Migräne und Belara: Ein Zusammenhang?

Die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen Migräne und der Einnahme von Belara, einer kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK), besteht, ist komplex und bedarf einer differenzierten Betrachtung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Thematik, um Ihnen ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.

Was ist Belara?

Belara ist ein hormonales Verhütungsmittel zum Einnehmen, das zwei Hormone enthält: Ethinylestradiol und Chlormadinonacetat. Da die 21 Tabletten einer Zykluspackung die beiden Hormone in gleicher Menge enthalten, wird Belara auch als „Einphasenpräparat“ bezeichnet. Als KOK schützt Belara vor ungewollter Schwangerschaft, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Migräne als Gegenanzeige für Belara

In der Tat wird Migräne in der Packungsbeilage von Belara als eine der Gegenanzeigen aufgeführt, bei denen das Medikament nicht eingenommen werden sollte. Dies gilt insbesondere für Migräne mit Aura. Die Gründe hierfür sind vielfältig und beziehen sich hauptsächlich auf das erhöhte Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse.

Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel

Kombinierte hormonale Kontrazeptiva wie Belara erhöhen das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in Venen und Arterien. Dieses Risiko ist besonders hoch im ersten Anwendungsjahr oder bei Wiederaufnahme der Einnahme nach einer Unterbrechung von vier oder mehr Wochen. Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, kann dieses Risiko zusätzlich erhöhen.

Schlaganfallrisiko

Frauen, die an Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Die Einnahme von KOKs kann dieses Risiko weiter steigern. Aus diesem Grund sollten Frauen mit Migräne mit Aura in der Regel keine KOKs einnehmen.

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Weitere Risikofaktoren

Neben Migräne gibt es weitere Risikofaktoren, die das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle erhöhen können. Dazu gehören:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Übergewicht
  • Familiäre Vorbelastung

Individuelle Erfahrungen und Alternativen

Trotz der genannten Risiken und Gegenanzeigen gibt es Frauen, die Belara ohne Probleme einnehmen und keine Migräneattacken erleben. Es ist wichtig zu betonen, dass jede Frau individuell auf hormonelle Verhütungsmittel reagiert.

Erfahrungen von Anwenderinnen

Einige Frauen berichten, dass sich ihre Migräne unter der Einnahme von Belara sogar verbessert hat, während andere eine Verschlimmerung feststellen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen unterstreichen die Notwendigkeit einer individuellen Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin.

Alternativen für Frauen mit Migräne

Für Frauen mit Migräne, die hormonell verhüten möchten, gibt es verschiedene Alternativen zu KOKs wie Belara.

Minipille

Die Minipille enthält nur ein Gestagen und kein Östrogen. Sie kann eine gute Option für Frauen mit Migräne sein, da sie das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle nicht erhöht. Desogestrel ohne Pause kann jedoch zu häufigen Perioden (mit Krämpfen, Migräne und eher Wochenfluss stark, hellrot) führen.

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Hormonspirale

Die Hormonspirale setzt kontinuierlich eine geringe Menge Gestagen frei. Sie ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode und kann auch bei Frauen mit Migräne eingesetzt werden.

Nicht-hormonelle Verhütungsmethoden

Es gibt auch verschiedene nicht-hormonelle Verhütungsmethoden, wie z.B. Kondome, Diaphragma oder Kupferspirale. Diese Methoden haben keine hormonellen Nebenwirkungen und sind daher für Frauen mit Migräne oft eine gute Wahl.

Ärztliche Beratung ist unerlässlich

Die Entscheidung für oder gegen die Einnahme von Belara sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin getroffen werden. Diese/r kann die individuelle Situation der Patientin beurteilen, die Risiken und Vorteile der verschiedenen Verhütungsmethoden abwägen und eine fundierte Empfehlung aussprechen.

Anamnese und Untersuchung

Vor der Verschreibung von Belara sollte der Arzt oder die Ärztin eine gründliche Anamnese erheben und die Patientin körperlich untersuchen. Dabei sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Migräneanamnese (Art, Häufigkeit, Auslöser)
  • Weitere Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Einnahme anderer Medikamente
  • Familiäre Vorbelastung

Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen

Der Arzt oder die Ärztin sollte die Patientin umfassend über die Risiken und möglichen Nebenwirkungen von Belara aufklären. Dazu gehören insbesondere das erhöhte Risiko für Blutgerinnsel, Schlaganfälle und Migräneattacken.

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Regelmäßige Kontrollen

Während der Einnahme von Belara sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt oder bei der Ärztin wichtig. Dabei sollten insbesondere der Blutdruck und das Auftreten von Migräneattacken überwacht werden.

Fazit

Der Zusammenhang zwischen Migräne und der Einnahme von Belara ist komplex und individuell verschieden. Migräne, insbesondere Migräne mit Aura, stellt eine Gegenanzeige für die Einnahme von Belara dar, da sie das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse erhöhen kann. Es gibt jedoch auch Frauen, die Belara ohne Probleme einnehmen. Die Entscheidung für oder gegen die Einnahme von Belara sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin getroffen werden, der die individuelle Situation der Patientin beurteilen und eine fundierte Empfehlung aussprechen kann. Für Frauen mit Migräne gibt es verschiedene alternative Verhütungsmethoden, die weniger riskant sind.

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