Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die Gehirn und Rückenmark betrifft. Sie ist die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. In Deutschland sind schätzungsweise 250.000 Menschen betroffen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer (etwa 70:30). MS tritt meist im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren auf, kann aber auch in seltenen Fällen vor der Pubertät oder nach dem 60. Lebensjahr beginnen.
Was passiert im Gehirn bei MS?
Bei MS greift das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die Myelinscheiden an, die die Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark umhüllen. Diese Myelinscheiden sind für die schnelle und effiziente Weiterleitung von Nervenimpulsen unerlässlich. Durch die Entzündung und Zerstörung der Myelinscheiden (Demyelinisierung) kommt es zu einer Verlangsamung oder Blockierung der Nervenimpulse, was zu einer Vielzahl neurologischer Symptome führt. Die Entzündungen resultieren in der als Demyelinisierung bezeichneten Zerstörung der Myelinscheiden im ZNS. Durch die Demyelinisierung kommt es zu einer Verlangsamung der Weiterleitung von Nervenimpulsen und zu einem Verlust der Axone.
Die bei der Multiplen Sklerose auftretenden Entzündungsherde, auch Plaques genannt, werden von Entzündungszellen verursacht, die sich fälschlicherweise gegen den eigenen Körper richten und damit als „autoaggressiv“ bezeichnet werden. Diese Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und haben die Fähigkeit die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Auf diesem Weg gelangen sie ins Gehirn.
Charakteristisch dafür sind Entzündungsherde und Schädigungen in der sogenannten weißen Substanz im Gehirn, die aus langen Nervenfasern und Myelin besteht. Ein deutsch-niederländisches Forschungsteam hat nun herausgefunden, dass ultrastrukturelle Veränderungen in gesunden Bereichen der weißen Substanz von MS-Patient*innen das Gewebe anfälliger machen für Entzündungen und die Bildung von Läsionen.
Die Rolle der weißen Substanz
Die weiße Substanz des Gehirns besteht aus Nervenfasern (Axonen), die von Myelin umhüllt sind. Myelin dient als Isolierschicht und ermöglicht eine schnelle und effiziente Übertragung von Nervenimpulsen. Die weiße Substanz spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Gehirnfunktionen wie Lernen, Gedächtnis und sozialer Kompetenz.
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Wird dieses Gewebe geschädigt, können sich Krankheiten wie beispielsweise MS entwickeln. Bei der MS-Erkrankung, an der allein in Deutschland bis zu 280.000 Menschen leiden, wird die Myelin-Schicht um die Axone stückchenweise beschädigt oder zerstört. Diese Läsionen, verbunden mit Entzündungsreaktionen lassen sich in bildgebenden Verfahren nachweisen.
Neue Forschungserkenntnisse zur Ultrastruktur der weißen Substanz
Ein Forschungsteam hat herausgefunden, dass in der normal aussehenden weißen Substanz von MS-Erkrankten die Myelinscheiden auffällig verändert und das Myelin weniger kompakt ist. Auch sind die Ranvierschen Schnürringe desorganisiert. Neben diesen Strukturveränderungen fanden die Forschenden in dem scheinbar normalen Gewebe auch zelluläre Marker für eine Entzündung: T-Lymphozyten und aktivierte Immunzellen des Gehirns, Mikrogliazellen genannt. Nicht zuletzt war auch die Dichte der Mitochondrien - die Kraftwerke der Zelle - in den Fortsätzen von Nervenzellen auffällig erhöht, was nahelegt, dass die Kommunikation zwischen Nervenzellen mehr Energie erfordert als bei gesunden Menschen.
Diese ultrastrukturellen Veränderungen könnten das Gewebe anfälliger für Entzündungen und die Bildung von Läsionen machen. Die Forschenden vermuten, dass die Mitochondrien nicht nur lebenswichtige Energie produzieren, sondern auch Nebenprodukte wie Sauerstoffradikale, die den Myelinabbau verstärken könnten.
Ursachen der Multiplen Sklerose
Die genaue Ursache der Multiplen Sklerose ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.
Genetische Faktoren
Es wurden über 200 Gene identifiziert, die das Risiko für Multiple Sklerose erhöhen. MS ist aber keine klassische Erbkrankheit. Zwei bis vier Prozent entwickeln die Krankheit selbst, wenn ein Verwandter ersten Grades erkrankt ist. MS ist eine chronische Erkrankung. Eine ursächliche Therapie, also ein Medikament, das Multiple Sklerose (MS) heilt, gibt es noch nicht.
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Umweltfaktoren
Zu den Umweltfaktoren, die das Risiko für Multiple Sklerose erhöhen, gehören:
- Rauchen: Rauchen erhöht das Risiko, an MS zu erkranken.
- Übergewicht: Übergewicht, insbesondere in der Kindheit, kann das Risiko für MS erhöhen.
- Infektionen mit bestimmten Viren: Aktuelle Studien belegen einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Epstein-Barr-Virus und der Entstehung einer MS. Auch andere Viren wie Masern-Viren, Herpes-Viren stehen im Verdacht, MS auszulösen. Dabei wird vermutet, dass die gegen den/die Erreger gebildeten Immunzellen eine Kreuzreaktion mit Proteinen im Gehirn eingehen und es so versehentlich angreifen.
- Vitamin-D-Mangel: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel, der durch geringe Sonneneinstrahlung begünstigt wird, könnte das Risiko für MS erhöhen. Die Prävalenz der Multiplen Sklerose ist in äquatorferneren Regionen höher.
- Darmflora: Nach neuesten Erkenntnissen scheint auch die Darmflora eine Rolle zu spielen.
Wahrscheinlich ist erst eine Kombination mehrerer Risikofaktoren verantwortlich für den Ausbruch der Krankheit.
Symptome der Multiplen Sklerose
Die Symptome der MS sind sehr vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Sie hängen davon ab, welche Bereiche des Gehirns und Rückenmarks von der Entzündung betroffen sind. Die Multiple Sklerose ist eine komplexe Erkrankung mit vielen Erscheinungsbildern - und entsprechend individuell ist die Therapie. Die MS ist eine Erkrankung mit tausend Gesichtern.
Häufige Symptome sind:
- Motorische Störungen: Muskelschwäche, Lähmungen, Spastik (unwillkürliche Muskelverkrampfungen), Koordinationsstörungen, Gangstörungen, verlangsamte Bewegungsabläufe, Zittern. Durch die MS kann es zu Muskelschwäche und verlangsamten Bewegungsabläufen kommen. Man fühlt sich „schwach auf den Beinen“, stolpert öfter und hat das Gefühl, die Kontrolle über seinen Körper, Muskeln und Gelenke zu verlieren. Hinzu kommt, dass es bei einigen Erkrankten zu einer erhöhten Muskelspannung kommt, die manchmal auch mit einer Verkrampfung und Steifigkeit der Muskeln (Spastik) einhergeht. Das kann schmerzhaft sein und die Bewegungen zusätzlich stören.
- Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schmerzen, Missempfindungen auf der Haut (Ameisenkribbeln). Häufig sind bei Multipler Sklerose auch Missempfindungen auf der Haut - bekannt als das sogenannte Ameisenkribbeln - oder Taubheitsgefühle, ähnlich wie bei einem eingeschlafenen Arm oder Bein.
- Sehstörungen: Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis) mit Schmerzen beim Bewegen der Augen und Sehverschlechterung, Doppelbilder, unkontrollierte Augenbewegungen (Nystagmus). Häufiges Kennzeichen eines ersten MS-Schubes ist eine Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis). Sie macht sich durch Schmerzen beim Bewegen der Augen und eine Sehverschlechterung bemerkbar. Das führt bei vielen Betroffenen überhaupt erst dazu, dass die Diagnose Multiple Sklerose gestellt wird. Häufig treten bei Menschen mit MS auch unkontrollierte Augenbewegungen auf, das sogenannte Augenzittern (Nystagmus).
- Fatigue: Körperliche und geistige Erschöpfung, Müdigkeit. Häufig leiden MS-Erkrankte schon zu Beginn der Erkrankung unter körperlicher oder psychischer Erschöpfung, extremer Abgeschlagenheit und anhaltender Müdigkeit, dem sogenannten Fatigue-Syndrom.
- Kognitive Störungen: Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, verminderte Hirnleistung.
- Weitere Symptome: Sprechstörungen (undeutliches, verwaschenes Sprechen), Schluckstörungen, Störungen der Blasen- und Darmentleerung, sexuelle Störungen, Schwindel, Depressionen.
Die Symptome können schubweise auftreten oder sich langsam verschlimmern. Bei über 80 Prozent der MS-Betroffenen treten zumindest zu Beginn der Erkrankung Schübe mit vollständigen oder teilweisen Remissionen der Symptome auf.
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Verlaufsformen der Multiplen Sklerose
Die Multiple Sklerose kann unterschiedliche Verlaufsformen haben:
- Schubförmig-remittierende MS (RRMS): Bei dieser Form treten Schübe auf, bei denen sich die Symptome verschlimmern. Nach einem Schub können sich die Symptome vollständig oder teilweise zurückbilden (Remission). Aus der RRMS entwickelt sich im Verlauf eine zunehmend kontinuierlich fortschreitende Erkrankung. In insgesamt drei Viertel aller Fälle tritt die MS in Schüben auf. Zu Beginn der Krankheit ist das bei 85 Prozent so und die Betroffenen haben durchschnittlich alle zwei bis drei Jahre einen Schub. Ein Schub ist gekennzeichnet durch episodisches Auftreten und vollständige oder teilweise Rückbildung (Remission) neurologischer Symptome innerhalb von Tagen bis Wochen.
- Sekundär progrediente MS (SPMS): Diese Form entwickelt sich meist aus der RRMS. Die Schübe werden seltener oder bleiben aus, stattdessen verschlimmern sich die Symptome kontinuierlich. Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen geht die schubförmige MS später in eine sekundär (= an zweiter Stelle) progrediente Multiple Sklerose über. Die Symptome zwischen den Schüben bilden sich nicht mehr zurück oder verstärken sich über die Zeit.
- Primär progrediente MS (PPMS): Bei dieser seltenen Form verschlimmern sich die Symptome von Beginn an kontinuierlich, ohne dass Schübe auftreten. Die Erkrankung schreitet von Beginn an kontinuierlich fort. MS-Schübe kommen nur selten vor. 15 Prozent der Betroffenen haben zu Beginn der Erkrankung keine Schübe, bei ihnen fällt die MS durch eine langsame Zunahme der Beschwerden auf.
Zusätzlich wird bei jeder Form bewertet, ob sie entzündlich aktiv oder nicht aktiv ist.
Die Progression der Multiplen Sklerose kann auf zwei Arten erfolgen: Löst ein MS-Schub eine dauerhafte Verschlechterung der Erkrankung aus, indem sich die Symptome nicht mehr vollständig zurückbilden, spricht man von schubabhängiger Verschlechterung, kurz RAW (relapse-associated worsening). Die Krankheit kann aber auch unabhängig von Schüben fortschreiten. Diese Progression unabhängig von Schubaktivität wird als PIRA (progression independent of relapse activity) bezeichnet.
Diagnose der Multiplen Sklerose
Die Diagnose der MS kann schwierig sein, da es keinen spezifischen Test gibt, der die Krankheit eindeutig nachweisen kann. Multiple Sklerose ist daher eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass verschiedenen Untersuchungen gemacht werden. Entscheidend ist, dass sich Entzündungsherde an mehreren Stellen im Gehirn oder Rückenmark nachweisen lassen.
Zur Diagnosestellung werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt:
- Anamnese und neurologische Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte und untersucht die neurologischen Funktionen des Patienten. An erster Stelle stehen die Erhebung der Vorgeschichte und die körperlich-neurologische Untersuchung.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT ist das wichtigste bildgebende Verfahren zur Diagnose der MS. Sie ermöglicht die Darstellung von Entzündungsherden im Gehirn und Rückenmark. Dafür wird eine Magnetresonanz-Tomographie (MRT) des Kopfes durchgeführt. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die den Kontrast zwischen Blutgefäßen und Gewebe verstärken. Sie können gesunde Blutgefäße nicht verlassen und gelangen normalerweise nicht ins Gewebe. An aktiven Entzündungsstellen werden Blutgefäße aber durchlässig, damit Abwehrzellen die Entzündung bekämpfen können. An diesen Stellen kann Kontrastmittel ins Gewebe gelangen und auf den MRT-Bildern dort gesehen werden.
- Lumbalpunktion: Bei der Lumbalpunktion wird Nervenwasser aus dem Rückenmarkkanal entnommen und untersucht. Dies kann helfen, Entzündungszeichen und andere Erkrankungen auszuschließen. Weitere wichtige Untersuchungen zur Bestätigung einer MS-Diagnose sind die Untersuchung des Nervenwassers mittels einer Lumbalpunktion sowie Messungen von Sehnerven (VEP) und Nervenbahnen (SEP).
- Evozierte Potentiale (VEP, SSEP, MEP): Diese Messungen untersuchen die Nervenleitgeschwindigkeit und können helfen, Schäden an den Nervenbahnen aufzudecken. Untersuchungen der so genannten Evozierten Potenziale, die wir durch Sinnesreize auslösen stützen die Diagnose: VEP (visuell evoziertes Potential) SSEP (somato-sensibel evoziertes Potential) MEP (magnet-evoziertes Potential)
Hauptkriterium der Diagnose MS ist nach wie vor der Nachweis einer räumlichen und zeitlichen Streuung (Dissemination) von Entzündungsherden. Unter der räumlichen Dissemination verstehen Ärzte, dass Entzündungsherde an mehr als einem Ort im Zentralnervensystem vorliegen. Zeitliche Dissemination bedeutet, dass im Verlauf der Erkrankung neue Herde im zentralen Nervensystem entstehen.
Behandlung der Multiplen Sklerose
MS ist derzeit nicht heilbar. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Häufigkeit und Schwere der Schübe zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die Multiple Sklerose ist eine komplexe Erkrankung mit vielen Erscheinungsbildern - und entsprechend individuell ist die Therapie.
Es gibt verschiedene Therapieansätze:
- Akuttherapie des Schubs: Bei einem akuten Schub werden in der Regel Kortikosteroide (Cortison) eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren und die Symptome zu lindern. Damit die Beschwerden bei einem Schub schneller abklingen, hilft zunächst Cortison als Infusion oder Tablette. Auch ist wichtig, wie gut Betroffene Cortison bei vorherigen Behandlungen vertragen haben und wie wirksam es war. Berücksichtigt werden zudem Begleiterkrankungen und ob es Gründe gibt, die im Einzelfall gegen den Einsatz von Cortison sprechen. Seltener und unter bestimmten individuellen Voraussetzungen kann auch eine Blutwäsche zur Anwendung kommen. Dabei entfernt man jene körpereigene Immunzellen, die die Entzündung verursachen.
- Immuntherapie (Krankheitsmodifizierende Therapie): Diese Therapie zielt darauf ab, das Immunsystem zu beeinflussen, um die Entzündungsaktivität zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Hier hat es in den vergangenen zehn Jahren große Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten gegeben. Die Immuntherapie beeinflusst bei MS das fehlgesteuerte Immunsystem, indem sie dieses verändert (immunmodulierend) oder dämpft (immunsuppressiv). Am wirksamsten sind speziell entwickelte Antikörper. Sie verhindern das Eindringen von bestimmten Immunzellen ins Gehirn oder reduzieren ihre Konzentration im Blut. Dadurch können diese Zellen keine Entzündungen mehr auslösen. Mittlerweile gibt es gut 20 Immuntherapie-Mittel (Stand: April 2023), einige davon auch für die sekundär oder primär progrediente MS. Das ermöglicht weitgehend individuell zugeschnittene Behandlungspläne. Ob man eine Immuntherapie beginnt und mit welchem Medikament, hängt an einer Vielzahl von Faktoren. Dabei geht es um Aspekte wie Krankheitsverlauf, Familienplanung oder das individuelle Risikoprofil. Grundsätzlich wird empfohlen, bei allen Menschen mit MS eine Immuntherapie zu beginnen. Immuntherapien können die MS nicht heilen, aber ihren Verlauf stark verbessern. Manchmal werden daher auch die Begriffe „verlaufsmodifizierend“ oder „verlaufsverändernde“ Therapien verwendet.
- Symptomatische Therapie: Diese Therapie zielt darauf ab, die bestehenden Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Hier steht die Linderung von Symptomen im Zentrum der Behandlung. Dazu gehören physiotherapeutische, logopädische und ergotherapeutische Therapien. Viele Folgesymptome lassen sich medikamentös oder mit anderen Maßnahmen behandeln.
Weitere unterstützende Maßnahmen
Neben den medikamentösen Therapien gibt es weitere Maßnahmen, die den Verlauf der MS positiv beeinflussen können:
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Sport und Bewegung können helfen, die Muskelkraft und Koordination zu verbessern, die Fatigue zu reduzieren und die allgemeine Lebensqualität zu steigern. Ein Spaziergang oder eine Wanderung, eine Fahrradtour oder ähnliche Aktivitäten im Freien haben außerdem gleich mehrere positive Effekte: Man bewegt sich und kann schon durch kurzen, aber regelmäßigen Aufenthalt in der Sonne etwas gegen einen Vitamin-D-Mangel tun.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch kann das Immunsystem stärken und Entzündungen reduzieren. Selbst zubereitete Mischkost mit viel Obst und Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten, aber wenig Zucker und Salz, tierischen Fetten und Zusatzstoffen (wie in verarbeiteten Lebensmitteln) hat positive Effekte.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Rauchen sollte vermieden werden, da es das Risiko für MS erhöht und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann.
- Psychologische Unterstützung: Eine psychologische Betreuung kann helfen, mit den emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
Leben mit Multipler Sklerose
Die Diagnose MS kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinflussen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren, sich professionelle Hilfe zu suchen und Strategien zu entwickeln, um mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen.
Mit einer frühzeitigen Diagnose, einer individuellen Therapie und einem gesunden Lebensstil können die meisten Menschen mit MS ein selbstständiges und erfülltes Leben führen. Die allermeisten Menschen mit Multipler Sklerose (MS) können ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen und lange Zeit mobil bleiben. Multiple Sklerose steht grundsätzlich weder einer Ausbildung noch der Berufsausübung, Freundschaften, Sport, sozialen Kontakten oder der Gründung einer Familie im Wege.