein.

Migräneformen

Die Migräne kann in unterschiedlichen Formen auftreten, mit und ohne Aura, als hormonelle Migräne und als chronische Migräne. Diese Formen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Symptomatik, sondern auch im Verlauf:

  • Migräne mit und ohne Aura: Die Migräneformen mit und ohne Aura sind die klassischen Formen. Bei der Migräne ohne Aura steht der einseitige, pulsierende Kopfschmerz im Mittelpunkt. Bei einer Migräne mit Aura kommt es kurz vor dem Schmerz zu Sichteinschränkungen in Form von Lichtblitzen, Flackerlinien und Schleiern. Sehr selten treten außerdem Schwindel, Hautkribbeln und Taubheitsgefühle in einer Gesichtshälfte auf.
  • Chronische Migräne mit dauernden Migräneanfällen: Eine Migräne wird dann als chronisch bezeichnet, wenn sie mindestens drei Monate in Folge an mehr als 15 Tagen im Monat auftritt. Betroffene leiden quasi unter dauernden Migräneanfällen. Häufig ist der chronische Verlauf die Folge einer zuvor über viele Jahre bestehenden Kopfschmerzerkrankung. Die chronische Migräne ist ein Sonderfall und keineswegs der übliche Verlauf.
  • Retinale Migräne mit Einschränkungen des Sehens: Der Begriff retinale Migräne leitet sich vom Wort Retina ab, dem Fachbegriff für die Netzhaut des Auges. Im Rahmen der retinalen Migräne kommt es während des Migräneanfalls zu einseitigen Sehstörungen, die nicht den neurologischen Störungen einer Aura entsprechen. Bei einer retinalen Migräne kann es vorübergehend sogar zur Blindheit auf einem Auge kommen. Die Symptome verschwinden jedoch mit dem Eintreten der Kopfschmerzen oder spätestens während der Kopfschmerzphase wieder.
  • Hormonelle Migräne vor oder während der Periode: Die hormonelle oder auch menstruationsbedingte Migräne betrifft ausschließlich Frauen. Sie tritt, wie der Name schon sagt, kurz vor dem Einsetzen oder während der Periode auf. Ursächlich sind die hormonellen Veränderungen im Verlauf des Zyklus. Die hormonelle Migräne ist schlechter zu behandeln, sie verschwindet erst mit der Normalisierung des Hormonhaushaltes nach Ende der Periode und kehrt zyklisch einmal im Monat wieder.
  • Triptane Migräne - Attacken durch Medikamente gegen Migräne: Triptane sind Medikamente zur Behandlung der Migräne. Sie führen zur Verengung der Blutgefäße und dadurch zur Linderung der Migräneschmerzen sowie der Begleitsymptome. Durch die häufige Einnahme der Triptane kann es jedoch zu einem Gewöhnungseffekt kommen, der wiederum neuerliche Kopfschmerzen und Migräneattacken auslösen kann.
  • Hemiplegische Migräne: Diese Form geht mit zusätzlichen motorischen Störungen und Störungen des Gleichgewichts einhergeht. Auch Bewusstseinsstörungen wie Ohnmacht oder sogar Koma treten in Einzelfällen auf. Die hemiplegische Migräne kann sporadisch oder familiär gehäuft auftreten. Bei familiärer Häufung lassen sich häufig Gendefekte im Bereich einzelner Chromosomen nachweisen.
  • Basilarismigräne: Diese tritt vorwiegend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf und kann mit und ohne Aura entstehen. Klassische Symptome sind neben den Kopfschmerzen auch Tinnitus, Doppelbildsehen, Bewusstseinsstörungen, Schwindelgefühle und Sprachstörungen. Anders als beim klassischen Migränetypus leiden Betroffene im Falle einer Basilarismigräne meist unter beidseitigen Kopf- und Augenschmerzen.

Migräne Ursachen

Obwohl Migräne als Krankheitsbild längst anerkannt ist, sind ihre Ursachen bislang nicht abschließend erforscht. Eine genetische Vorbelastung scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der körpereigene Serotoninspiegel. Ein unausgeglichener Serotoninspiegel verändert die Reizbarkeit der Nerven, macht die Blutgefäßwände durchlässiger und wirkt sich nicht zuletzt auch auf den Magen-Darm-Trakt aus, sodass Übelkeit und Erbrechen ebenfalls damit in Zusammenhang gebracht werden können.

Migräne Auslöser

Unabhängig von den Ursachen der Migräne stehen die Auslöser im Mittelpunkt. Als sogenannte Trigger kommen vor allem Stress und ein gestörter Schlafrhythmus infrage. Aber auch Hormonschwankungen, etwa während der Regel oder in der Schwangerschaft, können Migräne begünstigen.

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Wetterabhängige Migräne. Häufig treten Migräneanfalle auch bei bestimmten Wetterlagen auf. Genauer im Rahmen bestimmter Luftdruckverhältnisse. Obwohl wissenschaftlich nicht belegt, reagieren viele Migräniker auf sich zu schnell verändernde Wetter- und Temperaturverhältnisse, genauso wie auf starken Fön.

Wochenend- und Pillenmigräne. Häufig tritt die Migräne bei Frauen jungen und mittleren Alters auf, die mithilfe der Anti-Babypille verhüten. Speziell in der Pillen-Pause, also kurz vor, während und kurz nach der Menstruation, wenn der Körper stärkeren hormonellen Schwankungen ausgesetzt ist, aber auch während einer Schwangerschaft, sind Migräneanfälle häufig zu beobachten.

Viele jüngere Frauen leiden hingegen während der Pilleneinnahme unter Migräne, weil das Gleichgewicht des Körpers unter Zufuhr hormonhaltiger Präparate aus den Fugen geraten kann. Ein weiteres häufiges Phänomen ist außerdem die Wochenend-Migräne. Sie entsteht, wenn der Körper aus der Stress-Phase in die Entspannungs-Phase übergeht.

Migräne Symptome

Migräne-Symptome sind vielgestaltig und teilweise unspezifisch, da innerhalb der Migräneerkrankung mehrere Migräneformen bekannt sind. Migräne geht mit unterschiedlichen Beschwerden einher, je nach Form der Migräne können folgende Symptome auftreten:

Bei der klassischen Migräne stehen die massiven, einseitigen Kopfschmerzen von pulsierendem Charakter im Mittelpunkt. In vielen Fällen tritt im Vorfeld die Aura auf. Die Kopfschmerzen nehmen im Verlauf des Migräneanfalls zu und werden meist von Übelkeit und Lichtempfindlichkeit begleitet. Darüber hinaus gibt es weitere Verlaufsformen.

Migräne ohne Kopfschmerzen

In seltenen Fällen ist die Aura das einzige Symptom einer Migräneerkrankung, die nachfolgenden Kopfschmerzen bleiben hingegen aus. Die Aura dauert in diesen Fällen nur zehn bis 30 Minuten und geht mit folgenden Symptomen einher:

  • Sehstörungen wie Lichtblitze, Flackerlinien und Schatten
  • Kribbeln auf der Haut oder in den Gliedmaßen
  • Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Lähmungserscheinungen

Augen-Migräne

Das führende Symptom der Augen-Migräne ist das sogenannte Flimmerskotom, welches beidseitig auftritt. Es ist durch folgende Beschwerden gekennzeichnet:

  • kranzartiges Flimmern
  • Funken
  • Flackern
  • Einschränkung des Gesichtsfelds vom Rand zur Mitte

Die Augen-Symptome bilden sich nach etwa 20 bis 40 Minuten zurück. Häufig setzt bei der Augen-Migräne kein anschließender Kopfschmerz ein, sodass das Flimmerskotom das einzige Symptom bleibt.

Migräne und Übelkeit

In den meisten Fällen geht eine Migräneattacke mit Übelkeit einher, die bis zum Erbrechen führen kann. Unabhängig davon, ob die Migräne von einer Aura begleitet ist oder nicht. Eine Ausnahme stellt die Migräne ohne Kopfschmerzen dar. Die Übelkeit tritt in der Regel nicht vor der Schmerzphase auf, sondern währenddessen.

Migräne in Phasen

Migräneschübe treten üblicherweise in vier Phasen auf, im Falle einer Migräne ohne Aura sind es hingegen nur drei Phasen. Ein Migräneanfall läuft daher wie folgt ab:

  • Vorbotenphase: In dieser Phase, die von vielen Migränikern nicht wahrgenommen wird, kündigt sich die Migräne an. Typische Vorboten für einen nahenden Migräneanfall sind beispielsweise gesteigerte Müdigkeit und häufiges Gähnen, aber auch Heißhungerattacken, Darmbeschwerden, Verstopfungen und eine bereits erhöhte Licht- und Lärmempfindlichkeit. Die Vorbotenphase kann sich in Einzelfällen über bis zu zwei Tagen erstrecken, dauert in der Regel aber nur wenige Stunden.
  • Auraphase: Bei einer Migräne mit Aura folgt die Auraphase der Vorbotenphase. Die Aura entsteht unmittelbar vor Beginn der starken Kopfschmerzen. Sie ist geprägt von fehlerhaften Sinneswahrnehmungen im Bereich des Sehens. Betroffene verlieren zum Beispiel die Fähigkeit zum räumlichen Sehen, es entstehen Zick-Zack-Linien im Bild, die Konturen werden unscharf und verschleiert. Außerdem können zusätzliche Strukturen im Bild entstehen, oder aber fehlen. Rund 20 Prozent aller Patienten sehen zudem nur noch halbe Bilder, weil das Gesichtsfeld während der Auraphase stark eingeschränkt sein kann. Die Aura ist typischerweise ein dynamischer Prozess, die Sinnesausfälle wandeln sich also innerhalb einer Auraphase mehrmals. Die Aura dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde an, sämtliche Symptome verschwinden anschließend wieder gänzlich.
  • Kopfschmerzphase: Sehr selten tritt eine Migräneaura ohne anschließende Kopfschmerzen auf. In über 90 Prozent der Fälle folgt der Auraphase jedoch die Kopfschmerzphase, die mit einseitigen, starken Kopfschmerzen im Bereich der Stirn und Schläfe einhergeht. Oftmals ist zudem ein Auge betroffen, sodass die Schmerzen in das Augenlid ausstrahlen. Die Migränekopfschmerzen werden von Betroffenen als pochend oder pulsierend, aber auch als stechend und vor allem quälend wahrgenommen. Bei körperlicher Aktivität nehmen die Schmerzen zu, wohingegen sie bei Ruhe und Schonung eher nachlassen. Die Kopfschmerzen werden in der Regel von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Brechreiz, Licht- und Geruchsempfindlichkeit sowie Appetitlosigkeit begleitet.
  • Rückbildungsphase: In der Rückbildungsphase, wenn der Schmerzanfall bereits überstanden ist, befindet sich der Körper noch in der Erholung. Betroffene fühlen sich müde und abgespannt, die Appetitlosigkeit und die Übelkeit können in dieser Phase noch bis zu 24 Stunden bestehen bleiben, bevor die vollständige Erholung von der Migräneattacke einsetzt.

Migräne Test

Obwohl eine sichere Migräne-Diagnose nur von einem Arzt gestellt werden kann, können Sie sich mithilfe einiger Fragen selbst beantworten, ob Sie unter Spannungskopfschmerzen oder Migräne leiden. Die nachstehenden Fragen können bereits erste Hinweise auf eine mögliche Diagnose geben. Falls Sie die folgenden Fragen überwiegend mit ja beantworten müssen, ist eine Migräne wahrscheinlich:

  • Ist der Kopfschmerz einseitig?
  • Sind die Kopfschmerzen pulsierend?
  • Sind die Kopfschmerzen sehr stark?
  • Verstärken sich die Kopfschmerzen durch Anstrengung?
  • Leiden Sie unter Übelkeit?
  • Leiden Sie unter Licht- und Lärmempfindlichkeit?
  • Halten die Kopfschmerzen über mehrere Stunden oder Tage an?

Was hilft gegen Migräne?

Medikamente bei Migräne

Zur Behandlung im Akutfall stehen klassische Kopfschmerztabletten zur Verfügung, beispielweise Analgetika. Viele Betroffene nehmen spezielle schmerzstillende Medikamente wie Triptane. Diese haben allerdings auch Nebenwirkungen wie Schwindel oder Übelkeit. Es gibt unterschiedliche Darreichungsformen von Tabletten über Nasenspray. Außerdem gibt es schneller einsetzende und dafür kürzer anhaltende Triptane und langsamer einsetzende und dafür länger anhaltende Triptane. In der Regel nehmen Betroffene eine Kombination aus beidem.

Ein Problem in der Behandlung ist nach Ansicht vieler Experten, dass die Mehrheit der Migräne-Patienten nicht richtig beraten wird.

Neben Schmerzmitteln gibt es eine Reihe Medikamente zur Migräne-Prophylaxe. Diese Mittel wirken allerdings nicht bei allen Patienten und haben zum Teil sehr schwere Nebenwirkungen wie starke Gewichtszunahme, Schwindel oder Angststörungen.

Heute weiß man, dass bestimmte Regionen im Gehirn während einer Migräneattacke überreizt sind. Es konnte nachgewiesen werden, dass Botenstoffe freigesetzt werden - das sogenannte CGRP. Dieses Peptid löst eine Art Kettenreaktion aus: Gefäße entzünden sich, schwellen an und verursachen Schmerzen. Bisher konnte nichts diesen Botenstoff selbst stoppen. Es gibt Medikamente in Form von Antikörpern, die im Labor hergestellt worden sind und sich gegen CGRP richten. Einmal im Monat muss das Präparat gespritzt werden - entweder in den Arm oder in den Oberschenkel. Die Patienten können das zu Hause selbst machen.

Experten betonen aber, dass ein ganzheitlicher Ansatz wichtig ist. Deshalb achtet auch Susanne Burkhart trotz der Anti-Körper-Therapie darauf, Stress zu vermeiden. Mehrmals in der Woche macht sie Entspannungsübungen und Yoga. Auch spezielles Achtsamkeitstraining kann helfen, Stress zu bewältigen und den Umgang mit Schmerzen zu erleichtern. Wichtig ist für viele Patienten zudem ein strukturierter Tagesablauf mit geregelten Mahlzeiten und ein fester Tag-Nacht-Rhythmus.

Achtung: Bestimmte Patienten dürfen die Mittel nicht nehmen, wenn sie zum Beispiel Herzprobleme oder chronische Darmerkrankungen haben.

Pflanzliche Migränemittel

Es gibt verschiedene pflanzliche Mittel, die zur Linderung von Migränebeschwerden eingesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Mutterkraut: Mutterkraut wird traditionell zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Es enthält Inhaltsstoffe, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken können.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl kann äußerlich auf die Schläfen aufgetragen werden, um Spannungskopfschmerzen und Migräne zu lindern. Es wirkt kühlend und entspannend.
  • Weidenrinde: Weidenrinde enthält Salicylsäure, einen natürlichen Vorläufer von Aspirin. Sie kann bei leichten bis mittelschweren Migränekopfschmerzen helfen.

Hausmittel

Neben Medikamenten und pflanzlichen Mitteln können auch verschiedene Hausmittel zur Linderung von Migränebeschwerden beitragen:

  • Kühle Kompressen: Kühle Kompressen auf Stirn oder Nacken können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Dunkelheit und Ruhe: Ein abgedunkelter, ruhiger Raum kann helfen, die Reizüberflutung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
  • Ausreichend Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf können helfen, Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.

Akupunktur bei Migräne

Akupunktur nach den Prinzipien der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) beugt laut verschiedener Studien episodisch auftretenden Migräne-Attacken vor. Sie kann sogar als mindestens so wirksam angesehen werden wie die medikamentöse Migräne-Prophylaxe. Die Ohrakupunktur ist ein Teilgebiet der Akupunktur. Praktizierende dieser Therapie verwenden Nadeln, Samen oder ihre eigenen Finger, um Druck auf bestimmte Punkte am Ohr auszuüben. Es werden dabei direkte Verbindungen der Punkte zu Strukturen des zentralen Nervensystems angenommen - besonders über den Trigeminusnerv, den Vagusnerv und das obere Halsgeflecht.

Migräne Ring: Ein umstrittenes Hilfsmittel

In den letzten Jahren sind sogenannte Migräne-Ringe auf den Markt gekommen, die durch Magnete oder Akupressurpunkte am Finger Migränebeschwerden lindern sollen. Die Wirksamkeit dieser Ringe ist jedoch wissenschaftlich umstritten.

Erfahrungen mit Migräne-Ringen

Die Erfahrungen mit Migräne-Ringen sind sehr unterschiedlich. Einige Anwender berichten von einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden, während andere keine Wirkung feststellen konnten. Viele führen positive Erfahrungen auf den Placebo-Effekt zurück.

Es gibt auch Berichte über negative Erfahrungen mit bestimmten Migräne-Ringen. Einige Anwender bemängeln die minderwertige Qualität der Ringe, scharfe Kanten, die sich nicht anpassen lassen, oder dass die Ringe Allergien auslösen. Zudem gibt es Berichte über unseriöse Geschäftspraktiken von Anbietern, die beispielsweise Rückerstattungen verweigern oder gefälschte Garantien versprechen.

Daith-Piercing als Alternative?

Einige Menschen mit Migräne versuchen, ihre Beschwerden durch ein Daith-Piercing zu lindern. Dabei wird ein Piercing durch die kleinste Knorpelfalte am Ohr gestochen, wo der Vagusnerv kreuzt. Die Idee dahinter ist, dass der konstante Druck auf diesen Punkt Migräneschmerzen lindern soll.

Auch hier ist die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit jedoch sehr begrenzt. Vereinzelt positive Erfahrungen werden vielmehr auf den Placebo-Effekt zurückgeführt. Zudem birgt ein Piercing Risiken wie Infektionen, Blutungen, Narben und allergische Reaktionen.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Eine weitere alternative Therapieform gegen Migräne mit Aura ist die Transkranielle Magnetstimulation (TMS). Dabei wird eine Magnetspule am Hinterkopf des Patienten angelegt und kurzzeitig ein Magnetfeld erzeugt. Dieses soll die häufig beobachtete erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde herunterregulieren und dadurch die Symptome ausschalten.

US-Forscher haben die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation in einer Studie untersucht. Dabei wird eine Magnetspule am Hinterkopf des Patienten angelegt und kurzzeitig ein Magnetfeld erzeugt. Dieses soll die häufig beobachtete erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde herunterregulieren und dadurch die Symptome ausschalten.

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York rekrutierten 164 Patienten, die unter Migräne mit Aura litten. Die Probanden bekamen Spezialanfertigungen von Magnetspulen mit nach Hause, mit denen sie sich bei drohenden Kopfschmerzattacken selbst behandeln sollten. Allerdings erhielt die Hälfte der Teilnehmer ohne es zu wissen nur eine Attrappe des Geräts (Placebo), dessen Startknopf jedoch das gleiche knackende Geräusch produzierte wie das echte. Beide Gruppen sollten auftretende Migräneattacken mithilfe der Magnetspule behandeln. Medikamente zur akuten Schmerzbehandlung waren den Probanden während des Testzeitraums von drei Monaten untersagt.

Das Ergebnis: 39 Prozent der Patienten mit dem echten Gerät berichteten, die Schmerzen seien nach der Behandlung verschwunden und selbst nach 48 Stunden nicht wiedergekehrt. Zwar berichteten auch 22 Prozent der Mitglieder der Placebo-Gruppe, ihre Schmerzen seien verschwunden, jedoch waren es in der Gruppe mit echten Geräten signifikant mehr. Auch andere Migränesymptome wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit gingen durch die Behandlung zurück. Die Schmerzbekämpfung funktionierte umso besser, je früher die Magnetspulen vor einer beginnenden Attacke zum Einsatz kamen.

Das Verfahren ist als “Cerena transkranielle Magnetstimulation (TMS)” bekannt. Das Gerät ist bisher nur für die Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräne mit Aura zugelassen. Es wird durch ärztliche Verordnung verschrieben. Das Gerät wird angewandt, indem man es an den Hinterkopf positioniert. Es kann dann durch Knopfdruck ein magnetischer Puls freigesetzt werden. Dieser stimuliert die Hirnrinde im Bereich des Hinterhauptes. Die Zulassung beruht auf einer Studie bei 201 Patienten. Diese litten an einer mittelstarken bis starken Migräne mit Aura. Von denen, die den Magnetstimulator einsetzten, berichteten 38%, dass der Schmerz nach 2 Stunden bedeutsam reduziert worden sei. In einer Kontrollgruppe ohne entsprechende Stimulation berichteten nur 17% der Patienten von einer Besserung. 34% der Anwender berichteten nach 24 Stunden von Schmerzfreiheit.

Die FDA wies darauf hin, dass Schwindel als Nebenwirkung auftreten kann. Insgesamt sind jedoch die Nebenwirkungen sehr mild und ihr Auftreten sehr unwahrscheinlich. Es gibt nur wenige Berichte über Nebenwirkungen wie Sinusitis, Sprachstörungen und Schwindel. Die FDA empfiehlt, dass das Gerät nicht häufiger als einmal pro 24 Stunden eingesetzt wird. Es ist nur für Personen über 18 Jahre zugelassen. Das Gerät sollte nicht bei Patienten eingesetzt werden, die metallische Gegenstände im Kopfbereich oder im Oberkörper tragen, dies gilt insbesondere auch für Herzschrittmacher oder Hirnstimulatoren. In Deutschland ist das Gerät bisher nach unserer Kenntnis nicht zugelassen.

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