Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Reisevorbereitung, besonders bei Reisen in die USA. Die Einfuhrbestimmungen für Medikamente in die USA sind jedoch komplex und erfordern sorgfältige Planung. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte, die bei der Mitnahme von Medikamenten in die USA zu beachten sind, insbesondere im Hinblick auf Migräne Tabletten.
Die Bedeutung einer Reiseapotheke
Viele Reisende unterschätzen die Bedeutung einer Reiseapotheke. Es ist wichtig, die wichtigsten Medikamente immer dabei zu haben, da man sie oft spontan benötigt. Wer regelmäßig auf bestimmte Medikamente angewiesen ist, muss diese ohnehin einpacken. Eine Reiseapotheke sollte daher gut geplant und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein.
Allgemeine Richtlinien für die Mitnahme von Medikamenten in die USA
Generell gilt, dass Reisende nur die Menge an Medikamenten mitnehmen sollten, die sie während ihres Aufenthalts benötigen. Die US-amerikanische Grenzschutzbehörde rät, nicht mehr und nicht weniger als die benötigte Menge mitzuführen. Die Medikamente müssen in ihrer Originalverpackung mit einem Etikett transportiert werden, sodass sofort ersichtlich ist, um welches Arzneimittel es sich handelt.
Die Menge der mitgeführten Medikamente sollte dem geplanten Aufenthaltszeitraum entsprechen und den Bedarf für 90 Tage nicht überschreiten. Es ist ratsam, die Reiseapotheke, besonders wenn man regelmäßig Medikamente einnehmen muss, im Handgepäck zu transportieren, da Gepäckstücke verloren gehen können.
Verschreibungspflichtige Medikamente
Für verschreibungspflichtige Medikamente ist ein englischsprachiges Attest der behandelnden Ärztin oder des Arztes erforderlich. Dieses Attest sollte Angaben zu den Wirkstoffen der Medikamente, ihrer Dosierung und der Reisedauer enthalten. Ein Vordruck für solch ein Attest ist beispielsweise beim ÖAMTC (österreichischer Automobilclub) erhältlich. Das Attest muss von Ihrem Haus- oder Facharzt ausgefüllt, gestempelt und unterschrieben werden.
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Viele in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verschreibungspflichtige Medikamente sind in den USA rezeptfrei erhältlich, aber da nicht von vorneherein klar ist, welche das sind, ist es sehr empfehlenswert, alle Ihnen vorgeschriebenen Medikamente auf dieser Liste aufführen zu lassen.
Spezielle Regelungen für Betäubungsmittel
Besondere Vorsicht ist bei Medikamenten geboten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie beispielsweise starke Schmerzmittel gegen Migräne. Für diese Medikamente muss der vorschreibende Arzt eine Bestätigung schreiben, die von der zuständigen obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt werden muss.
In Deutschland sind die obersten Landesgesundheitsbehörden, die diese Bescheinigung bestätigen dürfen bzw. müssen:
- in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein die Gesundheitsämter,
- in Berlin das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo),
- in Brandenburg das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit,
- in Bremen die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz,
- in Hamburg das Fachamt bzw. Dezernat Gesundheit bei dem Bezirksamt, in dessen Bereich der jeweilige Arzt seine Tätigkeit ausübt,
- in Niedersachsen die Gemeinden und Landkreise,
- in Nordrhein-Westfalen die Kreise und kreisfreien Städte (untere Gesundheitsbehörde),
- in Sachsen-Anhalt das Landesverwaltungsamt Sachsen‐Anhalt,
- in Thüringen das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Bearbeitung des ärztlichen Attests einige Wochen dauern kann, daher sollte man sich rechtzeitig vor der Abreise darum kümmern.
Zusätzliche Hinweise für die Mitnahme von Betäubungsmitteln
- Gültigkeitsdauer: Die Gültigkeitsdauer der Bescheinigung beträgt maximal 30 Tage.
- Beglaubigung: Die Beglaubigung muss vor Antritt der Reise erfolgen.
- Mehrsprachige Bescheinigung: Die Bundesopiumstelle rät, sich beim Mitführen von Betäubungsmitteln auf Reisen eine mehrsprachige Bescheinigung vom Arzt ausstellen zu lassen. Diese sollte die Einzel- und Tagesdosierungen, die Wirkstoffbezeichnung und die Dauer der Reise enthalten.
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente
Bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, wie Vitaminen oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln, ist darauf zu achten, dass nur die Menge mitgeführt werden sollte, die für die geplante Aufenthaltsdauer angemessen ist.
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Flüssige Medikamente
Medikamente in flüssiger Form dürfen auch in einer Menge mitgeführt werden, die die üblicherweise zugelassene Flüssigkeitsmenge von 100 ml übersteigt, sollte dies für den Flug notwendig sein. Auch hierfür ist ein ärztliches Schreiben erforderlich. Reisende sollten in diesem Fall den Sicherheitsbeamt:innen beim Check-In über das Medikament informieren, denn flüssige Medikamente werden gesondert überprüft.
Medikamente und die Food and Drug Administration (FDA)
Die Food and Drug Administration (FDA) ist für alle Bestimmungen rund um das Thema Medikamenteneinfuhr in die USA verantwortlich. Nicht alle verschreibungspflichtigen Medikamente können ohne Weiteres in die USA eingeführt werden. Genaue Informationen zu den Bestimmungen und eine Auflistung, welche Medikamente eingeführt werden dürfen und welche nicht, finden Sie u. a. auf der Website der FDA.
Wichtige Bestandteile einer Reiseapotheke für die USA
Neben den spezifischen Medikamenten, die man aufgrund persönlicher Bedürfnisse benötigt, sollte eine Reiseapotheke für die USA folgende Bestandteile enthalten:
- Desinfektionsmittel: Handdesinfektionsmittel und Sprühdesinfektion für kleine Wunden.
- Schmerzmittel: Gegen Kopfschmerzen, Bein- oder Rückenschmerzen.
- Wundversorgung: Pflaster und Blasenpflaster.
- Mittel gegen Durchfall und Magenprobleme: Besonders wichtig bei Lebensmittelallergien.
- Erkältungsmittel: Medikamente zur Linderung von Erkältungssymptomen.
- Mittel gegen (Reise-)Übelkeit: Bei Reiseübelkeit.
- Sonnenschutz und After Sun: Besonders wichtig in den südlichen Staaten der USA.
- Insektenschutz und juckreizstillendes Gel: Gegen Insektenstiche.
- Allergiemittel: Antihistaminika, auch wenn keine bekannte Allergie besteht.
- Koffeintabletten und Melatonin: Gegen Jetlag.
- Augentropfen und Lutschbonbons: Gegen trockene Augen im Flugzeug.
- Kompressionsstrümpfe: Zur Vermeidung von Thrombosen auf Langstreckenflügen.
Zusätzliche Tipps für die Reise in die USA
- Reiseversicherung: Eine Auslandskrankenversicherung abschließen, um im Fall der Fälle abgesichert zu sein.
- Impfungen: Überprüfen, ob die Standard-Impfungen aktuell sind. Das Auswärtige Amt empfiehlt ggf. Impfungen gegen Hepatitis A, Dengue-Fieber, Hepatitis B, Tollwut und Meningokokken-Krankheit (ACWY).
- Viel trinken: Ein gut hydrierter Körper ist weniger anfällig für Krankheitskeime.
- Sonnenschutz: Sich vor der Sonne schützen, um Sonnenbrand zu vermeiden.
- Pausen machen: Dem Körper Ruhe gönnen, um Überlastung zu vermeiden.
- Europäischer Notfallausweis: Einen Europäischen Notfallausweis mit Informationen zu Medikamenten, Allergien und Notfallkontakten mitnehmen.
Checkliste vor der Abreise
- Rezeptpflichtige Medikamente:
- Englischsprachiges Attest vom Arzt einholen.
- Attest ggf. von der Landesgesundheitsbehörde beglaubigen lassen (bei Betäubungsmitteln).
- Medikamente in der Originalverpackung mitnehmen.
- Nicht-rezeptpflichtige Medikamente:
- Menge auf den Reisezeitraum beschränken.
- Medikamente in der Originalverpackung mitnehmen.
- Flüssige Medikamente:
- Ärztliches Schreiben für Mengen über 100 ml einholen.
- Sicherheitsbeamte beim Check-In informieren.
- Allgemein:
- Reiseapotheke im Handgepäck transportieren.
- Verfallsdatum der Medikamente prüfen.
- Reiseversicherung abschließen.
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